DavidBLN.de

Mainz!

In eijener Anjelejenheit.


29. August 2010

Aphrodisushi

Zwei Stücke einer Gurkenmaki, ein Restnigiri (ohne Fisch), zwei Büschel Petersilie und alles auf einem sichtbar benutzten Teller
(Fürs Protokoll)


25. August 2010

Die große Unbekannte

Einer von ihnen bist Du sicher auch schon mal begegnet: Der Studie. Sie sind tagtäglich Gast in Talkshows, Nachrichten und sogar (oder besonders) im Dudelfunk. Sie wissen wahlweise, daß Onanieren das Rückenmark schädigt (oder auch nicht), “die meisten Deutschen” gerne den berühmten Gürtel enger schnallen oder den Bundesdoktor ganz toll finden und selbstverständlich auch, daß die gesetzlich vorgeschriebene (natürlich arbeitnehmereigenverantwortliche) kapitalgedeckte Ergänzung der alternativlosen Rente mit 77 ebenso alternativlos ist wie die Senkung der “Lohnnebenkosten” (damit Arbeitgeber nicht ins Ausland abwandern!!1!11).

Von einer so schlauen Sippe wüßte man (oder wenigstens ich) zu gerne mal, wie sie eigentlich aussieht. Wie sie mit Vor- (oder Nach-)namen heißt. Wo sie wohnt, was sie gelernt hat und vor allem: Wer ihr das tägliche Brot (im wahrsten Wortsinn) schmiert. Aber nein – da nehmen es jene, die sie zitieren, mit dem Persönlichkeitsrecht und dem Datenschutz gerne sehr genau. “Gemäß einer Studie”, heißt es stets in bedeutungsvoller Mystik, “eine Studie hat jetzt herausgefunden”, “das ist die Erkenntnis einer brandneuen Studie”. Bisweilen treten immerhin kleine zusätzliche Hinweise ans Licht: “Eine wissenschaftliche Studie” manchmal, oder auch “eine britische Studie”.

Auch kommen diese Studien nicht immer allein, sondern lassen sich von “Experten” begleiten: “Wirtschaftsexperten” mahnen beispielsweise gerne angesichts “dramatischer Studien” zu “radikalen Reformen” und “Sachverständige” attestieren Studien zu gerne ihre Substanz. Natürlich sind diese Begleiter – die übrigens auch gern allein auftreten und dann selbst die Rolle der Studien übernehmen – ebenfalls sehr auf ihre Privatsphäre bedacht: Entweder heißen sie “die Wirtschaftswaisen” (die armen kleinen!), “ein Wirtschaftsexperte” oder “das Sachverständigengremium”, oder aber sie halten sich wenigstens vornehm zurück und verzichten darauf, damit zu protzen, worauf sich ihr Titel denn gründet (oder wem sie ihn – und beispielsweise die letzte Urlaubsreise – verdanken).

Diese Experten und ihre Studien sind in unseren Volksempfängern inzwischen fast präsenter als die obligatorischen “Promi-News”. Ich bin gespannt, wann Dieter Bohlen und Bertelsmann-TV stellvertretend für Deutschland gemeinsam “die Superstudie” suchen. Vielleicht bewerbe ich mich dann sogar mal, da muß man schließlich nicht tanzen oder singen können und nicht mal aussehen. Sondern… ja, was eigentlich?


11. August 2010

Wir machen jetzt in Kohle

Mal was für alle, die gerne deuten:

Gestern früh fuhr ich nach längerer Zeit mal wieder an einer Ecke vorbei, die einst aus bestimmten Gründen für kurze Zeit meine verstärkte Aufmerksamkeit hatte. Links war ein Edeka, rechts war “Petra’s Nagelstübchen”.

Heute hängen über den schwarzen Flecken der ehemaligen Edeka-Leuchtbuchstaben mäßig festgezurrte Planen die mit dem Wort “Lidl” bedruckt sind und Petra hat ihr Studio an den Nagel gehängt, die Fassade renoviert und die einstigen Plastiklettern gegen ein überdimensionales, beleuchtetes Schild “AWD” ausgetauscht.


2. Juni 2010

Staats(er)tragend

Nach Sparkassenhottes ehrenhafter Demission blieb, schon den formellen Regularien geschuldet, wenig Zeit zum Durchatmen und reflektieren. Denn binnen 30 Tagen muß die überraschende Personalie vom Tisch, so will es das Gesetz.

Wenig überrascht dabei, daß unter der Vielzahl mehr oder weniger ernstlich vorgeschlagener Nachfolgekandidaten kaum jemand ist, den man als aufgeklärter Abendländer mental, personell oder auch nur bezüglich der verfügbaren internen CPU-(nicht CDU-!)Leistung als ernsthaft präsidiabel bezeichnen wollen würde; Frank Rieger hat das gestern treffend verkürzt (und Jens Berger das Gegenteil).

