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	<title>DavidBLN.de &#187; Jammerlappen</title>
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	<description>Mein Dingsbums und ich.</description>
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		<title>Das Schlimmste an der Kostenloskultur&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 16:19:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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Daß sie wirklich wichtigen Dingen einfach im Weg steht.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;ist:</p>
<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/Kostenloskultur.jpg"><img src="/_ressourcen/uploads/Kostenloskultur-600x450.jpg" alt="Eine Palette mit kostenlosen Telefonbüchern und Branchenverzeichnissen steht unbeachtet in der Müllecke eines Supermarktvorplatzes" title="" width="600" height="450" class="blackborder alignnone size-medium wp-image-1989" /></a></p>
<p>Daß sie wirklich wichtigen Dingen einfach im Weg steht.</p>
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		<title>Weg mit dem Qualitätsjournalismus!</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Nov 2010 15:29:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Alle drei Minuten liest man &#8211; besonders momentan, anläßlich der &#8220;Zeitschriftentage&#8221; des VDZ &#8211; irgendein, bisweilen in zwanghaft bis trotzigen selbstreferentiellen Optimismus gehülltes, Wehklagen irgendeines Verlagslenkers, das praktisch immer darauf abhebt, daß wahlweise dieses fiese Internetz oder böse Monopolisten wie Google, Apple und ihresgleichen die schönen (&#8221;für Qualitätsjournalismus so bitter nötigen&#8221;) Gewinne kaputtmachten, indem sie, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alle drei Minuten liest man &#8211; besonders momentan, anläßlich der &#8220;Zeitschriftentage&#8221; des VDZ &#8211; irgendein, bisweilen in zwanghaft bis trotzigen selbstreferentiellen Optimismus gehülltes, Wehklagen irgendeines Verlagslenkers, das praktisch immer darauf abhebt, daß wahlweise dieses fiese Internetz oder böse Monopolisten wie Google, Apple und ihresgleichen die schönen (&#8221;für Qualitätsjournalismus so bitter nötigen&#8221;) Gewinne kaputtmachten, indem sie, ja, halt was-auch-immer täten, sei es Suchergebnisse zu zeigen (oder nicht), sei es auf Beiträge zu verlinken (oder nicht) oder sei es, einfach selbst zu existieren und womöglich erfolgreiche Geschäftsmodelle zu entwickeln. Vor allem letzteres ist ja etwas, das insbesondere das jahrzehntelang als Torhüter von Meinung und Wissen unentbehrlich gemachte und damit systemimmanent erfolgsverwöhnte Wortdruckgewerbe fast nur noch aus sagenhaften Erzählungen der Altvorderen kennt und kaum jemals noch selbst zustande bringt.<span id="more-1730"></span></p>
<p>Ich muß, wenn ich derlei Gewinsel lese oder höre, immer an einen der oder beide folgenden Punkte denken:</p>
<ol>
<li>Daß ich kurioserweise besser denn je informiert bin, seit ich weder die papiernen noch die nachträglich redigitalisierten Ergüsse dieser Zunft auch nur ansatzweise noch konsumiere, es sei denn auf Empfehlung von oder in Form von Zitaten in Beiträgen nichtkommerzieller, dafür deutlich wahrheitsorientierter vorgehender Amateurschreiber (gerne auch abfällig als &#8220;Blogger&#8221; bezeichnet), ja, mich nicht einmal mehr des Staatsrundfunks und seiner täglichen Verkündungspropaganda bediene, es sei denn, höchst selektiv und zum Abgleich von Meldungen, die mich zuerst auf anderen Kanälen erreichen.</li>
<li>Daß es auch und besonders im gedruckten Journalismus bald nach Erfindung der effektiven Vervielfältigung mittels Druckverfahren vor allem idealistische Amateure waren, die die heutzutage so gewinnorientierten Tageszeitungen einst gründeten, die viel Geld, ja, ihre Existenz riskierten, um, der Wahrheit treu verpflichtet, eben dieser unbedingt zum Durchbruch zu verhelfen &#8211; so lange, bis sie der Zange aus Profitgeiern hier und Machtpolitikern dort nicht mehr entgehen konnten und sich zur Flucht in den Untergrund oder zur Kollaboration entscheiden mußten.</li>
</ol>
<p>Vor allem Punkt zwei finde ich übrigens schon jetzt viel zu oft in abgewandelter, aber doch erkennbarer Form auch in jenem Umfeld wieder, das sich gern als &#8220;Blogosphäre&#8221; bezeichnet (bzw. bezeichnen läßt). Vermutlich sind also Kommerzialisierung und Instrumentalisierung stets wiederkehrende, alternativlose Sachzwänge.</p>
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		<title>Verpixelungswahn</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 17:33:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich twott jüngst:
Wenn die Polizei Eure Städte videoüberwacht kriegt Ihr keinen Verpixelungsdünschiß. Aber wehe wenn ne CSU-Tante polemisiert&#8230;
Das ist natürlich sehr verkürzt (man darf das im Fall von Twitter als Systemimmanenz bezeichnen). Es trifft aber im Grunde dennoch genau die Geisteshaltung, die ich der Mehrheit der &#8220;Verpixler&#8221; attestiere. Wenn auch weder primär noch vorrangig, habe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich twott <a href="https://twitter.com/davidblnde/status/5264296846041088">jüngst</a>:</p>
<blockquote><p>Wenn die Polizei Eure Städte videoüberwacht kriegt Ihr keinen Verpixelungsdünschiß. Aber wehe wenn ne CSU-Tante polemisiert&#8230;</p></blockquote>
<p>Das ist natürlich sehr verkürzt (man darf das im Fall von Twitter als Systemimmanenz bezeichnen). Es trifft aber im Grunde dennoch genau die Geisteshaltung, die ich der Mehrheit der &#8220;Verpixler&#8221; attestiere. Wenn auch weder primär noch vorrangig, habe ich damit dennoch nicht ganz ohne Absicht auch den von mir bis auf gelegentliche kleine Perspektivdifferenzen sehr geschätzten Block-Kollegen <a href="http://rz.koepke.net/">Köpke</a>, der wenig vorher einen durchaus durchdachten <a href="http://rz.koepke.net/2010/11/18/wer-etwas-verbirgt-ist-gefahrlich-streetview/">Text zur Verpixlungsdebatte</a> beitrug, zu folgendem <a href="https://twitter.com/Reizzentrum/status/5266848350208000">Einwurf</a> provoziert:</p>
<blockquote><p>Belege die perfide Lüge, dass MIR Polizeiüberwachung keine Kopfschmerzen bereitet!</p></blockquote>
<p>Wenngleich ich genau ihm genau das niemals unterstellen würde (dafür lese ich seine Texte schon viel zu lange und gerne), will ich dann also doch auch mal versuchen, zusätzlich zu meinen bildgestalterischen Äußerungen auch verbal darzulegen, warum ich einen viel entspannteren Umgang mit einem dieser vielen Themen wünsche, deretwegen „uns“ „die restliche Welt“ wohl wieder einmal etwas „verwundert“ „bestaunen“ dürfte.</p>
<p>Plump gesagt ist die ganze Debatte für mich vor allem eine eher absurde und völlig diffuse Gemengelage. Hier werden viel &#8220;German Angst&#8221;, eine gute Scheibe Polemik, eine Prise Kampagne (&#8221;Lex Google&#8221; &#8211; nicht zum ersten und sicher nicht zum letzten Mal übrigens, da wette ich drauf), einige (wie ich finde) grundlegende Mißverständnisse juristischer Natur, eine gute handvoll Gerechtigkeit und, das sei eingeräumt, berechtigte Sorgen um die Geschäftspraktiken eines für manchen beängstigend schnell wachsenden Weltkonzerns zu einem typisch deutschen Eintopfgericht verkocht.</p>
<p>Worum geht es eigentlich genau? <span id="more-1717"></span>Die häufigste Antwort der &#8220;Verpixler&#8221; dürfte hier pistolengeschoßartig lauten: &#8220;Um meine Privatsphäre&#8221; oder auch „um den Datenschutz“. So berechtigt beides ist und so vehement ich selbst jederzeit dafür eintreten werde: Die Straßenansicht eines Hauses ist in einer offenen Gesellschaft niemals Privatsache. Und zwar aus mehreren Gründen.</p>
<ol>
