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Menschenrechte

Anders, als es der Name “Rechte” erwarten läßt, deutlich sinnvoller als beispielsweise Menschenlinke. Leider entsprechend unbeliebt, da in der Regel für wichtige überragende Rechtsgüter wie “liberale globale Marktgestaltung” und “Sicherheit vor Terror, an dem wir sonst sterben werden” sehr hinderlich.


14. September 2011

Oben und unten

“Man sollte stets nach höherem streben, nie mit sich und seiner Situation zufrieden sein und sich erfolgreiche Vorbilder suchen.”

“Du meinst solche, die sich mit Ellenbogen und dafür ohne Skrupel, mit viel Beschiß und meist überschaubarem Sachverstand an die Spitze setzen, um unsereinen dann auszubeuten, zu bevormunden und nach Strich und Faden zu verarschen? Uns zu zensieren, zu gängeln, mit frommen Sprüchen und vaterfreundlichem Getue in Sicherheit zu wiegen, ganz wie der Schäfer seine Lämmer kurz vor Ostern?”

“Du spinnst ja. In Afrika hungern sie. Aber doch nicht bei uns. In China wird zensiert, das ist ja wohl deutlich schlimmer. Im Iran treten sie die Menschenrechte mit Füßen, das wirst du ja wohl nicht vergleichen wollen. Und korrupte, selbstherrliche Regime gab es unter Adolf und Honecker, aber bei uns? Uns geht es ja wohl immer noch ziemlich gut hier.”


5. September 2011

Kindisch

Immer öfter brüsten sich Unternehmen und Konzerne mit der Behauptung, besonders viel für die sogenannte “Work-Life-Balance” ihrer Arbeitssklaven zu tun. Teil und Krönung dieser selbstverständlich völlig frei erfundenen und vor allem wortgewaltigen Schönfärbereien ist die sogenannte Kinderfreundlichkeit.

Diese besteht, je nach Firma, in einem Betriebskindergarten, der selbstverständlich in den wenigsten Fällen für die Eltern kostenneutral daherkommt; wir sind schließlich nicht im Kommunismus. Noch öfter und lieber wird das Wort von der vermeintlichen Kinderliebe freilich ausgesprochen im Zusammenhang mit der Genehmigung, die lieben Kleinen mit ins Büro zu bringen.

Ich darf diese ganz spezielle Form elterlicher Zuneigung selbst immer häufiger in meinem ganz persönlichen Büroumfeld erleben und frage mich dabei vor allem: Was hätte ich selbst als Kind solch fürsorglich( angestellt)er Eltern wohl als erstes gemacht? Ganzen Artikel lesen


30. September 2010

Unfreiwillige selbstreferentielle Mitläufer

Ich glaube, ich schreibe nicht zum ersten Mal, daß ich früher lange Zeit einen regelmäßig wiederkehrenden Traum hatte. In diesem gab es eine (hier, weil zu weit führend, nicht näher ausgeführte, jedoch höchst unkonventionelle) Möglichkeit des Zeitreisens. Ich ries natürlich stets in die unmittelbar vorbraune Ära des Reiches zurück, um live, in Farbe, 3D und hautnahem Erleben nachvollziehen zu können, wie das alles passierte, passieren konnte.

Ist es nun Zufall, daß sich in den letzten, sagen wir gut zehn, Jahren die Häufigkeit der Wiederholung dieses Traums drastisch reduziert hat, und in den letzten Jahren überhaupt nicht mehr geschah? Ganzen Artikel lesen


