DavidBLN.de

26. Oktober 2009

Ergebnis: Orientierungslos!

Erfolgreiches Marketing betreiben heißt ja bekanntlich, wenig bis keinen Inhalt so glanzvoll zu verpacken, daß der adressierte Käufer von diesem Glanz genug geblendet wird, um nicht zu sehen, daß auf dem Geldschein, den er dafür hinlegt, mindestens eine Null zu viel steht.

Mit gutem Beispiel voran geht ein inzwischen deutschlandweit operierender BuchMedienhändlerReinigungsUniversaldienstleitungsunternehmerkonzern. Dessen neuer Knüller ist ein Produkt, das unter dem Namen

ergebnisorientierte Reinigung

angepriesen wird. Anders als die ordinäre Putzfrau, die stupide täglich den Teppich saugt (oder zumindest “heute saugen?” fragt), schickt jener Dienstleistungskonzern mit deutlich erweiterter Kompetenz ausgestattete Kräfte:

Anstelle starrer Leistungsverzeichnisse tritt der erkennbare Reinigungsbedarf. Die eingesetzten Reinigungskräfte … arbeiten nach dem Prinzip des „geschulten Blicks“. Dabei [entscheidet] der Mitarbeiter … vor Ort, was wann gereinigt werden muss.

Klingt doch toll, oder? Und ich Esel dachte immer, daß Dinge wie tägliches Staubsaugen sich bereits an einem Ergebnis orientieren (in diesem Beispiel an einer halbwegs staub- und feinschmutzfreien Auslegeware), aber da sieht man mal: Man lernt nie aus.

Und da ich sogar sehr lernfähig bin, habe ich mir überlegt, daß ich in Zukunft auch ergebnisorientiert einkaufen gehe. Ich schaue (natürlich mit zuvor entsprechend geschultem Blick!) vor dem Gang zur Kasse eben rasch in dieselbe (Vorwand: “haben Sie wohl Kleingeld für den Einkaufswagen?”), und zahle nur noch für das hernach Mitgenommene, wenn ich dabei feststelle: “Ist noch nicht voll genug”. Saubere Sache!


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