an dem sich einmal im Jahr allen Statistikfetischisten eine einzigartige Gelegenheit bietet: Visual social scoring, zu deutsch: Auf einen Blick sehen, wo im Lande die meisten Asis hausen.
Das geht im Zeitalter des Satellitenfotos für jedermann natürlich denkbar einfach. Man besorge sich für ein beliebiges Auswertungsgebiet vier Aufnahmen: Eine von 18 Uhr, eine von 21 Uhr, eine von Mitternacht und eine von drei Uhr früh. Die lege man additiv übereinander (ein mit entsprechenden Funktionen gesegnetes Bildbearbeitungsprogramm hilft) und achte nur noch auf die unterschiedlichen Helligkeiten – je mehr, desto weniger (Helligkeit, Keks im Durchschnittskopf).
Etwas aufwendiger, dafür aber noch deutlich aussagekräftiger, ist die akustische Ergebnisbereinigung, bei der es entweder eines gleichmäßig verteilten Konstantgeräuschaufzeichnungsnetzes mit anschließender automatischer Pegelmittlung oder aber zeitgleicher Vor-Ort-Begehungen unmittelbar nach Anbruch des neuen JahresTages bedarf (indirekte Methode, bei der von der Funddichte angesengter und/oder schwarz angekohlter Papierfetzenreste mittels einer einfach-proportionalen Formel relativ zuverlässig auf die vorangegangene Akustikdichte geschlossen werden kann). Hier gilt: Am meisten aussagefähig ist der Quotient aus dem Verhältnis akustisches Ergebnis / visuelles Ergebnis.
Derlei Studien über die Intensität des “einmal auch eine realistische Killerspielsimulation erleben”- oder “Feuerteufel sein ohne bestraft zu werden”-Gefühls (steckt nicht in jedem irgendwie ein Brandstifter?) muten natürlich zunächst einmal banal an. Und bergen dennoch, genau betrachtet, eine ungeahnte Fülle an qualitativen Antworten über das beobachtete Gebiet zu Fragen
- der Wirtschaft im Allgemeinen: “Wie hoch ist die Restkaufkraft nach Abzug der sinnfreien Kokelfreuden?”
- des lokalen Supermarktes im Besonderen: “Worauf liegt der Schwerpunkt in der Getränkeabteilung?”
- des Versicherungswesens: “Wie stehen unsere Abschlußchancen im Kaskobereich?”
- der kommunalen Abfallentsorgung: “Wie hoch sollten wir die Gebühren hier realistisch ansetzen?”
- der infrastrukturellen Planung im Gesundheitswesen: “Wie viele Schwerpunktpraxen für Combustio-, Myrinx- und Amputationspatienten benötigen wir?”
- natürlich auch der Bildungspolitik: “Sollten wir, wenn überhaupt, 14-Jahres-Gymnasien einführen oder das Geld lieber gleich in Umschulungskurse zu Straßenfegern (vgl. Punkt 4) stecken?”
- insbesondere aber des gemeinen Wohnungssuchenden: “Mit wieviel Merkbefreiung insbesondere hinsichtlich des Immissionsschutzgesetzes habe ich in diesem Umfeld zu rechnen?”
Um dem örtlichen Trend zum snobistischen Dunkel auf der oben genannten erweiterten Intensitätskarte aus querulantem Prinzip entgegenzuwirken, werde ich es heute natürlich auch knallen lassen. Mit dem Bügelverschluß eines gepflegten Schlüssel-Alt. Punkt 19:30. Einmal aus prinzipiellem Nonkonformismus, einmal aus Solidarität mit Indien.