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	<title>DavidBLN.de &#187; Früher[tm]</title>
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	<description>Mein Dingsbums und ich.</description>
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		<title>Warum ich meine Brief künftig nicht mehr online frankiere</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 18:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zum Kacken zu dämlich]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Ex-Kunde]]></category>
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		<description><![CDATA[Liebe Deutsche BundesPost AG!
Früher, in der Steinzeit, mußte man Briefe als Normalsterblicher mit Wertmarken bekleben. Diese mußte man am Schalter kaufen, oder, sofern man passendes Münzgeld hatte, konnte man sie zu jeder Zeit den mechanischen gelben Automaten nach Geldeinwurf mit Kurbeln entlocken.
Dann, irgendwann Ende des letzten Jahrtausends, hattest du eine Idee. Zwar hast du ihr, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Deutsche <del>Bundes</del>Post <ins>AG</ins>!</p>
<p>Früher, in der Steinzeit, mußte man Briefe als Normalsterblicher mit Wertmarken bekleben. Diese mußte man am Schalter kaufen, oder, sofern man passendes Münzgeld hatte, konnte man sie zu jeder Zeit den mechanischen gelben Automaten nach Geldeinwurf mit Kurbeln entlocken.</p>
<p>Dann, irgendwann Ende des letzten Jahrtausends, hattest du eine Idee. Zwar hast du ihr, ganz dem denglischen Zeitgeist geschuldet, den reichlich peinlichen Namen <em>StampIt!</em> gegeben, aber davon abgesehen war sie ziemlich genial. <span id="more-1976"></span>Eine für damalige Verhältnisse nur mäßig aufgeblasene Zusatzsoftware, die sich über das damals für die meisten noch recht &#8220;neue&#8221; Internetz mit deinem Server verbindet, auf dem ich dir vorher einen zinslosen unbefristeten Kredit mit je nach Kundensegment unterschiedlich hoher Mindesteinlage (&#8221;Portokasse&#8221;) eingeräumt habe, von dem ich dann nachträglich bei Bedarf in Gestalt ausgedruckter 2D-Matrix-Codes zehren konnte, die von mir versandte Drucksachen als &#8220;frankiert&#8221; auswiesen. Ich meine, daß in diesen Matrizen sogar die Empfängeradresse &#8220;codiert&#8221; war, was dir sicher mit fortschreitender Technik auch noch den einen oder anderen Mitarbeiter am Sortierband für unleserlich beschriftete Sendungen eingespart haben dürfte. Auf jeden Fall aber die immensen Kosten für den Unterhalt von Automaten und das fälschungssichere Bedrucken von selbstklebenden Briefmarken hast du deutlich reduzieren können. Also, wie gesagt: Schlaue Sache!</p>
<p>Obwohl ich bei der Geschichte finanziell mindestens keine Vor-, ja: in der Regel sogar Nachteile hatte, fand ich dein System so toll, daß ich damals tatsächlich noch verblendet genug war, einen Aktivierungspreis dafür zu bezahlen. Kein Scherz &#8211; und die inoffizielle &#8220;Begründung&#8221; war, daß ja Gewerbekunden für Frankiermaschinen auch erst mal Geld investieren müßten. Das waren, für die jüngeren Leser hier, monströse Apparaturen, die sich jede Firma, die was auf sich hielt und genug Geld dafür übrig hatte, in einen ausreichend großen Postraum stellte und die, mehr oder weniger automatisiert, Briefumschläge im Stempel- oder Rollendruckverfahren und auf Wunsch mit individuellen Logos kombiniert &#8220;freimachte&#8221;. Firmen haben sich das in der Regel dadurch schöngerechnet, daß die Zeit, die der Lehrling auf dem Weg zum Briefmarkenkauf vertrödelt, über  die Jahre noch teurer würde als so eine Maschine es war.<br />
Doch zurück zu mir: Abgesehen von der simplen Funktion, Briefmarken nun &#8220;selbst&#8221; herstellen zu können, enthielt die Software auch Module für Microsoft Word und Excel. Diese konnte man damals hervorragend automatisieren, für den Seriendruck verwenden und, vor allem, mit standardisierten Makrobefehlen ansprechen und in eigene Makros integrieren. Man sparte sich bei Fensterumschlägen außerdem jegliche Aufkleberei, da man durch gekonnte Einbindung den Matrixcode direkt mit in das Adreßfeld des Schriftstücks zu drucken vermochte. Das Erstellen insbesondere von Geschäftspost war damals also alles in allem, wenn man es geschickt machte, wirklich eine Freude, für die man die oben genannten Nachteile gerne in Kauf nahm.</p>
<p>Leider ist aber nichts, das gefällt, von Dauer. Im Verlauf  unzähliger Produktänderungen und Softwareupdates wurde stets mehr eingerissen als aufgebaut. Mit den Jahren wurde die Makrounterstützung erst schlechter, dann verschwand sie, weil man die Programmierstrukturen änderte, komplett. Dem allem konnte man immerhin, wenn man ein wenig bastelte, trotzdem korrigierend nachlaufen, und das habe ich getan. Bis neulich.  Denn da teiltest du mir, natürlich mit der obligatorischen, im Dreitages-Rhetorikseminar für Kundenkommunizierer erlernten Neusprechvernagelung mit, daß aufgrund deiner Eigenschaft als <em>modernes Unternehmen</em> und dessen <em>beständigen Bemühungen um einen noch besseren Service</em> &#8220;StampIt&#8221; künftig nicht mehr im Programm sei.</p>
<p>&#8220;Problemlosigkeit&#8221; verhieß mir dein Brief, wenn ich mich für einen Umstieg auf das Nachfolgeprodukt &#8220;Internetmarke&#8221; entschiede. Ich habe dir das natürlich geglaubt &#8211; also wenigstens das mit dem einfachen Umstieg, zumal du ja wieder ein Word-AddIn anbietest &#8211; das dieses mal zu allem Überfluß auch noch mit &#8220;.net&#8221; erstellt ist. Und nun, nachdem ich in endlosem Hin und Her mit deinen stets bemühten Servicekräften zunächst &#8220;.net&#8221; installiert, dann aktualisiert, dann, nach erfolglosem herumdoktern mit den Installationsdateien und einem (wenn auch irrtümlichen) Trojaner-Alarm für deine Setupdateien auch das AddIn &#8220;erfolgreich&#8221; installiert habe (und nur durch Zufall darauf kam, daß dieses nur funktioniert, wenn man nicht die Schreibrechte für den Ordner <em>Eigene Dateien</em> &#8211; überleg mal gut, warum der so heißt und nicht <em>Dateien der Deutschen Post</em> &#8211; deaktiviert hat, so wie ich, den es nervt, wenn jedes Programm seine Daten ungefragt dort hineinkackt und nicht irgendwo ablegt, wo ich das will), stelle ich fest, daß ich mich nun nicht mehr, wie nach jeder der unzählichen Stampit-Neuinstallationen, mit meiner &#8220;Seriennummer&#8221; als Benutzername anmelden kann.</p>
<p>Nein: Stattdessen möchtest du jetzt ernsthaft, daß ich als Benutzerkennung die Email-Adresse angebe, mit der ich <strong>vor über neun Jahren</strong> deine Dienste bestellt habe?</p>
<p>Weißt du was, liebe Deutsche Post. Mir ist klar, daß man auf dem deutschen Markt für die Anwendungsentwicklung nur noch Vollidioten jenes Typs kriegt, der zeitlebens eine einzige Emailadresse hat und die vermutlich auch noch bei &#8220;epost.de&#8221;. Der sich einen Scheiß um Dateisystemkonventionen und Windows-Standardvariablen wie <code>%appdata</code> oder <code>%templatedir%</code> kümmert, weil sowas in den &#8220;.net&#8221;-&#8221;Programmier&#8221;-Baukästen der heutigen Berufsfachidiotenschulen nirgends anklickbar ist. Ich weiß, daß externe Aufträge heute primär in direkter Abhängigkeit zu Schlipsdesign und Powerpoint-Gestaltungskompetenz von Leuten vergeben werden, die ihrerseits genau diese beiden Kompetenzfelder besetzen. Ich bin mir bewußt, daß die guten, die zwar weniger Powerpoint, aber dafür mehr GUI und API können, inzwischen fast alle ausgewandert sind. Und ich weiß sogar, daß du eigentlich sowieso viel lieber deinen Epostbrief, also die Email mit Portogebühr und staatlicher Schnüffel-API, an Tante Erna und Onkel Beppo bringen willst.</p>
<p>Eins sollte fairerweise aber auch DIR klar sein: Alles hat seine Grenzen, selbst meine Engelsgeduld. Außerdem ist mir inzwischen eingefallen, daß die paar Briefe, die ich heute noch mit dir versende, ohnehin Einschreiben sind, die ich dann auch gleich am Schalter bezahlen kann. Schön altmodisch mit Bargeld. Und daß ich für die restlichen drei im Jahr eigentlich auch wieder den Automaten nutzen kann. Der steht nämlich direkt neben dem Briefkasten, in den ich das bedruckte tote Holz ohnehin einwerfen muß, da es niemand bei mir abholen mag. Du siehst: Manchmal macht man sich die Dinge jahrelang viel komplizierter, als sie es eigentlich sind.</p>
<p>In diesem Sinne: Mach&#8217;s gut. Ich mach&#8217;s jetzt besser!</p>
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		<title>Zuschauer 2.0</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jun 2011 22:50:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Das mußte mal gesagt werden!]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Eigentlich&#8221; wollte ich den heutigen &#8211; bzw.: gestrigen &#8211; Sonntag als Konsument erleben. Und zwar in jenem klassischen Sinne, wie ihn eine mittlerweile immer verbissener, ja: peinlicher agierende Unterhaltungsindustrie gerne definiert sieht: Sofa, Chips, Glotze, DVD.
