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28. September 2008

Unerwünscht und unfrei

Meine Freundin Mechtgret ist, wie der versierte Blockleser längst weiß, Werbeverweigererin. Das obligatorische Kainsmal in Form eines Schildes am Brief(!)kasten hilft ihr indes noch nicht mal auf dem Rechtsweg gegen all jenen Unrat, der ihr namentlich zugesteckt wird – gleich, ob sie den jemals bestellt hat oder nicht. Das ist so, weil das deutsche Rechtssystem eben auch den Schwächsten in unserer Gesellschaft ein warmes Plätzchen bietet, und dazu darf man getrost auch jene zählen, die immer noch meinen, daß viel viel hilft und sich doch jeder über einen Brief freut, bisweilen so sehr, daß er dann auch den darin beworbenen Ramsch zielstrebig kaufen geht.

Dieser Logik folgend muß Mechtgret, Verweigerung hin oder her, von geradezu unermeßlicher Freude erfüllt gewesen sein, als sie neulich schon wieder einen der sich in letzter Zeit exponentiell häufenden gelben Werbebriefe an ihre “Poststelle” bekam. Anders kann ich mir die von ihr für den nächsten Brief dieser Art in Aussicht gestellte Belohnung nicht erklären, die sie in Form eines gut klebenden Etikettes genau über das eigentlich an sie adressierende Umschlagfenster geklebt hat, bevor der Brief abermals in einem, diesmal öffentlichen Briefkasten landete:

Abs.: Eine, die Ihren Werbemist nie bestellt hat, nie wieder haben will und nächstes Mal noch einen Sack Zement beilegt. Ebenfalls unfrei! Unerwünscht und unfrei an: Deutsche Pest KG Abt. Sie nerven Frl. Hörnse-Endlich Aufdamit Postfach und Ort unkenntlich gemacht


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