DavidBLN.de

Massenhysterie

Beim Volk[tm] beliebte Form des Erweckungserlebnisses; erzeugt durch Zusammengehörigkeitsrituale Endorphin und hilft der aktuellen Kamera bei der Produktion von Qualitätsjournalismus.


1. Juli 2011

Leute, die…

…über den Faecesbook-Seelenstriptease der “Post Privacy-Spacken” lästern, um wenig später auf Zwitter stolz zu verkünden, daß sie nun dank “Invite” zu den ersten gehören, die sich bei “Oggle Plus” selbst nacktmachen.


Plus-Minus

Da hat mal wieder irgendein großer Spieler der Internetzwirtschaft irgendeinen supidupi neuen Wasauchimmer-Facebook-Killer-Dienst erfunden. Das ist mir so für sich keine Erwähnung wert, soll jeder seinen Spaß haben. Nerviger finde ich da schon, daß ich mir als Online-Werbeflächenverleiher bei eben diesem Anbieter jetzt wieder irgendwelche – natürlich proprietären und nicht webstandardkonformen – Zusatz-”findickjanzdufte”-Buttons auf meinen entsprechenden Portalen einbinden soll, da diese “natürlich” künftig auch das Suchergebnis und damit eben auch die Vermarktbarkeit meiner Seiten beeinflussen würden. Mich verleiten solche impliziten Zwänge ja immer sofort zum Nachdenken über Alternativen. Vielleicht sollte ich die Werbeflächen jetzt doch lieber mal an die Interessenten verkaufen, deren Angebote zwar gut waren, aber kein Entwicklungspotential versprachen, wie es die – dank Werbeblockern, für die ich aufgrund der oft grauenhaften Werbetreibenden und ihrer Formate größtes Verständnis habe – immer lausiger werdenden Einnahmen aus der “Netzwerkwerbung” vollmundig taten und tun.

Bei anderen führt allerdings solcher im Monatstakt auftretende Hype regelmäßig zu medialen Erregungswellen, die man nicht mal von pubertierenden Jungmopedbesitzern in meinem derzeitigen, dörflich-bäuerlichen Exilwohnort kennt, sobald diese irgendwelche Weibchen in Peilweite bemerken. Und Fremdschämen, wie ich es sonst nur für unreflektiert “Häppi Bürsti”-singende Altersgenossen aus meiner Kindergartenzeit kannte, packt mich, wenn in meinem (hier: virtuellen) Umfeld das Hype-Produkt mit der gleichen armseligen und doch wirksamen Strategie einführt werden kann Ganzen Artikel lesen


1. Februar 2011

Ein bißchen Voting, ein bißchen Hilfe…

Ja. Ich weiß. Das, worüber ich mich jetzt schon ein paar Tage lang fassungslos, sagen wir, verwundere, ist ein alter Hut. Ich bin erst kürzlich darüber gestolpert, weil mir der zur unterhaltungsfunklichen ÖPP “Song Contest” verkommene und mit Hilfe unbezahlter Praktikanten demnächst in Düsseldorf selbstverliebt veranstaltete einstige Grand Prix Eurovision de la Chanson heute noch viel weiter am Arsch vorbei geht, als er es zu Zeiten von “hihihihi, ne Gehirnzelle”-Nicole und Ralphs Igel schon tat.

Alles, was ich in Summe über diesen für den weiteren Weltverlauf in seiner Bedeutung noch hinter einem Sack asiatischen Getreides rangierenden Glitzer-Hokuspokus-Budenzauber behalten habe, ist die ungefähre Geschichte der deutschen Vorausscheidung Ganzen Artikel lesen


25. November 2010

Bald ist es vorbei

Na, freust Du Dich auch schon ganz doll? Ich meine: Weinnachten, Konsum, Kommerz, zwanghafte Wünsche und Besinnlichkeit auf Kommando? Also genauer gesagt: darauf, daß das alles endlich wieder für ein Jahr Pause hat?

Dann ist der Anti-Konsumnachten-Countdown mein herzliches Geschenk an Dich. Kann man übrigens auch prima als Active Desktop einrichten.


