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Führer

Es muß nicht immer braun sein. Es geht auch in schwarz (auch nur ein sehr dunkles braun) oder rot (bekanntlich die eine additive Braunkomponente) oder grün (bekanntlich die zweite additive Braunkomponente) oder gelb (in der additiven Farbmischung nur ein sehr helles braun) oder orange (…naja, Sie ahnen es.)

Aber Ernst beiseite: Wo kämen wir da hin, ohne eiserne Hand oder starken Besen.


30. August 2011

Frag den Frosch

Bekanntlich soll man genau dieses nicht tun, wenn es darum geht, Sümpfe trockenzulegen. Gut, nun ist im allgemeinen politischen Sinne gegen solche Vorhaben selten etwas einzuwenden, aber das zugrundeliegende Prinzip ist leider von universeller Gültigkeit.

Gegen den Wiederaufbau einer Vorort-S-Bahn-Strecke, was sollte da sprechen? Nun, auch ein umweltfreundliches Verkehrsmittel ist eben immer eine Frage der Perspektive. Im Falle der mittlerweile wohl durchweg besservedienenden Bewohner des angenehm hauptstadtnahen Örtchens Kleinmachnow bei Berlin-Zehlendorf ist diese Perspektive eindeutig die des Weltuntergangs, der ruhig überall stattfinden kann, Hauptsache nicht im eigenen Vorgarten. Ganzen Artikel lesen


23. Juni 2011

“Karrierefrauen im Hosenanzug”

Dieses Phänomen (das es, das sei der Ordnung halber erwähnt und nicht etwa aus “Gleichstellungsgründen”, selbstredend auch in männlich gibt) wird in diesem großartigen Artikel über den beispielhaften Werdegang eines populistischen Schwachsinnsgesetzes ebenso hervorragend beschrieben, wie auch die ganze Farce, die sich hinter der (auch nur noch selten und dann meist kurz vor Wahlkrämpfen) tatkräftigen Fassade unserer neuzeitlichen Realpolitik verbirgt.

Ich will nicht viele Worte machen, der Beitrag ist schon lang genug. Lest ihn auf jeden Fall bis zum Ende. Diejenigen unter uns, die selbst bei Providern arbeiten, werden schnell und mit Schrecken feststellen, daß Szenerien wie die geschilderten keine Ausnahme sind. Ich habe jedenfalls mehr als ein “Déja-vu” beim Lesen erlebt.


17. November 2010

Bimbesmarke

Auf Wunsch der Jungen sowie der Senioren-Union und aller Delegierten des Parteitags der Schwarze( Kasse)n Partei hat die Deutsche Bimbespost weder Kosten noch Mühen gescheut und einen namhaften Künstler (dessen Name nicht genannt werden will) für den Entwurf eines Helmut Kohl zum Von-hinten-lecken gewonnen. Hier ist das Ergebnis:

Eine Briefmarke. Das Gesicht Helmut Kohls wird betitelt mit seinem Namen und dem Zusatz "Bimbeskanzler und Ehrenmann seit 1930". Der Nennwert der Marke ist mit 102258376 angegeben.

In Erinnerung an Kohls wohl größte Ehrenleistung hat die Marke einen umgerechneten Nennwert von 200000000 Pfennig. Sie kann (anstelle von Lack) auch zum besonders ehrenvollen Besiegeln von (Post-)Geheimnissen verwendet werden und erfüllt zusätzlich die Funktion von Löschpapier.

Angeboten wird das einzigartige Sammlerstück im Rahmen der Edition “wer nicht von selbst stirbtrechtzeitig abtritt, bekommt halt zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt”. Es wird zunächst in den Geschmacksrichtungen “Saumagen” und “Birnenkompott” erhältlich sein. Je nach Marktakzeptanz sind für weitere Auflagen zusätzlich “Schwarzkohl” und “faule Eier” geplant.

Die zu erwartenden Fälschungen des Wertabzeichens sollen zu Ehren des Portraitgebers für die allgemeine Landschaftspflege in den östlichen Bundesländern verwendet werden.

Nachtrag: Wie soeben aus unbestätigten und halbwegs selten informierten Quellen zu erfahren gewesen sei, habe sich als eine der ersten Interessentinnen Dr. Kristina Köhler Schröder ein Exemplar für ihre Devotionaliensammlung reservieren lassen.


15. November 2010

Schwäbische Bananen

…sind im Grunde wie alle Bananen. Erst sehen sie grün aus:

Cem Özdemir steht vor einer grünen Deko und hält eine Rede zu einem Parteitag der "Grünen"

Und dann werden sie gelb:

Cem Özdemir steht vor einer blaugelben Deko. Im Hintergrund ein Schriftzug "ÖDP - Öz Demir Partei" sowie im Vordergrund: "Politik muss realistisch werden"

Die dritte und endgültige Reifestufe ist bekanntlich… ach, genug Farbenzauber für heute. Aber mal ehrlich – welches Bild sieht authentischer aus?

(Inspiriert durch eigene Erfahrungen mit der und vor allem durch etliche Artikel von Uwe Ness über die “Grüne Partei” wie zum Beispiel diesen, sowie eine schon aufgrund ihrer Perspektive höchst interessanten Serie von Jutta Ditfurth, die schon vor Jahren und wohl mangels Interesses politischerer Blätter in der “Neuen Revue” erschien.)

