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	<title>DavidBLN.de &#187; Deutschland</title>
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	<description>Mein Dingsbums und ich.</description>
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		<title>Schlimmer geht immer</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Aug 2011 13:22:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich dachte ich immer, daß die seit Jahrzehnten üblichen Plakate, auf denen irgendein sorgsam retuschierter Politikerkopf (un)gezwungen bis grenzdebil grinsend und meist von etwas weiter oben auf sein Stimmvieh herabschaut, bereits das gruseligste wären, das die regelmäßigen Inszenierungen des modernen Klassikers &#8220;Wahlkampf&#8221; ausmacht. Ja, eine Zeit lang war ich überzeugt, daß Inhalte viel wichtiger wären, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich dachte ich immer, daß die seit Jahrzehnten üblichen Plakate, auf denen irgendein sorgsam retuschierter Politikerkopf (un)gezwungen bis grenzdebil grinsend und meist von etwas weiter oben auf sein Stimmvieh herabschaut, bereits das gruseligste wären, das die regelmäßigen Inszenierungen des modernen Klassikers &#8220;Wahlkampf&#8221; ausmacht. Ja, eine Zeit lang war ich überzeugt, daß Inhalte viel wichtiger wären, als beliebig austauschbare Köpfe.</p>
<p>Daß auch Phrasen beliebig austauschbar sind, habe ich dabei stets geflissentlich ignoriert. Daß die Simulation von Inhalten mich das ganze Bauerntheater noch mehr verachten lassen würde, als es die oben genannten Hackfressen je könnten, hätte ich auch nicht gedacht. Doch merke: Das Grundwesen der Peinlichkeit besteht zweifelsfrei darin, daß sie sich immer doch noch weiter unterbieten läßt.<span id="more-2121"></span></p>
<p>Sofern es hierfür und für die These, daß sich die Parteienrepublik nicht mal mehr die Mühe des Anstrichs gibt, ihr Volk auch nur entfernt des Denkens für fähig zu halten, noch irgendeines Beweises bedarf, so erbringt ihn der derzeitige Zirkus um den äußerlichen Neuanstrich des Berliner Landesparlaments in eindrucksvoller Weise. Da gibt ein Herr Wowereit vor, <em>Berlin</em> zu <em>verstehen</em>, indem er eine offenbar aufgeregte Omi an der Hand hält, während er zwar nicht sie, dafür aber die Kamera auf der anderen Seite angrinst. Da muß sich eine Frau Künast für den von der Bildregie augenscheinlich gewollten angestrengt-genervten Blick des vorgeblich für den Bürger arbeitenden Volkszertreters genau so wenig Mühe geben, wie sie behaupten würde, daß Berlin die einzige, letzte oder wenigstens wichtigste Machtoptionen ihrer persönlichen Karriere wäre. Für wie intelligent die politische Klasse ihr Volk hält, beweisen allerdings, wie gesagt, besonders Plakate, die mehr als &#8220;Slogans&#8221; enthalten. </p>
<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/DSC_0304.JPG"><img src="/_ressourcen/uploads/DSC_0304-600x398.jpg" alt="Ein Plakat der FDP erklärt dem naiven Wahlbürger, daß den ebenso naiven &quot;Traum einer autofreien Stadt&quot; nicht teile, weil andernfalls werdende Mütter &quot;mit dem Fahrrad in den Kreißsaal&quot; müßten." title="" width="600" height="398" class="blackborder size-medium wp-image-2122" /></a></p>
<p>Dieses Beispiel der Mövenpickpartei ist dabei keineswegs einzigartig, sondern, ganz entgegen deren voraussichtlichen Stimmergebnissen, erschreckend repräsentativ. Natürlich nicht nur für die Berliner Politik.</p>
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		<title>Frag den Frosch</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Aug 2011 12:08:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Übel]]></category>
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		<description><![CDATA[Bekanntlich soll man genau dieses nicht tun, wenn es darum geht, Sümpfe trockenzulegen. Gut, nun ist im allgemeinen politischen Sinne gegen solche Vorhaben selten etwas einzuwenden, aber das zugrundeliegende Prinzip ist leider von universeller Gültigkeit.
Gegen den Wiederaufbau einer Vorort-S-Bahn-Strecke, was sollte da sprechen? Nun, auch ein umweltfreundliches Verkehrsmittel ist eben immer eine Frage der Perspektive. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bekanntlich soll man genau dieses nicht tun, wenn es darum geht, Sümpfe trockenzulegen. Gut, nun ist im allgemeinen politischen Sinne gegen solche Vorhaben selten etwas einzuwenden, aber das zugrundeliegende Prinzip ist leider von universeller Gültigkeit.</p>
<p>Gegen den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Potsdam-Magdeburger_Eisenbahn#Der_geplante_Wiederaufbau_der_Stammbahn">Wiederaufbau einer Vorort-S-Bahn-Strecke</a>, was sollte da sprechen? Nun, auch ein umweltfreundliches Verkehrsmittel ist eben immer eine Frage der Perspektive. Im Falle der mittlerweile wohl durchweg besservedienenden Bewohner des angenehm hauptstadtnahen Örtchens Kleinmachnow bei Berlin-Zehlendorf ist diese Perspektive eindeutig die des Weltuntergangs, der ruhig überall stattfinden kann, Hauptsache nicht im eigenen Vorgarten.<span id="more-2110"></span></p>
<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/DSC_0067.JPG"><img src="/_ressourcen/uploads/DSC_0067-600x398.jpg" alt="Anwohner protestieren gegen die seit jeher vor ihrer Haustür verlaufende S-Bahntrasse der &quot;Stammbahn&quot; im Südwesten Berlins" title="" width="600" height="398" class="blackborder size-medium wp-image-2111" /></a></p>
<p>Der Vorgarten ist in diesem Fall eine etwa 15 Meter breite ehemalige Eisenbahntrasse, die, wie das ungenutzte Eisenbahntrassen so an sich haben, in den letzten 30 Jahren vom ringsum ansonsten reichlich vorhanden Baum- und Buschbewuchs zurückerobert wurde. In manchen Fällen waren es auch nur 20 Jahre, denn dort bestand die unberührte Natur bis 1990 vor allem aus Selbstschußanlagen und Minenstreifen, für die man nach der Gleisdemontage den praktischen Damm genutzt hatte.</p>
<p>Und mal ehrlich: Wozu soll so eine Bahn auch gut sein? Man selbst muß nicht ins Grüne fahren (man ist ja schon dort), und daß mit solchen Zügen weniger betuchte Großstädter anreisen, die einem das &#8220;eigene&#8221; gründe Rundherum wegzunehmen trachten: Wer will das schon? Man selbst fährt, wenn man denn zum Einkaufen schon mal in die stickige Stadt hinein muß, natürlich mit dem Auto. Stilvoll, leise und umweltfreundlich. Zumal sich Straßen außerdem auch viel harmonischer und natürlicher in jedes Landschaftsbild einfügen.</p>
<p>Aber immerhin, der Berliner Zonenrandbewohner steht mit seiner Haltung nicht allein da. Wie man am inzwischen historischen Beispiel der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesautobahn_84">nie realisierten</a> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesautobahn_86">Schwarzwaldquerautobahnen</a> im Allgemeinen und der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/A81#Verlauf">A81 zwischen Leonberg und Gärtringen mit ihrer notorisch überlasteten Ersatzführung</a> im Besonderen erkennen kann. Ein paar hundert Hausbesitzer, die ihren Baugrund dank der seit Jahrzehnten bekannten geplanten Trassenführung &#8220;günschtig&#8221; erwarben, steigerten den Wert ihres Baugrunds mit Hilfe einiger Lurche und Molche und haben den Verkehrslärm, der eigentlich ihnen zugedacht war, erfolgreich an die Bewohner Böblingens und Sindelfingens abgeschoben. Heute jammern sie, weil sie selbst nicht mehr so recht vom idyllischen Fleck wegkommen &#8211; doch nun gibt es kein Geld mehr (und das ist auch das einzig richtige an der ganzen Sache). Dieses Beispiel war zugleich wegweisend für weitere umstrittene Projekte, wie etwa den ebenfalls seit fast 50 Jahren geplanten Berliner Stadtring Südost, der zu Lasten einiger tausend Kiezromantiker zehnmal so vielen Innenstadtbewohnern einiges an Abgasen abnehmen könnte, aber trotz inzwischen positiv beschlossenem Planungsverfahren mit Rücksicht auf politisches Kalkül im Hinblick auf Abgeordnetenhauswahlen abermals in Frage gestellt ist.</p>
<p>Und während sich über die Sinnhaftigkeit von Autobahnen und Straßen allgemein zugegeben leidenschaftlich diskutieren läßt, ist es schon ein echtes mentales Armutszeugnis, wenn man, wie im Fall der sogenannten Cheruskerkurve (ein kriegsbedingt eingeschlafenes, aber durch die Planungen zur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nord-Süd-Tunnel#Planungen_und_Erweiterungen_.28S21.29">S21</a> wieder in die Diskussion geratenes Stück Innenstadt-S-Bahn) die &#8220;Natur&#8221; vorschiebt, die dort in Gestalt eines aus dem ursprünglichen Wildbewuchs herausgearbeiteten künstlich angelegten Stadtparks existiert, nur, um damit die eigenen Interessen (hier: möglichst naher Ort zum Ausführen des in der Stadtwohnung naturgerecht gehaltenen Hundes) totschlagargumentativ über allgemeine Interessen zu stellen. </p>
<p>Je mehr ich mich mit Verkehrs(planungs)geschichte auseinandersetze, umso mehr drängt sich mir der ungemütliche Eindruck auf, daß sich hier eine (weitere) echte Fehlkonstruktion unserer politischen Entscheidungsvorgänge zeigt. Ich weiß nicht, welcher Weg (landesweite Volksabstimmung oder &#8220;basta!&#8221;) hier zielführender wäre. Ich bilde mir nur ein, zu verstehen, daß die aktuelle Methode &#8211; vor allem jenen Gehör zu schenken, die auf den Erhalt individueller, oft nur aus Provisorien zufällig und von vornherein befristet erwachsener Privilegien pochen und so der Allgemeinheit nützliche Entwicklungsplanungen oft erfolgreich verhindern &#8211; niemals zu einer insgesamt vorteilhaften und weitsichtigen Entwicklung einer Stadt oder eines Landes beitragen kann. </p>
<p>Und wenn ich dann noch sehe, wie etwa im Falle des Rheinischen Braunkohlentagebaus aufgrund eines behaupteten öffentlichen Interesses an gesicherter Energieversorgung, das für mich eher nach gesicherter Renditeversorgung von Unternehmenseignern und &#8220;verdienstvollen politischen Entscheidungsträgern&#8221; aussieht, im Handstreich und mit eiserner Hand ganze Ortschaften gegen den vehementesten Protest der Bewohner abgebaggert werden können, während Infrastrukturprojekte mit oft allgemeinem Langzeitnutzen zwischen den Protestmühlen zerrieben werden, bleibe ich wirklich ratlos zurück.</p>
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		<title>Warum ich meine Brief künftig nicht mehr online frankiere</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 18:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zum Kacken zu dämlich]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Ex-Kunde]]></category>
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		<description><![CDATA[Liebe Deutsche BundesPost AG!
