Ein neuer oder besser: besserer, halt: nennen wir es würdigerer, nein, passender: passenderer Schutzpatron, also: Der ideale Schutzpatron für meinen Lästerblock hier (von dem ich mir ja gar nicht sicher bin, ob ich ihn überhaupt weiter als reinen Lästerblock fortführen will) – also: Der ideale Typ dafür wäre eindeutig und ungeachtet aller Verehrung für die ehemalige Inkorporation der von mir so herzlich als ideale Lästerzielscheibe verehrten teutonischen Spießigkeit nicht Hotte Tappert. Es wäre natürlich und ohne Zweifel Jürgen Holtz. Besser gesagt: Die Rolle, die Jürgen Holtz nach bereits vorweislicher Berufsroutine quasi über Nacht im ganzen frisch vereinigten Reich bekannt machte: Friedhelm Motzki. Gemein hat er mit Hotte immerhin, daß sich seiner die nicht mehr ganz so Jüngeren unter uns noch erinnern dürften, wenngleich das Schwellenalter hier ein wenig niedriger liegt als bei Hotte und daß die von ihm selbst dargestellte Persiflage auf jene Rolle, die er zweitausenddrölf in “Good bye Lenin” darstellen durfte, sogar doch auch “der Jugend” in Erinnerung sein sollte.
Wie auch immer, es geht nicht. Ich kann ihn nicht zum Schutzpatron machen, jedenfalls nicht ohne weiteres. Denn ich finde kein gemeinfreies verwertbares Lichtbild von ihm, das ich an Hottes Statt nach ganz oben packen könnte. (Vielleicht frage ich ihn ja einfach um Erlaubnis. Mal sehen.)
Bis dahin müssen diese Zeilen und, für die Jugend, die damit nichts anfangen kann, der Hinweis auf die bei Youtube vollständig verfügbare Serie (aus der auch der folgende Ausschnitt stammt) genügen. Mein persönlicher Favorit aus der Serie ist eigentlich sechseinhalb Stunden lang (weil ich sie mir in Dauerschleife ansehen könnte ohne daß es fad würde), aber besonders liebreizend wird es zum Beispiel ab Sekunde 57. Also, wer mich kennt und/oder schon immer wissen wollte, wer einst die manische Boshaftigkeit meiner Zunge zum Leben erweckt hat, der sehe sich dies und die übrigen 38 Schnipsel an.
gesehen läßt einen dieser ganze Mainstreammedienmüll in Frieden. Ich dachte ernsthaft, um mich darüber nicht mehr entsetzen zu müssen, genüge es, den Konsum auf praktisch null zu reduzieren – aber Fehlanzeige.
Schleichwerbung, PR, Kampagnen, Hardcore-Lobbyismus und Stimmungsmache je nach Proporz in Rundfunkräten und Vorständen: Kennt man alles, kannte ich alles. Auch daß im Hörfunk gerne mal “aus Zeitmangel” verkappte Werbeinterviews frei Haus geliefert und dankbar abgenommen werden, ist mir nicht neu. Aber wenn ich dann lese, daß mittlerweile komplette Fernsehdokumentationen als Instantware aus dem PR-Kochstudio* kommen, dann kann ich mich tatsächlich schon wieder/noch einmal mehr drüber freuen, daß ich diesem zur vielfältigen Medienlandschaft hochstilisierten Hugenberg reloaded-Zirkus schon abgeschworen hatte, als andere sich gerade erst über “Prekariatsfernsehen” aus dem Urwald aufzuregen begannen.
Natürlich erscheinen mir jetzt sogar die berüchtigten “Spiegel TV”-”Dokumentationen” (“Auf Frische wird bei der Firma Müller-Fleisch größter Wert gelegt!”) noch mal in einem ganz anderen Licht: Bisher dachte ich, daß die sich dafür bezahlen lassen, daß sie solche hochinvestigativen Reportagen wie “Inside McBurger” durchs Kabel schleudern – aber wahrscheinlich kommt auch das alles bereits fix & fertig im Warmhaltekarton ins Haus. Gratis.
Top Programm, unendliche Weiten, rund um die Uhr, genau nach Geschmack – für sowas lobe ich mir daher meine (nicht mehr so) neuen Lieblingssender: DVD, USB und WWW.
So lustig es zu lesen ist, so traurig wahr ist es zugleich: Mely Kiyak über “St.” Florian Gerster (auch bekannt als “der Mann mit den drei Dienstwagen”). Schon schön:
So wie kleine Mädchen verträumt am Schwanz ihrer Diddlmaus zwirbeln, zwirbeln Sie an den Rändern unserer Arbeitsmarktpolitik an den Zotteln der Schwächsten.
