Liebe Hoteliers!
Es gibt viele praktische Dinge, speziell für Euer Gewerbe, über die sich jemand wie ich, der gerne reist (”wir reisen gerne!”), wirklich freut. Dazu gehören kostenlos nutzbare Internetanschlüsse im Zimmer (oder auch außerhalb davon), Miniteeküchen im Schreibtischformat oder auch einfach nur kostenlose Parkplätze am oder im Gebäude.
Es gibt auch unschöne Dinge. Zum Beispiel Frühstücksbuffets, die am Wochenende bis elf Uhr veranstaltet werden, jedoch bereits zur Halbzeit aussehen, als wäre der Bus mit den ausgehungerten Hunnen gerade eben abgereist und die Küche darauf nicht vorbereitet gewesen, und die (deshalb oder obendrein) bereits um kurz nach zehn offensichtlich und demonstrativ abgebaut werden und so weniger das gute Gefühl eines appetitlichen (und späten!) Tagesbeginns, als eher den implizierten Vorwurf des sich auch am Sonnabend nicht gehörenden Zulangeschlafens zeitigen.
Ebenso unschön, wenn die Putzfrau nicht merkt, daß der letzte Gast die Bierflaschen in der Minibar mit Wasser (oder Pipi) aufgefüllt und wieder feinsäuberlich verschlossen zurückgestellt hat, und noch unschöner, wenn dem Folgegast das dann nachträglich und ohne Mitteilung, geschweige denn: Einwilligung von der Kreditkarte abgezogen wird (so praktiziert man es gerne in Hotels, die behaupten, am Kurfürstendamm zu sein, obwohl sie in ihrer schäbigen und verfallenen Pracht in einer Seitenstraße desselben liegen und die es nicht auf die Reihe kriegen, ein Zimmer buchungsgemäß zwei Tage als Einzel und zwei als Doppel abzurechnen): Das, was man an der Sauberkeit und Service spart, kassiert man einfach und ungefragt nachträglich. Hurra. (Bin ja mal gespannt, wie lange dieses Geschäftsmodell jene Ruine eines Hotels noch tragen wird.)
Nicht übermäßig tragisch, aber für Hotels in centraler Lage in schönen fränkischen Städtchen doch zumindest peinlich ist es, wenn man nicht mal in der Lage ist, Warm- und Kaltwasser in der international üblichen links-rechts-Weise seitenrichtig anzuschließen. Nebenbei schrumpeln einem da auch gleich die Eier beim Duschen, wenn man sie sich nicht verbrüht. Auf jeden Fall eine lustige Idee, verglichen mit einem Frühstücksraum, in dem es nicht ein einziges Stück frischen Obstes (so Zeug was an Bäumen wächst) gibt, der aber dafür so überfüllt ist, daß einem wildfremde Leute mit dreckigen Fingernägeln und Sabberproblem an den Tisch gesetzt werden, um nur ja nicht auch noch einen Nebenraum öffnen zu müssen – denn öffnen kann man ja schließlich nicht alles gleichzeitig: Die Dosen mit den “Fruchtcocktails” und Räume. Immerhin schonen Hotels wie das letztbeschriebene jedoch die Kreditkartenabrechnung, weil sie nur EC oder Bares nehmen “können” – was allerdings zumindest in Bamberg, das bekanntlich mitten im Land der Tüftler und Erfinder (nicht vollkommen unbegründete Selbstwahrnehmung des Frankenlandes) liegt, konsequente Fortsetzung einer allgemeinen kommunalen Richtlinie sein muß, nach der man in Parkhäusern für ein Wochenende zwar gut und gerne 30 Euro hinlegen darf, das aber bitteschön ausschließlich in klingender Münze. Juchhe.
Was aber den Vogel wirklich abschießt und mich, liebes Gastgewerbe, letztlich mal zu diesem Erguß hier genötigt hat, ist die entsetzliche und eigentlich schon lange vor Birnes Zeiten zurecht ausgestorbene Unsitte, Mülleimer auf den Tisch zu stellen. Wird die (die Unsitte) jetzt, da Birnes Mädchen den Thron zurückerobert hat, wieder mit eingeführt? Als Symbol der sich restituierenden christlich-neoliberalen Spießigkeit? TISCHMÜLLEIMER? Der nächste Tischmülleimer, den mir einer von euch zwischen Kaffe und Rührei zu stellen sich erdreistet, auf den werde ich mich setzen und einen dicken Haufen reinscheißen, liebe Leute. Denn wenn schon eklig, dann bitte richtig! Mahlzeit!