Natürlich kam es anders. Dazu muß man wissen, daß der Film, um den es ging, erstens kein klassischer Blockbuster, sondern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Eigentlich&#8221; wollte ich den heutigen &#8211; bzw.: gestrigen &#8211; Sonntag als Konsument erleben. Und zwar in jenem klassischen Sinne, wie ihn eine mittlerweile immer verbissener, ja: peinlicher agierende Unterhaltungsindustrie gerne definiert sieht: Sofa, Chips, Glotze, DVD.</p>
<p>Natürlich kam es anders. Dazu muß man wissen, daß der Film, um den es ging, erstens kein klassischer Blockbuster, sondern eher französisch-intellektuelle Kommödie war, und ich ihn zweitens vor etwa 20 Jahren aus dem Fernsehen auf VHS aufgenommen und später dann mittels Capture-Karte digitalisiert auf einem Medium gespeichert hatte, das eines Tages aus, wenn man so will, systemimmanenten technischen Gründen versagte. Durch eine, sagen wir mal: glückliche, Fügung fand besagter Film nun in der DVD-Version wieder zu mir. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, nicht nur zusätzlich zur damals aus &#8220;Arte&#8221; aus wiederum technischen Gründen einzigen deutschen Tonspur auch im Originalton, sondern auch mit, wie heute üblich, durchaus spannendem &#8220;Bonusmaterial&#8221; daherzukommen; im konkreten Fall: Interviews mit der Hauptdarstellerin, der Regisseurin und dem Autor. <span id="more-1899"></span></p>
<p>Der naheliegende Plan war nun heute/gestern, den Film anzusehen. So banal das klingt. Knabberzeug, Bier, Großbildfernseher, Dolby-Anlage. Indes: Das unerträglich schwülheiße Wetter und einige Onlinekonversationen verbannten mich ins nerdig-abgedunkelte und ventilatorgekühlte Arbeitszimmer. Der Arbeits-PC, seinerseits mit einem ausreichend guten Bildschirm und Tonsystem ausgestattet, begannen gegen 21 Uhr mit dem Hauptmenü der DVD. Wo, wenig überraschend, neben dem Hauptfilm das genannte Zusatzmaterial zu finden war. <em>Bevor du den Film siehst, wenn auch endlich auf französisch, siehst du dir das an.</em> Da die Abspielsoftware die Untertitel verschluckte, war zudem aufmerksames Hinhören vonnöten; glücklicherweise bin ich halbnativer Französischzuhörer.</p>
<p>Und damit begann etwas, das mich, wenn auch nicht zum ersten mal, auf eine anzunehmende Tatsache unseres &#8220;Informationszeitalters&#8221; stieß. Anstatt die DVD einfach, Kapitel für Kapitel, auf mich wirken zu lassen, sah ich &#8211; zum Zeitpunkt da ich dies schreibe: Nur! &#8211; die Bonustracks, in Originalfassung. Schlug sämtliche unbekannten Ausdrücke in Echtzeit und ohne meinen Platz zu verlassen im Onlinewörterbuch nach. Recherchierte Hintergründe zu Film, Darstellern und Produzierenden in der deutschen und französischen Wikipedia nach. Suchte mittels Googles Bildersuche nach aktuellen und alten Fotos der Darsteller, um zu verstehen, warum sie gecastet wurden. Las mich parallel in andere Werke des Autors, der Regisseurin und der Darsteller ein.</p>
<p>Das ist nun schon vier Stunden her. Und ich habe mit dem zweistündigen Hauptfilm noch nicht mal begonnen. Aber ich mußte endlich einmal festhalten, wie unglaublich sehr, wie unglaublich geil diese moderne &#8211; stets vermutlich gerade auch deswegen bedrohte &#8211; vernetzte, semantische, multimediale Wissenswelt ist. Macht sie doch aus dem 120minütigen, vollständig passiv-konsumptiven Kinoabend meiner informationsgesellschaftlich schäbigen Jugend einen vollwertigen Ganztagsausflug in die Welt von Wissen, Information und Kultur.</p>
<p>Und ich warne dich, senile korrupte und vom wirklichen, wissenden Leben nichts wissen( wollen )de Politmarionette: Hüte dich davor, mir das jemals wieder nehmen zu wollen. Hüte dich. Jemals.</p>
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		<title>Früher war mehr deutsch.</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Apr 2011 21:33:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was aber dem Liebreiz des heutigen Gdansk* keineswegs ursächlich schadet.

*das schreibt man eigentlich mit einem &#8220;n mit Akzent&#8221;, das zu können, ist das hier verwendete Wordpress aber leider zu scheiße. Oder ich zu doof, es zu konfigurieren. Oder beides.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was aber dem Liebreiz des heutigen Gdansk* keineswegs ursächlich schadet.</p>
<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/Mottlau.jpg"><img src="/_ressourcen/uploads/Mottlau-600x148.jpg" alt="Bild: Mottlau, Bleihof, Speicherinsel und Rechtsstadt" title="Mottlau" width="600" height="148" class="blackborder alignnone size-medium wp-image-1870" /></a></p>
<p><small>*das schreibt man eigentlich mit einem &#8220;n mit Akzent&#8221;, das zu können, ist das hier verwendete Wordpress aber leider zu scheiße. Oder ich zu doof, es zu konfigurieren. Oder beides.</small></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Backe backe scheiße</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Apr 2011 11:31:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Macht sie weg!]]></category>
		<category><![CDATA[Alles Scheiße!]]></category>
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		<category><![CDATA[Lalalalaß dich nicht verarschen!]]></category>
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		<description><![CDATA[Kurz notiert: &#8220;Französische&#8221; Aufback-&#8221;Baguettes&#8221; aus dem beliebten blaurotweiß bedruckten Zweierpack für einsfuffzich aus dem Discounter schmecken NOCH beschissener, wenn man seit Jahren sein Stangenweißbrot selbst und statt aus Bohnenmehl (ja, lest mal genau!) mit Emulgator aus echtem Weizenmehl aus einer echten Mühle, die direkt neben einem echten Weizenfeld steht, mit einem echten, 12 Stunden gegorenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kurz notiert: &#8220;Französische&#8221; Aufback-&#8221;Baguettes&#8221; aus dem beliebten blaurotweiß bedruckten Zweierpack für einsfuffzich aus dem Discounter schmecken NOCH beschissener, wenn man seit Jahren sein Stangenweißbrot selbst und statt aus Bohnenmehl (ja, lest mal genau!) mit Emulgator aus echtem Weizenmehl aus einer echten Mühle, die direkt neben einem echten Weizenfeld steht, mit einem echten, 12 Stunden gegorenen Hefevorteig und ansonsten noch etwas Wasser und Meersalz &#8211; also nach dem historisch überlieferten Rezept &#8211; selbst herstellt.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Deutsche Werbung, deutscher Wein</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Feb 2011 12:15:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arm]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[tipico tedesco]]></category>