Aber nicht zu überbieten:
In Japan nehmen sich Menschen das Leben, wenn Sie öffentlich zurechtgewiesen wurden. In Deutschland treten Sie bei Anne Will auf.
Für mich neben der treffenden Beschreibung des faulen Gerstenkorns auch weiteres Wasser auf meine Anne will Mühlen.
… Haiti und den Überlebenden fehlt es an Wasser und Nahrung…
Um diesen Kernsatz herum baute die Redaktion der ehemaligen Frau vor der aktuellen Kamera (Anne Will gerne Qualitätsjournalismus simulieren) noch ein paar beliebig austauschbare Vokabeln herum Ganzen Artikel lesen
Denn völlig ohne jeden plausiblen Zusammenhang schneit es in Deutschland!!11!!! mitten im Januar!!!!11!! und ist mit minus!!!11! 5 Grad eisig kalt!!!
Schnell absichern und alle Ladenregale leerkaufen! Überlebenstips in dieser völlig unbekannten Situation gibt die aktuelle Kamera, die auch ihr gesamtes Informationsprogramm auf diese schwerste Krise aller Zeiten ausgerichtet hat.
Liebe Aktuelle KameraTagesschau, normalerweise gibt es meine Beratungsdienstleistungen nur gegen harte Valuta. Aber weil heute irgendsoein Feiertermin ist, will ich mal nicht so sein. Ganzen Artikel lesen
…ist mehr Verlaß. Da hat man sich seit Jahren daran gewöhnen müssen, daß die Fortsetzung von der Fortsetzung von der Fortsetzung einfach nix werden kann. Und dann kommt dieser Kackstiefel von Stromberg dahergeschissen, legt mit der nachvollziehbarerweise als “kann ja gar nix werden” erwarteten und von den Verursachern stets mit dem Hinweis auf “nach drei Staffeln ist Schluß” abgelehnten vierten Reihe daher und legt einfach mal die beste Staffel aller Zeiten hin. Und nimmt jedem Lästerblock jedwede voller Hoffnung erwartete Grundlage für einen neuen Eintrag!
Das gehört durch sofortige Plünderung der DVD-Regale rücksichtslos bestraft!
Was haben Sie sich dabei eigentlich gedacht? Einfach so heimlich und weitgehend leise davongehen? Ein Mann Ihres Kalibers hätte nun wirklich einen etwas spektakuläreren Abgang von der letzten Bühne hinlegen können. Verschwunden, entführt, Sarg geraubt oder halt irgendwas, das eines Aktenzeichens XY würdig wäre – stattdessen: Einfach weg. Gute Reise!
Die Jugendorganisation des Deutschen Kinderschmutzbundes hat sich in die aktuelle Debatte um mehr allgemeine Sauberkeit im ReichLand eingeschaltet und fordert wirksame Sperren gegen die Darstellung tierpornographischer Szenen, die sich insbesondere in den Nachmittagsprogrammen der ARD-Anstalten finden. Ein Sprecher:
werden, eingebettet in eine eher dürftige und offensichtlich als Alibi dienende Rahmenhandlung, eindeutig sexuelle Handlungen dargestellt.
Häufig handle es sich zudem um eindeutig frauenfeindliche, bisweilen auch gewalttätige Darstellungen, die insbesondere pubertierende Jugendliche “anfixen” und zu Sexualverbrechern formen könnten. Ganzen Artikel lesen
Das ist eine der Standardformulierungen des (mittlerweile zum Glück und abgesehen von Unterschichten-Abzocke-TV wie “Neuneinhalb-Live” weitgehend ausgestorbenen) Typs Fernsehsendung, wo Menschen mit zu viel Zeit für normalerweise kein GeldEntgelt anrufen, nach gründlicher Vorprüfung eventuell auserwählt werden und dann ihren alles in allem vollständig überflüssigen Senf zur lauwarmen Themenwurst geben sollendürfen. Ganzen Artikel lesen
Wäre ich beispielsweise Frau Kleinert, ich ginge beispielsweise Herrn Buhrow regelmäßig an die Gurgel. Warum? Nun, wie würdest Du Dich wohl fühlen, bestünde Dein Job daraus, der Nation binnen zweieinhalb Minuten das Wetter von morgen zu verkünden und täte ich unmittelbar zuvor genau das: das Wetter von morgen verkünden, nur, um eben jener Nation klarzumachen, daß du unmittelbar im Anschluß genau das noch einmal tun wirst? Ganzen Artikel lesen