<li>Ein Gebäude ist eine Sache. Eine Sache kann niemals eine Privatsphäre besitzen, sofern sie sich nicht im (jedenfalls: bisher noch halbwegs) besonders geschützten Bereich der persönlichen Lebensgestaltung befindet.</li>
<li>Mit diesem Bereich ist in aller Regel die &#8220;Wohnung&#8221; gemeint. Zur Wohnung gehören jedoch weder die Außenmauern derselben, noch der diese eventuell umgebende Garten. Wäre das nämlich so, hätte es jahrzehntelang erbitterte Kriege um die Rechtmäßigkeit von Baugenehmigungsverfahren, Bebauungsplänen, Vorschriften für Mindestabstände, Bepflanzungsgrenzen, Heckenhöhen oder gar &#8220;ortsübliche Fassadengestaltung&#8221; gegeben.</li>
<li>Die Außenansicht der Wohnung, wie man sie von öffentlichem Straßenland aus wahrnehmen kann, kann auch deswegen nicht zur Privatsphäre gehören, weil man andernfalls jeden Passanten, der von seinem Recht der Benutzung dieser Straße Gebrauch macht, zu einem rechtswidrigen Verletzen der Privatsphäre durch versehentliches Betrachten derselben nötigte.</li>
</ol>
<p>Privatsphäre beginnt also nach hiesigem Usus hinter der Wohnungstür, aber niemals bereits auf der Straße (wenn man mal vom dort privat gesprochenen oder gar gedachten Wort absieht). Und selbst, wenn man das anders sieht, wird man &#8211; unermeßlichen Reichtum und mit diesem verbundene privilegierte Abschottungsmaßnahmen außen vor gelassen &#8211; sich den Blicken Fremder auf das Äußere Gehäuse der eigenen Privatsphäre schlichtweg niemals entziehen können. In einem – zumindest nach unserem Verständnis – freien Land kann jeder jederzeit jede Straße heimsuchen und Häuser und Vorgärten betrachten. Als dergestalt indirekt Betrachtbarer kann man das fürchten und nicht gut heißen, man wird aber dennoch damit leben müssen.</p>
<p>&#8220;Ja, aber durch Streetview kann ja nun jeder überall hin, ohne daß dies mit Aufwand verbunden wäre,&#8221; ist das meist auf diesen Einwand folgende Argument. Richtig. Auf einmal ist die Möglichkeit, sich über irgendeinen Ort (oder eben auch dessen Anwohner) ein exaktes Bild zu machen, keine Frage mehr von Privilegien. Weder benötigt man viel Freizeit, noch übermäßig viel Geld, um ganz nach Belieben überall hin zu reisen. Man muß nicht einmal mehr  einer Organisation anzugehören, die auch vor Streetview schon Bild- oder zumindest Informationsmaterial über alle nur erdenklichen Orte besessen hat, wie es beispielsweise Kredit-Scoring-Unternehmen oder Behörden tun. Das schlichte Bereitstellen einer vom eigenen Schreibtisch aus bereisbaren Welt in Bildern ist also erst mal nichts weiter als ein Schritt zur Demokratisierung (oder vielleicht: Sozialisierung?) der Weltreise. Die Vorstufe eines „Star Trek-Beamers“ für jeden womöglich.</p>
<p>&#8220;Aber so können plötzlich Einbrecher mein Haus ausforschen oder potentielle Terroristen bessere Plätze für Bomben auskundschaften.&#8221; &#8211; Ja, das stimmt. Übrigens: Sogar ohne Streetview, ja, sogar ohne Google Earth und Maps, lassen sich beinahe alle Verbrechen auch mit Hilfe des Internets und dadurch nicht selten bequemer vorbereiten. Seien es Telefonverzeichnisse oder auch nur die gesetzlich vorgeschriebenen, detaillierten Kontaktangaben, die inzwischen quasi jedem aktiven deutschen Netzbürger vorgeschrieben sind: Nie war Recherche so einfach wie heute, wie im guten, so leider auch im schlechten. Nach der Verpixelungslogik sollten wir da eigentlich verhindern, daß der kleine selbständige Versandhändler durch die (aus Verbrauchersicht sehr hilfreiche) Impressumspflicht potentielles Opfer eines Einbruchdiebstahls seiner Waren wird. Zugegeben, der Vergleich hinkt. Etwas. Aber ist es nicht schlichtweg so, daß mehr Möglichkeiten zwangsläufig und ausnahmslos zu mehr theoretischen Gefahren führen? Genau wie es mehr „Sicherheit“ niemals im Einklang mit mehr Freiheit geben kann? Das gute alte &#8220;no risk no fun&#8221;-Thema, immer wieder in neuer Gestalt? Und: Wo bleibt die Gerechtigkeit für jene, die das Pech haben, an exponierten Orten zu leben, von denen es auch ganz ohne Streetview zahllose Detailfotos oftmals unter sehr großzügigen Verbreitungslizenzen gibt? Haben die &#8220;Pech, weil sie ja auch woanders hinziehen könnten&#8221;? Oder haben die, die sich ein Haus im Grunewald oder in Blankenese, fernab jeder Sehenswürdigkeit, leisten können, &#8220;einfach rechtzeitig den richtigen Riecher&#8221; gehabt?</p>
<p>Ich persönlich glaube gar nicht, daß für die meisten &#8220;Verpixler&#8221; der Aspekt &#8220;plötzlichen sehen mein Haus nicht mehr nur die 20 Nachbarn und deren Besucher&#8221; ausschlaggebend war. Über Unternehmen, die mit ihren Kameras &#8211; ob nun gedruckt, auf DVD oder gegen Entgelt im Internet zu betrachtende &#8211; Bildserien ganzer Stadtviertel angefertigt haben, hat lange Zeit niemand auch nur ein Wort verloren. Das begann erst, als eine ansonsten intellektuell eher unauffällige bayerische Landwirtschaftsministerin eine regelrechte Hexenjagd gegen ein Unternehmen eröffnete, das nicht einmal vornehmlich aus Datenschutzgründen vielen Interessengruppen in der eigenen Klientel ein Dorn im Auge ist. Dieses Unternehmen, für manchen in einer geradezu gespenstisch kurzen Zeit zum marktbeherrschenden Giganten gereift, kommt nun daher und macht ebenfalls und ganz „ungeniert“ Bildaufnahmen. Diese wird es, soviel ist sicher, gewerblich nutzen. So, wie es auch vorher schon kein Geheimnis daraus machte, die oft genug bereitwillig von Benutzern seiner etlichen kostenlosen Dienste preisgegebenen Daten gewerblich zu nutzen. „Google“, das ist jenes suspekte Unternehmen, das der weniger im digitalen beheimatete Deutsche vor allem von den beliebten „so luxuriös arbeitet es sich im Google-Hauptqartier“-Slideshows aus dem eigenen tristen Büro-Email-Alltag kennt und mit dem er zuallererst den Begriff „Datenkrake“ assoziiert.</p>
<p>Ausschlaggebend für die plötzlich entdeckten Sorgen vor allem – aber keineswegs nur – jener, die bislang meinten, sich der neuen digitalen Welt durch schlichte Ignoranz entziehen zu können, ist also, glaube ich, weniger das „was“ als vor allem das „wer“. Und das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht einmal zu unrecht. Nur: Genügt die unbestimmte Gewißheit, daß da „jemand suspektes etwas unheimliches zu tun scheint“, um in letzter Konsequent nach Einschränkungen der sogenannten „Panoramafreiheit“ zu schreien, die seit jeher architektur- oder milieuvernarrte Fotoamateure vor absurden rechtlichen Konsequenzen schützt? Rechtfertigt die Eventualität, daß da „irgendwann irgendwer irgendwas“ mit dem so entstehenden &#8220;Bildwissen&#8221; &#8220;anstellen&#8221; könnte, die Verstümmelung einer zunächst einmal als (siehe oben) positive, gar soziale Innovation zu bewertenden Idee? Bewegt man sich mit derart präventivtheoretischen Gedankenkonstrukten nicht auf einer Ebene mit einem Innenminister, der im Wochentakt Terrorwarnungen über „irgendwann irgendwo in diesem Land von irgendwem geplante konkrete Gefahren“ schwadroniert und damit insgeheim ganz andere Ziele <del>bevorraten</del>befördern will?</p>
<p>Wo blieb und bleibt eigentlich der Aufschrei jener selbsternannten Fassadenschützer, die sich vor der „Datenkrake Google“ fürchten, sich aber wohlig beschützt fühlen, wenn sie beispielsweise beim wochenendabendlichen Düsseldorfer Altstadtbummel auf Schritt und Tritt und von einer Kneipe bis zur nächsten durch „Videokameras für Ihre Sicherheit“ überwacht werden oder für eine Eintrittskarte zum nächsten Fußballspiel schon im Vorfeld eine Personalausweiskopie nebst handgeschriebener Bewerbung und demnächst noch einer Speichelprobe einreichen müssen? Warum protestieren binnen wenigen Wochen hunderttausende gegen ein Foto der Behausung, in der die meisten von ihnen nicht mal ein Hundertstel der darin lebenden Menschen stellen? Warum gehen aber selten mehr als 20.000 gleichzeitig gegen Vorratsdatenspeicherung, „elektronische Entgeltnachweise“ inklusive Streikteilnahmeerfassung, gegen RFID-Ausweise und elektronische Krankenkarten, gegen immer dreistere Freiheitseinschränkungen und immer unverschämteren Sozialraub und Vermögensumverteilung auf die Straße – alles Dinge, die Privatsphäre, Grundrechte und den Schutz der persönlichen Daten weit mehr gefährden als jedes Streetview dieser Welt?</p>
