DavidBLN.de

Manchesterliberalisten

Ein besserer, weil geschichtlich treffenderer Begriff für das, was hierzulande gerne als “neoliberal” verharmlost wird. Denn als Preuße ist man dem Liberalismus als solchem schließlich zugetan, egal ob retro oder neo. Ihren marktradikalen Feudaldurchfall dürfen die Angelsachsen jedoch gerne auch dem Namen nach uneingeschränkt als von ihnen erfundenes Übel proklamieren.

Prominente Vertreter dieser Mantren geben sich hierzulande übrigens bevorzugt gelb und blau.


11. Juni 2010

Bumerang: Wayne interessiert’s

Daß das “Sparpaket” neoliberal-westerwellescher Prägung und alternativlos-Merkelscher Ausführung blanker Wahnsinn, asozialer Unfug und volkswirtschaftlicher Masochismus ist, leuchtet jedem halbwegs denkfähigen Menschen ein, selbst wenn er sich nicht gleich geistiger Sozialist ist.

Auch verlautbart Ursula Engelen-Kefer eine Binsenweisheit, wenn sie von einem gefährlichen Bumerang schreibt, den der Bundesdoktor da losgeschleudert hat. Das dumme ist nur: Da ist was drauf geschissen. Denn:

Daß das Wahlvolk gerne eine weniger marktradikal-ideologische Führung hätte? Geschenkt: Wird ignoriert oder so lange zurechtwählen gelassen, bis es paßt.

Antizyklische Konjunkturpolitik? Teufelszeug! Schließlich hat man das in grauerrot-gelber Vorzeit schon probiert – ganze acht Jahre lang, von denen es nur fünf funktioniert hat. (Daß das Gegenteil seit nunmehr bald 30 Jahren noch weniger funktioniert und Hayek dem Land nicht wie einst Keynes eine halbe, sondern gleich mehrere Millionen Arbeitslose und Heerscharen von Tage- oder Billiglöhnern und Quasi-Leibeigenen beschert hat: Alles Propaganda!)

Nein, liebe Genossin Ursula, der zitierte Bumerang wird, sobald er, wie korrekt geweissagt, erst mit voller Wucht zurückkehrt, natürlich nicht seinem Absender um die Ohren oder durch den Hals segeln. Vielmehr, und nun bemühe ich eine allgemein verfügbare Glaskugel, wird es alsbald heißen: “Wir haben nicht genug gespart, sondern immer noch über unsere Verhältnisse gelebt.” Und dieses erbärmliche Spiel wird weitergehen, bis wir zurück in den Höhlen und Wäldern sind, aus denen wir scheinbar besser nie herausgekommen wären.


Irgendwann

muß doch dieses dämliche Wahlvieholk mal kapieren, wie klare Mehrheitsverhältnisse auszusehen haben – so, wie in NRW jedenfalls nicht, findet Bild am Montag.

Solange sich der Pöbel also weiterhein trotzig wie ein Kindergartenkind der reinen (und alternativlosen!) Lehre Hayek’scher Markteffizienz verweigert und doch allen Ernstes auf Utopien wie einen solidarischen Staat setzt, muß man ihn eben entweder ignorieren oder so lange zur Urne schicken, bis er keine Lust mehr hat und endlich aufhört, das tatsächliche Mehrheitsverhältnis der Leistungsträger weiter durch seine querulativen Fehlfarben-Kreuze zu stören. Ganz im Sinne von “50 Liegestützen für den Langhaarigen”, das hat sich bei unserer Friedenstruppe und sonstigen Heldenvereinen schließlich auch als probat erwiesen.


28. April 2010

Herr Westerwelle, gehen Sie!

Ich habe erst auf die Pointe gewartet. Um dann zu merken: Es gibt keine. Zu recht.


19. Februar 2010

Blaugelb? Jetzt abwählen!

Wer blaugelb nicht mehr sehen kann, der kann es – zumindest hier – jetzt abwählen.

Wer es dann doch vermissen sollte, weiß ja, wo er Blaugelb findet: Ganz unten.

Anmerkung: Ich hatte hier schon immer Blaugelb. Früher auch noch Rot. Weder daß das eine so war, noch daß das andere jetzt nicht mehr so ist, hat auch nur im Entferntesten mit den ganzen Vollpfosten, die dieses wie jenes Farbspektrum leider bietet, zu tun. Ich finde nur die Farben schick, sonst nix. Nur, damit das klar ist.


12. Februar 2010

Lohnung muß sich wieder leisten!

Wenn … in Deutschland … derjenige, der arbeitet, mehr haben muss als derjenige, der nicht arbeitet, …

dann ist das, frei nach dem Obermövenpickminister, in der Tat kein

geistiger Sozialismus.

