Es kommt ja selten genug vor, daß man über das “Internetauktionshaus” mit den bunten Buchstaben mal etwas Positives erwähnen muß. Immerhin, Ehre wem Ehre gebührt: Das Abschaffen negativer Bewertungen von Käufern durch Verkäufer, was in der Praxis in knapp 101 von 100 Fällen nichts anderem denn der Rache für eine selbst erhaltene schlechte Note gleichkam, war vermutlich die käuferfreundlichste Maßnahme, die das Unternehmen jemals ergriffen hat.
Wer hat nicht schon mal bei Lieschen Müller Worldwide Ltd. irgendeinen rückblickend betrachtet völlig überteuerten Nippes gegen Vorkasse gekauft, irgendwann ein mehr schlecht als Recht geschnürtes Päckchen bekommen und sollte im Falle einer berechtigten Gewährleistungsfrage erstmal seine eigene Unschuld beweisen? Verständlich, daß nun bei all jenen, die jetzt erstmalig neben oft miesem Ramsch auch einigermaßen in unsere Breitengrade passenden Käuferschutz gewähren sollen, der Katzenjammer ausbricht. Vorangeschickt (im Zweifel von sich selbst) wird ein selbsternannter Experte, der vor allem von idiotensicheren Anleitungen für Hobbygeschäftsleute lebt – und verkünden darf er denen, die es abdrucken wollen, daß nun von quasi abhängig Beschäftigten (das sind die, die jenes Auktionshaus, das Schicksal oder die Ehefrau zwingt, sich als Onlinehändler zu betätigen) Unleistbares verlangt werde. “Menschen, die mit Müh und Not ihren Erwerb durch den Onlinehandel sichern” würden nun zu unleistbarem wie Kundenorientierung oder schlicht gesetzeskonformem Handel geradezu “gezwungen”.
Wenn ich sowas lese, bin ich nachgerade doppelt froh darum, daß sich nun hoffentlich noch mehr Spreu vom Auktionsweizen trennt. Und denke im Stillen an Onkel Josef und seinen Leitspruch: Kunst kommt von “können”, nicht von “wollen”, sonst hieße sie nicht “Kunst” sondern “Wunst”. Ich setze in diesem Sinne mal auf mehr Kunstauktionen!