Daß es nun, aus Sicht des (netz)politisch Interessierten: zu allem Unglück, wohl ausgerechnet auf die sich erfolgreich als “Powerfrau” inszenierende “Zensursula” hinauslaufen wird, erscheint, unter dem weichenstellenden Aspekt der merkelschen Machtpraxis nicht nur nicht überraschend, es regt auch zu einigen schmerzvollen Gedankengängen und Einsichten an:

  • Auf Köhler folgt nun wohl “Röschen”. Das beweist: Schlimmer geht eben doch immer.
  • Die Tatsache, daß die Dame sich selbst von halbwegs reflektierenden Menschen zumindest im ersten Moment erfolgreich mit Attributen wie “stark”, “modern”, “engagiert”, “mutig” und “aufrichtig” assoziieren läßt, belegt nicht nur ihre rhetorischen Künste und das Geschick, öffentliche Wahrnehmung gezielt zu beeinflussen, sondern auch und vor allem, daß ein Land eben doch immer die Führer(innen) bekommt, die es verdient – was man ja nicht erst an der Albrecht-Tochter, sondern auch am bereits installierten Leitpersonal sehen kann.
  • So mancher, den ich kenne, hat zumindest 2004, eventuell auch noch 2009 mehr oder weniger ernsthaft auf eine starke und mutige erste Frau im Staat gehofft. Eine, der moralische Werte etwas bedeuten, eine, die eine unkonventionelle Karriere hingelegt hat, eine, die sich auch mal einmischt und die politisch unbequem ist. Leute: Der Traum wird wahr! Gut, im ersten und zweiten Anlauf hat es diese linke Professorin da nicht geschaft. Aber ganz ehrlich – sie paßte einfach nicht. Denn:
    • Wer könnte deutsche Moral denn wohl besser verkörpern als Frau von der Leyen? Stopschilder vor die Fassade, denn Hauptsache der Vorgarten sieht sauber aus und was drinnen passiert, egal!
    • Unkonventionelle Karriere, na aber hallo: Studium abgebrochen, alle Kinderzimmer im Familienschloß erfolgreich besetzt und dann noch, simsalabim, aus dem Nichts ins Ministerium – das muß erst mal jemand nachmachen.
    • Na und schließlich: Politisch bequem sein sieht nun wirklich anders aus! Gut, es ist natürlich wie alles eine Frage der Perspektive – aber wenn jemand, der 130.000 demokratisch interessierte Bürger diskreditiert, jemand, der die armen Schweine am untersten Ende der sozialen Hackordnung des Landes mit ZwangsBürgerarbeit belegen will und sich nicht zu schade ist, anderen souveränen Staaten Strafvereitelung gegenüber Kinderschändern vorzuwerfen – wenn so jemand kein unbequemer Präsidentschaftskandidat ist, wer dann?
    • Und wem das alles nicht reicht, blond ist sie ja auch noch.

Hinweis: Dieser Beitrag wird rechtzeitig zur zu befürchtenden Amtseinführung zensiert, da ich keine Lust habe, mich wegen Verunglimpfung (jawohl, mein Kaiser!) verantworten zu müssen.


5. Mai 2010

Frühkonfus I

“Einschneidend”, “Basta”, “Agenda”. Bläulich schimmernde Zentralgestirne am ansonsten noch unsortierten gedanklichen Firmament eines fünfgradig-windigen Maimorgens des Jahres, von dem kecke Klimatiker behaupten, es könne, einer staubenden isländischen Erdspalte wegen, eines ohne Sommer werden: Zwanzigzehn.


27. April 2010

Kleingartenzoologie

ICH habe ja, als ich diese Meldung zum Thema Würfelquallen gelesen habe, sofort an die beim Spiel gerne mal Torte essenden Rentner aus der Nachbarparzelle gedacht. Aber: Giftig waren die nicht. Und geräuschlos auch nicht, war doch das einzige, was man von denen überhaupt mitbekam, das regelmäßige Klackergeräusch kleiner Holzkuben, die auf ein Holzbrett purzeln.


19. Februar 2010

Blaugelb? Jetzt abwählen!

Wer blaugelb nicht mehr sehen kann, der kann es – zumindest hier – jetzt abwählen.

Wer es dann doch vermissen sollte, weiß ja, wo er Blaugelb findet: Ganz unten.

Anmerkung: Ich hatte hier schon immer Blaugelb. Früher auch noch Rot. Weder daß das eine so war, noch daß das andere jetzt nicht mehr so ist, hat auch nur im Entferntesten mit den ganzen Vollpfosten, die dieses wie jenes Farbspektrum leider bietet, zu tun. Ich finde nur die Farben schick, sonst nix. Nur, damit das klar ist.