DavidBLN.de

China

Land, in dem alle Menschen per Staatsdekret glücklich oder nicht mehr lange sind und in dem es nur anständige Inhalte im Internetz gibt. Heimliches Idol vieler Politikerdarsteller und Feudalherren, zugleich auch Schwarzer Mann zum Mit-dem-Finger-drauf-zeigen (vgl. auch: “in Afrka hungern sie”), wenn hierzulande jemand aufmuckt.


26. April 2010

Billich willich. Nicht.

Ich muß das einfach mal schreiben, quasi aus sich potenzierend gegebenen Anlässen:

Liebe Zentraleinkäufer welchen Handelskonzerns auch immer: Steckt Euch bitte Euren #@$§%§# Chinaschrott in den von den Euch umgebenden Speichelleckern säuberlichst geschleckten Hintern! Danke!

Zum besseren Verständnis hier nur die Liste der (in jedem Sinne!) letzten sinnlosen Geldausgaben im Großmarkt meines künftigen Mißtrauens (der mit den fünf gelben Buchstaben auf blauem Grund, und das ist logischerweise nicht IKEA):

  • Deckenfluter, 35 Euro: Binnen zwei Jahren vier mal getauscht, immer wieder kaputt.
  • Fahrradstandpumpe: 10 Euro. Einmal getauscht, beide Male Schrott.
  • Fahrradhandpumpe Mini: 4 Euro, dreimal gekauft, dreimal Schrott.
  • Zeitschaltuhr mechanisch, 2 Euro, dreimal gekauft, dreimal Schrott.
  • Zeitschaltuhr digital, 7 Euro, nach nur einem Mal Schrott aufgegeben aus Zeitmangel.
  • Rucksack, 15 Euro: Nach sechs Monaten komplett im Arsch, Aussage des Abteilungsleiters: “Sie können für den Preis doch nicht zwei Jahre Haltbarkeit erwarten!”
  • Fahrradhelm, 20 Euro, einmal getauscht, zweimal Schrott. Ich habe jetzt ein Markenprodukt für 35 Euro. Super.

Eigentlich wäre die Moral von der Geschichte simpel: Hochwertige Markenware im Fachhandel kaufen und gut. Das Dumme ist nur: Bei Fahrradsachen mag das noch funktionieren, das habe ich auch bereits mit Erfolg überprüft. Bei Elektrokabeln wie jenem, das ich am Entfachen eines Küchenbrandes heute nur durch zufällige Anwesenheit und folgerichtiges Stromlosmachen am Sicherungskasten hindern konnte, stehen ordinäre Verbraucher wie ich vor einem Bezugsquellenproblem. Denn der vermeintliche Elektrofachhändler kauft sein Geraffel längst bei den gleichen dubiosen Asia-Großhändlern ein, wie es auch der Baumarkt mit dem Biber tut. An ordentlich hergestellte Ware käme ich also mit viel Glück noch, wenn ich selbst Elektriker wäre – oder mir für jedes Steckdosendistanzproblem einen ins Haus holte.

Merke: Dahin haben wir uns mit dem lächerlichen Glauben an “Geiz ist geil” selbst gebracht. Glückwunsch.


Da man einmal täglich lachen soll,

stelle ich mir jetzt vor, ich wäre auf der Veranstaltung einer Gewerkschaft, die sowieso nicht mehr zu retten ist und würde, während Gäste reden, die den Veranstaltern dank ausführlicher netzweiter Kopfwäsche längst peinlich sind, in die betretenen Gesichter der verzweifelten Funktionäre sehen, die sich einen Referenten ans Rednerpult geholt haben, der im Haus der Brüder Zursonnezurfreiheit ungeniert über den “Internet-Maoismus” herzieht.

Erfrischend grotesk!


Endlich: Kehraus in diesem Internetzdings!

Die letzten Monate und Jahre hatte man es als Blockbekritzler nicht leicht. Immer wieder sah man sich in einer Schublade mit Raubmordkopierern, Kinderschweinkramgutfindern, Freewarekommunisten und ähnlichem Abschaum, der nichts besseres zu tun hatte, als rechtschaffene Volksverarschtreter zu verleumden, politische Aufklärungsarbeit zu diffamieren und vor allem: So gar nicht an die Kinder zu denken.

Jüngstes Negativbeispiel: Die beispiellose Hetzkampagne gegen eine EU-Kommissarin, der man ernsthaft geistige Nähe zu Unrechtsregimen wie jenen in China oder Absurdistan andichten wollte – was für eine Vorstellung in einer aufgeklärten und überlegenen Zivilisation wie der unseren.

