DavidBLN.de

Lalalalaß dich nicht verarschen!

(Und das ist heutzutage gar nicht so einfach.)

Dies ist Seite 2. (Neuere Artikel)


23. Juni 2011

Weniger ist mehr

Meine Damen und Herren, liebe Schlipsträger!

Es ist eigentlich egal, ob ihr für Wasa, für Senseo oder für Mars arbeitet. Oder sonst irgendwo, wo der allgegenwärtige Götzengott des alternativlos-kapitalistischen Marktes – auch als “kontiniuierliches Wachstum” und “Profitmaximierung” bekannt – euch täglich Druck macht, sei es negativen (”wenn das nicht, dann müssen wir Sie leider”) oder anreizenden (”wenn Sie, dann kriegen Sie”). Es ist auch ganz egal, ob ihr euch selbst als “Produktmanager”, “Controller” oder “Consultants” bezeichnet. Ich verstehe euch. Wirklich. Nicht, daß ich mit euch tauschen möchte. Dieses tägliche Strampeln und Ellenbogengerangel habe ich noch nie gemocht, zumindest, seit ich das Spermienstadium erfolgreich hinter mir gelassen habe. Aber ich verstehe euch. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie das ist, wenn der gesamte Tages- und womöglich Nachtablauf einzig davon dominiert ist, immer noch mehr rausholen zu müssen (oder, wie man sich dann selbst gerne einredet: “zu wollen”). Und selbst, wenn das “wollen” nicht eingeredet ist und ihr ernsthaft davon überzeugt seid, daß das der Weg ist, wie die Welt ein besserer Platz werden kann (oder zumindest euer Vorgarten und die Garage): Sei es drum. Jeder wie er mag.

Ob nun also freiwillig oder aus “Sachzwängen”: Tut, was ihr tun zu müssen meint. Holt immer noch mehr raus. Nur eine Bitte habe ich dabei. Eine ganz kleine, dringende Ganzen Artikel lesen


Mogelpackung 2.0?

Bislang schätze ich die Drogeriemarktkette “dm”. Das liegt sicher ein wenig an der eloquenten Art ihres Gründers, auch an der (zumindest veröffentlichten) Philosophie der Firma (und wiederum ihres Gründers), aber vor allem daran, daß man sich dort als Kunde auch und besonders im Reklamationsfall ganz gut aufgehoben fühlen kann. Nur dieser verdienten Wertschätzung ist das Fragezeichen hinter der Überschrift geschuldet. Und die Annahme, daß hier ein für Verpackungen zuständiger Mensch einer heutzutage scheinbar verbreiteten Krankheit, nämlich dem “es muß vor allem schick und öfter mal anders aussehen”-Syndrom erlegen ist. Ganzen Artikel lesen


17. April 2011

Backe backe scheiße

Kurz notiert: “Französische” Aufback-”Baguettes” aus dem beliebten blaurotweiß bedruckten Zweierpack für einsfuffzich aus dem Discounter schmecken NOCH beschissener, wenn man seit Jahren sein Stangenweißbrot selbst und statt aus Bohnenmehl (ja, lest mal genau!) mit Emulgator aus echtem Weizenmehl aus einer echten Mühle, die direkt neben einem echten Weizenfeld steht, mit einem echten, 12 Stunden gegorenen Hefevorteig und ansonsten noch etwas Wasser und Meersalz – also nach dem historisch überlieferten Rezept – selbst herstellt.


1. Februar 2011

Ein bißchen Voting, ein bißchen Hilfe…

Ja. Ich weiß. Das, worüber ich mich jetzt schon ein paar Tage lang fassungslos, sagen wir, verwundere, ist ein alter Hut. Ich bin erst kürzlich darüber gestolpert, weil mir der zur unterhaltungsfunklichen ÖPP “Song Contest” verkommene und mit Hilfe unbezahlter Praktikanten demnächst in Düsseldorf selbstverliebt veranstaltete einstige Grand Prix Eurovision de la Chanson heute noch viel weiter am Arsch vorbei geht, als er es zu Zeiten von “hihihihi, ne Gehirnzelle”-Nicole und Ralphs Igel schon tat.

