tut es richtig weh. Oder so ähnlich. Jedenfalls war das bei einer gewissen, inzwischen älteren, Dame Namens Schreinemakers aus Krefeld so. Diese Dame, bekannt für die insbesondere im Prekariat beliebte Nahwasserbauweise und seinerzeit mit einer dementsprechenden Sendung im Unterschichtenfernsehen erfolgreich tätig, fand es gar nicht gut, den Erlös ihrer hochbezahlten Tränen mit der Staatskasse teilen zu müssen. Ihre diesbezüglichen Maßnahmen waren seinerzeit dementsprechend allgemein bekannt.
Bei einer anderen, sowohl dem Geburtsdatum als auch Selbstverständnis und Habitus nach zweifelsfrei alten Dame, ist das anders. Diese Dame namens SPD denkt gar nicht daran, sich einem befreienden (und nicht selten kathartischen) Weinkrampf hinzugeben. Sie trotzt der Realität, ist mehr kleines Mädchen als weise Greisin, und fordert, wie man es vom Quengelbereich an der Supermarktkette kennt, Tribut. Freilich nennt sie das anders: Nach Mobilisierung ruft sie, und ist sich nicht zu schade, diese strafzubewehren mit einer Wahlboykottgebühr. Auf die Idee, daß es womöglich gar nicht der böse Nichtwähler ist, der ihr inzwischen kaum mehr zu verbergendes Siechtum herbeigeführt hat, sondern ihr eigenes Unvermögen, sich verändernden Realitäten adäquat und (wie in rotgrauer Vorzeit) mit Wagemut zu begegnen, kommt sie nicht.
Einem derart lahmenden Gaul hätte jeder Humanist und Tierfreund längst den Gnadenschuß gewährt. Zu schade, daß das Programm der SPD nicht im Prekariatsfernsehen läuft: Dort hätte man es, wir erinnern uns an den Fall der erstgenannten Dame, einfach zentral abschalten können. Das geht mit dem Europaparlament oder dem Bundestag nicht ohne weiteres. Ich werde mich hüten, das schade zu finden. Wie die SPD darüber denkt, da bin ich mir in den letzten Jahren freilich nicht so sicher.