vor seiner Eminenz, Bundespräsident a.D. H. Köhler.
Für den Umstand, daß er just heute den einzigen in seiner Amtszeit wegweisenden und für die Geschichtsschreibung bedeutsamen Schritt tat: Den zurück.
Ergänzung: Abgesehen davon, daß sich Köhler mit dem Geschmolle im Rahmen seiner Demission spätestens im Moment derselben völlig disqualifiziert hat, hat er tatsächlich mindestens zwei weitere wichtige Dinge getan:
- Er hat Dr. Frau Merkel und Pickelguido unter Zugzwang gesetzt, denn die sollten sich schleunigst ein Beispiel an ihm nehmen.
- Vor allem aber hat er, da bin ich sicher, reichlich viele Leute erst mal dazu gebracht, sich mit dem Thema “Ressourcenkriege” und dem Stand der Dinge mal näher zu befassen.
Zu Letzterem gibt es einen, immerhin: Bereits vier Jahre alten, sehr lesenswerten zusammenfassenden Beitrag bei TP, der deutlich macht, daß der tapsige Sparkassenhorst eigentlich, ja man darf gar annehmen: naiv, nachgeplappert hat, was seit bald zwanzig Jahren hinter den mehr oder weniger offenen Türen von “Wehrforen”, “Strategietagungen” und dergleichen, immer unverhohlener und mit stetem Tropfen in den ethischen Stein des westeuropäischen Abendlandes gehöhlt wird: Die Rehabilitierung des Kolonialgedankens.
Zur Lektüre dringend empfohlen, faßt der Artikel die geflissentlich ignorierte zivil(isiert)e Variante einer neuen Weltordnung treffend zusammen:
Die weltweit als Entwicklungshilfe deklarierten Ausgaben machen bedeutend weniger als ein Zehntel des globalen Rüstungshaushaltes aus. [...] Obwohl die Liste der unterlassenen zivilen Hilfeleistungen Tag für Tag länger wird, sollen wir ausgerechnet bei militärischen Aktivitäten glauben, wir hätten es mit moralisch inspirierten Akteuren zu tun.
Je weiter man die Lektüre des Beitrags fortsetzt, umso mehr muß man sich fragen, in wessen Terminkalender eigentlich sinngemäß gestanden haben muß “Revision des zweiten WK anstoßen und Interessen wieder auf die Agenda setzen”. Mich jedenfalls veranlassen so auffällige Neusprechinszenierungen wie verfassungsrechtliche Klarstellung (im Sinne von: “Beseitigung von einst als Lehre aus der Geschichte festgelegten Grundsätzen, um genau die Dinge durchzusetzen, deren Wiederholung man einst verhindern wollte”) und Anpassen der Verfassung an die veränderte Realität (wobei die maßgeblichste Veränderung offenkundig das Sichverabschieden von den dort genannten Wertvorstellungen bedeuten muß) unweigerlich dazu, hier ausschließlich unhehre Motive von Einflußnehmern zu wähnen, denen man einst aus gutem Grund nie wieder Einfluß gewähren wollte.