Alles, was ich in Summe über diesen für den weiteren Weltverlauf in seiner Bedeutung noch hinter einem Sack asiatischen Getreides rangierenden Glitzer-Hokuspokus-Budenzauber behalten habe, ist die ungefähre Geschichte der deutschen Vorausscheidung Ganzen Artikel lesen


2. Dezember 2010

Schwein gehabt

…hat, wer es im vergangenen Winter geschafft hatte, möglichst viele Zusatzverkäufe mit der umgangssprachlich ähnlichnamigen Grippe-”Pandemie”-Paranoia zu generieren.

Wer nicht so viel Glück hatte, blieb indes auf so viel Zeug sitzen, daß er es nun im Doppelpack verramschen muß:

Im Supermarktregal: Desinfektionsmittel werden "2 für 1" verramscht mit dem Hinweis, daß sie gegen den H1N1-Schweinegrippe-Erreger hälfen.

Vielleicht wird aber auch schon bald, beflügelt durch die bereits eingeleitete “wir werden alle erfrieren”-Panik, die nächste Grippesau durchs globale Dorf getrieben. Und dann reibt sich zumindest der Herr Dr. Becher die Klauen.


18. November 2010

Verpixelungswahn

Ich twott jüngst:

Wenn die Polizei Eure Städte videoüberwacht kriegt Ihr keinen Verpixelungsdünschiß. Aber wehe wenn ne CSU-Tante polemisiert…

Das ist natürlich sehr verkürzt (man darf das im Fall von Twitter als Systemimmanenz bezeichnen). Es trifft aber im Grunde dennoch genau die Geisteshaltung, die ich der Mehrheit der “Verpixler” attestiere. Wenn auch weder primär noch vorrangig, habe ich damit dennoch nicht ganz ohne Absicht auch den von mir bis auf gelegentliche kleine Perspektivdifferenzen sehr geschätzten Block-Kollegen Köpke, der wenig vorher einen durchaus durchdachten Text zur Verpixlungsdebatte beitrug, zu folgendem Einwurf provoziert:

Belege die perfide Lüge, dass MIR Polizeiüberwachung keine Kopfschmerzen bereitet!

Wenngleich ich genau ihm genau das niemals unterstellen würde (dafür lese ich seine Texte schon viel zu lange und gerne), will ich dann also doch auch mal versuchen, zusätzlich zu meinen bildgestalterischen Äußerungen auch verbal darzulegen, warum ich einen viel entspannteren Umgang mit einem dieser vielen Themen wünsche, deretwegen „uns“ „die restliche Welt“ wohl wieder einmal etwas „verwundert“ „bestaunen“ dürfte.

Plump gesagt ist die ganze Debatte für mich vor allem eine eher absurde und völlig diffuse Gemengelage. Hier werden viel “German Angst”, eine gute Scheibe Polemik, eine Prise Kampagne (”Lex Google” – nicht zum ersten und sicher nicht zum letzten Mal übrigens, da wette ich drauf), einige (wie ich finde) grundlegende Mißverständnisse juristischer Natur, eine gute handvoll Gerechtigkeit und, das sei eingeräumt, berechtigte Sorgen um die Geschäftspraktiken eines für manchen beängstigend schnell wachsenden Weltkonzerns zu einem typisch deutschen Eintopfgericht verkocht.

Worum geht es eigentlich genau? Ganzen Artikel lesen


15. November 2010

Schwäbische Bananen

…sind im Grunde wie alle Bananen. Erst sehen sie grün aus:

Cem Özdemir steht vor einer grünen Deko und hält eine Rede zu einem Parteitag der "Grünen"

Und dann werden sie gelb:

Cem Özdemir steht vor einer blaugelben Deko. Im Hintergrund ein Schriftzug "ÖDP - Öz Demir Partei" sowie im Vordergrund: "Politik muss realistisch werden"

Die dritte und endgültige Reifestufe ist bekanntlich… ach, genug Farbenzauber für heute. Aber mal ehrlich – welches Bild sieht authentischer aus?

(Inspiriert durch eigene Erfahrungen mit der und vor allem durch etliche Artikel von Uwe Ness über die “Grüne Partei” wie zum Beispiel diesen, sowie eine schon aufgrund ihrer Perspektive höchst interessanten Serie von Jutta Ditfurth, die schon vor Jahren und wohl mangels Interesses politischerer Blätter in der “Neuen Revue” erschien.)

Bildmaterial: Grüne Baden-Württemberg (Quelle), lizenziert unter CC-BY-SA 2.0.


2. November 2010

Scheingut

Laut deutscher Wikipedia ist ein Gutschein

ein Dokument, das einen Anspruch auf eine Leistung repräsentiert bzw. dokumentiert.

