30. Juni 2011
Liebe Deutsche BundesPost AG!
Früher, in der Steinzeit, mußte man Briefe als Normalsterblicher mit Wertmarken bekleben. Diese mußte man am Schalter kaufen, oder, sofern man passendes Münzgeld hatte, konnte man sie zu jeder Zeit den mechanischen gelben Automaten nach Geldeinwurf mit Kurbeln entlocken.
Dann, irgendwann Ende des letzten Jahrtausends, hattest du eine Idee. Zwar hast du ihr, ganz dem denglischen Zeitgeist geschuldet, den reichlich peinlichen Namen StampIt! gegeben, aber davon abgesehen war sie ziemlich genial. Ganzen Artikel lesen
…ist:

Daß sie wirklich wichtigen Dingen einfach im Weg steht.


Die Bilder lagen und liegen viel näher beieinander, als man es gerne hätte. Zeitlich, räumlich, metaphysisch – und in dem Umschlag, der heute vom Fotolabor kam.
28. Juni 2011
Ich bin Preuße, als solcher grundsätzlich tolerant (”jeder nach seiner Fassong solange er andere nicht”) und wiederhole mich obendrein mit dieser Feststellung.
Und wißt ihr, was mir genau deswegen so richtig, so ultra, so extra, so mega, so unbeschreiblich auf die Eier geht? Veganer. Nein, nicht jene, die, weil sie für sich erkannt haben, daß “Pflanzen kein Empfinden” haben, nur noch photosynthetische Kohlenhydrate und Proteine zu sich nehmen. Sondern das Gesindel, das, wie bei jedem Thema und überall zur Stelle ist, daraus eine Religion, ja, eine Mission zu machen. Ganzen Artikel lesen
24. Juni 2011
Ja, genau: Ich bin für “Jungesell(inn)enabschiede”. Eine übrigens urdeutsche Tradition, genau wie “Valentinstag” und “Halloween” und nicht, wie etwa der Polterabend, aus dem angelsächsischen Raum importiert.
Schon stimmungsvolle, unkonventionelle Ideen wie die, sich mit geringelten Badeanzügen oder Schweinsnasen verkleidet am Verkauf von Schnapsminiaturen versuchen zu müssen – darauf muß man erst mal kommen. Und dann ist das echt auch total witzig, einmal für die Teilnehmer. Erstens weil, zweitens deswegen und drittens schon von Hause aus. Und dann natürlich auch und besonders für all jene Leute, die zum Beispiel in der Düsseldorfer Altstadt sonst nur gelangweilt am Biertisch herumstehen und sich mit anderen langweiligen Leuten gequält unterhalten müßten, um die nervtötend ruhige und uninspirierte Umgebung (und das langweilige Altbier) halbwegs ertragen zu können, und die dankbar für jede Abwechslung sind, vor allem, wenn es sich, wie hier, um eine vollkommen neue, nie zuvor erlebte handelt.
Also, eins weiß ich ganz genau. Wenn ich mal heiraten sollte (schon allein die Vorstellung ist ja grauenhaft. Sich aufgrund höherer Zwänge in diesen gefangenschaftsartigen Dauerzustand begebn zu müssen!), muß ich unbedingt vorher auch noch mal so richtig einen draufmachen. Spaß haben (kommt von allein und mit jedem “Feigling” mehr), auf die Kacke hauen (oder auf die Kotze, kommt nach der richtigen Menge Spaß auch von allein) und alle Leute um mich rum daran teilhaben lassen (und weil ich die nicht alle nötigen will, bei mir zu Hause oder im extra angemieteten Vereinsheim vorbeizukommen, finde ich es schon heute tierisch fair von mir, zu den Leuten hinzufahren und ihnen unsere Top-Stimmung mitzubringen, ohne daß sie extra fragen und sich dafür womöglich schämen müßten).
Bevor wir uns verkleiden, werden wir allerdings noch ein bißchen Fitneß machen. Natürlich auf einem Bierbike. Das paßt gut, weil es fast genau so kultig ist, fit hält und man was von der Umgebung und den Leuten mitbekommt (und umgekehrt: Win-win!). Ach so, und wem es nicht paßt, der muß ja nicht mitmachen. Zu dem sagen wir einfach: Tschüß!
23. Juni 2011
Meine Damen und Herren, liebe Schlipsträger!
Es ist eigentlich egal, ob ihr für Wasa, für Senseo oder für Mars arbeitet. Oder sonst irgendwo, wo der allgegenwärtige Götzengott des alternativlos-kapitalistischen Marktes – auch als “kontiniuierliches Wachstum” und “Profitmaximierung” bekannt – euch täglich Druck macht, sei es negativen (”wenn das nicht, dann müssen wir Sie leider”) oder anreizenden (”wenn Sie, dann kriegen Sie”). Es ist auch ganz egal, ob ihr euch selbst als “Produktmanager”, “Controller” oder “Consultants” bezeichnet. Ich verstehe euch. Wirklich. Nicht, daß ich mit euch tauschen möchte. Dieses tägliche Strampeln und Ellenbogengerangel habe ich noch nie gemocht, zumindest, seit ich das Spermienstadium erfolgreich hinter mir gelassen habe. Aber ich verstehe euch. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie das ist, wenn der gesamte Tages- und womöglich Nachtablauf einzig davon dominiert ist, immer noch mehr rausholen zu müssen (oder, wie man sich dann selbst gerne einredet: “zu wollen”). Und selbst, wenn das “wollen” nicht eingeredet ist und ihr ernsthaft davon überzeugt seid, daß das der Weg ist, wie die Welt ein besserer Platz werden kann (oder zumindest euer Vorgarten und die Garage): Sei es drum. Jeder wie er mag.
Ob nun also freiwillig oder aus “Sachzwängen”: Tut, was ihr tun zu müssen meint. Holt immer noch mehr raus. Nur eine Bitte habe ich dabei. Eine ganz kleine, dringende Ganzen Artikel lesen
Bislang schätze ich die Drogeriemarktkette “dm”. Das liegt sicher ein wenig an der eloquenten Art ihres Gründers, auch an der (zumindest veröffentlichten) Philosophie der Firma (und wiederum ihres Gründers), aber vor allem daran, daß man sich dort als Kunde auch und besonders im Reklamationsfall ganz gut aufgehoben fühlen kann. Nur dieser verdienten Wertschätzung ist das Fragezeichen hinter der Überschrift geschuldet. Und die Annahme, daß hier ein für Verpackungen zuständiger Mensch einer heutzutage scheinbar verbreiteten Krankheit, nämlich dem “es muß vor allem schick und öfter mal anders aussehen”-Syndrom erlegen ist. Ganzen Artikel lesen
Dieses Phänomen (das es, das sei der Ordnung halber erwähnt und nicht etwa aus “Gleichstellungsgründen”, selbstredend auch in männlich gibt) wird in diesem großartigen Artikel über den beispielhaften Werdegang eines populistischen Schwachsinnsgesetzes ebenso hervorragend beschrieben, wie auch die ganze Farce, die sich hinter der (auch nur noch selten und dann meist kurz vor Wahlkrämpfen) tatkräftigen Fassade unserer neuzeitlichen Realpolitik verbirgt.
Ich will nicht viele Worte machen, der Beitrag ist schon lang genug. Lest ihn auf jeden Fall bis zum Ende. Diejenigen unter uns, die selbst bei Providern arbeiten, werden schnell und mit Schrecken feststellen, daß Szenerien wie die geschilderten keine Ausnahme sind. Ich habe jedenfalls mehr als ein “Déja-vu” beim Lesen erlebt.