DavidBLN.de

8. August 2009

Wer nicht wirbt, stirbt.

Aber wer unverlangt und unerwünscht wirbt, ist wohl längst hirntot. Ob Notschlachten eine Option oder, wegen Selbstaufgabe, überflüssig ist? Der Reihe nach:

Als bekennender Werbeverweigerer leite ich unverlangte Werbeeinwurfsendungen mittlerweile eigentlich direkt an meinen Anwalt weiter. Heute aber mache ich mal eine Ausnahme, denn was ich da im Briefkasten hatte, hat mich so herzlich lachen lassen, daß ich erst viel zu spät gemerkt habe, daß es das verzweifelte Lachen eines hoffnungslos Desillusionierten war – wieder einmal.

Wahlwerbung der SPD. PDF, zwoeinhalb MB

Es ging schon damit los, daß ich – ich schwöre, so war es! – als erstes rechts unten den roten Verräterwürfel sah. Als ich sofort anschließend nach oben schaute, las ich dort

Kriegstagswahl.

Was einem die Psyche manchmal so für Streiche spielt, aber dank Freud weiß ich, daß das menschlich ist.

Harald Holler will also für Neuß in den Kreistag. Zugegeben: Als Stadtstaatler im Exil weiß ich nicht mal, was ein Kreistag ist (und wenn ich ganz ehrlich wäre, stünde hier jetzt irgendwas mit am Arsch vorbei oder so) und für ebendiesen wählen werde ich nur aus Prinzip und nach dem Motto wer “das Volk” nicht leiden kann, muß “Volksparteien” abwählen. Wirklich unterhaltsam finde ich aber die Begründung, warum ich ausgerechnet diesen Mann (61) um seine eigentlich verdiente Frührente bringen soll:

Wer will, dass es uns besser geht, muss sich einsetzen…

Markant markant, Herr Elefant! Das klingt nach einem Wahlprogramm mit Hand und Fuß.

…deshalb kandidiere ich

…ist klar. Aber ab jetzt wuchern die Pfunde, Harry läßt es krachen:

Als Mitglied des … Nahverkehrs- und Straßenbauausschusses und des Polizeibeirats liegen mir insbesondere Verkehrs- und Ordnungspolitik am Herzen. Mobilität ist ein Grundrecht [...].

Jou! Endlich mal jemand, der sich nicht um Firlefanz, sondern um unsere Grundrechte kümmert: Nicht umsonst steht in diesem Grundgesetzdingens ja auch

Art. 1.0

Freie Fahrt für freie Bürger!

Und, als ordentliches Polizeibeiratsmitglied wird Harry sich sicher auch um dieses Grundrecht kümmern:

Art. 2.0

Ordnung muß sein, wo kämen wir sonst hin!

Also, Hut ab, Harry: Damit erreicht man die Herzen im brauschönen Neuss (hatte ich oben falsch gemacht, das schreibt man zufällig seit 1968 mit “ss”)! Und deshalb verstehe ich gar nicht, warum Du (das, also: “Du”, sagt man doch noch, unter Genossen, oder ist das altschulig?) Deinen Stimmenfang ausgerechnet Huckepack bei “dem Rainer”

Wahlwerbung der SPD. PDF, zwoeinhalb MB

Thiel machen mußt. Der ist zwar immerhin

Starkstromelektriker,

lebt aber

in Grevenbroich,

womit man ihm leider eine gefährliche Nähe zur politischen Konkurrenz unterstellen muß, bis er seine diesbezügliche Unschuld bewiesen hat. Zu allem Unglück läßt er sich auch noch (wie irgendwie momentan jeder

VerrGenosse) von dem hier:

Auch Martin Schulz wurde von dem Frank für Europa gut ver, äh: beraten

featurenbeschützenunterstützen. Also, Obacht, der Mann hat es schon mal in sich. Den endgültigen Beweis dafür liefert er übrigens eine Seite Weiter:


Der Rainer wird nach eigenen Angaben unterstützt von Bündnis 90/Die Grünen

Was auch immer diese – ob nun behauptete oder tatsächliche – rotgrüne Liebkosung dem (in meinem Fall: unfreiwilligen) Empfänger auch sagen will, eins ist mal klar: Das sind die, die sich damit:

Politisch korrekt werben die Grünen in Kaarst damit, daß Ne...dunkelhäutige Menschen mit Migrationshintergrund insbesondere als Sexobjekt taugen.

gerade erst so richtig selbst ins Knie geschossen haben.

Also, Harry und Rainer: Ist doch “okeh” für Euch, daß ich Euren unverlangten Wahlwerbezettel mal ein bißchen angereichert in dieses “Internetz” “gestellt” habe, ja? Ich weiß ja, daß Eure Partei da noch so ein bißchen Anlaufschwierigkeiten hat, auch wenn der Franz da schon etwas weiter ist. Aber nachdem Ihr frech genug wart, meinen Briefkasten als Papierkorb zu mißbrauchen, habt Ihr mich auch zum abwählen am 30. August endgültig motiviert.

Danke!


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