<p>Die Antworten sind, fürchte ich, ernüchternd: Der Deutsche Kleinbürger hatte hier einmal die schöne Gelegenheit, „es“ irgendeinem „Großen“ zu „zeigen“ und die eigene Angst vor dem Unbekannten zu kultivieren. Die Politik hatte ein weiteres Sommerthema und eine Projektionsfläche, um von eigenen Schurkereien abzulenken. Und Google kann es herzlich egal sein, wer sich über wen aufregt, da man selbst wenig verliert, aber im Idealfall Sympathien gewinnen kann – zumal im Eifer des medialen Gefechts kaum jemand auf den vorauseilenden Gehorsam aufmerksam machte, mit dem die Verpixelung genau so widerspruchslos in eigener Initiative angeboten wurde, wie man seit Jahren in einvernehmlicher und unauffälliger Zusammenarbeit mit den Zensursystemen aller „Rechtsstaaten“ der Welt Suchergebnisse so „filtert“, wie es dem jeweiligen Regime gerade gefällt. Ob dessen Führer nun einen Hosenanzug oder einen Mao-Kragen trägt.</p>
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		<title>Picture postcards from Munich, Germany</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 14:03:00 +0000</pubDate>
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Originalbild: Andrew Bossi, Lizenz: CC-BY-SA
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="/_ressourcen/uploads/ppg4.jpg" alt="Ansichtskarte mit verpixeltem Münchner Hofbräuhaus. Aufschrift: In München steht ein *******haus, oans, zwoa, g'pix'lt!" title="" width="800" height="640" class="alignnone size-full wp-image-1715 blackborder" /></p>
<p><small>Originalbild: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:2361_-_München_-_Hofbräuhaus.JPG">Andrew Bossi</a>, Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.en">CC-BY-SA</a></small></p>
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		<title>Picture Postcards from Cologne, Germany</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 13:36:55 +0000</pubDate>
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Originalbild: ger1axg, Lizenz: CC-BY-SA
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="/_ressourcen/uploads/ppg3.jpg" alt="Eine Postkarte mit verpixeltem Kölner Dom. Aufschrift: Mr lasse de Dumme en Kölle" title="" width="800" height="640" class="alignnone size-full wp-image-1711 blackborder" /></p>
<p><small>Originalbild: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kdom.jpg">ger1axg</a>, Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC-BY-SA</a></small></p>
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		<title>Picture Postcards from Hamburg, Germany</title>
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Originalbild: Wikipedia, Lizenz: CC-BY-SA
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="/_ressourcen/uploads/ppg2.jpg" alt="Eine Postkarte der Landungsbrücken in Hamburg. Aufschrift: Google Google, Mors Mors" title="" width="800" height="500" class="alignnone size-full wp-image-1705 blackborder" /></p>
<p><small>Originalbild: <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Hamburg_Landungsbruecken_01.jpg&#038;filetimestamp=20070406151415">Wikipedia</a>, Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de">CC-BY-SA</a></small></p>
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		<title>Picture postcards from Berlin, Germany</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 12:26:07 +0000</pubDate>
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Originalbild: Thomas Wolf, Lizenz: CC-BY-SA 3.0
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="/_ressourcen/uploads/ppg1.jpg" alt="Postkarte mit verpixeltem Brandenburger Tor. Aufschrift: Berlin - immer eine Meise wert" title="" width="800" height="500" class="alignnone size-full wp-image-1700 blackborder" /></p>
<p><small>Originalbild: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Brandenburger_Tor_abends.jpg">Thomas Wolf</a>, Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC-BY-SA 3.0</a></small></p>
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		<title>spiesserview.de</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 10:45:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/spiesserview.jpg"><img src="/_ressourcen/uploads/spiesserview-300x135.jpg" alt="" title="" width="300" height="135" class="blackborder alignnone size-medium wp-image-1696" /></a></p>
<p><small>Bildquellen: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schrebergarten.jpg">&#8220;Kryztoff&#8221;</a> und <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:7_garden_gnomes.jpg">public domain</a>. Weiterverwendung daher unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC-BY-SA-3.0</a>-Lizenz.</small></p>
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		<title>Hen Sie e Schäuble locker?</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 06:41:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nüchtern betrachtet Auf den ersten Blick scheint das Bild klar: Der amtierende Bundesfinanzminister übt sich in bester deutscher Leitkultur, wenn er nach oben buckelt&#8230;

&#8230; und nach unten tritt:

Aber ist es wirklich so einfach? Tun wir doch mal für einen Absatz so, als sei Schäuble tatsächlich zu einer Diskursebene fähig, die seinem akademischen Grad gerecht wird. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><del datetime="2010-11-05T06:13:58+00:00">Nüchtern betrachtet</del> Auf den ersten Blick scheint das Bild klar: Der amtierende Bundesfinanzminister übt sich in bester deutscher Leitkultur, wenn er nach oben buckelt&#8230;</p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/NLhPPs_rHYc?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/NLhPPs_rHYc?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
<p>&#8230; und nach unten tritt:</p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/7bcUzwYeXUk?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/7bcUzwYeXUk?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
<p>Aber ist es wirklich so einfach? Tun wir doch mal für einen Absatz so, als sei Schäuble tatsächlich zu einer Diskursebene fähig, die seinem akademischen Grad gerecht wird. Unterstellen wir ihm, nicht nur &#8211; was auch ohne allzugroßen IQ der Fall sein dürfte &#8211; zu wissen, daß er schon angesichts seiner moralisch stramm marktliberal gefestigten und alle bisherigen Lagerwechsel unbeschadet überstanden habenden Entourage im Finanzministerium sowie im Hinblick auf den Kurs der Bundesnichtskannzlerin, die ihre Richtlinienkompetenz längst an fröhliche Mietgäste des kanzlerämtischen Festsaals überschrieben hat, überhaupt keine eigene Gestaltungsmacht besitzt.<br />
Nehmen wir stattdessen getrost an, daß Herr Schäuble auch spürt, daß weder die deutsche Qualitätsjournaille noch jene, die deren gefilmte Abendbotschaften später fraglos aufnehmen sollen, noch ernsthaft an ein Verantwortungsbewußtsein oder auch nur die Barmherzigkeit eines Josef Ackermann glauben würden. Unter diesen Annahmen bleibt nur ein Schluß: Der Mann hat einen ganz eigenen Humor, geriert sich im Fall Ackermann als sensibler Satiriker und hofft, daß jeder ringsum ob der zu offensichtlichen Unterwürfigkeit, die da aus ihm herausnuschelt, merkt, daß er damit eigentlich das Gegenteil, nämlich etwa &#8220;wenn ich Sie schon nicht an die Kandarre nehmen kann, mach ich sie wenigstens hintenrum lächerlich&#8221;, meint. Und unter dem Eindruck dieses ganz speziellen Humors mag man dann auch die intimen Szenen einer Ehe zwischen einem Minister und seinem Pressesprecher neu bewerten, vielleicht so: &#8220;Was sich neckt, das liebt sich und wir hatten hier just die einmalige Chance, dem robusten aber insgeheim herzlichen Verhältnis von Koch und Kellner beiwohnen zu dürfen.&#8221;</p>
