DavidBLN.de

Ex-Kunde

Es war einmal ein Kunde: Ich.

Dies ist Seite 2. (Neuere Artikel)


6. Oktober 2010

Wenn man nicht mehr weiter weiß…

…macht man einfach jeden Scheiß.

Liebe Commerzbank!

Seit Jahren – schon, da Du noch gar nicht so hießest und das nicht pißWesterwelle-gelbe Band der SymAntipathie als Markenzeichen im Schilde und den Namen Dresdner Bank (oder im ehedem dem alliierten Sonderstatus unterliegenden Berlin [West]: “Bank für Handel und Industrie [BHI]“) in jedem Briefkopf führtest, ja, da Du noch von einem wenigstens oberflächlich gutbürgerlich, gemäßigt rheinisch-kapitalistisch und wertkonservativ statt von einem durch schlipstragende Werbefachberatungsarschrosettenkriechundneusprechexperten geprägten Außenbild zehrtest – zahle ich Dir nun im Wortsinne den Zins, selbst, wenn Du mir bisweilen einen Bruchteil davon als Nettoeffektivrendite zurückgibst. Ganzen Artikel lesen


2. Oktober 2010

Wir lieben, äh, Ihr Bargeld

Wenn ich beim Besuch eines jener todschicken und bisweilen an, pardon, rein von der Dimension Speers Germania-Planungen nicht gänzlich unverwandten Edeka-E-Center durch viel zu lautes und obendrein permanent von penetranten Produktwerbespots unterbrochenes “Einkaufsradio”-Gedudel zusätzlich an der ohnehin durch das verwirrend gestaltete und (viel zu) umfangreiche Sortiment bereits gestörten plangemäßen und zielstrebigen Durchführung eines Einkaufs vorsätzlich gehindert werde, nur, um an der Kasse angesichts “leider defekter” EC-Karten-Zahlterminals und der grundsätzlichen Nichtakzeptanz von Kreditkarten (die man, ja, auch heute noch!, im Bedarfsfall ganz legal mittels der altbewährten mechanischen Ritsch-Ratsch-Apparate entgegennehmen könnte, wenn man nicht zu geizig für die Provisionen an Visa & Co. wäre) von der bemitleidenswerten studentischen Aushilfe um mein eigentlich für wichtigere Dinge zurückbehaltenes letztes Bargeld angegangen werde, um von demselben attraktiven Fräulein letztlich – natürlich nicht persönlich und auch nur auf Anweisung – wegen der Grundannahme, daß Kunden grundsätzlich und in gelebter Demonstration der beliebten Kostenloskultur des Internetzeitalters Plastik-Einkaufskörbchen mit Nach Hause nehmen, eben dieses Körbchen für den nicht mal 20 Meter weiten Weg zum Kraftwagen verweigert zu bekommen, dann weiß ich eines mit Sicherheit: Wir lieben Lebensmittel habt Ihr Euch nur deshalb als (in der Regel im Anschluß an einen rasend kecken, frechen, witzigen Werbclip vogetragenen) Slogan ausgewählt, weil wir lieben Kunden (und vertrauen ihnen) noch weniger der Wahrheit entsprochen hätte.

Wenn Ihr jetzt noch in der Werbung tut, was an der Kasse sowieso geschieht, nämlich “Lebensmittel” gegen “Bargeld” tauscht, komme ich vielleicht einfach aufgrund dieser eklatanten Ehrlichkeit doch noch mal wieder. Bis dahin: Nicht.


23. September 2010

Diagnose: Nervenarsch

Hast Du auch schon mal was bei “DocMorris” bestellt? Ja? Na hoffentlich ist das nicht zu lange her. Sonst wirst Du nämlich, egal ob Du Dir das vorher verbeten hast oder nicht, per Werbe-Spam-Email schriftlich ermahntvom Kundenservice freundlich erinnert, daß es mal langsam wieder Zeit dafür ist.

