25. November 2010

Diesen QR-Code habe ich gerade die Tage gebastelt – nun wird er zum gruseligen Omen und zugleich zu meinem Nachruf. In memoriam Molly Luft, eine der großen Heldinnen meiner Kindheit und Jugend. Sie möge in Frieden ruhen. Und auch “da drüben” immer schön geil bleiben.
Na, freust Du Dich auch schon ganz doll? Ich meine: Weinnachten, Konsum, Kommerz, zwanghafte Wünsche und Besinnlichkeit auf Kommando? Also genauer gesagt: darauf, daß das alles endlich wieder für ein Jahr Pause hat?
Dann ist der Anti-Konsumnachten-Countdown mein herzliches Geschenk an Dich. Kann man übrigens auch prima als Active Desktop einrichten.
22. November 2010

OK, zwei (jeweils nicht mal immer gegebene) Dimensionen kriege ich zusammen: 1. die olfaktorische und 2. die akustische. Wer mir die dritte plausibel erklärt, hat einen gut. (Entweder oder.) Und wer mir erklären kann, warum ich ausgerechnet diese Werbung sehe, wenn ich mir der niemals endenden Gier nach fossilen Brennstoffen zum Opfer gefallene Gebäude ansehe, der kriegt sogar beides.
20. November 2010
Alle drei Minuten liest man – besonders momentan, anläßlich der “Zeitschriftentage” des VDZ – irgendein, bisweilen in zwanghaft bis trotzigen selbstreferentiellen Optimismus gehülltes, Wehklagen irgendeines Verlagslenkers, das praktisch immer darauf abhebt, daß wahlweise dieses fiese Internetz oder böse Monopolisten wie Google, Apple und ihresgleichen die schönen (”für Qualitätsjournalismus so bitter nötigen”) Gewinne kaputtmachten, indem sie, ja, halt was-auch-immer täten, sei es Suchergebnisse zu zeigen (oder nicht), sei es auf Beiträge zu verlinken (oder nicht) oder sei es, einfach selbst zu existieren und womöglich erfolgreiche Geschäftsmodelle zu entwickeln. Vor allem letzteres ist ja etwas, das insbesondere das jahrzehntelang als Torhüter von Meinung und Wissen unentbehrlich gemachte und damit systemimmanent erfolgsverwöhnte Wortdruckgewerbe fast nur noch aus sagenhaften Erzählungen der Altvorderen kennt und kaum jemals noch selbst zustande bringt. Ganzen Artikel lesen
19. November 2010
Von einem Abenteuer spricht man in der Regel, wenn es um eine Unternehmung geht, die 1. sinn- und/oder 2. reizvoll, jedoch 3. nicht ganz ungefährlich ist. Natürlich ging es dem DRK West darum, ihr Anliegen wegen 1. durch eine emotionale Bedeutung zu 2. aufzuladen, als sie diese Broschüre ersann:

Dummerweise lenkt wird jedoch die ohnehin schon problematische Assoziation der dritten Bedeutung des Wortes “Abenteuer” nicht nur auf die verhältnismäßig überschaubaren Risiken einer Blutspende gelenkt, sondern durch das unglücklich gewählte Symbolbild sogleich mit zusätzlichen Gefahrenszenarios aufgeladen.
Ab und an sollte man eben selbst für den guten Zweck (der natürlich auch beim DRK nichts anderes als Tagesgeschäft ist) sinnvolle Investitionen nicht verschließen und ausnahmsweise einmal Werbeschlipsträger engagieren. Oder die, die man bisher hatte, schnell entsorgen.
18. November 2010
Ich habe mich vorhin zu der These hinreißen lassen, daß Google Streetview eine Art denmokratisierter/sozialisierter Weltreise sei oder, präziser, daß der Gedanke, der dahinter steht, das ist. Das will ich hier nicht widerrufen, sondern noch um ein ganz konkretes Argument erweitern. Wie es mein Neckname ahnen läßt, bin ich Berliner. Gebürtiger, wenn auch derzeit nicht wohnhafter. Seit heute kann ich nun also, ohne dafür jedes Mal wahlweise zwei Stunden im Flugzeug, neun im Auto oder elf im Zug sitzen zu müssen, ganz nostalgisch und heimwehbeflissen “mal eben” durch die Straßen meiner Heimat wandeln als wäre ich vor Ort. Daß dabei nichts live ist und vieles schon bald nicht mehr aktuell sein wird schmerzt dabei selbstverständlich deutlich weniger (oder gar nicht) verglichen mit der Zerstörung dieses Heimatgefühls, das manch besorgter (womöglich anders als ich nicht mal “echter”) Berliner durch seine, Entschuldigung, selbst- oder fremdverschuldete Paranoia verursacht.
Ich twott jüngst:
Wenn die Polizei Eure Städte videoüberwacht kriegt Ihr keinen Verpixelungsdünschiß. Aber wehe wenn ne CSU-Tante polemisiert…
Das ist natürlich sehr verkürzt (man darf das im Fall von Twitter als Systemimmanenz bezeichnen). Es trifft aber im Grunde dennoch genau die Geisteshaltung, die ich der Mehrheit der “Verpixler” attestiere. Wenn auch weder primär noch vorrangig, habe ich damit dennoch nicht ganz ohne Absicht auch den von mir bis auf gelegentliche kleine Perspektivdifferenzen sehr geschätzten Block-Kollegen Köpke, der wenig vorher einen durchaus durchdachten Text zur Verpixlungsdebatte beitrug, zu folgendem Einwurf provoziert:
Belege die perfide Lüge, dass MIR Polizeiüberwachung keine Kopfschmerzen bereitet!
Wenngleich ich genau ihm genau das niemals unterstellen würde (dafür lese ich seine Texte schon viel zu lange und gerne), will ich dann also doch auch mal versuchen, zusätzlich zu meinen bildgestalterischen Äußerungen auch verbal darzulegen, warum ich einen viel entspannteren Umgang mit einem dieser vielen Themen wünsche, deretwegen „uns“ „die restliche Welt“ wohl wieder einmal etwas „verwundert“ „bestaunen“ dürfte.
Plump gesagt ist die ganze Debatte für mich vor allem eine eher absurde und völlig diffuse Gemengelage. Hier werden viel “German Angst”, eine gute Scheibe Polemik, eine Prise Kampagne (”Lex Google” – nicht zum ersten und sicher nicht zum letzten Mal übrigens, da wette ich drauf), einige (wie ich finde) grundlegende Mißverständnisse juristischer Natur, eine gute handvoll Gerechtigkeit und, das sei eingeräumt, berechtigte Sorgen um die Geschäftspraktiken eines für manchen beängstigend schnell wachsenden Weltkonzerns zu einem typisch deutschen Eintopfgericht verkocht.
Worum geht es eigentlich genau? Ganzen Artikel lesen

Originalbild: Andrew Bossi, Lizenz: CC-BY-SA
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Abgelegt unter: > 1000 Worte — Tags:Deutschland, Dummheit, Fremdscham, Internetz, Jammerlappen, Massenhysterie, Merkbefreiung, Paranoia, rechtsfreier Raum[tm], Streetview, tipico tedesco, Unfug — von DavidBLN um 15:03

Originalbild: ger1axg, Lizenz: CC-BY-SA