<p>Soweit dieser eine Absatz. Der Ausflug in die alternative Sichtweise. Ich mache kein Geheimnis daraus, daß ich trotzdem eher zu der Annahme neige, daß wir hier ungeplant Zeuge postintoxikativer Rekonvaleszenz und fehlender Kopfschmerztabletten wurden. Und des fehlenden Rückgrats selbst in hohen Ebenen staatlicher Repräsentanten. Womit ich neben dem aufrechten Wolfgang auch seinen Schergen meine, denn jeder Mensch mit Arsch und Eiern hätte seinem Chef nach so einer öffentlichen Ansage ebenso öffentlich die Brocken hingeschmissen und sich mit einem &#8220;spiel doch selbst Mappentaxi, Arschloch&#8221; verabschiedet. Aber: Deutsche Leitkultur hat eben viel mit Aushalten und schlucken zu tun.</p>
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		<title>Familienpizza</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Sep 2010 09:22:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Selbst wenn ich mich hinreißen ließe, analogkäsebedeckten Sägemehlteig mit Tomatenextraktauszügen und Formschinkenersatzimitat überhaupt zu essen: Die Familie, die mir

servierte, erschlüge ich. Ganz ohne aus dem Schützenheim gemopste Sniper. In traditioneller Handarbeit.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Selbst wenn ich mich hinreißen ließe, analogkäsebedeckten Sägemehlteig mit Tomatenextraktauszügen und Formschinkenersatzimitat überhaupt zu essen: Die Familie, die mir</p>
<p><img src="/_ressourcen/uploads/Familienpizza.jpg" alt="so etwas hier, nämlich einen halbfertiggegarten Gummilappen mit einvakuumierten Dosenchampignons und Enzymfleischbelag" title="" width="640" height="800" class="blackborder alignleft size-full wp-image-1583" /></p>
<p>servierte, erschlüge ich. Ganz ohne aus dem Schützenheim gemopste Sniper. In traditioneller Handarbeit.</p>
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		<title>Rauchen. Macht. Dumm.</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 14:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rauchen ist, folgt man jenen, die davon nicht lassen können, wahlweise Ausdruck von Lebensfreude, Genuß, Kultur oder gar „Freiheit“. Nüchtern betrachtet ist es, wie trinken, fixen, kiffen und dergleichen primär eine Sucht. Das erkennt man an kognitiven Dissonanzen wie „ich kann es jederzeit lassen, will aber nicht“ oder „es geht nichts über eine schöne Frühstückszigarette [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Rauchen</em></strong> ist, folgt man jenen, die davon nicht lassen können, wahlweise Ausdruck von Lebensfreude, Genuß, Kultur oder gar „Freiheit“. Nüchtern betrachtet ist es, wie trinken, fixen, kiffen und dergleichen primär eine Sucht. Das erkennt man an kognitiven Dissonanzen wie „ich kann es jederzeit lassen, will aber nicht“ oder „es geht nichts über eine schöne Frühstückszigarette gegen den Husten“. Nicht, daß ich mißverstanden werde: Das ist keine Wertung, kein Urteil. Es ist eine Beschreibung, die ich als erst im zweiten Versuch unabhängig gewordener, ehedem starker und langjähriger Raucher auch aus eigenem Erleben abgebe. In solchen psychischen Gemengelagen ist rationales Argumentieren üblicherweise schwer. Wenn es dann noch an eigene Territorien und Gewohnheiten geht, wird darauf mit größtmöglichem Widerstand oder -willen reagiert. Das ist genau so menschlich, wie die Verquickung von Tatsachen und Einschätzungen mit selektiver Wahrnehmung und Wunschdenken.<span id="more-1419"></span></p>
<p>Ein Beispiel: Die Kneipe sei „seit jeher“ der Ort, an dem sich insbesondere Raucher träfen. „Rauch und Kneipe“ (bzw. Nikotin und Alkohol) seien quasi „untrennbar miteinander verbunden“, ein Bier ohne Zigarette dazu: „Undenkbar.“ Wirklich? Realitätsabgleich: Bierähnliche Getränke gab es schon vor über 5000 Jahren, der Weinbau war bereits deutlich vor Christus bekannt und man darf annehmen, daß es Gaststätten mindestens solange gibt wie den dort ausgeschenkten Alkohol. Gerade mal 500 Jahre ist es her, daß Christoph Columbus einen Kontinent entdecken mußte, bevor auch diesseits des Ozeans blauer Dunst Kaffe- und Gaststuben vernebeln konnte.</p>
<p>Neben den weitgehend identischen Konsequenzen, die jedes Suchtmittel dem Süchtigen früher oder später beschert, birgt das Rauchen ein weiteres Problem: Es emittiert. Der Konsum der Droge ist gesundheitsschädlich nicht nur für den Konsumenten selbst, sondern auch für Lebewesen in seiner Umgebung. Dies ist, auch wenn es bis heute immer wieder mit gefälligen (und neben den Herstellern der Droge auch von den Abhängigen wie Strohhalme umklammerten) Gegengutachten in seiner Eindeutigkeit zu erschüttern versucht wird, wissenschaftlich längst bewiesen. In Verbindung mit der oben genannten, vermeintlich untrennbaren Symbiose aus Gastgewerbe und Tabakkonsum, führt dies zur nächsten Selbsttäuschung: Der Legende von der Freiwilligkeit dieses „Passivrauchens“ (der gelegentlich verwendete Begriff „Vergasung“ ist schon naturwissenschaftlich nicht korrekt, da Tabakrauch ein Aerosol und nicht etwa ein Gas ist). Es werde ja „niemand gezwungen“, eine „raucherfreundliche“ Gaststätte aufzusuchen.</p>
<p>Das ist natürlich wahlweise frommes Wunschdenken oder schlichter Unsinn. Denn besonders junge oder schüchterne Menschen werden in den seltensten Fällen einen einsamen Abend im Nichtraucherklub oder daheim dem Besuch der Raucherbar in Begleitung ihrer schmauchenden Clicque vorziehen (ein Phänomen, das man gemeinhin als &#8220;Gruppenzwang&#8221; bezeichnet). Doch was auf Gastseite in seiner Willensfreiheit immerhin relativierbar ist, gilt jenseits der Theke ungleich noch weniger:</p>
<ul>
<li>Weder für den Studenten, der nebenbei mangels Alternativen (außer eventuell der, ohne den Umweg über die Universität direkt einen Billigjob in einem Textil- oder Drogeriediskonter anzutreten oder Schnee zu schippen) jeden zweiten Abend in der Szenebar kellnert,</li>
<li>noch für die Nichtstudentin, die sich mangels geeigneter Eltern den Luxus der höheren Schule gar nicht erst leisten konnte und direkt und zeitlebens hinter den Tresen ging, weil sie für die Schlicker-Kasse oder das Ledl-Regal nicht ausreichend qualifiziert ist.</li>
<li>Und erst recht nicht für den Wirt, der möglicherweise selbst raucht und damit eigentlich aufhören sollte, das aber nicht schafft, weil er sich aus Angst um abwandernde Gäste weiterhin täglich mit dem Suchtmittel konfrontiert.</li>
</ul>
<p><strong><em>Macht</em></strong> geht in der Bundesrepublik Deutschland, jedenfalls nominal, vom Volk aus. Überwiegend freilich indirekt und nicht imperativ, sodaß echter Mehrheitswille sich, realistisch betrachtet, bei praktisch keiner einzigen bedeutenden politischen Entscheidung der jüngeren deutschen Geschichte unmittelbar widerspiegelte. Dies wird insbesondere von sich selbst als „liberal“ und/oder „links“ begreifenden politisch interessierten Mitbürgern – wie ich finde: zu Recht – regelmäßig kritisiert. Bisweilen gibt es Ausnahmen, sogenannte Volksentscheide.</p>
<p>Ein solcher Volksentscheid fand am vergangenen Sonntag ausgerechnet in Bayern statt. Also in einem Bundesland, das man selbst mit viel gutem Willen nicht als Mekka der Basisdemokratie bezeichnen würde (wenn man mal die Basis an den Stammtischen, die bisweilen und insbesondere bezüglich des Bierpreises auch ohne Volksentscheid kleine Etappensiege erringt, außen vor läßt). Es ging bei dieser Abstimmung um den Ersatz des bis dahin von den bundesweit üblichen, teils absurden Ausnahmeregelungen bis hin zur Untauglichkeit verstümmelten Rauchverbots durch ein generelles und ausnahmsloses. Also genaugenommen um Chancengleichheit gerade für die Betreiber kleinster Gaststätten, denn die oben genannte Gefahr der Gästeabwanderung zur „raucherfreundlichen“ Konkurrenz für den entzugswilligen (oder einfach Nichtraucher schützen wollenden) Gastwirt besteht ja gerade nur, weil es bislang eben keine ausnahmslose Gleichstellung gab.</p>