Bildmaterial: Grüne Baden-Württemberg (Quelle), lizenziert unter CC-BY-SA 2.0.


5. November 2010

Hen Sie e Schäuble locker?

Nüchtern betrachtet Auf den ersten Blick scheint das Bild klar: Der amtierende Bundesfinanzminister übt sich in bester deutscher Leitkultur, wenn er nach oben buckelt…

… und nach unten tritt:

Aber ist es wirklich so einfach? Tun wir doch mal für einen Absatz so, als sei Schäuble tatsächlich zu einer Diskursebene fähig, die seinem akademischen Grad gerecht wird. Unterstellen wir ihm, nicht nur – was auch ohne allzugroßen IQ der Fall sein dürfte – zu wissen, daß er schon angesichts seiner moralisch stramm marktliberal gefestigten und alle bisherigen Lagerwechsel unbeschadet überstanden habenden Entourage im Finanzministerium sowie im Hinblick auf den Kurs der Bundesnichtskannzlerin, die ihre Richtlinienkompetenz längst an fröhliche Mietgäste des kanzlerämtischen Festsaals überschrieben hat, überhaupt keine eigene Gestaltungsmacht besitzt.
Nehmen wir stattdessen getrost an, daß Herr Schäuble auch spürt, daß weder die deutsche Qualitätsjournaille noch jene, die deren gefilmte Abendbotschaften später fraglos aufnehmen sollen, noch ernsthaft an ein Verantwortungsbewußtsein oder auch nur die Barmherzigkeit eines Josef Ackermann glauben würden. Unter diesen Annahmen bleibt nur ein Schluß: Der Mann hat einen ganz eigenen Humor, geriert sich im Fall Ackermann als sensibler Satiriker und hofft, daß jeder ringsum ob der zu offensichtlichen Unterwürfigkeit, die da aus ihm herausnuschelt, merkt, daß er damit eigentlich das Gegenteil, nämlich etwa “wenn ich Sie schon nicht an die Kandarre nehmen kann, mach ich sie wenigstens hintenrum lächerlich”, meint. Und unter dem Eindruck dieses ganz speziellen Humors mag man dann auch die intimen Szenen einer Ehe zwischen einem Minister und seinem Pressesprecher neu bewerten, vielleicht so: “Was sich neckt, das liebt sich und wir hatten hier just die einmalige Chance, dem robusten aber insgeheim herzlichen Verhältnis von Koch und Kellner beiwohnen zu dürfen.”

Soweit dieser eine Absatz. Der Ausflug in die alternative Sichtweise. Ich mache kein Geheimnis daraus, daß ich trotzdem eher zu der Annahme neige, daß wir hier ungeplant Zeuge postintoxikativer Rekonvaleszenz und fehlender Kopfschmerztabletten wurden. Und des fehlenden Rückgrats selbst in hohen Ebenen staatlicher Repräsentanten. Womit ich neben dem aufrechten Wolfgang auch seinen Schergen meine, denn jeder Mensch mit Arsch und Eiern hätte seinem Chef nach so einer öffentlichen Ansage ebenso öffentlich die Brocken hingeschmissen und sich mit einem “spiel doch selbst Mappentaxi, Arschloch” verabschiedet. Aber: Deutsche Leitkultur hat eben viel mit Aushalten und schlucken zu tun.


2. November 2010

Kanzleramtsgegenstand

Laut Bild am Montag wurde heute vor dem Kanzleramt “ein verdächtiger Gegenstand entdeckt”. Da unsere Qualitätsmedien hierzu keine wirklich stichhaltigen Bilder liefern wollten, hole ich das mal nach:

Vor dem Berliner Bundeskanzleramt ist deutlich erkennbar ein in einen häßlichen, rosa-schwarzen Hosenanzug gehülltes Objekt erkennbar

Bildquellen: Public domain und Tischbeinahe (cc-by)


1. November 2010

Der Führer lebt…

…nicht nur. Er freut sich (neuerdings?) sogar über Trinkgeld!

Schild: Ihr Führer freut sich über ein Trinkgeld


Deutsches Haus

und deutsches Land:

Schild an einem Haus: Deutsches Haus / in deutschem Land / beschütze Gott / mit starker Hand

Urlaub im Reich, anno 2010.


30. September 2010

Unfreiwillige selbstreferentielle Mitläufer

Ich glaube, ich schreibe nicht zum ersten Mal, daß ich früher lange Zeit einen regelmäßig wiederkehrenden Traum hatte. In diesem gab es eine (hier, weil zu weit führend, nicht näher ausgeführte, jedoch höchst unkonventionelle) Möglichkeit des Zeitreisens. Ich ries natürlich stets in die unmittelbar vorbraune Ära des Reiches zurück, um live, in Farbe, 3D und hautnahem Erleben nachvollziehen zu können, wie das alles passierte, passieren konnte.

Ist es nun Zufall, daß sich in den letzten, sagen wir gut zehn, Jahren die Häufigkeit der Wiederholung dieses Traums drastisch reduziert hat, und in den letzten Jahren überhaupt nicht mehr geschah? Ganzen Artikel lesen