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		<description><![CDATA[Bekanntlich ist es Firmen in Deutschland nicht erlaubt, ihre Angebote mit unwahren bzw. nicht belegbaren Tatsachenbehauptungen zu bewerben. Das ist auf den ersten Blick grundsätzlich und selbst auf den zweiten &#8211; wenn man mal an Aussagen wie &#8220;macht schlank&#8221; oder &#8220;schützt vor Pimpernellenpest&#8221; denkt &#8211; immer noch hochvernünftig, will der Verbraucher doch zurecht anhand von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bekanntlich ist es Firmen in Deutschland nicht erlaubt, ihre Angebote mit unwahren bzw. nicht belegbaren Tatsachenbehauptungen zu bewerben. Das ist auf den ersten Blick grundsätzlich und selbst auf den zweiten &#8211; wenn man mal an Aussagen wie &#8220;macht schlank&#8221; oder &#8220;schützt vor Pimpernellenpest&#8221; denkt &#8211; immer noch hochvernünftig, will der Verbraucher doch zurecht anhand von Fakten und nicht aufgrund groben Unfugs seine Kaufentscheidung treffen. </p>
<p>Doch Deutschland wäre nicht Deutschland, nähme es nicht, wie alles, auch diese Vorschrift so wörtlich, daß sie sich selbst ad absurdum führt. <span id="more-1836"></span>Denn nicht nur ist das Behaupten genitalverlängernder und sonstiger Effekte nach allgemeinem Rechtsverständnis unzulässig, sondern auch jene plumpen Kaufmannsaufschneidereien, die selbst unsere unaufgeklärten Urahnen im finstersten Vormittelalter längst als solche kannten, durchschauten und darob schlicht zu ignorieren verstanden: &#8220;Unser Brot ist das beste und unser Kaffe der leckerste&#8221; &#8211; mit Werbeaussagen, die so oder ähnlich überall auf der Welt als solche verwendet und natürlich von jedermann erkannt werden, riskiert man in Deutschland mindestens eine saftige Abmahnung, solange nicht etwa die sogenannte Stiftung Warentest als so unabhängige wie universell sachkundige Institution auch die subjektivste aller Wahrnehmungsoptionen höchst objektiv (und selbstverständlich nicht, wie vereinzelt behauptet, gegen kleinere und größere nicht zweckgebundene Spenden) attestiert hat und in Form eines &#8211; gegen Entgelt abdruckbaren und einem staatlichen Qualitätssiegel längst gleichkommenden &#8211; Logos attestiert hat. </p>
<p>Dergleichen treibt, zumal in Deutschland, selbstverständlich Stilblüten. Schon leidlich kämpferischen Slogans wie &#8220;das beste Persil aller Zeiten&#8221; oder &#8220;unser bester Apfelsaft&#8221; stehen die zahllosen Abstimmungsmeetings mit der Rechtsabteilung ins Gesicht geschrieben, aber beiweitem nicht so bezeichnend wie einer Königin unter den unverbindlichen Werbesprüchlein: &#8220;Vielleicht eines der besten Biere unserer Zeit.&#8221;</p>
<p>Ich bin mir nicht sicher, was hier Ursache ist und was Wirkung. Ist des die Streitlust des Gartenzwergzüchters, die unter Zuhilfenahme regelrechter Advokatenarmeen zu derart absurden und, wie es ein englischer TV-Koch wohl nännte, <em>bollockless</em> Relativierungen führt? Oder ist es die &#8220;german Angst&#8221;, es könnte sich eines Tages ein Kunde beklagen, daß Omas Gebäck aber doch <em>noch</em> besser sei, falls man wie jeder Konditor jenseits des Rheins ohne Wimpernzucken seinen Erdbeerkuchen der Kundschaft als den besten anpriese, den jene bis dato gegessen habe (und im Zusammenhang damit womöglich die Furcht vor Reklamationen mit gerichtlichen Folgen)? Ist es die bekannte deutsche Bescheidenheit, die sich landläufig weniger im Anhäufenwollen als im strebsamen Verbergen des Haufens manifestiert und es vorzieht, jedwedes selbstbewußt subjektive Urteil aus Furcht vor Schmähungen oder Spott zu unterlassen oder zumindest bis zur Unkenntlichkeit zu relativieren?</p>
<p>Ich kenne die Ursachen nicht. Alles, was ich weiß, ist, daß deutsche Anbieter mit anderen Superlativen weniger bis gar keine Berührungsängste haben. Geht man mit maximaler Größe &#8211; aus historischen und/oder physiognomischen Gründen &#8211; noch zaghaft um, gibt es bei einem anderen Prädikat nichts, das deutsche Anbieter stoppen könnte. Ist irgendjemandem außer mir (und einem geschätzten Freund, der sich jetzt sicher angesprochen fühlt) eigentlich jemals aufgefallen, wie viele <em>älteste Brauereien Deutschlands/der Welt/des Universums</em> es in diesem Land gibt? Wie viele <em>älteste</em> Weinstuben friedlich entlang von Neckar, Rhein und Mosel koexistieren, von den ungezählten <em>ältesten</em> Gasthäusern allerorten ganz zu schweigen? Angesichts des geballten Altertums, das sich quer durch die gesamte Wirtschaft zieht und bei genauem Hinsehen noch viel präsenter ist als die angeblich vergreisende Bevölkerung, drängt sich mir jedenfalls die Befürchtung auf, daß der Konservativismus, die (derzeit zu allem Überfluß in zumindest medialer Restaurationsgier gipfelnde) Sehnsucht nach Vergangenem in unserer Gesellschaft noch viel tiefer verwurzelt sind, als man es oberflächlich und angesichts &#8220;traditionspflegender&#8221; Veranstaltungen wie Schützenfesten oder Karnevalsschlägereien ohnehin schon annehmen muß.</p>
<p>Es ist offensichtlich: &#8220;Alt&#8221; ist das deutsche &#8220;gut&#8221;, denn <em>das machen wir schon immer so und es funktioniert ja auch</em>. Nun, beim Wein stimmt das sogar. Manchmal. Vielleicht.  Aber ob es für das, was man so als Land um die Reben drumherum gebaut hat, auch das Beste ist?</p>
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		<title>Blockbuster</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Oct 2010 16:23:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[> 1000 Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelle Kamera]]></category>
		<category><![CDATA[Früher[tm]]]></category>
		<category><![CDATA[Kommerz]]></category>
		<category><![CDATA[Werbemüll]]></category>

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		<description><![CDATA[
(Inzwischen vielleicht auch Kassengift.)
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="/_ressourcen/uploads/neuer_diafilm.jpg" alt="Ein vergilbter Werbeaufkleber an einer typischen Touristenbedarfshandlung preist den &quot;neuen Diafilm Agfachrome 200&quot;" title="" width="640" height="480" class="blackborder alignleft size-full wp-image-1632" /></p>
<p>(Inzwischen vielleicht auch Kassengift.)</p>
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		</item>
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		<title>Wenn man nicht mehr weiter weiß&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Oct 2010 21:40:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Peinlich]]></category>
		<category><![CDATA[Abgezockt]]></category>
		<category><![CDATA[Ex-Kunde]]></category>
		<category><![CDATA[Früher[tm]]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Merkbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Werbemüll]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;macht man einfach jeden Scheiß.
Liebe Commerzbank!