Empfehlung des Tages: Wenn unvermeidbar, dann am besten nur mittels E-Müll-Account dort einkaufen. Ich lasse es allerdings schon aus Prinzip in Zukunft ganz und gebe mich einmal mehr der Frage hin, was Firmen dazu treibt, dermaßen dämliche Leute einzustellen, denen in ihrer puren Zahlen- und Erfolgsbonusnot nichts besseres einfällt, als harmlose Menschen und vor allem: an sich zahlungswillige Kunden zu belästigen.

Lustiger Nachtrag dazu: Die oben genannte Spam-Email hatte den wunderschönen Betreff “Sagen Sie uns Ihre Meinung!”. Lieber Doc Morris, das ist hiermit – hoffentlich angemessen – geschehen.


10. September 2010

Wolle Rose kaufe?

Ich betreibe neben diesem Freizeitvergnügen hier im Internetz auch noch Projekte, von denen ich mindestens Kostenneutralität, gerne aber auch Mehreinnahmen erwarte oder erhoffe.

Vorhin stolperte ich über die in diesem Zusammenhang interessante Frage, wie viel Geld Webmaster durch Werbeblocker verlören, die auch hier aufgegriffen wird, wo ich sie bereits kommentiert habe. Die Frage läßt sich übrigens auch umdrehen bzw. anders stellen, zum Beispiel: Kann man mit Werbung im Internetz Geld verdienen und wenn ja, wie?

Als einstigem Werbe- und Vertriebsmenschen scheint mir dabei die Analogie zum Verkaufen im realen Leben hervorragend geeignet. Zwar will ich mit meinem Internetangebot nicht selbst beispielsweise Schlankheitspillen verkaufen, wohl aber profitiere ich davon, wenn meine Leser das tun, vereinfacht kann man also durchaus davon ausgehen, daß ich versuche, mittels meiner Inhalte irgendwelche Artikel oder Dienstleistungen zu verkaufen. Und wie im realen Leben gibt es auch in dessen virtuellen Pendant verschiedene – mehr oder weniger bewährte – Methoden. Ganzen Artikel lesen


27. August 2010

Wir machen das mit den Fähnchen.

Sprach der Marketing-Schlipsträger nach dem Beratungsgespräch mit dieser Social-Dingsbums-Expertenagentur zum Chef:

Wir müssen da jetzt auch rein, in dieses Twitter.

Gesagt, getan.

Bildschirmfoto: Inoffizieller Twitter-Account für Alice Deutschland, dessen einziger Tweet am 12. Mai 2009, also 15 Monate vor diesem Artikel, erfolgte und besagt, daß hier "noch" wenig los sei, aber man ja schon mal folgen könne

Sie sehen: So einfach funktioniert das mit diesem Social-Dingsbums-Dings. Und schon ist man auf der Höhe der Zeit.

(Natürlich sollte man währenddessen nicht vergessen, die bewährten Methoden der UmsatzausweitungKundenpflege einzusetzen, wie beispielsweise Telefonakquise, die, als “Serviceanruf” der “Alice-Kundenbetreuung” getarnt, Werbeanrufsverweigerern wie mir dann jene tollen O2-Mobilfunk-Kombitarife andrehen soll, die ich schon in Form von Surf-Stick-Gutscheinen per Post nicht haben wollte. Jedenfalls, wenn man Wert darauf legt, daß solche Kunden das als willkommenen Anlaß sehen, den bisher hinausgeschobenen Wechsel des Providers endlich mal in Angriff zu nehmen.)

Ja, ich weiß. Es kann ja durchaus sein, daß der Account gar nicht der Firma Hansenet/Telefonica gehört. Und das tolle ist: Wenn dem so wäre, wäre es ja noch peinlicher.

Nachtrag vom Juli 2011 sowie fürs Protokoll und für die Suchmaschine: Unter der Rufnummer 02311892873 betreibt die Firma selbst oder, was ich eher vermute, ein externes “Call Center” auch weiterhin aufs emsigste Kaltakquise, weiterhin als Serviceanruf tarnt. Teilweise ruft man über Wochen hinweg etliche Male täglich an, natürlich ohne eine Nachricht zu hinterlassen und verweigert, sobald der Angerufene drangeht und nach dem Namen der tatsächlich anrufenden Firma fragt, konsequent die Auskunft.

