Ich gehöre zu den Menschen, die nichts von “Kompromissen” halten. Wann immer ich aus dem Munde eines (Partei-)Politikers Wörter wie “Kompromißformel”, “Konsensbeschluß” oder auch “Handlungsfähigbleiben” höre (ein nerviger sauerländischer “Sozialdemokrat” hatte das Synonym von der Opposition, die Mist sei und der inzwischen “erfolgreiche” “realpolitische Flügel” einer angeblichen Umwelt- und Anti-Atompartei betet seit 20 Jahren vor, daß man sich lächerlich mache, wenn man “unrealistische” Forderungen stelle und so niemals regieren können würde).
Ich möchte aber hier das wahre Gesicht politischer “Kompromißbereitschaft” gar nicht näher beleuchten. Ich glaube, ich muß das auch gar nicht. Ich kann euch nämlich einfach ein Video einbetten, das in wunderbarer Weise zeigt, wo man endet, wenn man sich erst einmal brav auf den Weg des Kompromistes begeben hat.
Die Aufmerksamen unter Euch haben schnell gemerkt: Hier geht es nicht um den “WWF”. Hier geht es auch nicht um ein bißchen Regenwaldretten. In diesem seltenen Moment entwaffnender politischer Ehrlichkeit zeigt eine (wie ich finde: bedauernswerte und aufgrund dieses fundamentalen “Kommunikations-Desasters” sicher auch bald “untragbare” und deshalb arbeitslose) Person schlicht und einfach, wie unsere moderne, westliche, globalisierte, vorbildliche, fortschrittliche, überlegene (usw.) Welt politisch funktioniert. Wer im “Diskurs” zwischen “Wirtschaftsinteressen” und “sonstigem” die Hosen an hat. Wer in dieser zum Selbstbedienungsrestaurant verkommenen Welt Koch und wer Kellner ist.
Und ja, die Frau hat auch Recht: Wären Leute wie sie nicht als Feigenblatt dort, wäre “alles noch schlimmer”. Falls das denn geht. Und das liegt daran, daß wir immer noch nicht kapiert haben, daß die Welt nicht wie ein Zeitschriftenabonnement funktioniert, das man einmal bestellt und das einen dann für eine Laufzeit von vier Jahren mit den gewünschten und bestellten Inhalten beliefert, bis man wieder mal ein anderes bestellt. Diese unsere Demokratie, von der ich uns allen unterstelle, daß wir sie vor allem deshalb loben, weil sie so bequem ist wie eben ein Zeitschriftenabo oder ein Handyvertrag, funktioniert genau so, wie die Frau in dem Video das beispielhaft aufzeigt.
Ich möchte nur, daß ihr darüber mal gründlich nachdenkt.