Seit Jahren &#8211; schon, da Du noch gar nicht so hießest und das nicht pißWesterwelle-gelbe Band der SymAntipathie als Markenzeichen im Schilde und den Namen Dresdner Bank (oder im ehedem dem alliierten Sonderstatus unterliegenden Berlin [West]: &#8220;Bank für Handel und Industrie [BHI]&#8220;) in jedem Briefkopf führtest, ja, da Du noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;macht man einfach jeden Scheiß.</p>
<p>Liebe Commerzbank!</p>
<p>Seit Jahren &#8211; schon, da Du noch gar nicht so hießest und das nicht <del>piß</del><ins>Westerwelle</ins>-gelbe Band der <del>Sym</del><ins>Anti</ins>pathie als Markenzeichen im Schilde und den Namen Dresdner Bank (oder im ehedem dem alliierten Sonderstatus unterliegenden Berlin [West]: &#8220;Bank für Handel und Industrie [BHI]&#8220;) in jedem Briefkopf führtest, ja, da Du noch von einem wenigstens oberflächlich gutbürgerlich, gemäßigt rheinisch-kapitalistisch und wertkonservativ statt von einem durch schlipstragende Werbefachberatungsarschrosettenkriechundneusprechexperten geprägten Außenbild zehrtest &#8211; zahle ich Dir nun im Wortsinne den Zins, selbst, wenn Du mir bisweilen einen Bruchteil davon als Nettoeffektivrendite zurückgibst.<span id="more-1621"></span></p>
<p>Wir sind, nicht nur meinen BMI betreffend, durch Dick und Dünn gegangen. Mal war ich es, der Deinen plumpen Privatkreditangeboten auf den Leim ging, mal warst Du es, die &#8211; großzügig wie -mütterlich &#8211; über eine allzu forsche Kontokorrentkündigung hinwegsah und den Jungunternehmer nicht unverzüglich straucheln ließ. Selbst in dem Moment, da Du meintest, mir für die arbeitnehmerobligatorischen &#8220;vermögenswirksamen Leistungen&#8221; Anlagestrategien, die noch fauler waren und sind als mein morgentlicher Atem nach einer bier- und/oder dönerseligen Nacht, als alleinseligmachenden Alternativplan für die ehedem spießbürgerlichen Bausparverträge (die, wie ich seit etwas weniger als den bindenden sieben Sparvertragsjahren weiß, eben gerade keinem Kurssturzrisiko unterliegen) andienen zu müssen und obendrein noch in jenem, da ich den Denkfehler durchschaute und Du mir zu verstehen gabst, daß ich diese Entscheidung nicht nur freien Willens getroffen hätte, sondern nunmehr auch nicht mehr revidieren könne, habe ich stets zu Dir gehalten und mir gesagt: Jene Institution, die an deiner Statt den schnöden Mammon verwaltet, ihn in Deinem Namen sät (ohne freilich die Ernte letztlich in Deinem Namen einzubringen), diesem Institut solltest Du Dich konsequenter verbinden als den zahllosen Liebeleien Deiner etlichen Nächte und Tage.</p>
<p>Doch während ich eben diesem Institut &#8211; denn nicht anders bezeichnete man sogar privat besessene und geleitete Banken &#8211; seit nunmehr 20 Jahren nicht nur die Treue halte, fällt ebendiesem nichts anderes ein, als mir eine &#8220;Rechnung&#8221; zu schicken:</p>
<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/coba_rechnung.gif"><img src="/_ressourcen/uploads/coba_rechnung-212x300.gif" alt="Ein auf den ersten Blick als dringend fällige Rechnung aufgemachtes Werbeschreiben der Commerzbank an Privatkunden wie mich. Man spekuliert offenbar, daß der groß gedruckte Ausdruck &quot;Rechnung&quot; Aufmerksamkeit erregen wird." title="Peinlich: Mit Schuldgefühlen Aufmerksamkeit erregen - wer hat schon gerne offene Rechnungen?" width="212" height="300" class="blackborder alignleft size-medium wp-image-1622" /></a></p>
<p>Eine &#8220;Rechnung&#8221;. Das großgeschriebene Wort &#8220;Rechnung&#8221; soll mich erschrecken. Denn &#8211; so meinen durchschnittlich begabte und dank Krawatte (oder Pariser Schwulettenschal) am Frischluftbezug gehinderte Marketingrosetten &#8211; der gemeine, gerade noch einem halbwegs einträglichen Einkommen vertraute Spießbürger würde nichts mehr scheuen, als dieses ihn an die unangenehme noch nicht beglichene Verbindlichkeit gemahnende Wörtchen. Es soll mich anhalten, schnell und fiebrig den gesamten Inhalt des unappetitlichen, Finanzdienstleistungen irgendeiner Art anpreisenden Schmierwerks zu lesen. Und, natürlich, einem gerade noch rechtzeitigen psychologischen Dreh vom erschrockenen ins wahlweise verunsicherte oder renditegeile Wesen den Weg bereiten.</p>
<p>Nun, als Mensch, der grundsätzlich und bei jeder Gelegenheit bestrebt ist, aus der Zitrone des Lebens einen Zitronenbranntwein zu machen, werde ich auch diese Herausforderung annehmen. Ich werde meinerseits eine Rechnung machen. Eine, die mir aufzeigen möge, was es da an Alternativen zur seit über zwanzig Jahren vermeintlich vertrauten Hausbank gibt.</p>
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		<title>Unfreiwillige selbstreferentielle Mitläufer</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 16:39:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich glaube, ich schreibe nicht zum ersten Mal, daß ich früher lange Zeit einen regelmäßig wiederkehrenden Traum hatte. In diesem gab es eine (hier, weil zu weit führend, nicht näher ausgeführte, jedoch höchst unkonventionelle) Möglichkeit des Zeitreisens. Ich ries natürlich stets in die unmittelbar vorbraune Ära des Reiches zurück, um live, in Farbe, 3D und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich glaube, ich schreibe nicht zum ersten Mal, daß ich früher lange Zeit einen regelmäßig wiederkehrenden Traum hatte. In diesem gab es eine (hier, weil zu weit führend, nicht näher ausgeführte, jedoch höchst unkonventionelle) Möglichkeit des Zeitreisens. Ich ries natürlich stets in die unmittelbar vorbraune Ära des Reiches zurück, um live, in Farbe, 3D und hautnahem Erleben nachvollziehen zu können, wie das alles passierte, passieren konnte.</p>
<p>Ist es nun Zufall, daß sich in den letzten, sagen wir gut zehn, Jahren die Häufigkeit der Wiederholung dieses Traums drastisch reduziert hat, und in den letzten Jahren überhaupt nicht mehr geschah? <span id="more-1610"></span>Liegt es einfach daran, daß ich mich immer intensiver mit politisch-geschichtlichen Inhalten auseinandersetze und viele Schilderungen wie Meinungen aufsauge? Oder liegt es daran, daß wir längst wieder mittendrin sind in einer vergleichbaren Entwicklung? </p>
<p>Daß es mir, entschuldigung, scheißegal ist, ob &#8220;man&#8221; &#8220;das&#8221; nicht tut, solche Parallelen zu ziehen, das immer eifriger zum Unaussprechlichen tabuisierte einfach mal als Schablone über heutiges Geschehen zu legen, weiß, wer bisweilen meine Absonderungen hört oder liest. Also tue ich es. Und sehe einen immer unverblümter immer gieriger werdenden Haufen &#8220;Leistungsträger&#8221;. Ich sehe an deren Holzkreuzen und Fäden hängende, immer ungenierter und freimütig als Marionetten agierende Volksver<del>t</del>räter, die völlig scham- (&#8221;alternativ-&#8221;)los in zweifelhafte bis verfassungsfeindliche Gesetze gießen, was ihnen ihre Strippenzieher von außerhalb der Puppenkiste ins Drehbuch schreiben. Ich sehe riesige Spekulationsblasen, die in Folge und zugleich als einziger Selbstzweck des sie hervorbringenden Kasperletheaters binnen kürzester Zeit Vermögen in unerträglicher Weise von der breiten auf die schmale Seite schaufeln und nach ihrem kalkulierten Platzen &#8211; von hilflos prozyklisch agierenden Neobrüningen zusätzlich angefeuert &#8211; verbrannte Erde und <del>Suppenküchen</del><ins>&#8220;Tafeln&#8221;</ins> hinterlassen.</p>
<p>Ich sehe ein immer größer werdendes Heer systematisch zu Almosenempfängern Degradierter, die auf das von allzu selbstlosen Leistungsträgern großzügig gewährte Resteessen längst zum Erhalt ihrer bloßen Existenz angewiesen sind. Vor allem aber, und daher der Titel dieses Gedankenabbilds, sehe ich die ihnen unzweifelhaft mit Vorsatz zugedachte Position: Auf den ersten Blick ist es die des Fußabtreters. Schaut man genauer hin, ist es aber eine noch perfidere. Sie sind das beste Druckmittel, das man ausgerechnet gegen jene, die meinen, die vermeintliche Fußmatte habe man ihnen zur Reinigung ihrer durch die noch vorhandene Erwerbsarbeit ehrenvoll besudelten Sohlen vor die Tür gelegt. </p>
<p>Sich nicht eingestehend, daß sie selbst nur Angst davor hat, es könne ihr schon bald das gleiche Schicksal drohen, akzeptiert jene unverdrossen und im Walde sich selbst das Liedchen der &#8220;Mittelschicht&#8221; pfeifende Schrumpfmasse &#8220;enger zu schnallende Gürtel&#8221; wie Lohnkürzungen, unbezahlte Mehrarbeit und weggefallene &#8220;Privilegien&#8221;, freut sich über die &#8220;dringende und alternativlose&#8221; Beschneidung des &#8220;wuchernden&#8221; und das &#8220;Netto&#8221; beraubenden Sozialstaates und lädt den verdrängten Frust darüber und die angestaute Wut auf die eigentlich Schuldigen (denen man jedoch nicht beizukommen weiß, da &#8220;die eh machen, was sie wollen&#8221;) bei den Sündenböcken ab.</p>