Den Dialog, der sich nach meiner Notiz des Familiennamens des Anrufers entspann, möchte ich euch schon jetzt in Teilen nicht vorenthalten:

“Und jetzt bitte die Firma, für die Sie arbeiten.”
“Äh, na Alice.”
“Nein, die Firma, die Ihnen ganz konkret Gehalt und/oder Provision für diesen konkreten Telefonanruf zahlt.”
“Das weiß ich gerade nicht, wie meinen Sie das?”
“So wie ich es gefragt habe. Die Firma, deren Name auf dem Kontoauszug über der Buchung steht, die Ihnen am Monatsende, so hoffe ich für Sie, einen Entgelteingang als Ausgleich für die von Ihnen durchgeführte nicht erwünschte Belästigung ausweist.”
“Das kann ich gerade nicht nachsehen, ich bin ja im Büro.”
“Umso besser. Ich warte am Telefon, während Sie vor die Tür gehen und mal nachsehen, was auf dem Klingelschild steht.”

So und anders ging es noch eine Weile weiter, ohne daß ich den Namen erfuhr. Das ist aber auch nicht nötig. Denn sowohl die Anzeige bei der Bundesnetzagentur als auch eine ausführliche Datenbestandsauskunftsanforderung nach BDSG und einige andere kleine Nettigkeiten sind bereits auf dem Weg. Ich werde dazu noch ausführlich berichten.

Nur eins finde ich ausgesprochen bemerkenswert: Die Portokosten – denn eine Anzeige per Fax oder gar Internet ist der Bundesnetzagentur nicht willkommen – für die Anzeige einer Belästigung, die sich gegen mich richtet und die nebenbei einen nicht unerhebliches strafrechtliches Vergehen bedeuten kann, trägt – ganz im Sinne des neoliberalen Denkkonzepts, dessen Kind ja auch diese “Agentur” ist – nicht etwa der, der den Gesetzesverstoß begeht, sondern der Belästigte. Bei 55 Cent pro Anzeige und vorsichtig geschätzt wenigstens 133.700 provisionsgesteuerten Belästigungscallcentern in bzw. für/gegen Deutschland leuchtet ein, wer da in den meisten Fällen den längeren Atem haben wird.


18. August 2010

Alles in Obi?

Nö. Liebe orangene Biberschwänze: Als ich mir gestern wieder mal an der langen “Service”-Schlange eurer hiesigen Filiale die Beine in den Arsch stehen durfte und währenddessen Zeuge völlig überforderter Blondinen wurde, die aus lauter Hektik ausländisch anmutende Kunden barsch mit “hierbleiben!” und “sie müssen HIER bezahlen!” und ähnlich militanten Ansagen bedachten, Mitarbeiter vor versammelter Mann- und Kundschaft rundmachten und auf die kleinste Bitte völlig überfordert, aber auf keinen Fall bemüht explodierten, wurde mir klar: Nicht nur Pommes steht “Rotweiß” hervorragend, auch mir hat Rotweiß die Probleme, die ich eigentlich mit Euch hatte, gleich mitgelöst. In diesem Sinne: Schüß!


9. August 2010

Griff ans Klo

Wenn ich sowas

Ein Warnhinweis, der besagt, daß, wenn man auch nur irgendwas mit dem gekauften Artikel anstellt, es keine Garantier mehr gebe.

sehe, möchte ich sowas

Die neu gekaufte Scheißhausbrille, auf der dieser Hinweis in grellem Rot prangte

am liebsten zurückgeben.

Weil es mich extrem ankotzt, als zahlender Kunde per se erst mal wie ein notorischer Betrüger oder, hier passender, Bescheißer eingestuft zu werden.


3. Juni 2010

Immodoof

<www.immobilienscout24.de> Unsere Kartendarstellung ist derzeit nicht kompatibel mit Ihrem Browser. Bitte versuchen Sie es mit einem anderen Browser. Wir danken für Ihr Verständnis.

