18. August 2009
Nur, um den Verdacht auszuräumen, der Genosse Erich Westerwelle würde hier lediglich aus Quotengelber Vertreter seiner Pipifaxe in die bläuliche Ruhmesgalerie und das spätere Gesamtkunstwerk aufgenommen: Auch er kann Erich! Jüngst bewiesen im “ZDF-Sommerinterview”:
Ich bin als Liberaler für Bürgerrechte. Aber zu den Bürgerrechten zählt auch, daß der Bürger geschützt wird…
Na, das klingt doch fast wie “ich liebe doch alle… Menschen”. Da werden auch seine Parteifreundemitglieder Baum, Schnarrenberger-Dingens und Hirsch als letztes bürgerrechtsfreundliches Aufgebot nicht mehr gegen ankommen. Und deshalb wird auch der Argumentationsleitfaden der “Julis” ziemlich gut aussehen: In der Tonne.
Bildteile von “Pujanak” unter CC-by.
17. August 2009

Wie versprochen, soll der eher diskret gepflegten Männerfreundschaft zwischen Dr. Erich Merkel und Erich Künast hier Rechnung getragen werden. Die Aufnahme des letzteren in diese Galerie erfolgt unter strikter Beachtung des Regulariums (Kandidat muß sich als Erich qualifiziert haben) – jedenfalls so strikt, wie auch die grüne Flitzkackpartei die grundgesetzlich garantierten Bürgerrechte ehrt. Falls das als Begründung nicht reicht, erfolgt die Aufnahme behelfsweise einfach in vorauseilendem Gehorsam: Sobald die beiden Kumpanen erst einmal gemeinsam auf dem Thronder Regierungsbank sitzen, wird auch der in Sachen Erich hinter den Ohren bisher noch (wenigstens etwas) grüne Genosse Künast die Volkssicherheitsvisionen des großen Bruders mit absegnen. Immerhin, kürzlich wurde schon mal die neue Diktion geübt und die Gebetsmühle
keinen rechtsfreien Raum
[tm] bemüht. Schon ganz wie ein großer. Na, sieben Jahre als JuniorverräterKellner gehen eben auch an Parteien mit Basisdemokratur nicht vorbei. Bau auf!
Bildteile von Ingrid Strauch, veröffentlich unter CC-by-sa.
9. August 2009
Rechtzeitig zum Tag des Herrn (”am siebten Tage sollst Du ruhen!”) von und zu gibt heute Erich Gartenzwerg den Platzhirsch. Ganz erichesk gab er mit dem herrlich pluderigen Satzfragment
Das macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt
nicht nur einen (zugegeben: hier vorsätzlich aus dem Zusammenhang gerissenen) Satzanfang von sich, an dem jeder Rhetoriktrainer seine blanke Freude gehabt hätte, er machte auch der unter seinesgleichen Vorfahren beliebten Titulierung SED-Generalsekretär, Vorsitzender des Zentralkommittees und Staatsratsvorsitzender alle Ehre.
Nicht zuletzt errang er mit seiner Formulierung den ersten Platz im Wettbewerb “Luft und was man alles daraus machen kann, ohne wirklich etwas zu tun”. Strikt politische Magazine wie “der JubelperserStern” haben ihn daher bereits auch wahlweise zum “Shooting-Star” (”herumballernder Stern”), andere zum Manager des Jahres erkoren. Zu seinen herausragendsten Projekten gehören das “Nichteinmischen” und die ruhige Hand.
(Bildteile: Büro zu Guttenberg via Wikimedia.)
6. August 2009
Unser Erich des Tages heißt mit Haupterfassungskriterium Zypries und hat vorbildlich umfassende Kenntnisse in Staatsbürgerkunde wie folgt bewiesen:
das Recht auf informationelle Selbstbestimmung heißt ja nur, dass Bürger darüber informiert werden müssen, wer was von ihnen speichert
Außerdem ist “E-Zee” in Medienkompetenz ganz vorne:
Browser? Was sind denn jetzt nochmal Browser?
Und auch in Fragen des gesunden Volksempfindens wird in der ersten Liga gespielt:
Es nützt mir doch mein bestes Grundrecht nichts, wenn ich konkret fürchten muss, dass abends in der U-Bahn eine Bombe hochgehen kann.
Darauf einen dreifachen Erich!
