DavidBLN.de

30. September 2010

Unfreiwillige selbstreferentielle Mitläufer

Ich glaube, ich schreibe nicht zum ersten Mal, daß ich früher lange Zeit einen regelmäßig wiederkehrenden Traum hatte. In diesem gab es eine (hier, weil zu weit führend, nicht näher ausgeführte, jedoch höchst unkonventionelle) Möglichkeit des Zeitreisens. Ich ries natürlich stets in die unmittelbar vorbraune Ära des Reiches zurück, um live, in Farbe, 3D und hautnahem Erleben nachvollziehen zu können, wie das alles passierte, passieren konnte.

Ist es nun Zufall, daß sich in den letzten, sagen wir gut zehn, Jahren die Häufigkeit der Wiederholung dieses Traums drastisch reduziert hat, und in den letzten Jahren überhaupt nicht mehr geschah? Ganzen Artikel lesen


27. September 2010

Nachtgedanken

Ich möchte gerne, daß diesen Film möglichst vielen Leute sehen. Alle, die denken, jeder außer ihnen selbst sei faul. Jeder, der meint, es wäre richtig, daß man nur dann essen dürfe, wenn man bereit sei, unter Zwang auch noch die widerwärtigste Aufgabe zu erledigen. Jeder, der meint, es wäre gottgegeben, selbst zur privilegierten Elite zu gehören, während andere einfach selbst schuld seien, das nicht zu tun. Deshalb verlinke ich ihn hier:

http://www.nuoviso.tv/wirtschaft/das-grundeinkommen.html

Indes: Ich bin mir – leider! und: noch weniger gerne!! – ziemlich sicher, daß eine visionäre, ja: revolutionäre Idee wie das bedingungslose Grundeinkommen entweder nicht zu meinen Lebzeiten oder aber nicht ohne den Preis einer mindestens anstrengenden, befürchtenswerterweise gar blutbehafteten gesellschaftlichen Veränderung zur Realität werden wird. Viel zu gefährlich ist sie all jenen, die genau von ihrer bisherigen Nichtexistenz, vom Unterdrücken, vom Arbeitszwang, vom Lohndruck, vom Aufhetzen derer am unteren Rand gegen die ganz unten profitieren. Denen, die sich teilweise seit Generationen von jedwedem Bezug zur menschlichen Basis, zur gesellschaftlichen Realität losgelöst haben. Jenen, die mit viel Geld Politikern klarmachen, daß ihr Weg der wahre ist und nicht jener einer solidarischen, gerechteren Gesellschaft, in der der Einzelne nicht nach der Dicke seiner Brieftasche oder der Leichtigkeit seiner wollenen Oberbekleidung bemessen wird.

Ich glaube nicht daran, daß ein Staatenkonstrukt wie das unsere (oder jenes auf Drängen “der Märkte” dem unseren übergeordnete der EU) in der Lage ist, kehrt zu machen. Einzulenken und nicht mehr dem Wohlstand der wenigen, sondern dem Wohl der Gemeinschaft, dem Gemeinwohl, zu dienen. Viel zu verlockend ist für jene, die da ändern könnten, der persönliche – von Stiftungen wie jener der Familie Mohn oder aus Kassen derer zu Ackermann finanzierte – Salär, der hinfällig würde, setzte man den Auftrag desjenigen, der mittels vierjährlichem Kreuz die symbolische Gestaltungsmacht verlieh, konsequent um.

Doch sei es drum. Mache der Weg zu einer wirklich solidarischen, sozialen, ja: menschlichen! Gesellschaft abermals jenen scheinbar unvermeidbaren Weg des Schmerzes durch: Ich mag mich von dem Glauben, von dem Ideal, daß es eines fernen und von mir vermutlich nicht mehr erlebten Tages besser werden könnte, einfach nicht verabschieden. Selbst, wenn zu Zeiten, da ich mir noch ein Bier eingießen kann, eben jenes in erbärmlichster populistischer Manier zur Stigmatisierung der Schwächsten aller Schwachen genügen muß, während sich ehemals ostzonale Pfarrerstöchter von Atomkonzernen kaufen lassen.

In Memoriam Heinrich Heine.


23. September 2010

Diagnose: Nervenarsch

Hast Du auch schon mal was bei “DocMorris” bestellt? Ja? Na hoffentlich ist das nicht zu lange her. Sonst wirst Du nämlich, egal ob Du Dir das vorher verbeten hast oder nicht, per Werbe-Spam-Email schriftlich ermahntvom Kundenservice freundlich erinnert, daß es mal langsam wieder Zeit dafür ist.