Früher, in der Steinzeit, mußte man Briefe als Normalsterblicher mit Wertmarken bekleben. Diese mußte man am Schalter kaufen, oder, sofern man passendes Münzgeld hatte, konnte man sie zu jeder Zeit den mechanischen gelben Automaten nach Geldeinwurf mit Kurbeln entlocken.
Dann, irgendwann Ende des letzten Jahrtausends, hattest du eine Idee. Zwar hast du ihr, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Deutsche <del>Bundes</del>Post <ins>AG</ins>!</p>
<p>Früher, in der Steinzeit, mußte man Briefe als Normalsterblicher mit Wertmarken bekleben. Diese mußte man am Schalter kaufen, oder, sofern man passendes Münzgeld hatte, konnte man sie zu jeder Zeit den mechanischen gelben Automaten nach Geldeinwurf mit Kurbeln entlocken.</p>
<p>Dann, irgendwann Ende des letzten Jahrtausends, hattest du eine Idee. Zwar hast du ihr, ganz dem denglischen Zeitgeist geschuldet, den reichlich peinlichen Namen <em>StampIt!</em> gegeben, aber davon abgesehen war sie ziemlich genial. <span id="more-1976"></span>Eine für damalige Verhältnisse nur mäßig aufgeblasene Zusatzsoftware, die sich über das damals für die meisten noch recht &#8220;neue&#8221; Internetz mit deinem Server verbindet, auf dem ich dir vorher einen zinslosen unbefristeten Kredit mit je nach Kundensegment unterschiedlich hoher Mindesteinlage (&#8221;Portokasse&#8221;) eingeräumt habe, von dem ich dann nachträglich bei Bedarf in Gestalt ausgedruckter 2D-Matrix-Codes zehren konnte, die von mir versandte Drucksachen als &#8220;frankiert&#8221; auswiesen. Ich meine, daß in diesen Matrizen sogar die Empfängeradresse &#8220;codiert&#8221; war, was dir sicher mit fortschreitender Technik auch noch den einen oder anderen Mitarbeiter am Sortierband für unleserlich beschriftete Sendungen eingespart haben dürfte. Auf jeden Fall aber die immensen Kosten für den Unterhalt von Automaten und das fälschungssichere Bedrucken von selbstklebenden Briefmarken hast du deutlich reduzieren können. Also, wie gesagt: Schlaue Sache!</p>
<p>Obwohl ich bei der Geschichte finanziell mindestens keine Vor-, ja: in der Regel sogar Nachteile hatte, fand ich dein System so toll, daß ich damals tatsächlich noch verblendet genug war, einen Aktivierungspreis dafür zu bezahlen. Kein Scherz &#8211; und die inoffizielle &#8220;Begründung&#8221; war, daß ja Gewerbekunden für Frankiermaschinen auch erst mal Geld investieren müßten. Das waren, für die jüngeren Leser hier, monströse Apparaturen, die sich jede Firma, die was auf sich hielt und genug Geld dafür übrig hatte, in einen ausreichend großen Postraum stellte und die, mehr oder weniger automatisiert, Briefumschläge im Stempel- oder Rollendruckverfahren und auf Wunsch mit individuellen Logos kombiniert &#8220;freimachte&#8221;. Firmen haben sich das in der Regel dadurch schöngerechnet, daß die Zeit, die der Lehrling auf dem Weg zum Briefmarkenkauf vertrödelt, über  die Jahre noch teurer würde als so eine Maschine es war.<br />
Doch zurück zu mir: Abgesehen von der simplen Funktion, Briefmarken nun &#8220;selbst&#8221; herstellen zu können, enthielt die Software auch Module für Microsoft Word und Excel. Diese konnte man damals hervorragend automatisieren, für den Seriendruck verwenden und, vor allem, mit standardisierten Makrobefehlen ansprechen und in eigene Makros integrieren. Man sparte sich bei Fensterumschlägen außerdem jegliche Aufkleberei, da man durch gekonnte Einbindung den Matrixcode direkt mit in das Adreßfeld des Schriftstücks zu drucken vermochte. Das Erstellen insbesondere von Geschäftspost war damals also alles in allem, wenn man es geschickt machte, wirklich eine Freude, für die man die oben genannten Nachteile gerne in Kauf nahm.</p>
<p>Leider ist aber nichts, das gefällt, von Dauer. Im Verlauf  unzähliger Produktänderungen und Softwareupdates wurde stets mehr eingerissen als aufgebaut. Mit den Jahren wurde die Makrounterstützung erst schlechter, dann verschwand sie, weil man die Programmierstrukturen änderte, komplett. Dem allem konnte man immerhin, wenn man ein wenig bastelte, trotzdem korrigierend nachlaufen, und das habe ich getan. Bis neulich.  Denn da teiltest du mir, natürlich mit der obligatorischen, im Dreitages-Rhetorikseminar für Kundenkommunizierer erlernten Neusprechvernagelung mit, daß aufgrund deiner Eigenschaft als <em>modernes Unternehmen</em> und dessen <em>beständigen Bemühungen um einen noch besseren Service</em> &#8220;StampIt&#8221; künftig nicht mehr im Programm sei.</p>
<p>&#8220;Problemlosigkeit&#8221; verhieß mir dein Brief, wenn ich mich für einen Umstieg auf das Nachfolgeprodukt &#8220;Internetmarke&#8221; entschiede. Ich habe dir das natürlich geglaubt &#8211; also wenigstens das mit dem einfachen Umstieg, zumal du ja wieder ein Word-AddIn anbietest &#8211; das dieses mal zu allem Überfluß auch noch mit &#8220;.net&#8221; erstellt ist. Und nun, nachdem ich in endlosem Hin und Her mit deinen stets bemühten Servicekräften zunächst &#8220;.net&#8221; installiert, dann aktualisiert, dann, nach erfolglosem herumdoktern mit den Installationsdateien und einem (wenn auch irrtümlichen) Trojaner-Alarm für deine Setupdateien auch das AddIn &#8220;erfolgreich&#8221; installiert habe (und nur durch Zufall darauf kam, daß dieses nur funktioniert, wenn man nicht die Schreibrechte für den Ordner <em>Eigene Dateien</em> &#8211; überleg mal gut, warum der so heißt und nicht <em>Dateien der Deutschen Post</em> &#8211; deaktiviert hat, so wie ich, den es nervt, wenn jedes Programm seine Daten ungefragt dort hineinkackt und nicht irgendwo ablegt, wo ich das will), stelle ich fest, daß ich mich nun nicht mehr, wie nach jeder der unzählichen Stampit-Neuinstallationen, mit meiner &#8220;Seriennummer&#8221; als Benutzername anmelden kann.</p>
<p>Nein: Stattdessen möchtest du jetzt ernsthaft, daß ich als Benutzerkennung die Email-Adresse angebe, mit der ich <strong>vor über neun Jahren</strong> deine Dienste bestellt habe?</p>
<p>Weißt du was, liebe Deutsche Post. Mir ist klar, daß man auf dem deutschen Markt für die Anwendungsentwicklung nur noch Vollidioten jenes Typs kriegt, der zeitlebens eine einzige Emailadresse hat und die vermutlich auch noch bei &#8220;epost.de&#8221;. Der sich einen Scheiß um Dateisystemkonventionen und Windows-Standardvariablen wie <code>%appdata</code> oder <code>%templatedir%</code> kümmert, weil sowas in den &#8220;.net&#8221;-&#8221;Programmier&#8221;-Baukästen der heutigen Berufsfachidiotenschulen nirgends anklickbar ist. Ich weiß, daß externe Aufträge heute primär in direkter Abhängigkeit zu Schlipsdesign und Powerpoint-Gestaltungskompetenz von Leuten vergeben werden, die ihrerseits genau diese beiden Kompetenzfelder besetzen. Ich bin mir bewußt, daß die guten, die zwar weniger Powerpoint, aber dafür mehr GUI und API können, inzwischen fast alle ausgewandert sind. Und ich weiß sogar, daß du eigentlich sowieso viel lieber deinen Epostbrief, also die Email mit Portogebühr und staatlicher Schnüffel-API, an Tante Erna und Onkel Beppo bringen willst.</p>
<p>Eins sollte fairerweise aber auch DIR klar sein: Alles hat seine Grenzen, selbst meine Engelsgeduld. Außerdem ist mir inzwischen eingefallen, daß die paar Briefe, die ich heute noch mit dir versende, ohnehin Einschreiben sind, die ich dann auch gleich am Schalter bezahlen kann. Schön altmodisch mit Bargeld. Und daß ich für die restlichen drei im Jahr eigentlich auch wieder den Automaten nutzen kann. Der steht nämlich direkt neben dem Briefkasten, in den ich das bedruckte tote Holz ohnehin einwerfen muß, da es niemand bei mir abholen mag. Du siehst: Manchmal macht man sich die Dinge jahrelang viel komplizierter, als sie es eigentlich sind.</p>
<p>In diesem Sinne: Mach&#8217;s gut. Ich mach&#8217;s jetzt besser!</p>
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		<title>Das Schlimmste an der Kostenloskultur&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 16:19:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230;ist:

Daß sie wirklich wichtigen Dingen einfach im Weg steht.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;ist:</p>
<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/Kostenloskultur.jpg"><img src="/_ressourcen/uploads/Kostenloskultur-600x450.jpg" alt="Eine Palette mit kostenlosen Telefonbüchern und Branchenverzeichnissen steht unbeachtet in der Müllecke eines Supermarktvorplatzes" title="" width="600" height="450" class="blackborder alignnone size-medium wp-image-1989" /></a></p>
<p>Daß sie wirklich wichtigen Dingen einfach im Weg steht.</p>
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		<title>Jungesell(inn)en? Tschüß!</title>
		<link>http://www.davidbln.de/2011/06/24/jungesellinnen-tschus/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Jun 2011 17:45:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Alles Scheiße!]]></category>
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		<description><![CDATA[Ja, genau: Ich bin für &#8220;Jungesell(inn)enabschiede&#8221;. Eine übrigens urdeutsche Tradition, genau wie &#8220;Valentinstag&#8221; und &#8220;Halloween&#8221; und nicht, wie etwa der Polterabend, aus dem angelsächsischen Raum importiert. 