Nö. Ich versuch’s einfach mit nem anderen Immobiliendienst. Danke für Euer Verständnis.


4. Mai 2010

Ausgezwitschert

Entgegen anderen Sozial-Dingens-Angeboten fand ich “Twitter” wirklich unterhaltsam. Sozusagen der Burger unter den Netz-zwei-null-Geschichten: Schnell bestellt, schnell serviert, schnell ge- und wieder vergessen (und manchmal im Nachhinein Reue und/oder Bauchschmerzen ob leichtfertig hinzugegebenen Senfes).

Schon länger gewundert hat mich das etwas eigentümliche Verhalten des Dienstes gegenüber Nutzern (wie mir), die SSL nicht nur als tolle Sache betrachten, sondern auch nutzen, wann immer es geht (Gründe genug gibt es dafür ja, seien es nun cyberkriminelle Zeitgenossen in Fernost oder solche in Bundesbehörden): Für die Anmeldung wird man nicht nur nicht, wie bei ordentlichen Anbietern gemeinhin üblich, auf eine mittels https-Protokoll gesicherte Seite umgeleitet. Im Gegenteil: Ruft man zur Anmeldung explizit die Anmeldeseite über https auf, wird man, sofern man die dann folgende Warnung über ein “falsches” (in Wirklichkeit nur dilettantisch konfiguriertes) Serverzertifikat zur Kenntnis nimmt und fortfährt, unmittelbar nach der Paßworteingabe sogar dediziert auf eine unverschlüsselte Verbindung zurückgeleitet.

Letzteres wäre im Grunde hinnehmbar (und verständlich, erzeugt doch eine verschlüsselte Verbindung dem Hoster nun mal deutlich mehr Datenlast als eine transparente), begleitete nicht – und das ist der für mich neue und zugleich erschreckende Aspekt – sofort und permanent ein sessionunabhängiges Cookie, mit dem jeder, der seiner habhaft wird, sich so lange in meinem Namen beim Dienst anmelden könnte, bis ich mein Paßwort einst ändere (sofern ich das dann noch kann), jeden weiteren Aufruf. (Details dazu gibt es hier.)

Welche Schlüsse mag (kann, muß) man daraus ziehen?

  1. Ich behaupte mal, man muß auch im vernetzten Zeitalter, will man mit einer Idee gnadenlos und auf Teufel komm raus reich und berühmt werden,

    • entweder rotzfrech sein und stabile Ellenbogen haben,
    • in der Lage sein, alle Bedenken (”aber was wäre, wenn ein böswilliger Benutzer…”) und ihre Träger zu ignorieren (”Hauptsache die Software läuft endlich”),
    • gleich einem Rennpferd scheuklappengeschützt einen Blick ausschließlich für das simple Ziel (oft genug: “Erster sein!”) haben,
    • sich nicht zu sehr mit dem Verhalten eingesetzter fertiger Softwarebibliotheken auseinandersetzen.
  2. SSL ist wichtig, Mißtrauen gegenüber vermeintlich professionellen Anbietern ist noch viel wichtiger.
  3. Vorsicht mit dem, was ich an persönlichen Daten wo auch immer paßwortgeschützt speichere, ist noch viel schwieriger zu realisieren, als ich ohnehin schon immer dachte.

Wie dem auch sei, man soll ja alles negativ und pessimistisch sehen: Ich werde dem zum Dank tun, was ich schon die letzten Tage getan habe – mich mit Freude wieder mehr und öfter hier auslassen.

(Via)

Nachtrag: Ohne, daß ich da irgendwo irgendwas zu gelesen hätte, fiel mir die Tage eher versehentlich auf, daß nicht nur das mit dem unverschlüsselten Redirect wie durch Geisterhand plötzlich verschwunden ist – gesichert angemeldet, gesichert verbunden – sondern plötzlich auch das Zertifikat zu stimmen scheint. Wäre auch seltsam gewesen, wenn ausgerechnet ein Medium, über das immer noch regelmäßig Firmen in ihrer Unfähigkeit stolpern ohne daraus zu lernen, plötzlich dasselbe getan hätte. Recht so.