DavidBLN.de

3. Juni 2010

Alle zusammen!

Ich frage mich gerade, wie ich die allgemeine Begeisterung der Massen für den sogenannten “Flashmob-Dance“* zur Musik von “Madcon” (eine Mischung aus Eiffel 65, späte Neunziger, und Cher, noch nicht ganz 90), derer ich mangels Fernsehkonsum gerade erst gewärtig werde, einschätzen soll .

“People, put your hands up” befiehlt da einer in Oslo, und ganz Europa tut es ihm dokumentiert nach.

Es tut mir leid – meine erste Assoziation war Nürnberg.

Und das kann ich auch begründen: Das Individuum erging sich nämlich, weiland wie jüngst, schlichtweg in dem zugegeben unheimlich überwältigenden Gefühl, Teil einer riesengroßen (”freiwilligen, glücklichen”) Masse zu sein, die, perfekt koordiniert/choreographiert, das gleiche tut. Die Aussage eines solchen Tuns ist, ganz wertungsfrei: “Es fühlt sich gut an, verzichtbarer Teil einer gleichförmigen Menge zu sein”. Wenn man das mal weiterdenkt und auf dieser Basis frühere und eventuell künftige Bewegungen reflektiert, besteht das Risiko der mentalen Übelkeit. Und sei es nur ob der Einsicht, daß der Mensch Schaf, Hund oder Wolf eben doch nicht so verschieden ist.

(Nachtrag: Gruselig finde ich übrigens auch die Ordner, die den Barden vor Ort den Weg bahnen und ganz nongschalant den einen oder anderen wörtlichst aus demselben räumen.)

*Nachtrag 2: Die permanente Definitionsserweiterung und überhaupt die inflationäre Verwendung des “F”-Wortes spottet ja sowieso schon jeder weiteren Beschreibung.


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