DavidBLN.de

Jammerlappen

Im Gegensatz zum Putz- sorgt er durch tropfen- (bisweilen liter-)weises Verbreiten von salzigem Wasser leider auf keine Weise für Sauberkeit im Reich.


6. Juli 2010

Rauchen. Macht. Dumm.

Rauchen ist, folgt man jenen, die davon nicht lassen können, wahlweise Ausdruck von Lebensfreude, Genuß, Kultur oder gar „Freiheit“. Nüchtern betrachtet ist es, wie trinken, fixen, kiffen und dergleichen primär eine Sucht. Das erkennt man an kognitiven Dissonanzen wie „ich kann es jederzeit lassen, will aber nicht“ oder „es geht nichts über eine schöne Frühstückszigarette gegen den Husten“. Nicht, daß ich mißverstanden werde: Das ist keine Wertung, kein Urteil. Es ist eine Beschreibung, die ich als erst im zweiten Versuch unabhängig gewordener, ehedem starker und langjähriger Raucher auch aus eigenem Erleben abgebe. In solchen psychischen Gemengelagen ist rationales Argumentieren üblicherweise schwer. Wenn es dann noch an eigene Territorien und Gewohnheiten geht, wird darauf mit größtmöglichem Widerstand oder -willen reagiert. Das ist genau so menschlich, wie die Verquickung von Tatsachen und Einschätzungen mit selektiver Wahrnehmung und Wunschdenken. Ganzen Artikel lesen


1. Juli 2010

Naiv!

Vorweg: Ja, Herr Gauck hat im Gegensatz zum Welfenschwiegersohn Ecken, Kanten und eine klare Linie. Und ja, er wäre auch mir von beiden nennenswerten Kandidaten lieber gewesen – wenn auch nur als kleineres Übel.* Übrigens: noch während der Versammlung hätte jeder Teilnehmer der Bundesversammlung, und sei es nur um ein Zeichen zu setzen, selbst eine geeignete Person seines/ihres Vertrauens als Kandidat vorschlagen können, das nur am Rande.

Daß ausgerechnet die vermeintlich gut informierten twitternden und bloggenden “digital natives” sich jedoch instrumentalisieren lassen, völlig unreflektiert nicht nur Herrn Gauck als nachgerade messiasgleichen Landesführer mit ausschließlich positiven Eigenschaften öffentlich anzuhimmeln, sondern der Linkspartei und ihren Wahlleuten, die es wagten, sich nicht einfach für einen mit ihr nicht abgestimmten (wir erinnern uns: Herr Gabriel von der “S”PD hatte, gemeinsam mit Herrn Trittin, nicht etwa die Linken per SMS kontaktiert, sondern lieber den Bundesdoktor) “überparteilichen” Kandidaten einspannen zu lassen, enttarnt in einem kaum beschreibbaren Maße die Naivittät und womöglich Selbstüberschätzung jener, die von sich behaupten, nicht Teil einer gar nicht existierenden “Internet-Gemeinde” zu sein sondern längst die breiten Massen zu repräsentieren. Wobei: In letzterem Punkt haben “sie”, die sie da munter neben dem Drei-plus-ein-Gänge-Menü der Marathonversammlung hertwitterten, damit sogar Recht, hat doch zuletzt das gefühlte ganze Land “yes we gauck” gekreischt – scheint irgendwie ein Volksbedürfnis mit langer Tradition zu sein. Ganzen Artikel lesen


26. April 2010

Da man einmal täglich lachen soll,

stelle ich mir jetzt vor, ich wäre auf der Veranstaltung einer Gewerkschaft, die sowieso nicht mehr zu retten ist und würde, während Gäste reden, die den Veranstaltern dank ausführlicher netzweiter Kopfwäsche längst peinlich sind, in die betretenen Gesichter der verzweifelten Funktionäre sehen, die sich einen Referenten ans Rednerpult geholt haben, der im Haus der Brüder Zursonnezurfreiheit ungeniert über den “Internet-Maoismus” herzieht.

Erfrischend grotesk!


2. Februar 2010

Aufs Glatteis geführt?

Da macht dieser fiese Winter den armen Kommunen und Straßenmeistereien doch wirklich einen Strich durch die eiskalt kalkulierte Vorratsplanung: In NRW wird das Salz knapp! Ausgerechnet! Wären die mal im Sommer nach Düsseldorf gekommen – dort gab es bekanntlich Meer Salz als genug

Nachtrag: Endlich tut jemand was! Einen Reichsstreusalzminister fordern die Experten aus Manchester.