18. November 2010

Picture postcards from Munich, Germany

Ansichtskarte mit verpixeltem Münchner Hofbräuhaus. Aufschrift: In München steht ein *******haus, oans, zwoa, g'pix'lt!

Originalbild: Andrew Bossi, Lizenz: CC-BY-SA


Picture Postcards from Cologne, Germany

Eine Postkarte mit verpixeltem Kölner Dom. Aufschrift: Mr lasse de Dumme en Kölle

Originalbild: ger1axg, Lizenz: CC-BY-SA


7. Juli 2010

Die mit dem Kupferkopf.

Sitzen länger aus. Halten länger durch.. Ganz ehrlich!

Ein Duracell-Hase beim Klatschen. Verblüffende Ähnlichkeit mit politischem Personal wäre rein zufälligerweise zutreffend.


3. Juni 2010

Alle zusammen!

Ich frage mich gerade, wie ich die allgemeine Begeisterung der Massen für den sogenannten “Flashmob-Dance“* zur Musik von “Madcon” (eine Mischung aus Eiffel 65, späte Neunziger, und Cher, noch nicht ganz 90), derer ich mangels Fernsehkonsum gerade erst gewärtig werde, einschätzen soll .

“People, put your hands up” befiehlt da einer in Oslo, und ganz Europa tut es ihm dokumentiert nach.

Es tut mir leid – meine erste Assoziation war Nürnberg.

Und das kann ich auch begründen: Das Individuum erging sich nämlich, weiland wie jüngst, schlichtweg in dem zugegeben unheimlich überwältigenden Gefühl, Teil einer riesengroßen (”freiwilligen, glücklichen”) Masse zu sein, die, perfekt koordiniert/choreographiert, das gleiche tut. Die Aussage eines solchen Tuns ist, ganz wertungsfrei: “Es fühlt sich gut an, verzichtbarer Teil einer gleichförmigen Menge zu sein”. Wenn man das mal weiterdenkt und auf dieser Basis frühere und eventuell künftige Bewegungen reflektiert, besteht das Risiko der mentalen Übelkeit. Und sei es nur ob der Einsicht, daß der Mensch Schaf, Hund oder Wolf eben doch nicht so verschieden ist.

(Nachtrag: Gruselig finde ich übrigens auch die Ordner, die den Barden vor Ort den Weg bahnen und ganz nongschalant den einen oder anderen wörtlichst aus demselben räumen.)

*Nachtrag 2: Die permanente Definitionsserweiterung und überhaupt die inflationäre Verwendung des “F”-Wortes spottet ja sowieso schon jeder weiteren Beschreibung.


26. April 2010

Sicherheitsgrüße aus dem Jenseits

(Ich MUSS ja schon dort sein. Schließlich sollten wir schon 2006, 2007, 2008 und natürlich auch schon viel früher und vor allem aber und insbesondere im Wahljahr 2009 verbindlichst alle kaputtgehen, hatte stets unser letztes Stündlein längst geschlagen.)

Aber nur, falls nicht: In Kürze isses dann ganz sicher so weit. Wenn das monatliche Bedrohungsgezierckel allein nicht mehr genügt, sondern nun auch noch vom Reichskennzeichenfahnder Nummer eins flankiert wird.

Nur gut, daß unser BKA – ungestört durch ermittlungsbehindernde Verfassungsrichter etwa – in von Jahr zu Jahr ungekannterer Fleißarbeit ermittelt – nie liefen beispielsweise so viele bärtige durch unserer Straßen wie je zuvor! Und das kann doch nicht nur an der Mode liegen – nein: Es ist das eindeutige Indiz, in Kürze ins Abenteuercamp jetten zu wollen. Halt, ehe Sie jetzt auch gegen mich ermitteln, großer Sicherheitsmeister: ICH habe mich heute frisch rasiert. Und das aus christlichster Überzeugung! Jawohl! Der Bart ist ab und den Turban hab ich an den Nagel gehängt. Nicht an den Sargnagel, versteht sich, denn den brauch ich nun ganz bestimmt. Sicherer denn je! Bzw.: Unsicherer. Ach, egal.