Schon stimmungsvolle, unkonventionelle Ideen wie die, sich mit geringelten Badeanzügen oder Schweinsnasen verkleidet am Verkauf von Schnapsminiaturen versuchen zu müssen &#8211; darauf muß man erst mal kommen. Und dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, genau: Ich bin für &#8220;Jungesell(inn)enabschiede&#8221;. Eine übrigens urdeutsche Tradition, genau wie &#8220;Valentinstag&#8221; und &#8220;Halloween&#8221; und nicht, wie etwa der Polterabend, aus dem angelsächsischen Raum importiert. </p>
<p>Schon stimmungsvolle, unkonventionelle Ideen wie die, sich mit geringelten Badeanzügen oder Schweinsnasen verkleidet am Verkauf von Schnapsminiaturen versuchen zu müssen &#8211; darauf muß man erst mal kommen. Und dann ist das echt auch total witzig, einmal für die Teilnehmer. Erstens weil, zweitens deswegen und drittens schon von Hause aus. Und dann natürlich auch und besonders für all jene Leute, die zum Beispiel in der Düsseldorfer Altstadt sonst nur gelangweilt am Biertisch herumstehen und sich mit anderen langweiligen Leuten gequält unterhalten müßten, um die nervtötend ruhige und uninspirierte Umgebung (und das langweilige Altbier) halbwegs ertragen zu können, und die dankbar für jede Abwechslung sind, vor allem, wenn es sich, wie hier, um eine vollkommen neue, nie zuvor erlebte handelt.</p>
<p>Also, eins weiß ich ganz genau. Wenn ich mal heiraten sollte (schon allein die Vorstellung ist ja grauenhaft. Sich aufgrund höherer Zwänge in diesen gefangenschaftsartigen Dauerzustand begebn zu müssen!), muß ich unbedingt vorher auch noch mal so richtig einen draufmachen. Spaß haben (kommt von allein und mit jedem &#8220;Feigling&#8221; mehr), auf die Kacke hauen (oder auf die Kotze, kommt nach der richtigen Menge Spaß auch von allein) und alle Leute um mich rum daran teilhaben lassen (und weil ich die nicht alle nötigen will, bei mir zu Hause oder im extra angemieteten Vereinsheim vorbeizukommen, finde ich es schon heute tierisch fair von mir, zu den Leuten hinzufahren und ihnen unsere Top-Stimmung mitzubringen, ohne daß sie extra fragen und sich dafür womöglich schämen müßten).</p>
<p>Bevor wir uns verkleiden, werden wir allerdings noch ein bißchen Fitneß machen. Natürlich auf einem Bierbike. Das paßt gut, weil es fast genau so kultig ist, fit hält und man was von der Umgebung und den Leuten mitbekommt (und umgekehrt: Win-win!). Ach so, und wem es nicht paßt, der muß ja nicht mitmachen. Zu dem sagen wir einfach: Tschüß!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Karrierefrauen im Hosenanzug&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Jun 2011 10:07:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieses Phänomen (das es, das sei der Ordnung halber erwähnt und nicht etwa aus &#8220;Gleichstellungsgründen&#8221;, selbstredend auch in männlich gibt) wird in diesem großartigen Artikel über den beispielhaften Werdegang eines populistischen Schwachsinnsgesetzes ebenso hervorragend beschrieben, wie auch die ganze Farce, die sich hinter der (auch nur noch selten und dann meist kurz vor Wahlkrämpfen) tatkräftigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieses Phänomen (das es, das sei der Ordnung halber erwähnt und nicht etwa aus &#8220;Gleichstellungsgründen&#8221;, selbstredend auch in männlich gibt) wird in diesem großartigen Artikel über den beispielhaften <a href="http://www.danisch.de/blog/2011/06/21/wie-die-deutsche-internet-kinderpornosperre-zustande-kam-und-zugrunde-ging/">Werdegang eines populistischen Schwachsinnsgesetzes</a> ebenso hervorragend beschrieben, wie auch die ganze Farce, die sich hinter der (auch nur noch selten und dann meist kurz vor Wahlkrämpfen) tatkräftigen Fassade unserer neuzeitlichen Realpolitik verbirgt.</p>
<p>Ich will nicht viele Worte machen, der Beitrag ist schon lang genug. Lest ihn auf jeden Fall bis zum Ende. Diejenigen unter uns, die selbst bei Providern arbeiten, werden schnell und mit Schrecken feststellen, daß Szenerien wie die geschilderten keine Ausnahme sind. Ich habe jedenfalls mehr als ein &#8220;Déja-vu&#8221; beim Lesen erlebt.</p>
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		<title>RWE begräbt Lena</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Jun 2011 16:27:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/lena_begraben.jpg"><img src="/_ressourcen/uploads/lena_begraben-600x400.jpg" alt="Ein Absetzer im Braunkohlentagebau Garzweiler versinnbildlicht, was Insider schon seit 2010 denken: Die Trulla ist weg vom Fenster und wird nun begraben. Bald wächst Gras über Lena." title="Ein Absetzer im Braunkohlentagebau Garzweiler versinnbildlicht, was Insider schon seit 2010 denken: Die Trulla ist weg vom Fenster und wird nun begraben. Bald wächst Gras über Lena." width="600" height="400" class="blackborder alignnone size-medium wp-image-1903" /></a></p>
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		<title>Vom Neinsagen</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Apr 2011 12:47:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin ja ein großer Anhänger Wilhelm Buschs und seiner Werke, womit ich nicht nur seine &#8220;Comics&#8221; meine. Nur wenige Dichter der jüngeren deutschen Geschichte verstanden es meiner Meinung nach, derart trocken und oft erst auf den zweiten Blick das Wesen &#8220;des Deutschen an sich&#8221; am Beispiel seiner selbst vorzuführen. Zu gerne läse ich zeitgenössische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin ja ein großer Anhänger Wilhelm Buschs und seiner Werke, womit ich nicht nur seine &#8220;Comics&#8221; meine. Nur wenige Dichter der jüngeren deutschen Geschichte verstanden es meiner Meinung nach, derart trocken und oft erst auf den zweiten Blick das Wesen &#8220;des Deutschen an sich&#8221; am Beispiel seiner selbst vorzuführen. Zu gerne läse ich zeitgenössische Texte des Künstlers, die er unserer Gegenwart aus eigener Beobachtung gewidmet hätte, den der gefühlte Zyklus aus Aktion und vermeintlich obligatorischer Reaktion wird ja doch immer kürzer, oder umgangssprachlich: Inzwischen treibt man ja mehrmals täglich ganze Sauenkolonnen durch Dörfer (und Hauptstädte).</p>
<p>Aktuell wird &#8220;in der Netzgemeinde&#8221; wieder einmal innbrünstig um, naja: Nicht unbedingt eine Herde Borstentiere, aber gewiß einen Sack Reis getanzt<span id="more-1866"></span>, den irgendjemand ungefragt und ohne Bestellung irgendwoher geholt und, anläßlich einer (seiner) kommerziellen Veranstaltung, jener &#8220;Gemeinde&#8221; hingeworfen hat. Vielleicht aus eigennützigem unternehmerischem Antrieb, vielleicht aus ehrlich guter Absicht gegenüber einer unstrittig zu verbessernden Welt, vielleicht auch, um das angenehme Eine mit dem nützlichen Anderen zu verbinden. Nichts genaues reis man nicht. </p>
<p>Anlässe wie der hier als Aufhänger genannte digitale Getreidebeutel und insbesondere der nachfolgende Tanz um denselben zeigen jedoch ein grundsätzliches Problem &#8220;moderner, westlicher Konsensdemokratien&#8221; auf. Von den insgesamt drei grundlegenden Möglichkeiten nämlich, auf den Reissack und dessen Hinwerfer zu reagieren, sind mittlerweile nur mehr zwei allgemein akzeptiert. Zum einen die demütige Variante, nach der man für das Geschenk dankbar zu sein hat, und zwar &#8211; so wird es ja schon im nicht mal immer kirchlichen Kindergarten gelehrt &#8211; obwohl man überhaupt keinen Reis mag. Und zum anderen die &#8220;konstruktive&#8221;: Man will den Reissack zwar nicht, da der &#8220;aber nunmal&#8221; da ist und folglich irgendwo hin &#8220;muß&#8221;, hat man sich Gedanken darüber zu machen, wie man im weiteren mit dem Gebinde verfährt. </p>
<p>Die dritte Möglichkeit ist indes nicht Ignoranz, denn die wird zur &#8220;konkludenten Zustimmung&#8221;, hier: zur demütigen Annahme umgedeutet. Nein, die (allgemein geächtete!) dritte Möglichkeit besteht in dem eigentlich natürlichsten Reflex eines jeden, der mit ungeliebtem konfrontiert wird und lautet: Den Sack umgehend zu packen und seinem Werfer zurück vor die eigenen Füße zu schleudern um jenem somit zu verdeutlichen, daß er seine Körner bitte bei sich zuhause abstellen und/oder mit jemand anderem fressen möge. Wer dies dann noch zu tun wagt, ohne sich womöglich auch nur ansatzweise zu erklären oder gar zu entschuldigen, ist selbstverständlich reif für den soziologischen Scheiterhaufen. Gilt als nicht diskussionsfähig. Als Fundamentaloppositioneller, Nörgler, Querulant. &#8220;Was der Bauer nicht kennt, das frißt er nicht&#8221; gilt demenstsprechend längst nicht mehr als Ausdruck überlebenssichernder Vorsicht, sondern als Stigma von &#8220;Innovationsverweigerern&#8221; und &#8220;Fortschrittsfeinden&#8221;.</p>
<p>In Fällen, da der aktuelle Reissack vom Werfer selbst als alternativlose alttestamentarische (&#8221;Auge um Auge, Sack um Sack&#8221;) Gleichgewichtskomponente deklariert wird, wird dies gerne noch mit dem Hinweis auf &#8220;die Anderen&#8221;, die man schließlich nicht unerwidert Säcke werfen lassen könne, gewürzt, ganz so, als könne man sich vor Säcken vor allem mit Säcken schützen. Ja, die Ächtung des dritten, des schlicht ablehnenden Weges wird fast immer damit begründet, daß es schließlich besser sei, &#8220;irgendwas&#8221; zu tun als &#8220;gar nichts&#8221;.</p>