Es ist das berechtigte Eingeständnis, daß beispielsweise ein Postzusteller nicht nur Anspruch auf einen Mindestlohn hat, sondern daß dieser deutlich höher liegen muß als 12.860 Euro. Im Monat.


2. Februar 2010

Jetzt kommt er langsam auf Dich zu…

…und spricht so lange bis Du brichst. Einfach geil.

Nachtrag: Die FDP und Guido stehen für Inhalte.


Aufs Glatteis geführt?

Da macht dieser fiese Winter den armen Kommunen und Straßenmeistereien doch wirklich einen Strich durch die eiskalt kalkulierte Vorratsplanung: In NRW wird das Salz knapp! Ausgerechnet! Wären die mal im Sommer nach Düsseldorf gekommen – dort gab es bekanntlich Meer Salz als genug

Nachtrag: Endlich tut jemand was! Einen Reichsstreusalzminister fordern die Experten aus Manchester.


29. Januar 2010

F(l)i(n)ck

Das Verhältnis alten, reichen und kackbraun vorbelasteten Geldadels zur Politik ist nicht erst seit dem rechtskonservativen Kurswechsel der Mövenpickpartei kennenswert. Auszug:

Der erzkonservative Finck Jr. hat sich in der Vergangenheit schon häufiger mit großen Geldbeträgen bei rechtslastigen Organisationen und Parteien eingekauft.

Mit den Gewerkschaften und den Sozialisten sollte der braune Kettenhund (Hitler) schon fertig werden. [...] 1933 unterstützte Finck, zusammen mit anderen Wirtschaftsmagnaten, die NSDAP mit einem Wahlfonds in Höhe von 3 Millionen Reichsmark.

Und da mache ich mir Gedanken, ob man dieses Manchesterpack zu grob behandelt, wenn man es als Neofaschisten tituliert.


22. Januar 2010

PPP mit der MPP

“Private Public Partnership”, die freundliche Neusprech-Formulierung für systematisches Ruinieren einer funktionierenden öffentlichen Infrastruktur zum Nutzen guter Freunde mit gefüllten Köfferchen bietet die Mövenpick-Partei nun auch im Bereich Events an: Stilvoll feiern in Räumen, die eigentlich gewählten Volksvertretern vorbehalten sind. So viel Dankbarkeit muß sein. Nachschlag inklusive. (Via)


21. Januar 2010

Starke Partner

sind sie – wen wundert’s Angesichts einer auf Maß geschneiderten Gesundheitspolitik (”Politik” im Sinne von “wir machen das”, “Gesundheit” im Sinne von “Ihre und unsere Kassen kurieren”) des naseweisen (”smarten“) Mövenpick-Emporkömmlings aus Niedersachsen:

Website der DKV (http://www.kooperation.dkv.com/fdp/index.html): Starke Partner - FDP und DKV. Exklusiv für FDP-Mitglieder "und Ihre Familienangehörigen: Persönliche und finanzielle Vorteile!"

Man sieht: Es wird schwierig mit dem neuen FDP-Logo. Hier ist nämlich schon Vorschlag zwo – und man mag sich kaum entscheiden wollen!

FDP - für Deine Privatvorsorge

Ach ja:

[Zu dem] “Netzwerk mit Nutzwert” [gehören ...] andere Partner wie die Mobilfunkfirma Vodafone, der Autovermieter Sixt oder einzelne Reiseanbieter

Oder auch im Pharmabereich. So wissen wir schon mal, in welchen Wirtschaftsbereichen uns künftig weitere “Beschleunigungsgesetze” erwarten. Und dürfen uns auf weitere Parteilogos gefaßt machen.


20. Januar 2010

Geschmackvoll wählen

…mit der Mövenpick-Partei – für jeden Geldbeutel ist was dabei!

FDP SB-Restaurant

Hier können Sie so viel fressen, wie Sie kotzen möchten. Angemessene Spende vorausgesetzt, Amigos!


18. August 2009

Jeder kann Erich (Teil 8)

Nur, um den Verdacht auszuräumen, der Genosse Erich Westerwelle würde hier lediglich aus Quotengelber Vertreter seiner Pipifaxe in die bläuliche Ruhmesgalerie und das spätere Gesamtkunstwerk aufgenommen: Auch er kann Erich! Jüngst bewiesen im “ZDF-Sommerinterview”:

Ich bin als Liberaler für Bürgerrechte. Aber zu den Bürgerrechten zählt auch, daß der Bürger geschützt wird…

Na, das klingt doch fast wie “ich liebe doch alle… Menschen”. Da werden auch seine Parteifreundemitglieder Baum, Schnarrenberger-Dingens und Hirsch als letztes bürgerrechtsfreundliches Aufgebot nicht mehr gegen ankommen. Und deshalb wird auch der Argumentationsleitfaden der “Julis” ziemlich gut aussehen: In der Tonne.

Bildteile von “Pujanak” unter CC-by.