9. Januar 2010

Wir werden alle erfrieren!

Denn völlig ohne jeden plausiblen Zusammenhang schneit es in Deutschland!!11!!! mitten im Januar!!!!11!! und ist mit minus!!!11! 5 Grad eisig kalt!!!

Schnell absichern und alle Ladenregale leerkaufen! Überlebenstips in dieser völlig unbekannten Situation gibt die aktuelle Kamera, die auch ihr gesamtes Informationsprogramm auf diese schwerste Krise aller Zeiten ausgerichtet hat.


23. Dezember 2009

Die haben es nötig!

Aus der Reihe “sterbende Urzeitmonster” lesen Sie heute: Was der Verlagosaurus Giganticus vom Scheibus Plasticus lernen kann. Und vermutlich niemals wird.

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9. Juni 2009

Erst, wenn Tränen fließen…

tut es richtig weh. Oder so ähnlich. Jedenfalls war das bei einer gewissen, inzwischen älteren, Dame Namens Schreinemakers aus Krefeld so. Diese Dame, bekannt für die insbesondere im Prekariat beliebte Nahwasserbauweise und seinerzeit mit einer dementsprechenden Sendung im Unterschichtenfernsehen erfolgreich tätig, fand es gar nicht gut, den Erlös ihrer hochbezahlten Tränen mit der Staatskasse teilen zu müssen. Ihre diesbezüglichen Maßnahmen waren seinerzeit dementsprechend allgemein bekannt.

Bei einer anderen, sowohl dem Geburtsdatum als auch Selbstverständnis und Habitus nach zweifelsfrei alten Dame, ist das anders. Diese Dame namens SPD denkt gar nicht daran, sich einem befreienden (und nicht selten kathartischen) Weinkrampf hinzugeben. Ganzen Artikel lesen


7. Juni 2009

Verdient verlieren

Von einem tollen Europawahlkampf sprach Franz Müntefering, seines Zeichens und (wenn auch unausgesprochenen) Selbstverständnisses vermutlich der letzte echte Sozialdemokrat. Ich hingegen kann mich vor lauter tollem Wahlkampf gar nicht entscheiden, was genau er von jenen strategischen Meisterleistungen, die seine Partei nicht mal zweistellig vor den Grünen liegen lassen, meinte: Ganzen Artikel lesen


5. August 2008

Lebt denn der deutsche Jammermichl noch?

Dem Michel geht’s nicht gut, er spürt ne große Wut… ja, wer kennt sie nicht: Leute, die alles als erste haben müssen. Das an sich ist noch nicht weiter tragisch, steigert es doch (bestimmt!) das Bruttosozialprodukt. Schlimm wird es bei jenen Exemplaren, deren Verstand aussetzt, wenn der Ebayticker sich der “3-2-1″-Marke nähert und denen erst am Tag danach ein Kater namens Realität das hättest Du im Laden billiger bekommen! ins Ohr miaut. Die Krallen dieser Realität im Nacken und das eigene Spiegelbild fürchtend geht dann das Gezeter los: Betrug! Kostenfalle Internet! und der Verkäufer erhält eine negative Bewertung. Tatbestand: Abzocke!

Und so kam es auch dieser Tage wieder, wie es kommen mußte. Da waren einigen restlos merkbefreiten, selbsternannten Diplom-Schnäppchenjägern für Sekundenbruchteile Eisenbahnfahrkarten, die sie im Normalfall für 60 Euro bekommen hätten, plötzlich 200 Euro und mehr wert, ganz, als stünde ein Concorde-Flug einschließlich “All in” am Bananenbuffet zum Verkauf.

Wie gemein von der Bundesbahn, kurz darauf die gleichen Fahrkarten nicht mehr zu versteigern, sondern zum tatsächlichen Preis auf dem gleichen Vertriebsweg anzubieten. Das geht nun wirklich nicht, finden sogar die Verbraucherzentralen, denen für ein wenig Presse scheinbar auch kein Ruf mehr zu schade ist. Man darf auf die erste Klage gespannt sein und noch mehr auf das Urteil, wenn die Bundesbahn im Namen des gesunden Volksempfindens für schuldig befunden wird, daß Michel Motzkötter zu viel Geld für einen Fahrschein geboten hat. Immerhin haben wir auf die anfängliche Frage nun eine leider untrügliche Antwort:

Ja, er lebt noch!