<p>Zu der Abstimmung, deren Ergebnis nicht nur ganz Bayern, sondern gefühlt das Gemüt der gesamten Republik erhitzt, war jeder wahlberechtigte Bürger des Freistaats aufgerufen. Sei es wegen des Rauchverbots in den Abstimmungslokalen, des guten Wetters, des Katers vom Fußballrausch oder aus Überzeugung („das schaffen die eh’ nicht“, „bringt ja alles nichts“): Zwei Drittel jener, die hier zu einer eindeutigen Äußerung gebeten, ja: gefordert waren, verzichteten auf Ihr Stimmrecht. Die eindeutige absolute Mehrheit des verbleibenden Drittels entschied sich für ein Ende der Ausnahmen und für einen Systemwechsel. In durch und durch demokratischer Abstimmung entschied hier also statistisch je ein Bayer über die Regeln für drei weitere seiner Landsleute.</p>
<p><strong><em>Dumm</em></strong> ist es, anzunehmen, daß „die Anderen“ es schon im eigenen Sinne richten werden. Genaugenommen ist eine solche Weltsicht bereits ein Fall für einen Entzug des Demokratieführerscheins, ähm, der Demokratienutzungserlaubnis – aber diesen Entzug haben ja besagte zwei Drittel hier schon selbst verfügt. An selbstdisqualifizierender Dämlichkeit nicht mehr zu überbieten ist es aber, sich hinterher ernsthaft und sch(m)erzfrei nicht zu entblöden, das Abstimmungsergebnis als „Diktatur von Öko- und Fitneßfaschisten“ zu bezeichnen, als „Unterdrückung durch eine Minderheit“, ja, wie mancher sonst hochtalentierte Kommentator gar den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Niemöller#Zitat">Widerstandspfarrer Martin Niemöller</a> für einen Abgesang auf „bürgerliche Freiheiten“ zu <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/3496/wider-den-moraltotalitarismus">bemühen</a>.</p>
<p>Kaum weniger merkbefreit scheinen auch die Gastwirte selbst. Aufgrund des Rauchverbots denkt man laut und schlagzeilentauglich über eine Preiserhöhung nach. Begründung: Kein Rauch gleich weniger Gäste, also muß man die wenigen, die bleiben, stärker abkassieren. Ein Meisterstück an Logik: Wir bestrafen die, die uns die Treue halten, weil sie die anderen vergrault haben &#8211; dagegen wäre Gehirndurchfall lecker Schokopudding. Oder aber ein Meisterstück an Kalkül, denn bekanntlich führen generelle Rauchverbote keineswegs zu weniger Gästen, sondern nicht nur zu anderen (solchen, denen es bislang zu stickig war, denen mit Kindern oder jenen, die als Raucher Anstand genug haben, vor die Tür zu gehen, was übrigens nicht mal in Italien als mangelnder Machismo geschmäht wird), nein, auch zu mehr &#8211; <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Mehr-Beizen-als-vor-dem-Rauchverbot/story/17488964">wie beispielsweise die Entwicklung in der Schweiz zeigt</a>. Man hätte also nicht nur mehr Umsatz in der Kasse, sondern noch mehr.</p>
<p>Und in, ich behaupte: entweder vorsätzlicher oder eben selbsttäuschender Verkennung nicht nur der ansonsten stets zitierten und meiner Meinung nach in diesem Fall sogar zwei Drittel betragenden Mitverantwortung von Nichtwählern für jedes Wahlergebnis, sondern auch und besonders der bereits genannten Arbeitnehmerschutzproblematik und des Rechtes auf körperliche Unversehrtheit, ziehen ausgerechnet sonst grundrechtsehrfürchtigste Anhänger der „Piratenpartei“ und andere, sich „libertär“ wähnende Geister Vergleiche zum unsinnigen Alkoholverkaufsverbot ab 22 Uhr oder gleich zur Prohibition. Und mancher fordert gar: Kein Verbot von gar nichts mehr.</p>
<p>Aber, Freunde, wenn das wirklich kommt – dann kaufe ich mir unverzüglich eine Dummen-Wumme.</p>
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		<title>Naiv!</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 13:40:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vorweg: Ja, Herr Gauck hat im Gegensatz zum Welfenschwiegersohn Ecken, Kanten und eine klare Linie. Und ja, er wäre auch mir von beiden nennenswerten Kandidaten lieber gewesen &#8211; wenn auch nur als kleineres Übel.* Übrigens: noch während der Versammlung hätte jeder Teilnehmer der Bundesversammlung, und sei es nur um ein Zeichen zu setzen, selbst eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vorweg: Ja, Herr Gauck hat im Gegensatz zum Welfenschwiegersohn Ecken, Kanten und eine klare Linie. Und ja, er wäre auch mir von beiden nennenswerten Kandidaten lieber gewesen &#8211; wenn auch nur als kleineres Übel.* Übrigens: noch während der Versammlung hätte jeder Teilnehmer der Bundesversammlung, und sei es nur um ein Zeichen zu setzen, selbst eine geeignete Person seines/ihres Vertrauens als Kandidat vorschlagen können, das nur am Rande.</p>
<p>Daß ausgerechnet die vermeintlich gut informierten twitternden und bloggenden &#8220;digital natives&#8221; sich jedoch instrumentalisieren lassen, völlig unreflektiert nicht nur Herrn Gauck als nachgerade messiasgleichen Landesführer mit ausschließlich positiven Eigenschaften öffentlich anzuhimmeln, sondern der Linkspartei und ihren Wahlleuten, die es wagten, sich nicht einfach für einen mit ihr nicht abgestimmten (wir erinnern uns: Herr Gabriel von der &#8220;S&#8221;PD hatte, gemeinsam mit Herrn Trittin, nicht etwa die Linken per SMS kontaktiert, sondern lieber den Bundesdoktor) &#8220;überparteilichen&#8221; Kandidaten einspannen zu lassen, enttarnt in einem kaum beschreibbaren Maße die Naivittät und womöglich Selbstüberschätzung jener, die von sich behaupten, nicht Teil einer gar nicht existierenden &#8220;Internet-Gemeinde&#8221; zu sein sondern längst die breiten Massen zu repräsentieren. Wobei: In letzterem Punkt haben &#8220;sie&#8221;, die sie da munter neben dem Drei-plus-ein-Gänge-Menü der Marathonversammlung hertwitterten, damit sogar Recht, hat doch zuletzt das gefühlte ganze Land &#8220;yes we gauck&#8221; gekreischt &#8211; <a href="/2008/07/25/hallo-welt/">scheint irgendwie ein Volksbedürfnis mit langer Tradition zu sein.</a><span id="more-1408"></span></p>
<p>Schauen wir uns die Sache mal chronologisch an:</p>
<ul>
<li>Merkel läßt &#8220;Zensursula&#8221; ins Spiel bringen &#8211; die &#8220;Netzgemeinde&#8221; kocht und schäumt, ich nehme mich da nicht raus.</li>
<li>Kurz darauf &#8220;Entwarnung&#8221; &#8211; nun soll es der biedere Evangelikale aus Hannover werden. Das wird postwendend als &#8220;erster Sieg&#8221; &#8211; nun gut, nicht gefeiert, aber immerhin hier und da angenommen.</li>
<li>Einen &#8220;Überraschungscoup&#8221; landet anschließend die Basta-Agenda-Koalition (die mit den ehemaligen Spitzengasmännern; die, von denen einige noch unlängst mit der nun angeblich ins Mark getroffenen Bundesdoktorin gerne vom gemeinsamen Vorratsdaten- und Netzsperrentischchen aßen und andere nicht einmal grünbraunen Arsch in der Hose hatten, geschlossen gegen diese Zensurinitiative zu stimmen): Sie nominieren den &#8220;Atlantiker&#8221; (=kompromisßlosen USA-Freund), den &#8220;für die Freiheit&#8221; (=gegen jede Form eines &#8220;fürsorglichen&#8221; Staates) kämpfenden &#8220;Bürgerrechtler&#8221; (=insbesondere das Recht auf &#8220;Eigenverantwortung&#8221; in jeder Lebenslage hochhaltenden) und &#8220;Antikommunisten&#8221; Gauck, mit dessen Positionen sich auch nach eigenem Verständnis freiheitsliebende Bürgerrechtsbewegte besser mal ausführlich auseinandersetzen sollten.</li>
<li>Wie durch ein Wunder folgt eine mediale Kampagne, die, und spätestens hier sollte man stutzen: Vorrangig von Springer-Medien massiv geführt wird und den Gegenkandidaten als &#8220;den wahren Mann des Volkes&#8221;, &#8220;Präsidenten der Herzen&#8221; und dergleichen mehr nachgerade anbetet.</li>