<p>Sündenböcke. Das ist das Geheimnis. Die große Kunst. Und ich muß gestehen, das haben sie mir in der Schule sogar ansatzweise beizubringen versucht, was das war, dieses Sündenbockprinzip. Daß es indes der Schlüssel zum Verständnis der ganzen Geschichte ist, konnte ich mir damals einfach nicht vorstellen. Daß man &#8211; geschickt und über Dritte &#8211; die Emotionen eines Teils der Massen, den man noch als vollstreckende Masse benötigt, gegen einen anderen, sich längst als nutzlos erwiesen habenden Teil lenkt, während man selbst am warmen Ofen sitzt und sich des unbehelligten Lebens freut. Der ganze Rest, ob er nun Hugenberg oder Mohn heißt, Rosenberg oder Sarradingsbums, Brüning oder Merkel: Szenerie, austauschbar. Entscheidend ist die Masse, die das Spiel mitspielt. Die, um die eigene Schwäche wissend, sich noch Schwächere sucht, um wenigstens gefühlte Stärke für sich zu reklamieren. Die in ihrem zum Fußabtreter gewordenen Nachbarn ihr eigenes Schicksal drohend erkennt und ihn gerade deshalb stellvertreterhalber für sich selbst verachtet und tritt. Die aus der Angst, alles mitmachen zu müssen, alles mitmacht. Mitläuft.</p>
<p>Siehe auch: <a href="http://www.n-tv.de/politik/dossier/Angst-macht-asozial-article923856.html">Angst macht asozial.</a></p>
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		<title>Lebenslänglich</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Sep 2010 13:45:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit ich gestern diesen wirren Gedanken anderen, darüber verwunderten in ihre Twitter-Zeitleiste gestopft habe, beschäftigt er mich. Es ist mit Sicherheit nicht mal eine besonders geistreiche oder neue Feststellung, aber mich erschreckt sie aus verschiedenen Gründen doch: Die Erkenntnis, daß es offenbar ziemlich genau der Zeitspanne bedarf, die ein Mensch in etwa lebt, ehe die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit ich gestern diesen wirren Gedanken anderen, darüber verwunderten in ihre Twitter-Zeitleiste gestopft habe, beschäftigt er mich. Es ist mit Sicherheit nicht mal eine besonders geistreiche oder neue Feststellung, aber mich erschreckt sie aus verschiedenen Gründen doch: Die Erkenntnis, daß es offenbar ziemlich genau der Zeitspanne bedarf, die ein Mensch in etwa lebt, ehe die Lehren selbst aus den schlimmsten Katastrophen zwar nicht vergessen, aber in beispielhafter kognitiver Dissonanz verdrängt, relativiert oder schöngeredet werden, um der antiproportional zum schmerzlichen Andenken an geschehenes Unheil wachsenden Gier nach irgendetwas &#8220;endlich&#8221; und, ungestört von lästigen Bedenkenträgern, Rechnung tragen zu können.<span id="more-1577"></span></p>
<p>Es muß ja so sein. Denn egal, wie gut les-, sicht- und hörbare Dokumente vergangenen Geschehens rein technisch noch werden mögen: Das Gefühl des Selbsterlebten, den autorisierten Vergleich zweier Entwicklungen, die am bzw. vom selben Subjekt erlebt werden, kann die beste Aufzeichnung, der steilste mahnende Zeigefinger der Vergangenheit nicht ersetzen. Wie auch? Woher soll ein heute gerade so erwachsener Mensch beispielsweise wissen, wie es sich anfühlt, in einem einem werdenden Präventiv- oder Polizeistaat zu leben? Wie könnte ein gerade das erste &#8220;richtige&#8221;, &#8220;große&#8221; Geld witternder Jungbankster ahnen, daß das, was er seinen aktuell vermeintlich erfolgreichen Vorbildern begeistert nachtut (schon, &#8220;weil es sonst jemand anders&#8221; täte), haargenau das gleiche Spiel ist, mit dem 80 Jahre vor ihm andere in der gleichen Euphorie Kontinente zuerst in den Bankrott und anschließend zumindest indirekt in einen Weltkrieg trieben? An welchem Maßstab sollte ein gerade eben noch der sogenannten Mittelschicht, dem mit noch halbwegs gut dotierter Berufstätigkeit versehenen Bürgertum angehörender Mittvierziger bemessen, ob die zunehmende Abschaffung des mühsam und aufgrund grausamer Erfahrungen mit viel echtem und ideellem Herzblut erstrittenen Rechtes auf angemessenes Entgelt und menschenwürdige Arbeitsbedingungen &#8220;alternativlos&#8221; und &#8220;der wirtschaftlichen Lage&#8221; geschuldet oder nur Teil des jahrhundertealten, immer gleichen Spiels der Eliten ist, mit dem der nötige Druck auf seinesgleichen und die darunter aufrechterhalten werden soll?</p>
<p>Der hiesige Durchschnittsmensch wird, ohne jetzt nachzuschlagen, im Schnitt 80 Jahre alt. Zieht man diese 80 Jahre nun beispielsweise von jenem Jahr ab, in dem die Finanzwirtschaft ihren ersten, wenn auch offenkundig längst noch nicht ausreichend vernichtenden Schlag erlitt, ab, so landet man ziemlich genau in jener Zeit, die auch und besonders in Deutschland den Acker für prekäre Arbeitsverhältnisse, Hungerlöhne und öffentliche Suppenküchen bestellte. Addiert man zu den Blütezeiten des letzten groß inszenierten Sündenbocktheaters &#8211; in dem es die Anhänger des jüdischen Glaubens waren, die alsbald weniger an diesen, sondern generell dran glauben mußten &#8211; jene Zeitspanne hinzu, landet man wie zufällig in einer Zeit, da Anhänger eines anderen Glaubens plötzlich immer unverhohlener der Verantwortung für die allgemeinen Zustände geziehen werden. Auf die Idee, daß man hier gerade eine Neuauflage dessen abliefert, auf was man nach wie vor und voller ernst gemeinter Innbrunst den schuldweisenden Zeigefinger richtet, kommt dabei niemand. Die Filme sind schwarzweiß und wenn in Farbe, dann dennoch &#8220;etwas ganz anderes&#8221;. Und jemand, der einem an dieser Stelle den Kopf zurechtrückt und der das &#8211; ob seines Alters und der eigenen Erfahrung auch dürfe &#8211; gibt es ja nicht mehr.</p>
<p>Und so erntet, wer heute vor den Gefahren einer zentralisierten Geheimpolizei, zentralen Personendatenbanken, elektronischen &#8220;Gesundheitskarten&#8221; oder Entgeltnachweisen, Fluggast- und &#8220;Vorrats&#8221;datenspeicherung warnt und auf Parallelen zu vergangenen Unrechtsregimen im eigenen Land hinweist, regelmäßig den Vorwurf der Verharmlosung, oder im besten Falle ein mitleidiges Lächeln, das unausgesprochen Vokabeln wie &#8220;paranoid&#8221; oder &#8220;Spinner&#8221; in sich birgt. </p>
<p>Übrigens funktioniert das nicht nur vom heutigen Standpunkt aus. Man könnte ebensogut das Jahr 1849 nehmen, in dem auch in Deutschland lauter als vorher und lange hernach die Systemfrage gestellt und zumindest für eine Zeit mit erheblicher Unzufriedenheit beantwortet wurde. Es dauerte ein ganzes Menschenleben, bis man sich demokratische Errungenschaften wie die erste ihren Namen verdienende Republik auf deutschem Boden als drückende Last und unnötigen Popanz verkaufen lassen konnte, da niemand mehr &#8220;déja vu&#8221; rufen konnte.</p>
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		<title>Bloatware</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 08:56:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Macht sie weg!]]></category>
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		<description><![CDATA[In diesem Karton:

kam gestern meine (beinahe noch) neue Bildbearbeitungssoftware an. (An der kann man übrigens sehen, wie abhängig man sich über die Jahre von diesen Softwaremafiosi macht: Nachdem ca. 120% aller meiner Illustrationen mit Corel erstellt wurden, das sich in meiner letzten vorhandenen Version aber von den rechnerischen Fähigkeiten meines neuen Heimrechners so überwältigt zeigte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Karton:</p>
<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/IMAG00021.jpg"><img src="/_ressourcen/uploads/IMAG00021-225x300.jpg" alt="Überdimensionaler Software-Karton" title="" width="225" height="300" class="blackborder alignleft size-medium wp-image-1509" /></a></p>
<p>kam gestern meine (beinahe noch) neue Bildbearbeitungssoftware an. (An der kann man übrigens sehen, wie abhängig man sich über die Jahre von diesen Softwaremafiosi macht: Nachdem ca. 120% aller meiner Illustrationen mit Corel erstellt wurden, das sich in meiner letzten vorhandenen Version aber von den rechnerischen Fähigkeiten meines neuen Heimrechners so überwältigt zeigte, daß es den Dienst versagte, wäre ein Umstieg, wie ja überhaupt alle Softwareangelegenheiten, definitiv kein &#8220;mal eben schnell&#8221;-Fall, ganz davon abgesehen, daß ich mit diesem Programm dummerweise auch noch hochzufrieden war und bin.) In diesem Karton jedenfalls waren etwa 2GByte Installationsdaten enthalten. Angesichts der 25 Kubikmillimeter großen Speicherkarte meines Mobiltelefons, die die vierfache Menge verträgt, fragt man sich nicht nur, warum selbst für eine dieser <a href="/2010/08/17/die-scheibe-ist-nicht-die-welt/">verhaßten Silberscheiben</a> mit immerhin schon ca 9.000 Kubikmillimetern (neun Kubikzentimetern) ein dekorativer, pseudoaufklappbarer Hochglanzkarton von 900 Kubikzentimetern (entsprechend 100 Silberscheiben oder 36.000 Speicherkarten à 8GByte, was in Summe über 280 TByte entspräche) benötigt wird. Man fragt sich auch, warum dieser, eingebettet in &#8220;Füllmaterial aus Maisstärke&#8221;, mit einem weiteren Umkarton von sage und schreibe 15.000 Kubikzentimetern (genau: 1.667 Silberscheiben oder 4.687,5 Petabyte Speicherkartenkapazität) für über fünf Euro im CO2 emittierenden Postauto 400 Kilometer durch die Lande transportiert werden muß. </p>