Empfehlung des Tages: Wenn unvermeidbar, dann am besten nur mittels E-Müll-Account dort einkaufen. Ich lasse es allerdings schon aus Prinzip in Zukunft ganz und gebe mich einmal mehr der Frage hin, was Firmen dazu treibt, dermaßen dämliche Leute einzustellen, denen in ihrer puren Zahlen- und Erfolgsbonusnot nichts besseres einfällt, als harmlose Menschen und vor allem: an sich zahlungswillige Kunden zu belästigen.

Lustiger Nachtrag dazu: Die oben genannte Spam-Email hatte den wunderschönen Betreff “Sagen Sie uns Ihre Meinung!”. Lieber Doc Morris, das ist hiermit – hoffentlich angemessen – geschehen.


22. September 2010

Kinder, Arbeit, McDonald’s

Frau auf einem McDonalds-Werbebanner: "Mit Kind arbeiten? Hier klappts. Und mein Sohn findet es cool."

Und da sage noch mal jemand, die heutige Jugend sei faul und würde Mutti alleine sich an der Fritteuse die Frisur verkleben lassen.


21. September 2010

Familienpizza

Selbst wenn ich mich hinreißen ließe, analogkäsebedeckten Sägemehlteig mit Tomatenextraktauszügen und Formschinkenersatzimitat überhaupt zu essen: Die Familie, die mir

so etwas hier, nämlich einen halbfertiggegarten Gummilappen mit einvakuumierten Dosenchampignons und Enzymfleischbelag

servierte, erschlüge ich. Ganz ohne aus dem Schützenheim gemopste Sniper. In traditioneller Handarbeit.


18. September 2010

Lebenslänglich

Seit ich gestern diesen wirren Gedanken anderen, darüber verwunderten in ihre Twitter-Zeitleiste gestopft habe, beschäftigt er mich. Es ist mit Sicherheit nicht mal eine besonders geistreiche oder neue Feststellung, aber mich erschreckt sie aus verschiedenen Gründen doch: Die Erkenntnis, daß es offenbar ziemlich genau der Zeitspanne bedarf, die ein Mensch in etwa lebt, ehe die Lehren selbst aus den schlimmsten Katastrophen zwar nicht vergessen, aber in beispielhafter kognitiver Dissonanz verdrängt, relativiert oder schöngeredet werden, um der antiproportional zum schmerzlichen Andenken an geschehenes Unheil wachsenden Gier nach irgendetwas “endlich” und, ungestört von lästigen Bedenkenträgern, Rechnung tragen zu können. Ganzen Artikel lesen


17. September 2010

Ordnung muß sein

Und zwar erstens auch auf dem Scheißhaus und zweitens auch für alle, die auf Gender-Korrektheit (und einiges mehr) sch… äh, pfeifen.

Bild: Scheißhausordnung. Anweisungen in Form von Piktogrammen untersagen das Urinieren in der Badewanne, das Wursten ins Waschbecken, das Sitzpinkeln für Männer und einiges mehr.


10. September 2010

Wolle Rose kaufe?

Ich betreibe neben diesem Freizeitvergnügen hier im Internetz auch noch Projekte, von denen ich mindestens Kostenneutralität, gerne aber auch Mehreinnahmen erwarte oder erhoffe.

Vorhin stolperte ich über die in diesem Zusammenhang interessante Frage, wie viel Geld Webmaster durch Werbeblocker verlören, die auch hier aufgegriffen wird, wo ich sie bereits kommentiert habe. Die Frage läßt sich übrigens auch umdrehen bzw. anders stellen, zum Beispiel: Kann man mit Werbung im Internetz Geld verdienen und wenn ja, wie?

Als einstigem Werbe- und Vertriebsmenschen scheint mir dabei die Analogie zum Verkaufen im realen Leben hervorragend geeignet. Zwar will ich mit meinem Internetangebot nicht selbst beispielsweise Schlankheitspillen verkaufen, wohl aber profitiere ich davon, wenn meine Leser das tun, vereinfacht kann man also durchaus davon ausgehen, daß ich versuche, mittels meiner Inhalte irgendwelche Artikel oder Dienstleistungen zu verkaufen. Und wie im realen Leben gibt es auch in dessen virtuellen Pendant verschiedene – mehr oder weniger bewährte – Methoden. Ganzen Artikel lesen