<p>Nur: Ist das wirklich so? Begegnet man Atomraketen am besten mit Atomraketen? Schlägen mit Schlägen? Sollte man einen fremden Scheißehaufen im Vorgarten am besten mit dem nicht so fremden eigenen überdecken? Sollten wir, bevor die USA und China aus wirtschaftlichen Interessen die Atmosphäre mit Treibhausgasen vergiften, beiden besser zuvorkommen und es selbst tun und die Früchte des Aufschwungs genießen, bis uns die Luft wegbleibt? Sollten wir, um zum oben genannten Aufhänger zurückzukommen, der von professionellen Lobbyisten verseuchten und mit Strukturen aus vorkaiserlichen Zeiten verkrusteten politischen Realität am besten durch Anpassung an ihre seit jeher geübten Gepflogenheiten begegnen und unsererseits lobbyistische Reissäcke werfen? Muß man wirklich auf jeden Furz des Gegenübers mit einer eigenen Blähung reagieren?</p>
<p>Womit ich, um den Aufsatz abzukürzen, auf den eingangs erwähnten Meister der deutschen Verslyrik zurückkomme: </p>
<blockquote><p>Das Gute &#8211; dieser Satz steht fest &#8211; ist stets das Böse, was man läßt.</p></blockquote>
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		<title>Von hinten</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 08:36:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zum Kacken zu dämlich]]></category>
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		<description><![CDATA[Jeder, der mit seinem Fahrrad auch schon mal weiter fährt als bis zur Trinkhalle, kennt das: Vor Dir ein PKW (in der Regel Typ &#8220;motorisierter Einkaufswagen&#8221;), am Steuer wahlweise Trockengemüse, Frauen oder &#8211; auch längst keine Rarität mehr &#8211; hoffnungslos verwirrte Lebewesen männlichen Anscheins, die wahlweise und nicht immer eindeutig erkennbar telefonieren, ein Buch oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder, der mit seinem Fahrrad auch schon mal weiter fährt als bis zur Trinkhalle, kennt das: Vor Dir ein PKW (in der Regel Typ &#8220;motorisierter Einkaufswagen&#8221;), am Steuer wahlweise Trockengemüse, Frauen oder &#8211; auch längst keine Rarität mehr &#8211; hoffnungslos verwirrte Lebewesen männlichen Anscheins, die wahlweise und nicht immer eindeutig erkennbar telefonieren, ein Buch oder die Weltkarte lesen, den Einkaufszettel ergänzen und/oder meinen, durch konsequent meditatives Verhalten doch noch eine Parklücke in der gerade befahrenen (und natürlich vollständig zugeparkten) Gasse auftun zu können.<span id="more-1852"></span></p>
<p>Sie alle haben gemeinsam, daß Du sie aus dem Auto zerren, ihnen einen Klaps auf den Hinterkopf geben, sie persönlich beim Abdecker abliefern willst &#8211; oder sie zumindest alsbald zu überholen suchst. Soweit nichts besonderes. In der Regel genügt im Vorbeifahren ein Klopfen an die Scheibe, um diese Leute ins Leben zurück zu holen, was allerdings bisweilen auch kontraproduktiv sein kann, da die dergestalt wiederbelebten oft genug in einem dem Huftier abgeschauten Frontalfluchtreflex unvermittelt das Gaspedal wiederfinden und deinen fast schon abgeschlossenen Überholvorgang, entgegen allem eventuell einst in der Fahrschule über die Pflichten des Unterholenden Gelernten, wieder zunichte machen.</p>
<p>Ich stelle mir bei solchen leider nicht gerade seltenen Gelegenheiten viel zu oft die Frage, ob man von einem derart entrückten Fahrverhalten wohl auf die Lebensgestaltung des Fahrers im Ganzen schließen kann und beantworte mir diese angesichts der Lage der Nation im Allgemeinen und dem regelmäßig dokumentierten merkfreien Verhalten des Wahlvolks im Besonderen in der Regel unverzüglich mit &#8220;ja&#8221;.</p>
<p>Und trotzdem gibt es selbst in Fällen wie diesen bisweilen solche, die einen verzweifeln lassen. Wie den des sichtlich mit dem sich ihm in Gestalt des Wendekreises nähernden und weithin absehbaren sowie ausgeschilderten Ende der Sackgasse überforderten Mittvierzigers, der durch das offene Fahrerfenster auf meine Bitte, doch wenigstens vor einem abrupten Linksschwenk ausnahmsweise NICHT davon auszugehen, er sei allein auf Welt und Straße, völlig entrüstet entgegnete:</p>
<blockquote><p>Das kann man doch nicht ahnen, daß jemand von hinten kommt.</p></blockquote>
<p>Der dabei aufgesetzte Gesichtsausdruck ließ keine Zweifel aufkommen: Das hat er nicht nur in diesem Moment und vor allem: Nicht nur in diesem Zusammenhang so ehrlich gemeinst wie selten jemand irgendwas. Nein: Dermaßen deutlich offenbart sich der überschaubare Horizont des durchschnittlichen Mitbürgers wahrlich selten.</p>
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		<title>Die Münchhausen-Compilation</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Feb 2011 14:38:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Macht sie weg!]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
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		<description><![CDATA[Soeben kam @themell und mir die grandiose Idee, eine Abschieds-Compilation für unseren noch-Doktor im Kriegsministerium zusammenzustellen.
Bisher sind folgende Titel dabei:

Theo, wir fahr&#8217;n nach Lodz (Vicky Leandros)
Gutti, gestehe (Pornobarbie feat. Vicky Leandros)
Ich hab die Haare schön (Graf Karl von der Gelanstalt)
Ein bißchen Frieden (Gorch Fock Dummies feat. Kunduz)

Weitere Ideen: Unten rein!
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Soeben kam <a href="https://twitter.com/themell">@themell</a> und mir die grandiose Idee, eine Abschieds-Compilation für unseren noch-Doktor im Kriegsministerium zusammenzustellen.</p>
<p>Bisher sind folgende Titel dabei:</p>
<ul>
<li>Theo, wir fahr&#8217;n nach Lodz (Vicky Leandros)</li>
<li>Gutti, gestehe (Pornobarbie feat. Vicky Leandros)</li>
<li>Ich hab die Haare schön (Graf Karl von der Gelanstalt)</li>
<li>Ein bißchen Frieden (Gorch Fock Dummies feat. Kunduz)</li>
</ul>
<p>Weitere Ideen: Unten rein!</p>
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		<title>Deutsche Werbung, deutscher Wein</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Feb 2011 12:15:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bekanntlich ist es Firmen in Deutschland nicht erlaubt, ihre Angebote mit unwahren bzw. nicht belegbaren Tatsachenbehauptungen zu bewerben. Das ist auf den ersten Blick grundsätzlich und selbst auf den zweiten &#8211; wenn man mal an Aussagen wie &#8220;macht schlank&#8221; oder &#8220;schützt vor Pimpernellenpest&#8221; denkt &#8211; immer noch hochvernünftig, will der Verbraucher doch zurecht anhand von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bekanntlich ist es Firmen in Deutschland nicht erlaubt, ihre Angebote mit unwahren bzw. nicht belegbaren Tatsachenbehauptungen zu bewerben. Das ist auf den ersten Blick grundsätzlich und selbst auf den zweiten &#8211; wenn man mal an Aussagen wie &#8220;macht schlank&#8221; oder &#8220;schützt vor Pimpernellenpest&#8221; denkt &#8211; immer noch hochvernünftig, will der Verbraucher doch zurecht anhand von Fakten und nicht aufgrund groben Unfugs seine Kaufentscheidung treffen. </p>
<p>Doch Deutschland wäre nicht Deutschland, nähme es nicht, wie alles, auch diese Vorschrift so wörtlich, daß sie sich selbst ad absurdum führt. <span id="more-1836"></span>Denn nicht nur ist das Behaupten genitalverlängernder und sonstiger Effekte nach allgemeinem Rechtsverständnis unzulässig, sondern auch jene plumpen Kaufmannsaufschneidereien, die selbst unsere unaufgeklärten Urahnen im finstersten Vormittelalter längst als solche kannten, durchschauten und darob schlicht zu ignorieren verstanden: &#8220;Unser Brot ist das beste und unser Kaffe der leckerste&#8221; &#8211; mit Werbeaussagen, die so oder ähnlich überall auf der Welt als solche verwendet und natürlich von jedermann erkannt werden, riskiert man in Deutschland mindestens eine saftige Abmahnung, solange nicht etwa die sogenannte Stiftung Warentest als so unabhängige wie universell sachkundige Institution auch die subjektivste aller Wahrnehmungsoptionen höchst objektiv (und selbstverständlich nicht, wie vereinzelt behauptet, gegen kleinere und größere nicht zweckgebundene Spenden) attestiert hat und in Form eines &#8211; gegen Entgelt abdruckbaren und einem staatlichen Qualitätssiegel längst gleichkommenden &#8211; Logos attestiert hat. </p>
<p>Dergleichen treibt, zumal in Deutschland, selbstverständlich Stilblüten. Schon leidlich kämpferischen Slogans wie &#8220;das beste Persil aller Zeiten&#8221; oder &#8220;unser bester Apfelsaft&#8221; stehen die zahllosen Abstimmungsmeetings mit der Rechtsabteilung ins Gesicht geschrieben, aber beiweitem nicht so bezeichnend wie einer Königin unter den unverbindlichen Werbesprüchlein: &#8220;Vielleicht eines der besten Biere unserer Zeit.&#8221;</p>