<p>Was übrigens mit 24 Stunden Lieferzeit zwar schnell anmutet, aber bei Weglassen der ganzen Körperlichkeit (ich kopiere den Inhalt der Silberscheibe ohnehin direkt auf mein eigenes ausfallsicheres Speichersystem und werfe sie hernach in den Müll), sprich: einer simplen Downloadmöglichkeit selbst bei Dorf-DSL immerhin dem stolzen Faktor 2.107 entspricht.</p>
<p>Wir sehen also, freundlich ausgedrückt, reichlich Optimierungspotential bei Euch, liebe Softwareversandhändler. Andererseits: Man muß ja auch an das Transportgewerbe denken. Und an die Holzverarbeiter. Und die Holzproduktbedrucker. Und die Behindertenwerkstätten, in denen solche schicken Kartons gebastelt werden (viel zu schade zum Wegwerfen, ich sollte ihn in einem &#8220;Onlineauktionshaus&#8221; als &#8220;Corel X4 OVP&#8221; verkaufen). Und natürlich an die Silberscheibenhersteller. Und nicht zuletzt an die Kunden, die vermutlich in ihrer Mehrzahl immer noch gerne &#8220;was in den Händen halten&#8221; wollen. Das antiquierte Schwarzweißfax hat sich, allen effizienteren Möglichkeiten zum Trotz, schließlich auch wacker über mindestens zehn überflüssige Jahre gerettet.</p>
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		<title>Diese große Brille warum?</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 09:25:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Deine Mudda]]></category>
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		<category><![CDATA[Helden]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[Die ich habe so möchte ich bin.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href='/_ressourcen/uploads/dieseichhabesomöchteichbin.mpg'>Die ich habe so möchte ich bin.</a></p>
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		<title>Die Scheibe ist nicht die Welt&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 20:18:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Macht sie weg!]]></category>
		<category><![CDATA[Alles Scheiße!]]></category>
		<category><![CDATA[Das mußte mal gesagt werden!]]></category>
		<category><![CDATA[Dummheit]]></category>
		<category><![CDATA[Früher[tm]]]></category>
		<category><![CDATA[Lalalalaß dich nicht verarschen!]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sterbende Dinosaurier]]></category>
		<category><![CDATA[Tot]]></category>

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		<description><![CDATA[...und das ist auch gut so. Warum ich in meinem ganzen Leben nie wieder eine (zumal beschreibbare) CDVDHDBlueray in die Hand nehmen und nicht mal mit dem Arsch anschauen werde.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;und das ist auch gut so. Ein überfälliger und nötiger, wenn auch nicht verdienter Abschied.</p>
<p>Liebe CD-DVD-HD-BlueRay-Wasweißich,</p>
<p>ich habe mir vor einigen Tagen einen neuen Computer gekauft. Hin und wieder kommt man einfach nicht umhin. Und, denk nur: Wie schon mal, so Anfang des Jahrtausends, habe ich dieses Mal ein Bauteil weggelassen, das bis heute als unverzichtbarer Standard gilt &#8211; wie einst, wir erinnern uns dunkel, jene ratternden und im Extremfall 2,88 MByte fassenden Klapperkästen, auch &#8220;Floppy&#8221;- oder Diskettenlaufwerke genannt. Und so, wie eines Tages jeder merkte, daß man diese Dinger einfach nicht mehr braucht, ging es mir jüngst mit Dir und deinesgleichen. </p>
<p>Mit einem winzigen, aber bedeutenden und vor allem: Unbezahlbaren Unterschied. Lege ich heute eine jener antiquierten Magnetscheiben, die sich bisweilen hinter Schränken und in Umzugskisten finden, in das in einem aufbewahrten Test- und Experimentierrechner immer noch vorhandene zugehörige Laufwerk ein, so kann ich sämtliche darauf ehedem selbst hinterlegten Daten  bis heute problemlos abrufen. Und seien sie 15 Jahre alt und ebensolange auf diesem Medium konserviert. Von Vertretern deiner Zunft kann ich dies nicht behaupten. Und das nach teilweise nicht 15, nicht zehn, ja: bisweilen weniger als fünf Jahren, auf die ich sie Dir anvertraute. Nehmen wir beispielsweise jene unwiderbringlichen (wenngleich manchmal peinlichen), in älteren Epochen auf aus heutiger Sicht altmodische Magnetbänder gebannten Videos, die einem noch einmal jeden Pubertätspickel einzeln ins Gedächtnis rufen: Zwei Jahrzehnte nach deren Entstehen entschied man sich, mit der Zeit zu gehen, diese Machwerke zu digitalisieren und, &#8220;state of the art&#8221;!, auf eine &#8220;DVD-RW&#8221; zu &#8220;brennen&#8221;. </p>
<p>Heute, beim Versuch, diese Unikate abermals zu transferieren auf mittlerweile erneut zeitgemäßen, ja: dank RAID ausfallsicheren und vor allem spottbilligen Magnetspeicher, stellt man beklommen fest: Das war ein Fehler. Selbst solche Plastik-Silberfolien-Verbundscheiben, die man nach dem Schreibvorgang nie wieder angefaßt hat, versagen die Herausgabe der unwiderbringlich verlorenen Daten. Und machen einem spätestens im Vergleich mit vermeintlich antiquierten, robusten Medien wie VHS, Musikcassette, ja: Vinylschallplatte, schmerzlich klar: Von der Option, mehr wie weniger wertvolle Momente des Lebens auf immerdar zu bannen, sind/waren wir insbesondere im Fall der (insbesondere beschreibbaren) optischen Speichermedien weiter entfernt denn je. Die Vision vom erschwinglichen Massenspeicher: Ein Wunschtraum mit bösem Erwachen. Die Vorstellung, emotional bedeutendes zu archivieren und unsterblich zu machen: Für den Arsch. </p>
<p>Genau wie Du, liebe Silberscheibe. Wenn es in nun bald 25 Jahren IT- und Multimedialeben irgendetwas gibt, das ich nicht nur nie wieder anfassen, nicht nur nicht vermissen, sondern auf das ich an jenem Tag, da sein letztes Exemplar weltweit hergestellt wird, eine Flasche Schnaps exen werde, dann bist Du es.</p>
<p>Auf nimmer Wiedersehen, zum Teufel mit Dir, fick Dich, liebe CDVD!</p>
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		<title>Wir machen jetzt in Kohle</title>
		<link>http://www.davidbln.de/2010/08/11/wir-machen-jetzt-in-kohle/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 09:26:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frühkonfus]]></category>
		<category><![CDATA[Bankster]]></category>
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		<description><![CDATA[Mal was für alle, die gerne deuten:
Gestern früh fuhr ich nach längerer Zeit mal wieder an einer Ecke vorbei, die einst aus bestimmten Gründen für kurze Zeit meine verstärkte Aufmerksamkeit hatte. Links war ein Edeka, rechts war &#8220;Petra&#8217;s Nagelstübchen&#8221;.
Heute hängen über den schwarzen Flecken der ehemaligen Edeka-Leuchtbuchstaben mäßig festgezurrte Planen die mit dem Wort &#8220;Lidl&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mal was für alle, die gerne deuten:</p>
<p>Gestern früh fuhr ich nach längerer Zeit mal wieder an einer Ecke vorbei, die einst aus bestimmten Gründen für kurze Zeit meine verstärkte Aufmerksamkeit hatte. Links war ein Edeka, rechts war &#8220;<a href="/2010/01/11/achten-sie-auf-dieses-zeichen/">Petra&#8217;s</a> Nagelstübchen&#8221;.</p>
<p>Heute hängen über den schwarzen Flecken der ehemaligen Edeka-Leuchtbuchstaben mäßig festgezurrte Planen die mit dem Wort &#8220;Lidl&#8221; bedruckt sind und Petra hat ihr Studio an den Nagel gehängt, die Fassade renoviert und die einstigen Plastiklettern gegen ein überdimensionales, beleuchtetes Schild &#8220;AWD&#8221; ausgetauscht.</p>
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		<title>Bumerang: Wayne interessiert&#8217;s</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 17:44:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Daß das &#8220;Sparpaket&#8221; neoliberal-westerwellescher Prägung und alternativlos-Merkelscher Ausführung blanker Wahnsinn, asozialer Unfug und volkswirtschaftlicher Masochismus ist, leuchtet jedem halbwegs denkfähigen Menschen ein, selbst wenn er sich nicht gleich geistiger Sozialist ist.