27. September 2010

Nachtgedanken

Ich möchte gerne, daß diesen Film möglichst vielen Leute sehen. Alle, die denken, jeder außer ihnen selbst sei faul. Jeder, der meint, es wäre richtig, daß man nur dann essen dürfe, wenn man bereit sei, unter Zwang auch noch die widerwärtigste Aufgabe zu erledigen. Jeder, der meint, es wäre gottgegeben, selbst zur privilegierten Elite zu gehören, während andere einfach selbst schuld seien, das nicht zu tun. Deshalb verlinke ich ihn hier:

http://www.nuoviso.tv/wirtschaft/das-grundeinkommen.html

Indes: Ich bin mir – leider! und: noch weniger gerne!! – ziemlich sicher, daß eine visionäre, ja: revolutionäre Idee wie das bedingungslose Grundeinkommen entweder nicht zu meinen Lebzeiten oder aber nicht ohne den Preis einer mindestens anstrengenden, befürchtenswerterweise gar blutbehafteten gesellschaftlichen Veränderung zur Realität werden wird. Viel zu gefährlich ist sie all jenen, die genau von ihrer bisherigen Nichtexistenz, vom Unterdrücken, vom Arbeitszwang, vom Lohndruck, vom Aufhetzen derer am unteren Rand gegen die ganz unten profitieren. Denen, die sich teilweise seit Generationen von jedwedem Bezug zur menschlichen Basis, zur gesellschaftlichen Realität losgelöst haben. Jenen, die mit viel Geld Politikern klarmachen, daß ihr Weg der wahre ist und nicht jener einer solidarischen, gerechteren Gesellschaft, in der der Einzelne nicht nach der Dicke seiner Brieftasche oder der Leichtigkeit seiner wollenen Oberbekleidung bemessen wird.

Ich glaube nicht daran, daß ein Staatenkonstrukt wie das unsere (oder jenes auf Drängen “der Märkte” dem unseren übergeordnete der EU) in der Lage ist, kehrt zu machen. Einzulenken und nicht mehr dem Wohlstand der wenigen, sondern dem Wohl der Gemeinschaft, dem Gemeinwohl, zu dienen. Viel zu verlockend ist für jene, die da ändern könnten, der persönliche – von Stiftungen wie jener der Familie Mohn oder aus Kassen derer zu Ackermann finanzierte – Salär, der hinfällig würde, setzte man den Auftrag desjenigen, der mittels vierjährlichem Kreuz die symbolische Gestaltungsmacht verlieh, konsequent um.

Doch sei es drum. Mache der Weg zu einer wirklich solidarischen, sozialen, ja: menschlichen! Gesellschaft abermals jenen scheinbar unvermeidbaren Weg des Schmerzes durch: Ich mag mich von dem Glauben, von dem Ideal, daß es eines fernen und von mir vermutlich nicht mehr erlebten Tages besser werden könnte, einfach nicht verabschieden. Selbst, wenn zu Zeiten, da ich mir noch ein Bier eingießen kann, eben jenes in erbärmlichster populistischer Manier zur Stigmatisierung der Schwächsten aller Schwachen genügen muß, während sich ehemals ostzonale Pfarrerstöchter von Atomkonzernen kaufen lassen.

In Memoriam Heinrich Heine.


12. Mai 2010

Gleichmacherei

…ist ein eindeutiges Indiz für kommunistische Verblendung. Wo käme man denn hin, wenn vor dem Gesetz alle Bürger eines Landes gleich wären? Das Land der unmöglichen (Merk)begrenztheiten, unsere Rettungs-, Schutz- und Ordnungsmacht also, hat deswegen das Übel bei der Wurzel gepackt: Wer verdächtig ist, hat erst mal gar nichts zu melden (außer seinem Geständnis natürlich). Das ist nur richtig so – denn leider sind wir technisch ja noch nicht in der Lage, in die Köpfe dieser ganzen potentiellen Gefährder hineinzusehen und sie schon vor dem Begehen der geplanten Bosheiten daran zu hindern (wir arbeiten jedoch dran).

Und, paradox wie es auch scheinen mag, Gerechtigkeit ist trotzdem gegeben: Jeder ist schließlich ein potentieller Gefährder. Mist, jetzt habe ich mir die Pointe zur Überschrift schon wieder versaut. Hoffentlich merkt’s keiner.