Da tut es besonders gut, wenn sich unter all diesen zotteligen Gammlern, die sich in dieser “Internetzgemeinde” so trefflich zwischen geistigem Diebstahl und Verbalterrorismus eingerichtet haben, bisweilen eben doch mal jemand findet, der sich eine gesunde Einstellung zur Wahrheit erhalten und sich einen objektiven Blick über die Gesamtlage verschafft hat: Alexander Lehmann hat sich des digitalen Schmutzes angenommen und die Organisation cleanternet ins Leben gerufen. In einem gut recherchierten Aufklärungsfilm rückt er dort einiges zurecht, was in der gutmenschelnden Weltfremde manches internetzgeschädigten Geistes längst in anderen Sphären schwebte.

Saubere Sache, Herr Lehmann.

(via)


5. August 2009

Kucke mal da hinten,

ist das nicht Bill Clinton?

Meine Fresse, ist der alt geworden. Aber immerhin, noch nicht zu alt, um den McGyver zu geben und unschuldige Jungfrauen wie Mei-Ling aus den Fängen des Bösen zu retten.


29. Juli 2009

Erst kommt das Fressen

und erst dann. Brecht. Also nein, die Moral, laut Brecht. Okay, was man beim hiesigen Durchschnittschinamann kriegt ist vor allem stark im Geschmack, was nicht heißt, daß man dem bertoltschen Imperativ nicht problemlos folgen könnte. Aber natürlich will ich nicht über sieben Kostbarkeiten (mit 5 ohne 27) lästern, sondern einmal mehr über “unseren” inzwischen-nicht-mehr-ganz-so-Messias. Der findet China nämlich auf einmal ganz prima – was ja auch kein Wunder ist. Irgendwas muß ja schließlich rollen auf dieser Welt, und wenn schon nicht der RubelDollar, dann halt oppositionelle gelbe Köpfe. Von letzteren gibt’s ja mehr als genug, während man von ersterem bekanntlich nie zu viel horten kann.

Übrigens, das mit dem Fressen und Kotzen war nicht Brecht, sondern von Liebermann. Ich weiß. Das mit dem Imperativ klang nur so schön.


27. Juni 2009

Spart Reis! Nehmt Häuser!

Reissäcke genügen nicht mehr als spektakuläre Aufmerksamkeitsgaranten (im Falle eines Fallens). Jetzt müssen es schon ganze Hochhäuser sein. Made in China, wo sonst.


25. August 2008

Makellos!

*plumps*

Hast Du das auch gehört? Kam aus Richtung Osten. Und klang nach Reissack. Kann natürlich auch eine achtzigjährige Demonstrantin gewesen sein, die gegen chinesische Gesetze verstoßen und dafür eins mit dem Knüppel auf den Bauch bekommen hat. So genau weiß man das trotz des “deutlich spürbaren Öffnungsprozesses seit Vergabe der Spiele” ja nie und wenn es schon während der gerade beendeten Weltmenschenrechtsfeiern der großen, an “friedlichem Sport interessierten” Masse kaum einen Blick wert war, so zählen ab heute, Mao sei Dank, endlich wieder ausschließlich kalkulatorische Aspekte. Ganzen Artikel lesen


10. August 2008

Schneller, höher weiter – der GröNbaZ schafft alle(s)

Erinnerst Du Dich noch? Olympia! Jene magische Veranstaltung, die aus menschenfressenden Systemen Oasen der Freiheit und Tempel der Menschenrechte macht! Was schon 1936 ganz vorzüglich klappte, wiederholt sich also – mal wieder – in diesem Jahr. Niemand kann es mehr leugnen: Der Zauber der Spiele, ihm widersteht keine böse Macht der Welt. Ganzen Artikel lesen


8. August 2008

Osama Ming-Ladeng

Ja, schrecken die denn sogar beim Nachmachen vor nichts zurück? Angefangen hat es mit giftigen Barbiepuppen, später kam leidlich brauchbare Raubsoftware hinzu und schließlich Autos der Sorte “außen groß, innen nix los”. Der neueste Coup aus dem Reich der Neuen Mitte setzt abermals einen obendrauf und beweist: Die schaffen alles, irgendwann sogar Hochdeutsch.

Chinesische Islamisten drohen mit Anschlag auf Olympia! verkündete der Nachrichtenonkel heute aufgeregt. Höchste Zeit, noch schnell ein paar Internetleitungen zu kappen – im Namen der Sichelheit!