Da, wo Gott (gerne) lebt. Und/oder regiert.
6. Juni 2011
“Eigentlich” wollte ich den heutigen – bzw.: gestrigen – Sonntag als Konsument erleben. Und zwar in jenem klassischen Sinne, wie ihn eine mittlerweile immer verbissener, ja: peinlicher agierende Unterhaltungsindustrie gerne definiert sieht: Sofa, Chips, Glotze, DVD.
Natürlich kam es anders. Dazu muß man wissen, daß der Film, um den es ging, erstens kein klassischer Blockbuster, sondern eher französisch-intellektuelle Kommödie war, und ich ihn zweitens vor etwa 20 Jahren aus dem Fernsehen auf VHS aufgenommen und später dann mittels Capture-Karte digitalisiert auf einem Medium gespeichert hatte, das eines Tages aus, wenn man so will, systemimmanenten technischen Gründen versagte. Durch eine, sagen wir mal: glückliche, Fügung fand besagter Film nun in der DVD-Version wieder zu mir. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, nicht nur zusätzlich zur damals aus “Arte” aus wiederum technischen Gründen einzigen deutschen Tonspur auch im Originalton, sondern auch mit, wie heute üblich, durchaus spannendem “Bonusmaterial” daherzukommen; im konkreten Fall: Interviews mit der Hauptdarstellerin, der Regisseurin und dem Autor. Ganzen Artikel lesen
17. April 2011
Kurz notiert: “Französische” Aufback-”Baguettes” aus dem beliebten blaurotweiß bedruckten Zweierpack für einsfuffzich aus dem Discounter schmecken NOCH beschissener, wenn man seit Jahren sein Stangenweißbrot selbst und statt aus Bohnenmehl (ja, lest mal genau!) mit Emulgator aus echtem Weizenmehl aus einer echten Mühle, die direkt neben einem echten Weizenfeld steht, mit einem echten, 12 Stunden gegorenen Hefevorteig und ansonsten noch etwas Wasser und Meersalz – also nach dem historisch überlieferten Rezept – selbst herstellt.
18. August 2010
Sonst könnte ich nachvollziehen, wieso Frankreich, wo die Reallohnsteigerungen der letzten Jahre penetrant höher (gerechter!) ausgefallen sind als in unserer neoliberaldemokratisch-deutschen Republik, es schafft, nun schon die Bundesdruckerei beim Gebot um Banknotenaufträge zu unterbieten. An den angeblich zu hohen Lohnkosten dort kann es ja kaum liegen.
29. April 2010
…hahahaha! Weil die alle faul sind! Und korrupt! Und doof! Und auf unsere Kosten leben! Also auf die unserer Leistungsträger, versteht sich. (Nicht auf die jener Schmarotzer, die selbst schuld sind, daß sie nicht ordentlich studiert haben und deshalb jetzt für drei Euro die Stunde putzen gehen müssen und dann unverschämterweise trotzdem noch uns Steuerzahlern auf der Tasche liegen, damit sie sich von ihrem Hartz IV dann Schnaps und Kippen kaufen können!) Haha! Witzig, wie? Griechen=Südländer=doof, Langzeitarbeitslose faul, sozial denkende sind weltfremde Utopia-Kommunisten….hahaha…endlich darf man wieder ungeschminkt Deutscher sein!
Wenn da nur nicht immer solche Querulanten (oder gar der böse Erbfeind!) daherkämen, die uns, dem (Lohnkostenoptimierungs)musterknaben erzählen wollen, wir (als Land) oder gar die systemrelevanten Leistungsturbobeschleuniger (die mit den Peanuts und den schicken Regenettungsschirmen) seien Schuld, und nicht die trägen Mittelmeer-Siesta-Schluderheinis. Schleicht Euch, damit man hier endlich wieder uralte Traditionen pflegen kann!
11. Februar 2010
wenn ein Land, das einst als Musterbeispiel für die Vertreibung selbstgefälliger und autoritärer Herrscher galt, sich einen abgebrochenen Nachwuchs-Napoleon aus Ungarn zum Sonnenkönig wählt, der vor allem dafür sorgt, daß sein Yacht-Urlaub nicht ins Wasser fällt und seine Maitresse und ihre Mischpoke die richtigen Protektionsgesetze bekommen und in diesem ganzen Zusammenhang selbstredend auch nicht davor zurückschreckt, das Fußvolk mit Knüppeldrohnen zu drangsalieren und von mißliebigen Internetseiten fernzuhalten. Natürlich im Namen der Kinder. Und der Sicherheit.
Que de la merde, mes chers voisins. Que de la merde. Et que fâcheux. Ou sont-ils, les enfants de la patrille?