In meinem persönlichen Empfinden, das selbstverständlich vollkommen objektiv, wert- und rechtsneutral ist, teilt man einen Gutschein dann aus, wenn man jemandem entweder aus purer (wenngleich meist kalkulierter) Nettigkeit oder aber aufgrund einer vorher erbrachten – wahlweise finanziellen oder sonstwie werthaltigen – Gegenleistung sein Anrecht auf eine entsprechende Rückvergütung nachweisbar dokumentieren möchte. Wer von uns würde mit dem Begriff “Gutschein” nicht sofort das assoziieren, was schon das Wort selbst verspricht, nämlich irgendein “Gut” (singular von “Güter”!), das es im Tausch gegen ebendiesen Schein gibt?

Leider ist all das nichts als graue Erinnerungstheorie vergangenheitsverklärender Gutmenschen wie ich einer bin. In der Realität des freien Marktes haben nicht nur unseriöse drittklassige Pizzabäckereien aus Kurfürstendammnebenstraßennebenstraßen das Wort mit “2 für 1″-Gutscheinen, die eigentlich “Rabattmarken” heißen müßten, ins Lächerliche überführt. Auch weltweit franchisegebende Bulettenbrötchenverteilstationen haben dies längst zum Usus aufgewertet. Und auch ein globale Ansprüche erhebender (und befriedigender) Handelskonzern wie der, den einst ein Herr Beisheim in schnöden Betonhallen nach oben päppelte, entblödet sich nicht, “Gutscheine” über “10 Euro” auszugeben,

Ein "Gutschein" aus der Metro: Gültig bei Einkäufen ab 50 Euro, nur für bestimmte Artikel, nur bis zu einem bestimmten Datum

die natürlich nur gültig sind

  • bei einem Einkauf von mindestensd 50 Euro,
  • aus zuvor festgelegten Warengruppen (”20% auf alles außer Tiernahrung, Kraftfahrzeuge, Fußnagelscheren, Streichhölzer und Vaginalsekretabsorptionsprodukte”),
  • bis zum vorletzten Mittwoch.

2. Oktober 2010

Wir lieben, äh, Ihr Bargeld

Wenn ich beim Besuch eines jener todschicken und bisweilen an, pardon, rein von der Dimension Speers Germania-Planungen nicht gänzlich unverwandten Edeka-E-Center durch viel zu lautes und obendrein permanent von penetranten Produktwerbespots unterbrochenes “Einkaufsradio”-Gedudel zusätzlich an der ohnehin durch das verwirrend gestaltete und (viel zu) umfangreiche Sortiment bereits gestörten plangemäßen und zielstrebigen Durchführung eines Einkaufs vorsätzlich gehindert werde, nur, um an der Kasse angesichts “leider defekter” EC-Karten-Zahlterminals und der grundsätzlichen Nichtakzeptanz von Kreditkarten (die man, ja, auch heute noch!, im Bedarfsfall ganz legal mittels der altbewährten mechanischen Ritsch-Ratsch-Apparate entgegennehmen könnte, wenn man nicht zu geizig für die Provisionen an Visa & Co. wäre) von der bemitleidenswerten studentischen Aushilfe um mein eigentlich für wichtigere Dinge zurückbehaltenes letztes Bargeld angegangen werde, um von demselben attraktiven Fräulein letztlich – natürlich nicht persönlich und auch nur auf Anweisung – wegen der Grundannahme, daß Kunden grundsätzlich und in gelebter Demonstration der beliebten Kostenloskultur des Internetzeitalters Plastik-Einkaufskörbchen mit Nach Hause nehmen, eben dieses Körbchen für den nicht mal 20 Meter weiten Weg zum Kraftwagen verweigert zu bekommen, dann weiß ich eines mit Sicherheit: Wir lieben Lebensmittel habt Ihr Euch nur deshalb als (in der Regel im Anschluß an einen rasend kecken, frechen, witzigen Werbclip vogetragenen) Slogan ausgewählt, weil wir lieben Kunden (und vertrauen ihnen) noch weniger der Wahrheit entsprochen hätte.

Wenn Ihr jetzt noch in der Werbung tut, was an der Kasse sowieso geschieht, nämlich “Lebensmittel” gegen “Bargeld” tauscht, komme ich vielleicht einfach aufgrund dieser eklatanten Ehrlichkeit doch noch mal wieder. Bis dahin: Nicht.