Wenn man schon keine Argumente hat, sollte man sie wenigstens professionell vertreten lassen.
6. Juli 2010
Rauchen ist, folgt man jenen, die davon nicht lassen können, wahlweise Ausdruck von Lebensfreude, Genuß, Kultur oder gar „Freiheit“. Nüchtern betrachtet ist es, wie trinken, fixen, kiffen und dergleichen primär eine Sucht. Das erkennt man an kognitiven Dissonanzen wie „ich kann es jederzeit lassen, will aber nicht“ oder „es geht nichts über eine schöne Frühstückszigarette gegen den Husten“. Nicht, daß ich mißverstanden werde: Das ist keine Wertung, kein Urteil. Es ist eine Beschreibung, die ich als erst im zweiten Versuch unabhängig gewordener, ehedem starker und langjähriger Raucher auch aus eigenem Erleben abgebe. In solchen psychischen Gemengelagen ist rationales Argumentieren üblicherweise schwer. Wenn es dann noch an eigene Territorien und Gewohnheiten geht, wird darauf mit größtmöglichem Widerstand oder -willen reagiert. Das ist genau so menschlich, wie die Verquickung von Tatsachen und Einschätzungen mit selektiver Wahrnehmung und Wunschdenken. Ganzen Artikel lesen
6. Mai 2010
gesehen läßt einen dieser ganze Mainstreammedienmüll in Frieden. Ich dachte ernsthaft, um mich darüber nicht mehr entsetzen zu müssen, genüge es, den Konsum auf praktisch null zu reduzieren – aber Fehlanzeige.
Schleichwerbung, PR, Kampagnen, Hardcore-Lobbyismus und Stimmungsmache je nach Proporz in Rundfunkräten und Vorständen: Kennt man alles, kannte ich alles. Auch daß im Hörfunk gerne mal “aus Zeitmangel” verkappte Werbeinterviews frei Haus geliefert und dankbar abgenommen werden, ist mir nicht neu. Aber wenn ich dann lese, daß mittlerweile komplette Fernsehdokumentationen als Instantware aus dem PR-Kochstudio* kommen, dann kann ich mich tatsächlich schon wieder/noch einmal mehr drüber freuen, daß ich diesem zur vielfältigen Medienlandschaft hochstilisierten Hugenberg reloaded-Zirkus schon abgeschworen hatte, als andere sich gerade erst über “Prekariatsfernsehen” aus dem Urwald aufzuregen begannen.
Natürlich erscheinen mir jetzt sogar die berüchtigten “Spiegel TV”-”Dokumentationen” (“Auf Frische wird bei der Firma Müller-Fleisch größter Wert gelegt!”) noch mal in einem ganz anderen Licht: Bisher dachte ich, daß die sich dafür bezahlen lassen, daß sie solche hochinvestigativen Reportagen wie “Inside McBurger” durchs Kabel schleudern – aber wahrscheinlich kommt auch das alles bereits fix & fertig im Warmhaltekarton ins Haus. Gratis.
Top Programm, unendliche Weiten, rund um die Uhr, genau nach Geschmack – für sowas lobe ich mir daher meine (nicht mehr so) neuen Lieblingssender: DVD, USB und WWW.
Nachtrag: Das gibt’s auch in der ausgelagerten ARD-Mediathek.
26. April 2010
stelle ich mir jetzt vor, ich wäre auf der Veranstaltung einer Gewerkschaft, die sowieso nicht mehr zu retten ist und würde, während Gäste reden, die den Veranstaltern dank ausführlicher netzweiter Kopfwäsche längst peinlich sind, in die betretenen Gesichter der verzweifelten Funktionäre sehen, die sich einen Referenten ans Rednerpult geholt haben, der im Haus der Brüder Zursonnezurfreiheit ungeniert über den “Internet-Maoismus” herzieht.
Erfrischend grotesk!
17. Januar 2010
… Haiti und den Überlebenden fehlt es an Wasser und Nahrung…
Um diesen Kernsatz herum baute die Redaktion der ehemaligen Frau vor der aktuellen Kamera (Anne Will gerne Qualitätsjournalismus simulieren) noch ein paar beliebig austauschbare Vokabeln herum Ganzen Artikel lesen
29. September 2008
Ist es doch auch ohne diese Subventionierung jener Sparschweine, die auf dem Land billig bauen und dafür anderen in Wohngebieten die Straßen verpesten, in Letzteren noch immer katastrophal voll von Autos, in denen Erstere – stets allein, versteht sich – sitzen und mit allem möglichen, nur nicht mit der Teilnahme am flüssigen Verkehr beschäftigt sind. Ganzen Artikel lesen
30. Juli 2008
Folgt man manchem vorschnellen Schuß der Eilpresse (und vor allem dem Jubel der wie auch immer betroffenen), so gibt es nun also das verbriefte Grundrecht auf das Märchen von Genuß und Aroma, Freiheit und Abenteuer sowie auf Krebs und Raucherbein. Und natürlich auf Arbeitsplatzsicherung und Aktienhalterwert in der Räucherwarenindustrie. Wenn das kein Erfolg ist! Ganzen Artikel lesen