<p>Ich bin mir nicht sicher, was hier Ursache ist und was Wirkung. Ist des die Streitlust des Gartenzwergzüchters, die unter Zuhilfenahme regelrechter Advokatenarmeen zu derart absurden und, wie es ein englischer TV-Koch wohl nännte, <em>bollockless</em> Relativierungen führt? Oder ist es die &#8220;german Angst&#8221;, es könnte sich eines Tages ein Kunde beklagen, daß Omas Gebäck aber doch <em>noch</em> besser sei, falls man wie jeder Konditor jenseits des Rheins ohne Wimpernzucken seinen Erdbeerkuchen der Kundschaft als den besten anpriese, den jene bis dato gegessen habe (und im Zusammenhang damit womöglich die Furcht vor Reklamationen mit gerichtlichen Folgen)? Ist es die bekannte deutsche Bescheidenheit, die sich landläufig weniger im Anhäufenwollen als im strebsamen Verbergen des Haufens manifestiert und es vorzieht, jedwedes selbstbewußt subjektive Urteil aus Furcht vor Schmähungen oder Spott zu unterlassen oder zumindest bis zur Unkenntlichkeit zu relativieren?</p>
<p>Ich kenne die Ursachen nicht. Alles, was ich weiß, ist, daß deutsche Anbieter mit anderen Superlativen weniger bis gar keine Berührungsängste haben. Geht man mit maximaler Größe &#8211; aus historischen und/oder physiognomischen Gründen &#8211; noch zaghaft um, gibt es bei einem anderen Prädikat nichts, das deutsche Anbieter stoppen könnte. Ist irgendjemandem außer mir (und einem geschätzten Freund, der sich jetzt sicher angesprochen fühlt) eigentlich jemals aufgefallen, wie viele <em>älteste Brauereien Deutschlands/der Welt/des Universums</em> es in diesem Land gibt? Wie viele <em>älteste</em> Weinstuben friedlich entlang von Neckar, Rhein und Mosel koexistieren, von den ungezählten <em>ältesten</em> Gasthäusern allerorten ganz zu schweigen? Angesichts des geballten Altertums, das sich quer durch die gesamte Wirtschaft zieht und bei genauem Hinsehen noch viel präsenter ist als die angeblich vergreisende Bevölkerung, drängt sich mir jedenfalls die Befürchtung auf, daß der Konservativismus, die (derzeit zu allem Überfluß in zumindest medialer Restaurationsgier gipfelnde) Sehnsucht nach Vergangenem in unserer Gesellschaft noch viel tiefer verwurzelt sind, als man es oberflächlich und angesichts &#8220;traditionspflegender&#8221; Veranstaltungen wie Schützenfesten oder Karnevalsschlägereien ohnehin schon annehmen muß.</p>
<p>Es ist offensichtlich: &#8220;Alt&#8221; ist das deutsche &#8220;gut&#8221;, denn <em>das machen wir schon immer so und es funktioniert ja auch</em>. Nun, beim Wein stimmt das sogar. Manchmal. Vielleicht.  Aber ob es für das, was man so als Land um die Reben drumherum gebaut hat, auch das Beste ist?</p>
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		<item>
		<title>Ein bißchen Voting, ein bißchen Hilfe&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 15:22:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ja. Ich weiß. Das, worüber ich mich jetzt schon ein paar Tage lang fassungslos, sagen wir, verwundere, ist ein alter Hut. Ich bin erst kürzlich darüber gestolpert, weil mir der zur unterhaltungsfunklichen ÖPP &#8220;Song Contest&#8221; verkommene und mit Hilfe unbezahlter Praktikanten demnächst in Düsseldorf selbstverliebt veranstaltete einstige Grand Prix Eurovision de la Chanson heute noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja. Ich weiß. Das, worüber ich mich jetzt schon ein paar Tage lang fassungslos, sagen wir, verwundere, ist ein alter Hut. Ich bin erst kürzlich darüber gestolpert, weil mir der zur unterhaltungsfunklichen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/ÖPP">ÖPP</a> &#8220;Song Contest&#8221; verkommene und mit Hilfe <a href="http://www.derwesten.de/kultur/musik-und-konzerte/eurovision-song-contest/Lena-Meyer-Landrut-und-die-Gratis-Praktikanten-id4181188.html">unbezahlter Praktikanten</a> demnächst in Düsseldorf selbstverliebt veranstaltete einstige Grand Prix Eurovision de la Chanson heute noch viel weiter am Arsch vorbei geht, als er es zu Zeiten von <a href="http://www.youtube.com/watch?v=8dxbbd7Py-c">&#8220;hihihihi, ne Gehirnzelle&#8221;-Nicole</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ralph_Siegel">Ralphs Igel</a> schon tat. </p>
<p>Alles, was ich in Summe über diesen für den weiteren Weltverlauf in seiner Bedeutung noch hinter einem Sack asiatischen Getreides rangierenden Glitzer-Hokuspokus-Budenzauber behalten habe, ist die ungefähre <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Vorausscheidungen_zum_Eurovision_Song_Contest">Geschichte der deutschen Vorausscheidung</a><span id="more-1823"></span> (eine übrigens im Bezug auf den zweiten Teil des zusammengesetzten Substantives meist sehr treffende Bezeichnung). Diese variierte bis 2010 weitgehend darin, daß entweder das Publikum der &#8211; nicht einmal immer im Fernsehen übertragenen &#8211; nationalen Vorrunden oder aber eine wie auch immer qualifizierte Jury darüber befinden durfte, welcher der Kandidaten nun geeignet sei oder auch nicht und daß manchmal auch sofort ein Teilnehmer per Dekret bestimmt bestimmt wurde. So weit, so schlecht. </p>
<p>Für ein echtes Novum sorgt allerdings spätestens in diesem Jahr die großmeisterliche Organisation des im Umgang mit, sagen wir mal: mit bisweilen überschaubarer intellektueller Investition zu lukrativem Lacherfolg zu verleitenden Massen geübten und unbestritten Grand Prix-erfahrenen Unterhaltungsunternehmers Raab. Erstmalig kann das Publikum über den deutschen Teilnehmer abstimmen &#8211; und kann es zugleich nicht. Denn daß die mit ihrem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mockney">Mockney-Akzent</a> und <a href="http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,694730,00.html">unübersehbarer Ambition auf den Titel als &#8220;deutsche Amy Winehouse&#8221;</a> einmal vom Fernsehvolk als Vertreter auserkorene aus ihrem Vorjahrestitel einen universellen Repräsentanzanspruch ableiten könne, <a href="http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/songconest/2364466/raab-lena-soll-song-contest-titel-2011-verteidigen.story">stand für Raab schon unmittelbar nach diesem Sieg fest</a>.</p>
<p>Der Fehler, trotz ohnehin feststehender Volksmusikvertreterin auf eine Quoten und, so darf man annehmen, auch ordentliches Televoting-Entgelt bringende Reihe von &#8220;Entscheidungen&#8221; und &#8220;Finalen&#8221; zu verzichten, wäre für einen Profi wie Raab indes unverzeihlich. Also macht der kluge Geschäftsmann aus ehemaligen &#8220;Vorrunden&#8221; kurzerhand eine &#8220;neues Album-Vorstellung in drei Akten&#8221; (das Album gibt es termingerecht im Handel) und der begeisterte Fan darf, ehe er eine Kopie davon kauft, noch schnell ein bißchen die Telefonrechnung optimieren und darüber befinden, mit welchem Stück aus dem neuen Album denn nun das gutbürgerliche Wundergirlie offiziell die Welt beglücken darf.</p>
<p>Ich widerspreche mir nicht, wenn ich zuerst behaupte, daß mir Lena, Raab und ihre karnevalsverlängernde Schlagerparade reichlich egal sind, denn das sind sie. Mich interessiert nicht nur nicht, ob sie gewinnt oder verliert. Auch mein Mitleid für jeden, der blöd genug ist, sich angesichts einer kommerziellen Europarade für die Verunglimpfung des an sich beispielhaften echten &#8220;Ehrenamts&#8221; herzu- und, als &#8220;Lohn&#8221;, mit dem <a href="http://www.digitalfernsehen.de/NDR-sucht-freiwillige-Helfer-fuer-Eurovision-Song-Contest.47400.0.html">einzigartigen Flair der größten Musikshow der Welt</a> zufriedenzugeben, liegt deutlich unterhalb der Nullinie.</p>
<p>Die bemerkenswerte Entwicklung einer völlig unwichtigen Fernsehshow deutet jedoch in erschreckender Weise auf eine Grundtendenz in diesem Land und dem &#8220;zivilisierten Abendland&#8221; generell: Während anderswo auf der Welt nach Jahrzehnten der Hinnahme gegen scheindemokratische Diktaturen aufgestanden wird, erscheint es bei uns als völlig selbstverständlich, daß man bei einer als solchen bezeichneten Wahl &#8211; und damit meine ich, man ahnt es, weder Hupfdohlenwettbewerbe noch Kakerlakenwettessen &#8211; aus den sprichwörtlichen drei Haufen Scheiße denjenigen küren soll, der am appetitlichsten verpackt ist. Daß man sich dies mit Floskeln wie &#8220;scheiße wählen ist besser als gar nicht wählen&#8221; oder &#8220;man kann eh nichts dagegen tun&#8221; schönredet. Daß man, um nicht daran erinnert zu werden, geradezu offensiv gegen jeden angeht, der die Scheißehaufen beim Namen nennt. Oder daß man, noch schlimmer, sich dessen sogar bewußt ist und damit tröstet, daß andere ja noch viel mehr verarscht würden.</p>
<p>Ich war, wie gesagt, fassungslos. Auch darüber, wie unkritisch fast die gesamte Welt der &#8220;Qualitätsmedien&#8221; das &#8220;große Ereignis&#8221; lobpreist. Und ich rechne dementsprechend fest damit: Am 18. Februar werden Millionen Fernsehdeutsche ihren eigenen (vermutlich: mehrfachen) Abstimmungsbeitrag zur demokratischen Wahl des neuen deutschen Sieger(titel)s mit Rotkäppchen-Prosecco (und eventuell aufbewahrten Guildo Horn-Kostümen) feiern. Und sich später, vor dem Schlafengehen, noch schnell anhand einer Spiegel TV-&#8221;Dokumentation&#8221; darüber entsetzen, daß in der DDR die Parteien der Nationalen Front stets mit mindestens 98 Prozent der Wahlstimmen überraschend deutlich bestätigt wurden.</p>
