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18. September 2008

Ick koof bei Lehmann

So spricht der Berliner, jedenfalls, wenn es um sein Bier geht. Denn die Fa. Getränke Lehmann zählt seit Jahrzehnten zu den konstanten Größen des mit Erfrischungen flüssiger Art handelnden Berliner Mittelstandes. A propos Mittelstand: Der ist ja bekanntlich und, vor allem den rituellen Beschwörungen von Wahlkämpfern aller Couleur zufolge, abwechseln Rückgrat, Seele und bisweilen heiliger Geist der hiesigen Marktordnung. Ihn zu hegen und zu düngen, das ist übrigens die Aufgabe, oder (um dem eingänglichen Duktus die Treue zu halten) das Bier der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Zumindest, seit es nicht mehr allzuviel wiederaufzubauen gibt.

Vielleicht war genau das: die Rückkehr zur wortgetreuen Eigennamensinterpretation ja auch der Anlaß, der Firma Lehmann ein (oder auch zwei) paar kleinere Zuwendungen per Dauerauftrag anzuweisen. Die Firma Lehmann hatte den Wiederaufbau nämlich bitter nötig. Ist sie doch geradezu ein Musterbeispiel für die weltweit angebetete (weil dem alten Menschheitstraum vom schnellen Reichtum ohne krummgemachten Finger so angenehm entlehnte) und dennoch längst entzauberte Seifenblasenträumerei der US-amerikanischen Art.

Wie dem auch sei: Ick koof weiter bei Lehmann (wenn ich mal wieder in der Nähe bin). Und zwar jetzt erst recht! Denn natürlich warten Unternehmen wie diese renommierte Berliner Einrichtung weiterhin auf mittelstandsfördernde Zuweisungen des für eigentlich sie zuständigen Instituts. Letzteres hatte sich nämlich dummerweise in der Adresse vertan und das Geld etwas zu weit westlich in Richtung Abgrund geschickt, sozusagen den Wiederaufbau auf transatlantischem Sand betrieben. Naja, kann ja mal Vorkommen. Über was reden wir denn auch. Die zehn Euro pro Nase, so bundesdurchschnittlich, lassen eckkneipenfordernde Profis in weniger als zwei Bildschirmpausen in heißer Luft aufgehen – und die aktuelle KfW-Variante ist, bezogen auf die statistische Lunge, doch sogar deutlich weniger gesundheitsgefährdend.

Nur über das mit dem Bier müssen wir mit den staatlichen Weltwiederaufbauhelfern nochmal reden: Bitte raucht doch auch Ihr wieder in der Bildschirmpause, und laßt dafür das mit dem Zehn-Euro-Kasten Pausenpils bleiben. Danke. Auch im Namen der Firma Lehmann und ihrer künftigen Nachahmer.


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