<li>Zeitgleich und vermutlich aus Erleichterung, daß es eine vermeintlich &#8220;linksbürgerliche&#8221; Opposition geschafft hat, einen Mann mit Chancen zum indirekten &#8220;Kanzlersturz&#8221; aufzustellen und natürlich, daß es weder ein in zweifelhaften Kirchenkreisen Verkehrender noch eine rabulistische Mutter der Nation werden könnte, entstehen Twitter-, Facebook- und sonstige Kampagnen, denen man, wäre der Mann bereits im Amt, unverzüglich einen klaren Führerkult attestieren würde und denen, ich räume es ein, ich mich auch selbst für kurze Zeit und aus den vermutlich gleichen Beweggründen, angeschlossen habe (siehe oben: er wäre in der Tat das vermutlich kleinere Übel gewesen).</li>
</ul>
<p>Im weiteren Verlauf entblödet sich dann mancher &#8211; in beschämender Fehlinterpretation von Ursache und Wirkung und in der Annahme, man habe nun auch selbst (&#8221;mal wieder&#8221;) eine kleine Revolution angezettelt &#8211; nicht, Tweets wie #Zensursula haben wir geschafft, <em>#Wulff schaffen wir auch noch! #mygauck</em> abzusondern. Ja, mancher versteigt sich ernsthaft zu der Annahme, man selbst habe den erwähnten Pressezirkus überhaupt erst &#8220;angetwittert&#8221;.</p>
<p>Unglaublich &#8211; aber noch maßloser als diese sommermärchensüchtige Selbstvergaucklerei dann die verbitterte verbalisierte Enttäuschung im Nachgang:</p>
<blockquote><p><a href="http://twitter.com/Scytale/status/17437033869">Scytale</a> Habs ja immer für Diskreditierung durch die Etablierten gehalten, aber bin jetzt überzeugt: Die Linke gehört nicht in die Politik.</p></blockquote>
<blockquote><p><a href="http://twitter.com/Carisma_tisch/status/17438133551">Carisma_tisch</a> Ohne die Linken gabe es schwarz-gelbe Politik nicht. Auch wenn es nicht deren erklärter Wille ist, so ist es doch deren Wirkung.</p></blockquote>
<blockquote><p><a href="http://twitter.com/DennyRamone/status/17429468536">DennyRamone</a> Die kleinen Linken wollen aus dem Schmollparadies abgeholt werden.</p></blockquote>
<p>Fragt sich nur, wer da schmollt &#8211; denn da wird, zusammengefaßt, nichts anderes als die Wut darüber, daß ein von vornherein aussichtsloses Unterfangen (denn daß Gauck für die Linke unwählbar ist, war dem Seeheimer Gabriel und seinen neoliberalen Partei- und Oppositionsfreunden selbstverständlich klar) erwartungsgemäß in die Hose ging, daß es kein Messias-Wunder gab, daß es nun keine neue Koalition und keine Neuwahlen gibt, ja, die Ernüchterung, daß 38.000 Facebook-Gruppen-irgendwas-Dings-Teilnehmer kein politisches Erdbeben bewirkt haben: Das alles wird nun ausgerechnet auf die projiziert, die für die Wahl eines Herrn Wulff zum Nachwuchsköhler am allerwenigsten können &#8211; auf die Linksfraktion.</p>
<p>Sie, die &#8220;Unwählbaren&#8221;, die &#8220;Utopisten&#8221;, die sich der &#8220;Alternativlosigkeit&#8221; des &#8220;Basta&#8221; krankhaft verweigernden, die &#8220;Parlamentsparias&#8221;, ja: Die bestimmt-immer-noch-Stasi-Tollfinder mit ihren ganzen Zwangskollektivierungsvorstellungen: SIE sind nun Schuld. Schuld, daß sie (vermutlich:) ihre 121 Stimmen nicht hergaben, um die 494 Gauck-Stimmen auf 615 aufzustocken und damit grandios Wulff rauszuwerfen, der lediglich 625 Stimmen hatte. Sie, die von einer grandiosen Mehrheit (insbesondere vermutlich im Lager der Nichtwähler) in Bund und Ländern gewählt wurden &#8211; sie sind Schuld, daß die Vertreter der schwarzgelben Minderheitsregierung unglaublicherweise ihren eigenen Kalkülkandidaten durchgebracht haben und, ja, sie sind sage und schreibe Schuld, daß &#8220;Schwarz-Geld&#8221; seine Politik machen kann. Herr, wirf Hirn, denn: Die spinnen, die Germanen.</p>
<p>Ganz Germanien? Nein. Wenigstens einer hat es dann mal doch noch begriffen:</p>
<blockquote><p><a href="http://twitter.com/nicetry1974/status/17436404451">nicetry1974 </a>Was wollt ihr eigentlich alle? Die Mehrheit hat ihren Kandidaten gewählt. Wie angekündigt. Und wer hat die gewählt? Ihr! #bpw #bv10 #bp10</p></blockquote>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Es täte so manchem Gauck-Jünger übrigens gut, den wie ich finde sehr sachlich und wertungsfrei gehaltenen <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/3397/stolpersteinwahl-im-sommerloch">Beitrag des Spiegelfechters</a> zu diesem Thema auf sich wirken zu lassen. Weniger wertungsfrei, aber nicht minder erkenntnisreich (vor allem bezüglich der vermeintlichen Vergangenheitsverbohrtheit der Linkspartei) ist <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=5927">dieser Beitrag hier</a>. Man muß die Position nicht teilen, aber verstehen, daß hinter der Ablehnung des &#8220;Freiheitskämpfers&#8221; nicht nur mehr, sondern etwas ganz anderes steckt, als dümmliche Ostalgie, nämlich ein diametraler Gegensatz in der politischen Grundüberzeugung, dieses bißchen Antizipation sollte dann doch drin sein.</p>
<p><strong>*Nachtrag 2:</strong> Je mehr ich zu dem Thema lese und je mehr ich darüber nachdenke, komme ich zu dem Schluß: Ich habe mich geirrt. Ich habe Gauck für das kleinere Übel gehalten, das aber nur, ohne nachzudenken und wohl vornehmlich aus dem gleichen Grund, aus dem viele so sehr auf ihn gehofft haben: Damit Schwarz-Geld gekniffen ist. Irgendwie. Nur: Das wären sie in Wirklichkeit nicht gewesen. Im Gegenteil. Und Gauck hätte vor allem für eins gestanden: Für die Manifestation eines knallhart neoliberalen schwarzgeldrotgrünen Parteienblocks. So wie die &#8220;Nationale Front&#8221; in der von ihm so verhaßten DDR, nur einem anderen -ismus bedingungslos die Treue schwörend. So wie es nun &#8211; plangemäß &#8211; kam, hat Deutschland nun einfach den Präsidenten, den es zum einen und wie schon gesagt in letzter Konsequenz auch gewählt hat, und der zum anderen vielleicht tatsächlich viel deutscher ist, als es die meisten gerne wahr hätten&#8230;</p>
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		<title>Da man einmal täglich lachen soll,</title>
		<link>http://www.davidbln.de/2010/04/26/da-man-einmal-taglich-lachen-soll/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 17:13:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[stelle ich mir jetzt vor, ich wäre auf der Veranstaltung einer Gewerkschaft, die sowieso nicht mehr zu retten ist und würde, während Gäste reden, die den Veranstaltern dank ausführlicher netzweiter Kopfwäsche längst peinlich sind, in die betretenen Gesichter der verzweifelten Funktionäre sehen, die sich einen Referenten ans Rednerpult geholt haben, der im Haus der Brüder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>stelle ich mir jetzt vor, ich wäre auf der Veranstaltung einer Gewerkschaft, die sowieso nicht mehr zu retten ist und würde, während Gäste reden, die den Veranstaltern dank ausführlicher netzweiter Kopfwäsche längst peinlich sind, in die betretenen Gesichter der verzweifelten Funktionäre sehen, die sich einen Referenten ans Rednerpult geholt haben, der im Haus der Brüder Zursonnezurfreiheit ungeniert <a href="http://blog.die-linke.de/digitalelinke/kein-bundnis-von-ver-di-und-industrie/?utm_source=feedburner&#038;utm_medium=feed&#038;utm_campaign=Feed%3A+DigitaleLinke+(DIGITALE+LINKE)">über den &#8220;Internet-Maoismus&#8221; herzieht</a>.</p>
<p>Erfrischend grotesk!</p>
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		<title>Aufs Glatteis geführt?</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 09:32:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da macht dieser fiese Winter den armen Kommunen und Straßenmeistereien doch wirklich einen Strich durch die eiskalt kalkulierte Vorratsplanung: In NRW wird das Salz knapp! Ausgerechnet! Wären die mal im Sommer nach Düsseldorf gekommen &#8211; dort gab es bekanntlich Meer Salz als genug&#8230;
Nachtrag: Endlich tut jemand was! Einen Reichsstreusalzminister fordern die Experten aus Manchester. 