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		<title>Kalibrieren bitte!</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Jan 2011 14:50:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den letzten Tagen kreiste die sogenannte Netzgemeinde um einen Blogger, dem infolge eines Rechtsstreits mit einer Firma seine Domain genommen wurde. Auf ihn möchte ich nicht eingehen, und zwar deshalb, weil ich hier weder in der Position für ein wertendes, noch in der Lage für ein juristisches Urteil bin und außerdem aus eigener Erfahrung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten Tagen kreiste die sogenannte Netzgemeinde um einen Blogger, dem infolge eines Rechtsstreits mit einer Firma seine Domain genommen wurde. Auf ihn möchte ich nicht eingehen, und zwar deshalb, weil ich hier weder in der Position für ein wertendes, noch in der Lage für ein juristisches Urteil bin und außerdem aus eigener Erfahrung weiß, daß einen öffentliches Wirken schnell mit einem möglicherweise unangenehmen Teil der Öffentlichkeit konfrontieren kann und das wünscht man, wenn man es selbst erlebt hat, niemandem. Außerdem haben <a href="http://www.ennomane.de/2011/01/18/was-uns-euroweb-vs-nerdcore-ueber-postprivacy-und-informationskontrolle-lehrt/">andere</a> über diesen Teil dieser Geschichte bereits öffentlich <a href="http://rz.koepke.net/2011/01/20/antiautoritare-erziehung-als-altlast/">nachgedacht</a>.</p>
<p>Sehr wohl eingehen möchte ich aber auf die besagte Firma. Oder besser gesagt auf das Getöse, das ihretwegen bzw. wegen Dingen, die ihr zur Last gelegt werden, rund um sie herum immer noch aufgeführt wird. <span id="more-1811"></span></p>
<p>Vorab: Ich verabscheue Disclaimer. Ich verabscheue sie, weil sie dem Leser etwas ersparen sollen, das ich prinzipiell von jedem verlange: Sich die Mühe zu machen, kontextuell und nicht reflexhaft oder in Schubladen zu denken. In einer Situation, in der zum kübelweisen Besprühen mit virtueller Scheiße (&#8221;Shitstorm&#8221;) aufgerufen wird und die weder einer Hexenjagd noch dem letzten hinterwäldlerischen Lynchmob in irgendetwas nachsteht, kann man Rationalität jedoch kaum erwarten. Drum mache ich schweren Herzens eine Ausnahme. Also: Wer mich kennt, weiß, was ich von Leuten halte, die aus der Gutgläubigkeit Profit ziehen. Daran hat sich auch heute und nach diesem Beitrag nichts geändert. Und selbstverständlich stehe ich auch weiterhin dazu, daß das &#8220;Argument&#8221;, daß man immer jemanden oder etwas findet, der/das &#8220;noch schlimmer&#8221; (dran) ist, für mich niemals eins sein wird. Wertmaßstäbe sind für mich keine Frage der Relation. Ich hoffe, das genügt.</p>
<p>Wertmaßstäbe sind indes ein guter Einstieg. Wir sind uns sicher alle einig, daß selbsternannter &#8220;Qualitätsjournalismus&#8221; zu verachten ist, wenn er parteiisch wird und vor allem, wenn er das auf Basis von Behauptungen und Vermutungen tut. <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-zeitschrift-mit-dem-frausrufezeichen/">Fragezeichen sind hier ein beliebtes Stilmittel</a> (&#8221;Hat dieser Mann drei Frauen abgeschlachtet?&#8221;, &#8220;Bundeskanzler ein Betrüger?&#8221;). Und sobald es um Journalistendarsteller wie Baptist Kerner geht, der sich <a href="http://redblog.twoday.net/stories/11579097/">auf Kosten des Steuerzahlers</a> mit einem privatkommerziellen Fernsehtrupp nach Afghanistan fliegen läßt, um sich dem Kriegsminister als Stichwortgeber und &#8220;der Truppe&#8221; als Kümmerer im Dienste einer großen &#8220;unsere Jungs und die Freiheit am Hindukusch&#8221;-Kampagne anzudienen, wird sich &#8211; völlig zurecht &#8211; über das Fehlen jedweder echten kritischen Distanz kollektiv ereifert. </p>
<p>Das Einfordern von Distanz scheint jedoch relativ &#8211; Gegenbeispiel: Ein selbsternannter Rächer des &#8220;kleinen Mannes&#8221; schwadroniert in einem, vorsichtig formuliert: leicht voreingenommenen Beitrag des mitteldoofen Rundunks über eine Firma, die Unternehmer über den Tisch ziehe. Was ist geschehen? Die vermeintlich Betrogenen haben für das Versprechen, eine Homepage (MDR-Moderator: &#8220;das sind so Visitenkarten im Internet&#8221;) im Wert mehrerer tausend Euro geschenkt zu bekommen, ohne jede Skepsis oder nochmaliges Lesen alles unterschrieben, was man ihnen vorlegte. Denn: &#8220;Es wirkte ja völlig seriös&#8221;. Und natürlich, weil das &#8220;Angebot nur jetzt sofort&#8221; gegolten habe. Man befragt einen Rechtsanwalt zu einem heimlich gefilmten Verkaufsgespräch und dieser stellt, fast gleich einer Enthüllung, fest, daß die &#8220;Außendienstmitarbeiter&#8221; wohl &#8220;professionell geschult&#8221; seien, &#8220;ihr Produkt an den Mann bzw. die Frau [zu] bringen&#8221;. Danach gibt der investigative Moderator zunächst einem weiteren &#8220;Opfer&#8221; Stichworte wie &#8220;werden Sie weiterkämpfen?&#8221; und empiehlt, &#8220;stark&#8221; zu bleiben, fragt anschließend eine &#8220;Expertin&#8221; nach den &#8220;Tücken&#8221; dieser &#8220;Masche&#8221; und wie sie denn gegen diese &#8220;Gaunerei, man muß es so nennen&#8221; vorgehen wolle. Ein eindeutig parteiisches, journalistisch fragwürdiges und bestenfalls &#8220;gut gemeintes&#8221; Stück öffentlich-rechtlichen Schaffens also, über das, ginge es hier etwa gegen Anti-Zensur-Aktivisten oder um die oben genannte Kerner-kocht-am-Kundus-Show, unverzüglich ein Sturm der virtuellen Empörung losbräche. Gar E-Petionen gäbe es, gegen schlechten Journalismus und so. Und doch wird, da es hier, so hat man gehört, um &#8220;die Bösen&#8221; geht, dieser Beitrag ernsthaft und anstelle eines rechtskräftigen und belastbaren Urteils <a href="http://www.wort-schuetzen.de/wp/?p=2234">als Beweis für die Schuld der besagten Firma gewertet</a> und das sogar in einem Artikel, der selbst mit der Empfehlung schließt, sich am besten auf Fakten zu stützen. </p>
<p>Natürlich: Das, was da vorgeworfen wird, ist, vornehm ausgedrückt, reichlich unschön. Vor allem, falls es tatsächlich stimmen sollte, daß zwar Geld abgebucht, dafür aber keine Leistung erbracht wurde. Aber: Festzustellen, DASS da Unrecht geschehen ist &#8211; und wie es ggf. zu sühnen sei -, ist, wie (zumindest nominal) bei allen Streitigkeiten in diesem unseren Land, aus wie ich finde zumindest in der idealtypischen Theorie überragend guten Gründen nun mal Sache eines Gerichts und eben nicht eines &#8220;gesunden&#8221;, gar &#8220;moralisch&#8221; geprägten &#8220;Volksempfindens&#8221;.</p>
<p>&#8220;Moral&#8221; ist ein weiteres gutes Stichwort. Da wird in manchen Kommentaren ernsthaft zunächst zum virtuellen Teern und Federn aufgerufen, um dieses im gleichen Atemzug mit der dem Gericht, das der Firma das Wegnehmen der betreffenden Domain legitimiert hat, und natürlich der Firma selbst vermeintlich abgehenden &#8220;Moral&#8221; zu begründen. Abgesehen davon, daß &#8220;Moral&#8221; für mich in die gleiche Kategorie fällt wie &#8220;Ehre&#8221; bzw. &#8220;Ehrverletzung&#8221;, &#8220;Rowdytum&#8221; oder &#8220;Keuschheit&#8221;: Vor derart massiver kognitiver Dissonanz muß man einfach nur ehrfürchtig den Hut ziehen.</p>
<p>Nein, mit Emotionen, zumal ungeordneten und unkanalisierten, kommt man in Fällen wie diesen nirgends hin. Außer vermutlich in eine Ecke, an deren Rand ein Schild mit der Aufschrift &#8220;Kindergarten&#8221; nicht weiter auffiele. Um was geht es denn mal jenseits aller ja vielleicht sogar      nachvollziehbaren Erregung: Eine Firma geht offenbar zu Gewerbetreibenden, nennt zunächst vemeintlich überzogene Preise für eine Leistung, die sie dann jedoch nicht in Rechnung stellen würde, um dafür andere Leistungen eben doch zu berechnen. Schon das mit den Preisen ist derweil kompletter Unsinn, zumindest als Pauschalaussage. Denn an einer ordentlichen, individuell handwerklich gestalteten, bedingungslos bedienbaren und barrierefreien Internetpräsenz für ein nicht einmal großes Unternehmen inklusive Abnahmen, Anpassungen, Layout, Texterstellung, Grafikdesign, womöglich individueller Programmierung, Endbenutzer- und Akzeptanztests kann eine seriöse Agentur gar nicht für ein paar hundert Euro arbeiten, sofern sie ihre Angestellten, ihre Miete, ihre laufenden Rechnungen und ggf. eingesetzte Spezialsoftware ordentlich bezahlen will oder muß und sobald es über die sogenannte &#8220;Web-Visitenkarte&#8221; hinausgeht.<br />
Solche Größenordnungen mögen für den mittlerweile verbreiteten &#8220;mit dem Hobby ein paar Taler dazu&#8221;-Verdiener natürlich schier unglaublich, geschweige denn gegenüber seinen Kunden durchsetzbar klingen und zudem steht ja die Behauptung im Raum, daß die besagte Firma all dies überhaupt nicht leiste, sondern eben nur Baukastenseiten zusammenklicke. Angenommen das ist so: So funktioniert das in diesem System nun einmal &#8211; Preise entstehen durch Angebot und Annahme. Oder fragt irgendein Fanboy bei bei seinem Apfeltelefonhersteller ebenso kritisch nach, warum dieser für ein in China nach amerikanischen Vorgaben zusammengeklebtes &#8220;Designtelefon&#8221;, auf dem im Wesentlichen zusammengeklickte &#8220;Apps&#8221; (gegen Entgelt!) abgespielt werden, den vermutlich mehrhundertfachen Herstellungspreis nicht nur verlangt, sondern obendrein noch klaglos bekommt, sei es per Einmalzahlung oder verteilt über die monatliche Laufzeit?</p>
