DavidBLN.de

12. August 2009

Abgrün(d)e aufs Papier

Der Durchschnittspolitiker von heute ist in der Regel dumm, frech oder gleich beides. Geschenkt! Daß er nicht mal mehr bis nach dem feierlichen Zettelfalttag wartet, um damit rauszurücken, daß ihm der Wille seines StimmWahlAnkreuzviehs (in meinem Fall beispielsweise: Von Werbebelästigungsmethoden nach Altväter Sitte unbedingt verschont zu werden) ungefähr eine Umgehungsstraße breit am verlängerten unteren Rücken vorbeigeht (sodaß er mir meinen Briefkasten erst recht beherzt vollmüllt) ist neu, aber zugegeben wenig überraschend und obendrein von immerhin frappierender Ehrlichkeit.

Flitzkackpapier frei Haus. Sie brauchen nicht einmal zu bestellen! Von reichlich Biogas im Alzheimerbrutkasten zwischen den Ohren zeugt es freilich, wenn eine Partei, die, nachdem sie ihre einst bürgerrechtsorientierten Wurzeln nachhaltig und, sogar noch in der Opposition, oft genug zu Grabe getragen hat, um sich getrost Vorsatz unterstellen lassen zu dürfen; eine Partei, die obendrein nachts heimlich mit später halbherzig “zurückgenommenen”, peinlichen Testballons in Springermedien bar jeder zeitgemäßen Sozial- und Medienkompetenz zum Fischen in konservativen Angstgewässern schleicht, wenn diese dann auch noch einen ganzen Ortsteil nicht nur mit einseitig auf Papier gedruckten Buchstabenwüsten (dekoriert von zwei KandidatInnInnInnInnen nebst QuotenmannIn) und in Ignoranz jedes Werbeverbotsschildes zumüllen, sondern auch noch noch so viele Exemplare in jeden einzelnen Briefkästen werfen, daß man ihnen nicht mal mehr die ihnen eigentlich bisher als ursprünglichste zugestandene Kompetenz abkauft: Den “Umwelt”-Gedanken.

Immerhin, die Wahlempfehlung für die Verräterpartei, die klingt aus diesem Blickwinkel deutlich folgerichtiger.


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