Klar: Ob die Frage nun “sammeln Sie Treuepunkte?”, “sammeln Sie Herzen?” oder (wie früher[tm]) “hier, Ihre Rabattmarken!” heißt – der dümmliche Versuch, noch dümmlichere Kunden durch “kaufst Du viel, kriegst du was geschenkt” zu ködern, ist so alt wie der Handel selbst. Dümmlich, weil ich eigentlich von vornherein optimale Leistung zum optimalen (wohlgemerkt: nicht unbedingt kleinsten) Preis erwarte und, wenn die Erwartung erfüllt wird, auch ohne Rabattmarken, Herzen oder sonstigen Unfug gerne wiederkomme.
Eine ganz neue QualitätStufe der Peinlichkeit hat dieses Thema zweifelsohne schon seit Jahren (denn so lange studiere ich dieses Thema so unfreiwillig wie empirisch) durch das Kombinieren von Werbemüllempfängerdatensammel- und klassischem “kaufst Du viel, kriegst Du irgendwann was wieder”-Programm erreicht und hier vor allem durch die steten Bemühungen (”stets bemüht”) der Firma Payback.
Mit an Debilität grenzender Penetranz heißen die angeschlossenen Ladenbetreiber ihr – bedauernswertes, ich weiß wovon ich schreibe – Kassenpersonal, schmeißfliegenhaft jeden Kunden durch die mit der selbsterfundenen Notwendigkeit, die Karte Zwecks Punktsammlung immer vor dem ersten Artikel scannen zu müssen, begründete und verständlicherweise spätestens nach zwei Stunden Kassendienst zunehmend lustlos bis vorwurfsvoll vorgetragene Frage/Aussage “(…) Payback-Karte (…)(?)” daran zu erinnern, daß es heute ja wohl kaum etwas selbstverständlicheres geben kann als eben genau so eine dümmliche Gläserner-Kunden-Karte zu besitzen und willfährig jeden Kondomkauf protokollieren und auswerten zu lassen.
Analog zum Personal ist natürlich auch der beharrliche Kundenkartenbesitzverweigerer mit jedem dieser Vorträge entnervter. Insbesondere, wenn die Kassendialoge ins absurde abgleiten, wie:
- Guten Tag!
- Payback-Karte?
- . o O (leck mich)
- Ist das Ihre Payback-Karte?
- Nö.
- Wie?
- NEIN!
- Sondern?
- Das ist meine Kreditkarte, damit will ich bezahlen.
- Haben Sie eine Payback-Karte?
- NEIN!!!!1!
- Wollen Sie eine Payback-Karte?
- (Ichbringdichgleichumdublondeschlampe)
- Sechsfuffzich!
- Mit Karte?
- GLEICH GAR NICH MEHR!
Denn das ist dann der Moment, wo einerseits die hübsche Blonde hinter der Kasse mich, den zwar weniger hübschen aber dafür umso genervteren (aber immerhin ebenfalls blonden) Querulanten zu hassen beginnt. Und ich wiederum längst ihren Arbeitgeber und sein Payback-Gesindel dafür hasse, sie dazu zu bringen, mich dazu zu bringen, mich so zu verhalten, daß sie, weil sie meinen Haß auf ihren Arbeitgeber und sein Payback-Gesindel auf sich bezieht, mich ebenfalls zu hassen beginnt.
Also, liebe Kassenpersonalbesitzer: Nun steckt Euch Eure dämlichen Rabattkärtchen doch bitte unverzüglichstens bareback in den Pöter und setzt lieber eine zusätzliche hübsche Blondine an die nie besetzte Kasse ganz hinten. Einmal fürs Auge, einmal damit es schneller geht und einmal damit endlich wieder Frieden und Liebe im täglichen Einkauf einziehen.