<p>&#8220;Laufzeit&#8221; ist das nächste Stichwort. Von Knebelverträgen ist da die Rede. &#8220;Knebel&#8221; wohl deshalb, weil die Laufzeiten &#8220;lang&#8221; sind. Es geht augenscheinlich um 48 Monate, also das zweifache eines Handyvertrags. Letzteren unterschreibt, bei aller Fragwürdigkeit, auch heute noch wie selbstverständlich etwa jeder vierte Deutsche als Privatkunde alle zwei Jahre für ebendiese Laufzeit (&#8221;klar, das ist doch normal&#8221;), und das nicht mal immer für ein vergünstigtes Telefon mit einem Obstymbol.<br />
Im gewerblichen Bereich gelten da ganz andere Maßstäbe. Nehmen wir einen Leasingwagen &#8211; da sind fünf Jahre keine Seltenheit. Oder eine Büroetage: Ich kenne genug Gewerbetreibende, die ihre der Konditionen wegen gleich für zehn Jahre im Voraus verbindlich abnehmen. Und das bei Mieten, die ein paar hundert Euro deutlich übersteigen. Wo genau liegt der Unterschied zwischen diesen Gewerbetreibenden und den mutmaßlich &#8220;übers Ohr gehauenen&#8221;? Bei allem Respekt muß man hier wohl ganz nüchtern sagen: In der Tatsache, daß erstere in &#8220;heute billig morgen teuer sofort unterschreiben&#8221;-Phrasen sofort ein unüberwindbares Kaufhindernis sehen würden. Und gleich im Anschluß vermutlich darin, daß, unterschrieben sie das Angebot dennoch, sie es Wort für Wort durchläsen und verstünden, ehe sie letztlich doch ihren Kringel setzten und eben das nicht täten, wenn sie auch nur den kleinsten Zweifel hätten oder man ihnen ohne Zeugen mündlich etwas von einem &#8220;Widerrufsrecht&#8221; erzählte, das, wie man als selbständiger Unternehmer einfach mal wissen sollte, im BGB für Haustürgeschäfte mit Privatkunden geregelt ist und obendrein selbst dort nicht für individuelle Werkverträge gilt und zu allem Überfluß, wie alle anderen mündlichen Absprachen, auf dem Schriftsatz ausdrücklich ausgeschlossen wird.</p>
<p>Man muß das alles nicht in Ordnung finden. Tue ich &#8211; wie schon geschrieben &#8211; selbst auch nicht, obwohl ich nicht ganz leugnen kann, daß die bei der altbewährten Formulierung &#8220;ich schenke Ihnen was ganz wertvolles und teures&#8221; scheinbar automatisch aussetzende Vernunft letztlich auch nichts anderes als eine Folge von Gier sein muß. Aber wie dem auch sei, man sollte hier mal den Klingonen bei Seite lassen und stattdessen den Vulkanier rauskramen. Mir drängt sich bei der ganzen Debatte jedenfalls die Befürchtung auf, daß, je lauter hier jemand schreit, umso weniger realistische Vorstellung er davon haben kann, was man sich hinter Begriffen wie &#8220;Dienstleistung&#8221; im allgemeinen und &#8220;Vertrieb&#8221; im ganz besonderen heutzutage in der Praxis vorstellen muß. Will ich damit etwas relativieren? Nein, siehe wiederum ganz oben. Im Gegenteil. Das Problem ist halt nur nicht $firma. $Firma ist eine beliebige Variable, die gesternmorgenübermorgen stets anders besetzt war und sein wird. </p>
<p>Das Problem ist &#8211; neben der politisch seit Jahrzehnten geförderten Erwerbsnot, die immer mehr Menschen zwingt, Beschäftigungen nachzugehen, die sie in einem seinen Namen verdienenden und die Menschenwürde respektierenden Sozialstaat vermutlich niemals annähmen &#8211; die grundlegende Mentalität, die heute überall dort, wo es um Geld geht vorherrscht. Sie ist an Sätzen wie &#8220;wenn wir&#8217;s nicht machen, macht&#8217;s ein anderer&#8221; erkennbar. Sie wird gerne zu den &#8220;freien Kräften des Marktes&#8221; verklärt, die sich &#8220;selbst ins Gleichgewicht&#8221; brächten. Oder, weniger beschönigend, als &#8220;Sozialdarwinismus&#8221;, als &#8220;survival of the fittest&#8221;, als &#8220;Recht des Stärkeren&#8221; oder, wohl am zutreffendsten als &#8220;Ellenbogengesellschaft&#8221; bezeichnet. Des Problems, das aus dieser Mentalität erwächst (oder auch umgekehrt) wird man nicht mit Teer und Federn oder gar mit Jauchekübeln Herr. Jedenfalls nicht, solange man diese über vergleichsweise kleine Lichter schüttet, die schon morgen durch neue ersetzbar sind. Und ersetzt sein werden.</p>
<p>Denkt mal darüber nach. Danke!</p>
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		<title>Grün vor Mitleid</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Jan 2011 17:48:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gib&#8217;s zu. In Wirklichkeit hältst du die Grünen immer noch für die Partei der guten Sache, nicht nur für Pflanzen und Tiere sondern auch und ganz im Geiste ihrer dezent progressiv angehauchten Anfangsjahre, also für irgendwie &#8220;sozial&#8221;, empathisch und eben halt: Menschlich. 
Klar: Diese Sache mit Özdemir und seinen Flugmeilen oder des &#8220;schwäbischen Integrationsvorzeigetürken&#8221; individueller [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gib&#8217;s zu. In Wirklichkeit hältst du die Grünen immer noch für die Partei der guten Sache, nicht nur für Pflanzen und Tiere sondern auch und ganz im Geiste ihrer dezent progressiv angehauchten Anfangsjahre, also für irgendwie &#8220;sozial&#8221;, empathisch und eben halt: Menschlich. <span id="more-1800"></span></p>
<p>Klar: Diese Sache mit <a href="http://www.google.com/search?q=%C3%B6zdemir+bonusmeilen">Özdemir und seinen Flugmeilen</a> oder <a href="http://www.google.com/search?hl=de&#038;q=%C3%B6zdemir+hunzinger">des &#8220;schwäbischen Integrationsvorzeigetürken&#8221; individueller Kreditsituation</a>, der leider dem harten Berufspolitikeralltag einschließlich seiner schillernden Welt in <a href="http://www.welt.de/multimedia/archive/01260/oezdemir_02_werbun_1260527s.jpg">Samt und Seide</a> nicht nur auf den Leim ging, sondern sich dabei vor allem viel zu dämlich anstellte (&#8221;ich war naiv&#8221;). Ein Einzelfall. </p>
<p>Genau wie die fragwürdige <a href="http://www.google.com/search?hl=de&#038;q=rezzo+schlauch+enbw">Karriere eines Rezzo Schlauch</a>, der erst in der selbsternannten Anti-Atom-Partei den realistischen Vordenker gab und nun seinen Lebensunterhalt bei einem Vorzeigebetrieb umweltfreundlicher Kernenergie bestreitet, die er freilich weiterhin ablehnt. Sachzwang sozusagen &#8211; wer will dem Mann da gram sein.</p>
<p>Oder wie der Einzelfall Berninger. &#8220;Bernie&#8221;, wie ihn unter anderen seine Ziehmutter, die Berliner Spitzenkandidatin (und, wie man munkelt, private Kanzlerinnenfreundin) Renate Künast liebevoll nannte, war einst im von ihr geleiteten &#8220;Verbraucherschutzministerium&#8221; als Staatssekretär tätig, wo er sich sicher schon damals mit Nachdruck für das <a href="http://www.gruene-bundestag.de/cms/ernaehrung/dok/344/344463.lobby_verhindert_ampelkennzeichnung_fuer.html">grüne Vorzeigethema &#8220;Ampelkennzeichnung&#8221;</a> einsetzen durfte. Ein Thema, mit dem er als <a href="http://www.google.com/search?q=matthias+berninger+mars">&#8220;Head of public policy&#8221; bei Mars</a> (das sind die mit den gesunden Schokoriegeln) sicher auch zu tun hat und bei dem er beweisen kann, daß man als moderner und realistischer Mensch stets für verschiedene Sichtweisen offen sein kann (oder muß, wenn&#8217;s um den Taler geht).</p>
<p>Oder wie Margareta Wolf. Die den wasserdichten und knallharten &#8220;Atomausstieg&#8221; miterfand und deren heroischer Kampf den Gegner so sehr beeindruckte, daß er sie vor lauter Ehrfurcht mit einem gut dotierten PR-Job ehrte (stand in der Onlineausgabe einer Zeitung aus Frankfurt, die nicht verlinkt werden möchte und sollte). Natürlich ein Einzelfall &#8211; Herr Trittin empört sich zurecht, auch, wenn er zwischendurch selbst mal kurz der Meinung war, daß man <a href="http://www.rainersche-post.de/wirtschaft/trittin-castor-transporte-sind-notwendig.php">gegen Castortransporte nicht demonstrieren</a> sollte.</p>
<p>Oder wie Gunda Röstel. Die ist als ehemalige Anti-Atompartei-Sprecherin <a href="http://www.google.com/search?q=gunda+r%C3%B6stel+eon">bei ihrem neuen Arbeitgeber Eon</a> zwar nicht so direkt für dessen Haupteinnahmequelle zuständig, kümmert sich dafür aber darum, daß das von den Grünen gerne zitierte Grundrecht auf sauberes Trinkwasser künftig auch wirklich jeder in Anspruch nehmen kann (wenn auch vielleicht nicht unbedingt gratis, aber das wird &#8220;der Markt&#8221; schon zum Wohle aller regeln).</p>
<p>&#8220;Klar&#8221;, denkst Du jetzt. &#8220;Er könnte jetzt noch ein paar dutzend Beispiele bringen. Aber so ist das nunmal in der Politik. Je höher man steigt, desto dünner wird die Luft und woanders isses ja noch viel schlimmer.&#8221; Das stimmt. Und viel wichtiger ist doch auch, was Politik vor Ort tut. Direkt am Menschen. Ganz nah dran am kleinen Mann, richtig? Richtig:</p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/brpjnbx9_dQ?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/brpjnbx9_dQ?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
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		<title>Landunterer</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Jan 2011 23:38:31 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Neulich, am Rhein.