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Da macht dieser fiese Winter den armen Kommunen und Straßenmeistereien doch wirklich einen Strich durch die eiskalt kalkulierte Vorratsplanung: <a href="http://www.wdr.de/themen/panorama/wetter02/winter_2009_2010/100106b.jhtml">In NRW wird das Salz knapp!</a> Ausgerechnet! Wären die mal im Sommer nach Düsseldorf gekommen &#8211; dort gab es bekanntlich <a href="/2009/08/04/meer-mehr-salz-kaufen/">Meer Salz als genug</a>&#8230;</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Endlich tut jemand was! Einen <a href="http://www.fr-online.de/top_news/2271297_Das-Salz-in-der-Suppe.html">Reichsstreusalzminister</a> fordern die Experten aus Manchester. </p>
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		<title>Wir werden alle erfrieren!</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jan 2010 19:11:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Denn völlig ohne jeden plausiblen Zusammenhang schneit es in Deutschland!!11!!! mitten im Januar!!!!11!! und ist mit minus!!!11! 5 Grad eisig kalt!!!
Schnell absichern und alle Ladenregale leerkaufen! Überlebenstips in dieser völlig unbekannten Situation gibt die aktuelle Kamera, die auch ihr gesamtes Informationsprogramm auf diese schwerste Krise aller Zeiten ausgerichtet hat.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Denn völlig ohne jeden plausiblen Zusammenhang schneit es in Deutschland!!11!!! mitten im Januar!!!!11!! und ist mit minus!!!11! 5 Grad eisig kalt!!!</p>
<p>Schnell absichern und alle Ladenregale leerkaufen! Überlebenstips in dieser <a href="http://www.tagesschau.de/inland/winter180.html">völlig unbekannten Situation</a> gibt die aktuelle Kamera, die auch ihr gesamtes Informationsprogramm auf diese schwerste Krise aller Zeiten ausgerichtet hat.</p>
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		<title>Die haben es nötig!</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 14:34:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zum Kacken zu dämlich]]></category>
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		<description><![CDATA[Aus der Reihe "sterbende Urzeitmonster" lesen Sie heute: Was der Verlagosaurus Giganticus vom Scheibus Plasticus lernen kann. Und vermutlich niemals wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiß schon. Über sterbende Dinosaurier muß man sich nicht lästernd auslassen, <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/aussichtslos-selbstmoerderisch-unverschaemt/">das tun die mittlerweile schon selbst so geschickt</a>, daß kein Auge trocken bleibt.</p>
<p>Und damit bin ich schon bei dem Dinosaurier, der mich gestern zur Verzweiflung gebracht hat &#8211; obwohl der eigentlich längst tot sein müßte. Troubadix könnte man den nennen, ach nein, letzterer hat ja selbst musiziert, während der, den ich meine, lediglich (aber dafür viel zu lange viel zu gut) davon lebte, Musik auf Plastikscheiben zu kopieren und einen jahrelangen, zuletzt <a href="http://www.raubkopierer-sind-verbrecher.de/">peinlich bis grotesken</a> öffentlichen Todeskampf anstimmte, als er viel zu spät merkte, daß die Leute Plastikscheiben lieber selbst kopieren. Oder gar nicht mehr, weil es ihnen gar nicht um die Scheiben selbst, sondern primär um deren Inhalt geht.</p>
<p>Also: In meiner Jugend Maienblüte gab es von einem Künstler (der sich, übrigens auch aufgrund von Streitigkeiten mit Dinosauriern, immer wieder mal neue Namen gab, die auf seine Plastikscheiben gedruckt werden mußten) ein ziemlich schönes Stück. Das war so gut, daß ich es mir damals schon von meinem raren Taschengeld auf so einer Plastikscheibe gekauft habe. Die hat seinerzeit etwa 15 Mark gekostet, was inflationsbereinigt heute ungefähr 250.000 Euro sein dürften. Oder auch etwas weniger, aber immerhin deutlich zu viel angesichts des umständlichen Bezugswegs damals:</p>
<ol>
<li> Busfahrschein kaufen</li>
<li>in die Stadt fahren</li>
<li>Plastikscheibe holen</li>
<li>noch einen Busfahrschein kaufen (oder eine Monatskarte gehabt haben)</li>
<li>heim fahren</li>
<li>Plastikscheibe auspacken</li>
<li>Stereoanlage anwerfen</li>
<li>Plastikscheibe einlegen</li>
<li>Lied hören.</li>
</ol>
<p>Daß man die Schritte 1-8 heute getrost als historisch betrachten darf, sich das Geld für Transportmittel sparen und Lieder in mittlerweile hervorragender Qualität binnen 30 Sekunden platzsparend als Datei frei Haus bekommen kann, geschenkt. Daß ich, weil die oben genannte Plastikscheibe durch eigenes Verschulden sowohl physikalisch (verliehen, verloren, verschlampt?) als auch inhaltlich (bei meiner vor allem aus Wohnraumoptimierungsgründen &#8211; ja, ich hasse unnötige Staubfänger! &#8211; durchgeführten großen Plastikscheiben-auf-Massenspeicher-Kopieraktion wohl übersehen?) perdü ist, erneut für das Lied (freilich nicht wieder für eine unnütz staubfangende Plastikscheibe) bezahlen muß: Wäre halb so wild, wenn das &#8220;muß&#8221; nicht ein &#8220;müßte&#8221; wäre.</p>
<p>Denn glaub mal nicht, daß auch nur eins der inzwischen zahlreichen seriösen Musik-Herunterladeportale den Titel bei sich hat. Und warum? Die Glaskugel sagt: Das Riesenlabel, unter dem das Lied damals auf Plastik kopiert wurde, verweigert sich (wohl als letztes seiner Art) bis heute der Realität: &#8220;Wenn wir das  zum Herunterladen anbieten, wird es nur raubkopiert werden.&#8221; Und nun rate mal, was der einzige zeitgemäße Weg ist, sich diesen Titel (für den jemand wie ich schon vor Jahren aus heutiger Sicht unseriös hohe Summen bezahlt hat) nun wieder zu beschaffen (ohne dabei auf gebrauchte Plastikscheiben zurückzugreifen): Genau. Sogenannte Raubkopierertauschbörsen. Dort ist es in jeder vorstellbaren Kompression und Version zu haben. Binnen Minuten.</p>
<p>Um den Bogen zum Anfang wieder zu bekommen: Angesichts solcher Lächerlichkeiten darf man freudig gespannt sein, welchen absurden Todeskrampf uns in den kommenden Jahre der Totes-Holz-Saurier (Verlagosaurus Giganticus) liefert. Den des Scheibus Plasticus zu toppen, das muß man erst mal bringen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Erst, wenn Tränen fließen&#8230;</title>
		<link>http://www.davidbln.de/2009/06/09/erst-wenn-tranen-fliesen/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 08:39:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[tut es richtig weh. Oder so ähnlich. Jedenfalls war das bei einer gewissen, inzwischen älteren, Dame Namens Schreinemakers aus Krefeld so. Diese Dame, bekannt für die insbesondere im Prekariat beliebte Nahwasserbauweise und seinerzeit mit einer dementsprechenden Sendung im Unterschichtenfernsehen erfolgreich tätig, fand es gar nicht gut, den Erlös ihrer hochbezahlten Tränen mit der Staatskasse teilen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>tut es richtig weh. Oder so ähnlich. Jedenfalls war das bei einer gewissen, inzwischen älteren, Dame Namens Schreinemakers aus Krefeld so. Diese Dame, bekannt für die insbesondere im Prekariat beliebte <em>Nahwasserbauweise</em> und seinerzeit mit einer dementsprechenden Sendung im Unterschichtenfernsehen erfolgreich tätig, fand es gar nicht gut, den Erlös ihrer hochbezahlten Tränen mit der Staatskasse teilen zu müssen. Ihre diesbezüglichen Maßnahmen waren seinerzeit dementsprechend allgemein bekannt.</p>
