Die nicht mehr ganz so Jüngeren [tm] unter uns wissen, wie ein veritabler Boxermoter klingt, der mindestens so alt ist wie man selbst. Für den einen ist es Musik, für den anderen nervtötend und für einige, vielleicht gar die meisten, vor allem eine Frage von Ort und Zeit.
Daß der richtige Ort nicht unbedingt der von Wohnhäusern umgebene Innenhof und die richtige Zeit nicht unbedingt die sonnabendliche Mittagsstunde ist, um mal in aller RuheAusführlichkeit dem prähistorischen Aggregat beim rumpeln zu lauschen, während man die Popel des Vorbesitzers aus dem Beifahrerflorkati popelt, sollte sich eigentlich[tm] von selbst verstehen.
Eigentlich, wie der folgende, in die Rubrik “Dialoge, die man nicht mal als Betreiber eines Lästerblocks für möglich halten würde” fallende Wortwechsel belegt:
- “Guten Tag!”
- *Zusammenzuck und aufspring* jetzt ich habe mich erschreckt! Ja bitte?
- Ich möchte Sie bitten, den Motor auszuschalten. Dies ist ein Wohngebiet und der Lärm belästigt mindestens vier Dutzend Anwohnerparteien.
- Ja kannich machen aber fahren doch hier auf Straße auch Autos.
- Ja, genau. Auf der Straße fahren Autos. Und dies hier ist keine Autowerkstatt, sondern ein Wohngebiet.
- Ja aber eigentlich es stört nicht.
- Doch, es stört: Mich.
- Ja kannich machen aus, aber…
…aber genau: Nach weiterem guten Zureden (”ich könnte ja noch einen Sachverständigen in Uniform hinzuziehen”) war auch diese Lektion in “ich merke was, was du nicht merkst” erfolgreich absolviert. Den Mittagsschlaf indes hat es nicht gerettet.