(Unter Verwendung von Bildmaterial von spdfraktion.de)
5. August 2009
Erich “der eiserne” Schily, nach dem auch der “Erich-Katalog” benannt wurde, glänzte abgesehen von seinem unerschrockenen Einsatz für die Wiedereinführung der 1949 von reichsfeindlichen subversiven Verfassungstheoretikern verbotenen Nutzung biometrischer Kennzeichen in Paßdokumenten (an deren Herstellung er später dann heldenhaft mitwirkte) durch populistischerhetorische Glanzstücke wie dieses:
Wenn ihr den Tod so liebt, dann könnt ihr ihn haben.
(gerichtet an “die Terroristen”), aber immerhin auch durch erschreckend offenes Beschreiben der eigenen politischen Ziele wie hier:
Eine umfassend verstaatlichte Gesellschaft endet in der Schreckensherrschaft des totalitären Staates.
(Was er zweifellos anders gemeint haben wird, als man es letztlich und zurecht beunruhigt verstanden hat.)
(Unter Verwendung von Bildmaterial von spdfraktion.de)
4. August 2009
Heute: Erich Albrecht, der Leye.
Qualifiziert (abgesehen von krankhaftem staatlichen Fürsorgewahn und ekelerregender Profilierungssucht) durch die schöne, oxymoreske Antwort
[…] verboten ist zum Beispiel, was „gewaltverherrlichend“ ist oder Nazi-Gedankengut verbreitet [...] In Deutschland gibt es keine Zensur.
auf die Frage nach Indizierung und Medienzensur in Deutschland.
(Unter Verwendung von Bildmaterial des Bundesministeriums für Volksvermehrung und -bevormundung Familie, Senioren, Frauen und Jugend)
3. August 2009
Ja. Wenn man mal angefangen hat, dann geht’s gut von der Hand. Drum hier: Teil 2. Erich Mie…Schäuble.
Er, der natürlich auch alle Menschen liebt und sie am liebsten rund um die Uhr vor dem tödlichen Leben beschützen möchte, hat sich mit folgendem denkwürdigen Ausspruch für die Erich-Galerie qualifiziert:
Die Unschuldsvermutung heißt im Kern, dass wir lieber zehn Schuldige nicht bestrafen als einen Unschuldigen zu bestrafen. Der Grundsatz kann nicht für die Gefahrenabwehr gelten.
Noch früherer hieß sowas übrigens Schutzhaft, folgte ebenfalls dem Prinzip lieber einen zu viel in den Bau als einen zu wenig bestraft und diente natürlich, klar!, der Abwehr von Gefahren und dem Schutz des gesunden Volkskörpers.
Um Mißverständnisse auszuräumen: Natürlich hätte Erich S. auch gut in das Jackett von Erich M. gepaßt, denn . Aber die Reihe heißt nun mal: Jeder kann Erich und meint Erich H., der ja quasi über und vor all den anderen stand.
Und hier ist sie nun, die neue Serie. Aufgemacht wird natürlich mit dem ersten Mannder ersten Frau dem ersten Erich im Staate.
Qualifiziert hat sich Dr. Erich Merkel mit dem schönen Satz:
Hier ‘n bisschen was weggeschmissen und dort einen angerempelt, hier mal auf’m Bürgersteig gefahren und dort mal in der dritten Reihe geparkt [...] und wer einmal Gesetzesübertretungen duldet, der kann anschließend nicht mehr begründen, warum’s irgendwann schlimm wird [...] Und deshalb: Null Toleranz bei Innerer Sicherheit, meine Damen und Herren.
Sicher hatte Dr. Merkel dabei strahlende Visionen bis ins letzte überwachter Plätze – zum Beispiel den vor dem damaligen Volkskammersitz (jenes Scheinparlaments, in dessen letzter Episode sie ja noch eine strahlende Nachwuchskämpferin für Rechtsstaatlichkeit geben durfte). Dort gab es bekanntlich genug Kameras, um jeden Anflug von Rowdytum schon im Keim zu ersticken.
Sehen Sie in Kürze: Jeder kann Erich, Teil 2. Nominierungen sind willkommen (bitte mit Begründung)!
(Bildteile von Ricardo Stuckert verwendet und veröffentlicht unter CC-by.)
Neue Reihe, keine Worte. Wer’s erkennt, darf mallecken.
Gestrichen. Also jedenfalls in dieser Form. Eine neue Reihe wird es trotzdem, und zwar eine, die sich in den nächsten Tagen/Wochen zu einem Gesamtkunstwerk fügen wird.
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