<p>Bei einer anderen, sowohl dem Geburtsdatum als auch Selbstverständnis und Habitus nach zweifelsfrei alten Dame, ist das anders. Diese Dame namens <em>SPD</em> denkt gar nicht daran, sich einem  befreienden (und nicht selten kathartischen) Weinkrampf hinzugeben.<span id="more-113"></span> Sie trotzt der Realität, ist mehr kleines Mädchen als weise Greisin, und fordert, wie man es vom Quengelbereich an der Supermarktkette kennt, Tribut. Freilich nennt sie das anders: Nach <cite>Mobilisierung</cite> ruft sie, und ist sich nicht zu schade, diese strafzubewehren mit einer <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-SPD-Wahlpflicht/forum-160328/msg-16862381/read/">Wahlboykottgebühr</a>.  Auf die Idee, daß es womöglich gar nicht der böse Nichtwähler ist, der ihr inzwischen kaum mehr zu verbergendes Siechtum herbeigeführt hat, sondern ihr eigenes Unvermögen, sich verändernden Realitäten  adäquat und (wie in rotgrauer Vorzeit) mit Wagemut zu begegnen, kommt sie nicht.</p>
<p>Einem derart lahmenden Gaul hätte jeder Humanist und Tierfreund längst den Gnadenschuß gewährt. Zu schade, daß das Programm der SPD nicht im Prekariatsfernsehen läuft: Dort hätte man es,  wir erinnern uns an den Fall der erstgenannten Dame, <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1996/0824/kultur/0044/index.html">einfach  zentral abschalten</a> können. Das geht mit dem Europaparlament oder dem Bundestag nicht ohne weiteres. <em>Ich</em> werde mich hüten, das schade zu finden. Wie die SPD darüber denkt, da bin ich mir  in den letzten Jahren freilich nicht so sicher.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Verdient verlieren</title>
		<link>http://www.davidbln.de/2009/06/07/verdient-verlieren/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 07:32:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von einem tollen Europawahlkampf sprach Franz Müntefering, seines Zeichens und (wenn auch unausgesprochenen) Selbstverständnisses vermutlich der letzte echte Sozialdemokrat. Ich hingegen kann mich vor lauter tollem Wahlkampf gar nicht entscheiden, was genau er  von jenen strategischen Meisterleistungen, die seine Partei nicht mal zweistellig vor den Grünen liegen lassen, meinte:


Ein Plakat wie dieses hier, von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von einem <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,629195,00.html"><cite>tollen Europawahlkampf</cite></a> sprach Franz Müntefering, seines Zeichens und (wenn auch unausgesprochenen) Selbstverständnisses vermutlich der letzte <em>echte Sozialdemokrat</em>. Ich hingegen kann mich vor lauter tollem Wahlkampf gar nicht entscheiden, was genau er  von jenen strategischen Meisterleistungen, die seine Partei nicht mal zweistellig vor den Grünen liegen lassen, meinte:<span id="more-111"></span></p>
<p><img class="illustration_rechts blackborder" title="Tja: Was denn nun? Europa? Bundestag? Scheißegal: Du hast die Wahl!" src="/_ressourcen/bitmap/spdeubt.jpg" alt="Wahlplakat der SPD: Der Kandidat soll für den Bundestag gewählt werden. Oder für Europa. Oder was auch immer." width="300" height="400" /></p>
<ul>
<li>Ein Plakat wie dieses hier, von dem man nicht weiß, was es sagen will:
<ul>
<li><cite>Wir sind in Wirklichkeit Grüne und haben uns entschlossen, immer alle Plakate bis zum Letzten zu verwerten</cite>?</li>
<li><cite>Der Typ hat es schon nicht in den Bundestag geschafft, nun helft ihm wenigstens nach Brüssel</cite>?</li>
<li><cite>Der geht uns im Bundestag einfach nur auf den Sack, also bitte: Weg damit Richtung Westen</cite>?</li>
<li><cite>He, Wahlvieh. Sonntag kreuz machen. Egal wofür, egal für wen, Hauptsache für uns. Den Rest verstehst Du eh nicht</cite>?</li>
</ul>
</li>
<li>Plakate, in denen klar wird, daß alle anderen (<cite>Finanzhaie</cite>, <cite>heiße Luft</cite> &amp; co.) für irgendwas stehen, nur man selbst nicht?</li>
<li>Plakate, auf denen sich der vermutlich einzige halbwegs leidenschaftliche Europäer der SPD, Martin Schulz, mit dem nur teilweise gelungenen Schröder-Klon <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,629083,00.html">Frank-Gerhard  Steinmüller</a>, pardon: meier ein gleicher Pose zeigen ließ wie weiland das Triumvirat aus dem echten Schröder, einem immer noch angeblich radsportlichen und vermutlich poolplanschenden, damals zukünftigen  und heute ehemaligen Verteidigungsminister und der Nemesis aller verbliebenen  und mehr dem <span class="keinBruch"><em>neuen Mitte</em>(lmaß)</span> denn dem Sozialen zugewandten <em>Roten</em>: Oskar Lafontaine.</li>
</ul>
<p>Was macht der eigentlich? Bislang hält er einen guten Teil jener Wählerstimmen, die den Restroten fehlen. Und das nun schon mit ziemlicher Ausdauer. Man darf gespannt sein, wann er ebendiesen symbolisch die Hand reicht. Und noch mehr, wann die einschlagen. Denn da bin ich mir inzwischen sicher: <cite>Ob</cite> heißt die Frage spätestens ab  Herbst nicht mehr. Und langsam glaube ich, das ist auch gut so.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Lebt denn der deutsche Jammermichl noch?</title>
		<link>http://www.davidbln.de/2008/08/05/lebt-denn-der-deutsche-jammermichl-noch/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Aug 2008 09:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dem Michel geht&#8217;s nicht gut, er spürt ne große Wut&#8230; ja, wer kennt sie nicht: Leute, die alles als erste haben müssen. Das an sich ist noch nicht weiter tragisch, steigert es doch (bestimmt!) das Bruttosozialprodukt. Schlimm wird es bei jenen Exemplaren, deren Verstand aussetzt, wenn der Ebayticker sich der &#8220;3-2-1&#8243;-Marke nähert und denen erst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dem Michel geht&#8217;s nicht gut, er spürt ne große Wut&#8230; ja, wer kennt sie nicht: Leute, die alles als erste haben müssen. Das an sich ist noch nicht weiter tragisch, steigert es doch (bestimmt!) das Bruttosozialprodukt. Schlimm wird es bei jenen Exemplaren, deren Verstand aussetzt, wenn der Ebayticker sich der &#8220;3-2-1&#8243;-Marke nähert und denen erst am Tag danach ein Kater namens Realität <cite>das hättest Du im Laden billiger bekommen!</cite> ins Ohr miaut. Die Krallen dieser Realität im Nacken und das eigene Spiegelbild fürchtend geht dann das Gezeter los: <cite>Betrug! Kostenfalle Internet!</cite> und der Verkäufer erhält eine negative Bewertung. Tatbestand: <cite>Abzocke!</cite></p>
<p>Und so kam es auch dieser Tage wieder, wie es kommen mußte. Da waren einigen restlos merkbefreiten, selbsternannten Diplom-Schnäppchenjägern für Sekundenbruchteile <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,569959,00.html">Eisenbahnfahrkarten</a>, die sie im Normalfall für 60 Euro bekommen hätten, plötzlich 200 Euro und mehr wert, ganz, als stünde ein Concorde-Flug einschließlich &#8220;All in&#8221; am Bananenbuffet zum Verkauf.</p>
<p>Wie gemein von der Bundesbahn, kurz darauf die gleichen Fahrkarten nicht mehr zu versteigern, sondern zum tatsächlichen Preis auf dem gleichen Vertriebsweg anzubieten. Das geht nun wirklich nicht, <a href="http://www.focus.de/reisen/urlaubstipps/bahn/ebay-ticket-aktion-der-deutschen-bahn-droht-abmahnung_aid_322543.html">finden sogar die Verbraucherzentralen</a>, denen für ein wenig Presse scheinbar auch kein Ruf mehr zu schade ist. Man darf auf die erste Klage gespannt sein und noch mehr auf das Urteil, wenn die Bundesbahn im Namen des gesunden Volksempfindens für schuldig befunden wird, daß Michel Motzkötter zu viel Geld für einen Fahrschein geboten hat. Immerhin haben wir auf die anfängliche Frage nun eine leider untrügliche Antwort:</p>
<p>Ja, er lebt noch!</p>
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