Auch verlautbart Ursula Engelen-Kefer eine Binsenweisheit, wenn sie von einem gefährlichen Bumerang schreibt, den der Bundesdoktor da losgeschleudert hat. Das dumme ist nur: Da ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Daß das &#8220;Sparpaket&#8221; neoliberal-westerwellescher Prägung und alternativlos-Merkelscher Ausführung blanker Wahnsinn, asozialer Unfug und volkswirtschaftlicher Masochismus ist, leuchtet jedem halbwegs denkfähigen Menschen ein, selbst wenn er sich nicht gleich <a href="/2010/02/12/lohnung-mus-sich-wieder-leisten/">geistiger Sozialist</a> ist.</p>
<p>Auch verlautbart Ursula Engelen-Kefer eine Binsenweisheit, wenn sie <a href="http://www.engelen-kefer.de/meine-themen/sozialpolitik/soziale-gestaltung/sparpaket-wird-auf-dem-arbeitsmarkt-zum-bumerang.html">von einem gefährlichen Bumerang schreibt</a>, den der Bundesdoktor da losgeschleudert hat. Das dumme ist nur: Da ist was drauf geschissen. Denn: </p>
<p>Daß das Wahlvolk gerne eine weniger marktradikal-ideologische Führung hätte? Geschenkt: Wird ignoriert oder so lange zurechtwählen gelassen, bis es paßt. </p>
<p>Antizyklische Konjunkturpolitik? Teufelszeug! Schließlich hat man das in <del datetime="2010-06-11T17:31:11+00:00">grauer</del><ins datetime="2010-06-11T17:31:11+00:00">rot-gelber</ins> Vorzeit schon probiert &#8211; ganze acht Jahre lang, von denen es nur fünf funktioniert hat. (Daß das Gegenteil seit nunmehr  bald 30 Jahren noch weniger funktioniert und Hayek dem Land nicht wie einst Keynes eine halbe, sondern gleich mehrere Millionen Arbeitslose und Heerscharen von Tage- oder Billiglöhnern und Quasi-Leibeigenen beschert hat: Alles Propaganda!)</p>
<p>Nein, liebe Genossin Ursula, der zitierte Bumerang wird, sobald er, wie korrekt geweissagt, erst mit voller Wucht zurückkehrt, natürlich nicht seinem Absender um die Ohren oder durch den Hals segeln. Vielmehr, und nun bemühe ich eine allgemein verfügbare Glaskugel, wird es alsbald heißen: &#8220;Wir haben nicht genug gespart, sondern immer noch über unsere Verhältnisse gelebt.&#8221; Und dieses erbärmliche Spiel wird weitergehen, bis wir zurück in den Höhlen und Wäldern sind, aus denen wir scheinbar besser nie herausgekommen wären.</p>
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		<title>Patrone</title>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 14:29:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Das mußte mal gesagt werden!]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein neuer oder besser: besserer, halt: nennen wir es würdigerer, nein, passender: passenderer Schutzpatron, also: Der ideale Schutzpatron für meinen Lästerblock hier (von dem ich mir ja gar nicht sicher bin, ob ich ihn überhaupt weiter als reinen Lästerblock fortführen will) &#8211; also: Der ideale Typ dafür wäre eindeutig und ungeachtet aller Verehrung für die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein neuer oder besser: besserer, halt: nennen wir es würdigerer, nein, passender: passenderer Schutzpatron, also: Der ideale Schutzpatron für meinen Lästerblock hier (von dem ich mir ja gar nicht sicher bin, ob ich ihn überhaupt weiter als reinen Lästerblock fortführen will) &#8211; also: Der ideale Typ dafür wäre eindeutig und ungeachtet aller Verehrung für die ehemalige Inkorporation der von mir so herzlich als ideale Lästerzielscheibe verehrten teutonischen Spießigkeit nicht Hotte Tappert. Es wäre natürlich und ohne Zweifel Jürgen Holtz. Besser gesagt: Die Rolle, die Jürgen Holtz nach bereits vorweislicher Berufsroutine quasi über Nacht im ganzen frisch vereinigten Reich bekannt machte: Friedhelm Motzki. Gemein hat er mit Hotte immerhin, daß sich seiner die nicht mehr ganz so Jüngeren unter uns noch erinnern dürften, wenngleich das Schwellenalter hier ein wenig niedriger liegt als bei Hotte und daß die von ihm selbst dargestellte Persiflage auf jene Rolle, die er zweitausenddrölf in &#8220;Good bye Lenin&#8221; darstellen durfte, sogar doch auch &#8220;der Jugend&#8221; in Erinnerung sein sollte.</p>
<p>Wie auch immer, es geht nicht. Ich kann ihn nicht zum Schutzpatron machen, jedenfalls nicht ohne weiteres. Denn ich finde kein gemeinfreies verwertbares Lichtbild von ihm, das ich an Hottes Statt nach ganz oben packen könnte. (Vielleicht frage ich ihn ja einfach um Erlaubnis. Mal sehen.)</p>
<p>Bis dahin müssen diese Zeilen und, für die Jugend, die damit nichts anfangen kann, der Hinweis auf die bei Youtube vollständig verfügbare Serie (aus der auch der folgende Ausschnitt stammt) genügen. Mein persönlicher Favorit aus der Serie ist eigentlich sechseinhalb Stunden lang (weil ich sie mir in Dauerschleife ansehen könnte ohne daß es fad würde), aber besonders liebreizend wird es zum Beispiel ab Sekunde 57. Also, wer mich kennt und/oder schon immer wissen wollte, wer einst die manische Boshaftigkeit meiner Zunge zum Leben erweckt hat, der sehe sich dies und die übrigen 38 Schnipsel an.</p>
<p><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/wvnXsLFAj60&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/wvnXsLFAj60&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>
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		<title>Kleingartenzoologie</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 09:10:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ICH habe ja, als ich diese Meldung zum Thema Würfelquallen gelesen habe, sofort an die beim Spiel gerne mal Torte essenden Rentner aus der Nachbarparzelle gedacht. Aber: Giftig waren die nicht. Und geräuschlos auch nicht, war doch das einzige, was man von denen überhaupt mitbekam, das regelmäßige Klackergeräusch kleiner Holzkuben, die auf ein Holzbrett purzeln.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>ICH habe ja, als ich <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/panorama/2587440_Maedchen-ueberlebt-Quallen-Angriff.html">diese Meldung zum Thema Würfelquallen</a> gelesen habe, sofort an die beim Spiel gerne mal Torte essenden Rentner aus der Nachbarparzelle gedacht. Aber: Giftig waren die nicht. Und geräuschlos auch nicht, war doch das einzige, was man von denen überhaupt mitbekam, das regelmäßige Klackergeräusch kleiner Holzkuben, die auf ein Holzbrett purzeln.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ausgerechnet Bananen?</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 08:47:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie sich die Zeiten ändern. Stand man früher in der entbehrungsreichen Ostzone für Bananen stundenlang vor dem Konsum an, so wird heute in der immer schon freien und siegreichen Marktwirtschaft geduldig auf &#8211; immerhin vom reinen Brennwert her deutlich gehaltvolleres &#8211; Mineralöl gewartet.

Und das ist nur konsequent: Bei einem durchschnittlichen Tankinhalt von 50 Litern ergibt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie sich die Zeiten ändern. Stand man früher in der entbehrungsreichen Ostzone für Bananen stundenlang vor dem Konsum an, so wird heute in der immer schon freien und siegreichen Marktwirtschaft geduldig auf &#8211; immerhin vom reinen Brennwert her deutlich gehaltvolleres &#8211; Mineralöl gewartet.</p>
<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/bananenbenzin.jpg"><img src="/_ressourcen/uploads/bananenbenzin-300x100.jpg" alt="Endlose Autoschlangen an einer &quot;Billigtankstelle&quot;" title="Warten muß sich wieder lohnen! Steht Schlange!" width="300" height="100" class="blackborder" /></a></p>
<p>Und das ist nur konsequent: Bei einem durchschnittlichen Tankinhalt von 50 Litern ergibt sich hier schließlich eine Ersparnis von ca. 1,50 Euro. Das sind (rückwirkend inflationsbereinigt) immerhin 1,95 D-Mark bzw., bei gutem inoffiziellem Umtauschkurs Stand 1990, immerhin 58,60 Mark der DDR. Gemessen an einer Wartezeit von 30 Minuten ergibt sich ein Stundenlohn von 117,20 Mark der DDR &#8211; und stünde man die täglich üblichen 8,5 Stunden, ergäbe sich ein Monatsverdienst von stolzen 18.263 Mark der DDR &#8211; das ist mehr, als selbst höchste Würdenträger damals (offiziell) erhielten. Also: Auf zur nächsten Discount-Tankstelle. Warten lohnt sich!</p>
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		<title>Wenn Werte kippen&#8230;</title>
		<link>http://www.davidbln.de/2010/04/04/wenn-werte-kippen/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Apr 2010 20:01:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230;dann steht man ganz schön im Regen:

Nicht falsch verstehen: Ich bin dafür, daß das Zeug pro Schachtel ruhig 500 Euro kosten soll, damit wenigstens die Armen endlich gesünder leben gewollt werden &#8211; die Geldsäcke können ja ruhig weiterquarzen.
