DavidBLN.de

4. August 2009

1, 2, 3… bye bye!

Mein erster Einkauf bei Ebay war ein wirklich tolles Erlebnis. Raritäten, die man sonst nicht mal auf dem Trödelmarkt fand, zu Preisen, die man aus der (Achtung: Hinweis auf das später folgende Kernthema!) Portokasse zahlte von Leuten, die in erster Linie ihren Dachboden zu räumen hatten.

Dann kam die Zeit der Möchtegernhändler und Lieschen-Müller-AGs, für die Handel vor allem aus Einnahme und, sagen wir mal, leicht absurden “Geschäftsbedingungen” bestand. Es folgten die Ära des listigen Gelegenheitsverkäufers, der mangels Lust auf hohe Verkaufsgebühren einfach einen Großteil über die “Versandkosten” reinholte und danach eine Phase, in der ebendies seitens Ebay dadurch unterbunden wurde, daß es je nach Artikel und Versandart einen Höchstbetrag für Porto und Packung gab.

Das alles wurde immer wieder begleitet von der gutmeinenden Verschlimmbesserung des gesamten Portals von einst interoperablen und weitgehend barrierearmen HTML-Seiten hin zu hoffnungslos “zurechtoptimierten” und mit Featuritis verkrebstem HTML-Kot.

So weit, so schlecht. Immer wieder habe ich mich arrangiert. Der Versuch, konstruktive Kritik loszuwerden, war natürlich stets zum Scheitern verurteilt; genau wie der, zu Ebay überhaupt Kontakt aufzunehmen (sofern man unter Kontakt nicht gerade “wirkbegrenzte Anrufzentrumsagenten für 2 Euro die Minute” versteht). Aber: Selbst damit kam man irgendwie klar.

Doch was dann kam, ließ selbst ebayerprobte Masochisten wie mich dreimal ungläubig hinsehen: Wohl als späte Rache an den oben genannten Versandkosten-Provisions-Schummlern wurde zum 15. Juni 2009 der Spieß einfach umgedreht: Seither sind die Frachtspesen nämlich Sache des Verkäufers. Das mag mancher Käufer prima finden, mancher auch nicht. Wie dem auch sei, und das nenne ich mal Chuzpe!, soll ich Provision künftig (indirekt) sogar auf Brief- und Paketmarken zahlen und bei Pfennigartikeln noch drauflegen. Alles klar.

Und was nun? Während ich nach Schnäppchen ohnehin schon längst vor allem bei Amazon (die übrigens auf simple Emails binnen zehn Minuten individuell und auch bei Problemen stets kulant antworten) schaue, schon allein, weil man da selbst bei Problemen mit Privatverkäufern nicht im Stich gelassen wird, werde ich mich künftig auch für Verkäufe mal näher mit deren Marktplatz beschäftigen. Und notfalls einfach wieder öfter auf den Trödelmarkt gehen.

Notabene: Nicht, daß mich Ebay nicht schon lange genervt hätte, aber SOWAS lasse ich mir garantiert nicht länger bieten.


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