5. Mai 2010

Dran glauben

Gegen den Vorwurf, daß einer, inhaliere er nur lange genug irgendwelche geräucherten Kräuter, zwangsläufig irgendwann einen an der Schaufel habe, muß ich mich hier im Namen des Herrn (den ich gerade vergessen habe) mit Nachdruck verwahren. Auch, daß die Unabänderlichkeit des eigenen Verfalls so ziemlich das einzige sei, dem der Ausdruck “dran glauben” angemessen wäre, ist eine blasphemische Verleumdung.

Unglaublich indes finde ich, daß es nicht nur Ketzer gibt, die behaupten, es gäbe da läßlichste Sünden, die der heiligen Stuhl und seine AusscheiderVertreter höchstselbst zu verantworten hätten: Es gibt doch tatsächlich Pharisäer, die derlei satanische Verse aufgreifen und weitertragen!

Nicht erst, aber ganz besonders in diesem Zusammenhang ist es nur zu billig, einmal dem Unmut über die schändlichen Schriften, die da seit Mai 1949 noch dem letzten gottlosen Teufel zugestehen, er möge doch nach Belieben kundtun, was er da denkt und fühlt, freien (und anwaltlichen) Lauf zu lassen. Denn wie heil und geordnet war doch zuvor die Welt, wenn zuletzt auch nur noch in den opferreichen Schranken des heiligen Reichskonkordats, das von der einzig richtigen Lehre – derer Petri – nicht viel übrig ließ.

Nun indes, da schwarze Schafe den monatlichen Ablaß, ja gar die unüberwindliche Schuld (und damit die Obhut ihrer Schäfer) in Frage stellen und mancher dreist behauptet, der direkt an Bedürftige gegebene Taler sei sinnvoller vertan denn jener an die römisch-katholische Fiskalkollekte, da muß man doch sogar als ordentlicher Christenmensch endlich mal: Dran glauben.


9. Februar 2010

Schön( )er( )trinken mit Onkel Sam

Das wußten schon unsere Altvorderen: Nur, wer mitbei der Fahne gedient hat, weiß im Leben Bescheid. Zum Beispiel, daß Wasser nicht nur zum Waschen und (er)trinken da ist, sondern auch, um dem lernunwilligen Nachwuchs die Flausen wegzuspülen.


8. Februar 2010

Von Onkel Samuel lernen heißt…

…malochen lernen: Binnen 12 Jahren wuchs der Anteil der Geringverdiener in Germanien von lausigen 16 auf weltmarktfähige 23 Prozent. Wenn das keine Leistung ist: Endlich haben wir auch hier das Niveau des großen Bruders, äh, Onkels erreicht.

Im Hamburger Luxushotel macht das Zimmermädchen die Betten für drei oder vier Euro die Stunde. In Dresden bewacht der Familienvater für fünf Euro die Stunde jede Nacht die Lagerhalle. Überall in der Republik füllen Menschen Anträge auf Stütze aus, obwohl sie den ganzen Tag arbeiten gehen.

Endlich also haben wir es geschafft: Wir haben den Wettbewerb mit Kasachstan und Bangladesh erfolgreich aufgenommen – basta sei Dank – und die ehemaligen Billiglohngastarbeiter ringsherum gelehrt, was Zurückhaltung heißt. Bleibt zu hoffen, daß diese realitätsfernen Sozialromantiker in Karlsruhe morgen nicht wieder mit Banalitäten wie Grundrechten oder Menschenwürde angeschissen kommen und die schöne neue Wirtschaftswelt einfach einreißen.


7. Februar 2010

Wir wählen die Freiheit!

Daß der Gottvater deutscher demokratischer Republikverhältnisse darunter damals etwas anderes verstanden haben soll als beispielsweise ich es heute tue, halte ich für ein absolutes Gerücht.

Na und das Land, in dem Menschen nach Gutdünken weggesperrt und, ggf. lebenslang, ruhig- und auf Drogen eingestellt werden können, das ist selbstverständlich China (oder so). Hier bei uns gelten ja schließlich die Menschenrechte. Nicht wahr. Na und wenn dem nicht so wäre, dann hätten unsere Qualitätsmedien als funktionierendes Kontrollorgan (”vierte Gewalt”) ja längst über dies und anderes berichtet. Nicht wahr.

(Via)