Mir fiel bei dem Plakat nur spontan ein, daß, wenn ich früher[tm] für Vaddern mal zu Ernas Erfrischungshalle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;dann steht man ganz schön im Regen:</p>
<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/wenn_werte_kippen.jpg"><img src="/_ressourcen/uploads/wenn_werte_kippen-300x225.jpg" alt="Werbeplakat: Now 19 cigarettes 4,25 Euro" title="wenn_werte_kippen" width="300" height="225" class="blackborder" /></a></p>
<p>Nicht falsch verstehen: Ich bin dafür, daß das Zeug pro Schachtel ruhig 500 Euro kosten soll, damit wenigstens die Armen endlich gesünder leben gewollt werden &#8211; die Geldsäcke können ja ruhig weiterquarzen.</p>
<p>Mir fiel bei dem Plakat nur spontan ein, daß, wenn ich früher[tm] für Vaddern mal zu Ernas Erfrischungshalle gehen durfte, weil es da einen (damals noch ausschließlich mit Geldmünzen und ohne Alterschip funktionierenden) Kippenautomaten gab, ich da drei Markstücke reinwerfen mußte, um eine Packung &#8220;Reval ohne&#8221; einschließlich in der Packung befindlichen Wechselgeldes in Höhe einer halben D-Mark heimzutragen. Für die jüngeren unter uns: Zweifuffzich wären umgerechnet 1,28 Euro. Für damals sogar über 20 Glimmstengel.</p>
<p>Daran merkt man, wie das Geld an Wert verliert. Und/oder vor allem, wie alt man inzwischen ist.</p>
<p>(Daß das Plakat mitten in Düsseldorf, Deutschland offenbar gezielt ausländische Kunden ansprechen will, fällt mir gerade erst jetzt auf, da ich den Text fertig habe.)</p>
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		<title>Wo sind all die Uhren hin?</title>
		<link>http://www.davidbln.de/2010/03/04/wo-sind-all-die-uhren-hin/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 06:34:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wo sind sie geblieben?
Es gibt ja so viele Dinge, die es nicht oder zumindest so gut wie nicht mehr gibt. Oder die wenigstens konstant immer weniger werden. Zum Beispiel Raucher, plärrende Nachbarsblagen, oder, wenn auch zumindest in diesem Land mit nur homöopatisch sinkender Tendenz, Internetzausdrucker. Das waren jetzt alles Beispiele, die man, sobald sie mal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wo sind sie geblieben?</p>
<p>Es gibt ja so viele Dinge, die es nicht oder zumindest so gut wie nicht mehr gibt. Oder die wenigstens konstant immer weniger werden. Zum Beispiel Raucher, plärrende Nachbarsblagen, oder, wenn auch zumindest in diesem Land mit nur homöopatisch sinkender Tendenz, Internetzausdrucker. Das waren jetzt alles Beispiele, die man, sobald sie mal zur Gänze weg sind, nicht nur nicht vermissen, sondern sich betreffs selbiger alsbald fragen wird: &#8220;Was war das noch mal gleich?&#8221;</p>
<p>Während man Exemplare wie die eben genannten also nicht bewußt als fehlend wahrnimmt, gibt es natürlich auch Dinge, die offenbar doch bedeutsam genug sind, um als nicht mehr wesend bemerkt zu werden.<span id="more-1090"></span> Neben funktionierender und zuverlässiger öffentlicher (insbesondere  Verkehrs-)Infrastruktur, <a href="http://weltkaputt.wordpress.com/2009/01/21/berliner-weisse/">Schultheiß-Weiße</a> und halbwegs unkorrumpiert der (echten) sozialen Marktwirtschaft anhängenden Politikerhirnen sind das vor allem, so bilde ich mir ein: Öffentliche Uhren.</p>
<p>In meiner Jugend Maienblüte, gab es sowas an sprichwörtlich jeder Straßenecke. Sei es als Bestandteil eines (Straßen-)Bahnhofs, freistehend wahlweise mit oder ohne rotierendem und wahlweise illuminiertem Werbewürfel, an öffentlichen Gebäuden, Geschäften, Apotheken, an Hauswänden oder in Schaufenstern, kurzum: Die allgemeine Zeit war derart präsent, daß man sich ihr zumindest im Stadtgebiet praktisch nicht entziehen konnte. </p>
<p>Nicht hauptsächlich deshalb, aber durchaus davon begünstigt, habe ich es mir daher schon zeitig abgewöhnt, die empfindliche Haut meines Handgelenkbereichs mit zeitscheibenbewehrten Fesseln aus muffigem (Kunst-)Leder, klapperndem Blech oder schäbigem Plastik zu belasten. Zumal auch das plötzlich wie eine Landplage allgegenwärtige Mobiltelefon recht bald mitteilen konnte, was die Stunde geschlagen hat  (in jedem Sinne).</p>
<p>Gut möglich, daß mir das seither auffällig konsequente Sterben der gemeinen öffentlichen Zeit weit mehr auffällt als Zeitgenossen, die den privaten Selbstversklavungsapparat am Unterarm mindestens als selbstverständlich, in extremen Fällen sogar als dekoratives (und die Ausgabe vierstelliger Beträge wertes) Element betrachten. Und selbst denen, die nach fortgeschrittenem Biergenuß beim Überprüfen der privaten Zeitmaschine den gesamten Unterarm &#8211; zur Erheiterung der Umstehenden &#8211; nebst Maßkrug um 135° drehen, muß doch inzwischen klar geworden sein: </p>
<p>Das waren SIE. Die Neokapitalisten. Sie, die alles privatisieren wollen, investieren längst in Chronographen. SIE meinen, wenn sie nur die Sozialuhr auf dem Rathausplatz auch noch abschaffen, kaufe ich mir womöglich auch so eine Handfessel. Aber da können SIE lange warten, ich habe auch so genug Zeit.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Sarkozmus ist,</title>
		<link>http://www.davidbln.de/2010/02/11/sarkozmus-ist/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 19:23:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Macht sie weg!]]></category>
		<category><![CDATA[Filz]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Früher[tm]]]></category>
		<category><![CDATA[Internetz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>

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		<description><![CDATA[wenn ein Land, das einst als Musterbeispiel für die Vertreibung selbstgefälliger und autoritärer Herrscher galt, sich einen abgebrochenen Nachwuchs-Napoleon aus Ungarn zum Sonnenkönig wählt, der vor allem dafür sorgt, daß sein Yacht-Urlaub nicht ins Wasser fällt und seine Maitresse und ihre Mischpoke die richtigen Protektionsgesetze bekommen und in diesem ganzen Zusammenhang selbstredend auch nicht davor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>wenn ein Land, das einst als Musterbeispiel für die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Französische_Revolution">Vertreibung selbstgefälliger und autoritärer Herrscher</a> galt, sich einen abgebrochenen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nicolas_Sarkozy">Nachwuchs-Napoleon aus Ungarn</a> zum Sonnenkönig wählt, der vor allem dafür sorgt, daß sein <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/625/362447/text/">Yacht-Urlaub</a> nicht ins Wasser fällt und seine <a href="http://www.facebook.com/m.kirchmair/posts/283847114551">Maitresse und ihre Mischpoke</a> die richtigen Protektionsgesetze bekommen und in diesem ganzen Zusammenhang selbstredend auch nicht davor zurückschreckt, das Fußvolk mit <a href="http://www.wired.co.uk/news/archive/2010-02/10/future-police-meet-the-uk's-armed-robot-drones.aspx">Knüppeldrohnen</a> zu drangsalieren und <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/frankreich-bekommt-internetsperren/">von mißliebigen Internetseiten fernzuhalten</a>. Natürlich im Namen der Kinder. Und der Sicherheit.</p>
<p>Que de la merde, mes chers voisins. Que de la merde. Et que fâcheux. Ou sont-ils, les enfants de la patrille?</p>
]]></content:encoded>
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