Ich hab’ den Laden einfach hingeschmissen! – was sonst wird Kurt Beck wohl seinen Genossen in Mainz, Frau und Kind, Hund und Katze über den Ablauf seiner (un)freiwilligen Demission erzählt haben? Ein Schelm, der dabei nicht sofort an eine Kennern wohlgeläufige Filmszene denken muß.
Und tatsächlich – geheime Wortprotokolle aus dem Landgasthaus nahe dem Schwülowsee (oder wie der gleich hieß) belegen es: Alles schon mal gehört…
Ein Genosse: Lieber Genosse Beck! Bitte nehmen Sie doch Platz! Wein?
Beck: Oh, danke sehr!
Ein Genosse: Sie haben für unsere Partei neue Bündnisse ausgesucht… Linksbündnisse…
Beck: Ja! Mit einer Stimmeinsparung von über 50 Prozent.
Ein Genosse: Auch wohl ein bißchen im Voraus?
Beck: Ja, für ca. 40 Jahre bei einem durchschnittlichen…
Ein Genosse: Und, äh, gesundheitlich ist alles in Ordnung?
Beck: Oh ja, vielen Dank!
Ein Genosse: Sie haben erst spät geheiratet und haben ein kleines Kind…
Beck: Naja, klein…
Ein Genosse: …kann es schon sitzen und sprechen?
Beck: …mein Sohn ist 39. Er sitzt und spricht.
Ein Genosse: Was sagt er denn so?
Beck: Wie, was er sagt?
Ein Genosse: Na wie… wie nennt er Sie denn?
Beck: “Vatti”.
Ein Genosse: Reizend. Ganz reizend. Sie sollten mehr Zeit haben für den Jungen.
Beck: Jaja.
Ein Genosse: Herr ähm äh Beck wir halten es für unsere Pflicht, auf das Privatleben unserer Vorsitzenden Rücksicht zu nehmen.
Beck: Das ist mir neu.
Ein Genosse: Mein lieber Herr Beck, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ist Ihnen Dank schuldig. Wir meinen, es ist Zeit, daß wir uns gemeinsam Gedanken darüber machen, wie Sie in den Genuß der wohlverdienten… der Früchte Ihres wohlverdienten Ruhestandes kommen.
Beck: Wollen Sie damit andeuten…
Ein Genosse: Wir haben uns verstanden.
Beck: Bitte behalten Sie Platz liebe Genossen! Seit 36 Jahren arbeite ich für diese Partei. Wir haben aus einem kleinen, miesen Saftladen einen großen, einen… das, was wir heute sind. Und nicht Sie haben darüber…
Ein Genosse: Ich wünsche nicht, daß Sie in dieser Weise…
Beck: …ich darf diesen Satz noch sagen.
Ein Genosse: Bittesehr.
Beck: Moment!
Ein Genosse: Wir hören.
Beck: Genau, das wollte ich sagen: Ich entscheide,
wann mir Ihre Wahlergebnisse zum Hals raus hängen. Und zwar jetzt!
Und was lernen wir daraus? Genau. Männer sind… und Genossen übrigens auch.