Grundsätzlich bin ich als bekennende faule Sau ja für fast jede Arbeitserleichterung dankbar. Jedenfalls bei so wunderbaren Dingen wie Kloputzenlassen, Müllschlucker, lästige Anrufer automatisch abwimmeln. Strikt gegen Convenience bin ich, wenn es um die Sinnenfreuden geht. Ich ziehe die selbst einreduzierte Weinsoße zur hausgemachten Pasta dem fertig gelieferten Teigfladen mit Analogkäse und Formschinkenersatz vor, obwohl der Unterschied in etwa bei zwei bis vier Stunden meiner durchaus kostbaren Zeit liegt.
In welche Kategorie Geschenke, noch dazu: Weihnachts-, gehören, kann ich so ad hoc gar nicht entscheiden. Schon erst recht nicht, wozu deren vergängliche Kurzzeitschmuckverpachung zu zählen ist. Und beim ersten und zweiten Drübernachdenken fand ich Dinge wie diese hier:
sogar unsagbar praktisch. Das “Einpacken” macht exakt so viel Mühe wie das Entsorgen von Unrat im oben genannten Müllschlucker (sogar eher noch weniger!), das Auspacken produziert weniger Abfall (was abermals den Gang zum nicht vorhandenen Müllschlucker länger hinauszögern hilft), und die unbeschadete “Verpackung” kann man hinterher prima als zusätzliches Reisegepäck nutzen (in anderen Ländern[tm] wäre das quasi die Gucci-Variante!).
Soweit die pragmatische Theorie. Die irrationale Gefühlslage hingegen ist überraschend anders. Erstens: Ich finde Geschenke, die weniger mich denn den Termin der Geburt des späteren Kreuzritters zum Anlaß haben, schon per se zum Kotzen. Aber wer sich zweitens noch nicht mal die Mühe des adretten Einwickelns nebst säuberlichem Schleifchen macht (oder einen Aufpreis kosten läßt, da will ich mal nicht so sein), der mag seinen Edel-Türkenkoffer samt Inhalt bitteschön direkt der Welthungerhilfe zukommen lassen. Oder damit selbst nach Afrika reisen (wo sie bekanntlich hungern). Fohes Rest!