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich, am Rhein.</p>
<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/howadue.jpg"><img src="/_ressourcen/uploads/howadue-800x97.jpg" alt="" title="Gibt's hier auch in groß und bei mir in noch viel größer. Auf Anfrage." width="800" height="97" class="blackborder alignnone size-large wp-image-1798" /></a></p>
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		<title>Landunter</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Jan 2011 11:49:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Angst!]]></category>
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		<description><![CDATA[
Für kontinentaleuropäische Spreeathener und zwischenzeitliche Waldbewohner ist sowas ja schon, ähm, beeindruckend. Oder bedrückend? Auf jeden Fall sehenswert. Vor allem wenn man den Normalzustand kennt.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class ="nohover" href="/_ressourcen/uploads/landunter.jpg"><img src="/_ressourcen/uploads/landunter-555x800.jpg" alt="Erhöhter Wasserpegel am Niederrhein" title="" width="555" height="800" class="alignnone size-large wp-image-1792 blackborder" /></a></p>
<p>Für kontinentaleuropäische Spreeathener und zwischenzeitliche Waldbewohner ist sowas ja schon, ähm, beeindruckend. Oder bedrückend? Auf jeden Fall sehenswert. Vor allem wenn man den <a href="/2010/11/15/roter-ist-schoner/">Normalzustand</a> kennt.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Diagnose: Verstümmelt</title>
		<link>http://www.davidbln.de/2011/01/02/diagnose-verstummelt/</link>
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		<pubDate>Sun, 02 Jan 2011 21:18:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Rücktritt]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit der Vermutung, daß hinter der seinerzeit viel zu plötzlichen und unerwarteten &#8220;Entlassung&#8221; eines der unbequemsten und letzten echten politischen Kabarettisten aus der &#8220;Anstalt&#8221; &#8211; einer Sendung, über deren für den Adenauersender in Mainz viel zu systemkritische Existenz man sich in den wenigen Jahren ihrer Blüte ohnehin nur jedes Mal verwundert die Augen reiben konnte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Vermutung, daß hinter der seinerzeit viel zu plötzlichen und unerwarteten &#8220;Entlassung&#8221; eines der unbequemsten und letzten echten politischen Kabarettisten aus der &#8220;Anstalt&#8221; &#8211; einer Sendung, über deren für den Adenauersender in Mainz viel zu systemkritische Existenz man sich in den wenigen Jahren ihrer Blüte ohnehin nur jedes Mal verwundert die Augen reiben konnte &#8211; mehr stecken dürfte als der offiziell geäußerte Wunsch Georg Schramms, wieder &#8220;mehr auf der Bühne&#8221; stehen zu können, stehe ich vermutlich nicht ganz alleine da. Das Führungsgeschacher im CDU-TV ist dabei nur ein schon rein zeitlich viel zu nahe liegender Umstand, den man einfach nicht ausblenden kann.</p>
<p>Doch will ich mich gar nicht weiter in Vermutungen ergehen, die auch angesichts des beharrlichen Festhaltens aller Beteiligten bzw. Betroffenen an der offiziellen Begründung wenig weiterführten.<span id="more-1770"></span> Es genügt ja, jetzt, nach einem Vierteljahr und drei Sendungen in der neuen &#8220;Stammbesetzung&#8221;, die Entwicklung der Sendung &#8220;neues aus der Anstalt&#8221; nüchtern zu betrachten.</p>
<ol>
<li>Es fehlen die klaren Worte, die jeden Schurken so derart unzweideutig beim Namen nennen, wie es vor allem &#8220;Lothar Dombrowski&#8221;, aber auch ein &#8220;Oberst Sanftleben&#8221; früher taten.</li>
<li>Zu füllen versucht die Lücke ein erkennbar zumindest zeitweise bemühter Markus Barwasser (&#8221;Pelzig&#8221;), der hierbei jedoch von seinen Stichwortgebern (in der Regel Urban Priol) viel zu vorrangig auf lauwarme Dialekt-Kalauereien reduziert wird.</li>
<li>Gefühlt hat sich die Quote bunter Paradiesvögel, seichter Komödie, oller Kamellen und geschlechts- bzw. sexualorientierungsbezogener Zoten zu ungunsten politischen Kabaretts seit Beginn der laufenden Staffel dramatisch erhöht. Äußerungen etwa über die Vaginalsekretion feministischer Politikerinnen (wie sie gestern in epischer Breite von Monika Gruber vorgetragen wurden, die ansonsten vor allem durch Kostümierung vorgab, immerhin noch ein wenig tagespolitischen Bezug zu verfolgen) hat man in früheren Staffeln zurecht und zum Glück mit der Lupe gesucht.</li>
<li>Die einzige bislang noch konstante Größe ist Urban Priol, der gelegentlich sogar zu Hochformen aufläuft. Als (ein) Vater des Konzepts läßt das vor allem den Schluß zu, daß er verzweifelt und &#8220;von innen heraus&#8221; zu retten versucht, was zu retten ist. Ich kriege den Begriff &#8220;Appeasement&#8221; dabei irgendwie nicht aus dem Kopf.</li>
</ol>
<p>Ich kann mich nach diesen drei großteils schwachen Sendungen des Eindrucks nicht erwehren, daß hier gerade ein &#8220;Scheibenwischer reloaded&#8221; im Gang ist &#8211; an dessen Ende bekanntlich der Entzug der Namensrechte durch dessen Erfinder Dieter Hildebrandt stand. So schade ich das finde: Es überrascht mich, siehe oben, natürlich überhaupt nicht.</p>
<p>Wie dem aber auch sei: Sowohl Georg Schramm als auch Urban Priol ist für ihr Wirken höchster Respekt zu zollen. Systemkritik mitten im Verkündungsorgan eines Systems überhaupt erfolgreich zu plazieren ist etwas, das kaum jemals gelingt, schon gar nicht so erfolgreich. Und sollte ich die Gelegenheit haben, den einen, den anderen oder &#8211; etwas, das man sich kaum hoffen traut &#8211; beide zusammen jemals live zu sehen, werde ich das unbedingt tun.</p>
<p>Mir für eine weitere Anstaltsfolge den Abend freihalten werde ich indes nicht mehr. Die gestiegene Klaumaukquote läßt einen sich nämlich schnell an die Vorteile von Aufzeichnungen erinnern. Da wäre vor allem: Das Vorspulen.</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Spätestens, nachdem man den folgenden Beitrag gesehen, gehört und verstanden hat, muß man schon ziemlich erkenntnisresistent sein, um nach wie vor an die offizielle Abschiedsversion zu glauben. Ich tu&#8217;s nicht mehr.</p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/RkNddCXSLvM?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/RkNddCXSLvM?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
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		<title>Wenn reisen bildet&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Dec 2010 13:25:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[> 1000 Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Angst!]]></category>
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		<description><![CDATA[dann schafft Deutschland sich tatsächlich ab. Szenen einer Bahnhofsbuchhandlung.

Den Tages-&#8221;Zeitungs&#8221;-Ständer habe ich aus Gründen weggelassen.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>dann schafft Deutschland sich tatsächlich ab. Szenen einer Bahnhofsbuchhandlung.</p>
<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/reisenbildet.jpg"><img src="/_ressourcen/uploads/reisenbildet-800x400.jpg" alt="Willkürliche Sortimentsauswahl: &quot;Gute-Laune-Kalender&quot;, &quot;Alles wird gut&quot;, &quot;Dicke Möpse&quot;, &quot;Starke Freunde&quot;, &quot;Optimistisch denken&quot;, &quot;Ein Jahr voll Harmonie&quot;, &quot;Treue Gefährten&quot;, &quot;Putzige Hamster&quot;, &quot;Lexikon der Internetfallen&quot;." title="" width="800" height="400" class="blackborder alignnone size-large wp-image-1764" /></a></p>
<p>Den Tages-&#8221;Zeitungs&#8221;-Ständer habe ich aus Gründen weggelassen.</p>
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		<title>Kühl und geradlinig</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Dec 2010 12:09:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[BILD]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>

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		<title>Weltreisen für alle</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 20:59:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Peinlich]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Paranoia]]></category>
		<category><![CDATA[Streetview]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mich vorhin zu der These hinreißen lassen, daß Google Streetview eine Art denmokratisierter/sozialisierter Weltreise sei oder, präziser, daß der Gedanke, der dahinter steht, das ist. Das will ich hier nicht widerrufen, sondern noch um ein ganz konkretes Argument erweitern. Wie es mein Neckname ahnen läßt, bin ich Berliner. Gebürtiger, wenn auch derzeit nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mich vorhin zu der <a href="/2010/11/18/verpixelungswahn/">These</a> hinreißen lassen, daß Google Streetview eine Art denmokratisierter/sozialisierter Weltreise sei oder, präziser, daß der Gedanke, der dahinter steht, das ist. Das will ich hier nicht widerrufen, sondern noch um ein ganz konkretes Argument erweitern. Wie es mein Neckname ahnen läßt, bin ich Berliner. Gebürtiger, wenn auch derzeit nicht wohnhafter. Seit heute kann ich nun also, ohne dafür jedes Mal wahlweise zwei Stunden im Flugzeug, neun im Auto oder elf im Zug sitzen zu müssen, ganz nostalgisch und heimwehbeflissen &#8220;mal eben&#8221; durch die Straßen meiner Heimat wandeln als wäre ich vor Ort. Daß dabei nichts live ist und vieles schon bald nicht mehr aktuell sein wird schmerzt dabei selbstverständlich deutlich weniger (oder gar nicht) verglichen mit der Zerstörung dieses Heimatgefühls, das manch besorgter (womöglich anders als ich nicht mal &#8220;echter&#8221;) Berliner durch seine, Entschuldigung, selbst- oder fremdverschuldete Paranoia verursacht.</p>
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