Anders, als es der Name “Rechte” erwarten läßt, deutlich sinnvoller als beispielsweise Menschenlinke. Leider entsprechend unbeliebt, da in der Regel für wichtige überragende Rechtsgüter wie “liberale globale Marktgestaltung” und “Sicherheit vor Terror, an dem wir sonst sterben werden” sehr hinderlich.
12. Mai 2010
…ist ein eindeutiges Indiz für kommunistische Verblendung. Wo käme man denn hin, wenn vor dem Gesetz alle Bürger eines Landes gleich wären? Das Land der unmöglichen (Merk)begrenztheiten, unsere Rettungs-, Schutz- und Ordnungsmacht also, hat deswegen das Übel bei der Wurzel gepackt: Wer verdächtig ist, hat erst mal gar nichts zu melden (außer seinem Geständnis natürlich). Das ist nur richtig so – denn leider sind wir technisch ja noch nicht in der Lage, in die Köpfe dieser ganzen potentiellen Gefährder hineinzusehen und sie schon vor dem Begehen der geplanten Bosheiten daran zu hindern (wir arbeiten jedoch dran).
Und, paradox wie es auch scheinen mag, Gerechtigkeit ist trotzdem gegeben: Jeder ist schließlich ein potentieller Gefährder. Mist, jetzt habe ich mir die Pointe zur Überschrift schon wieder versaut. Hoffentlich merkt’s keiner.
5. Mai 2010
Gegen den Vorwurf, daß einer, inhaliere er nur lange genug irgendwelche geräucherten Kräuter, zwangsläufig irgendwann einen an der Schaufel habe, muß ich mich hier im Namen des Herrn (den ich gerade vergessen habe) mit Nachdruck verwahren. Auch, daß die Unabänderlichkeit des eigenen Verfalls so ziemlich das einzige sei, dem der Ausdruck “dran glauben” angemessen wäre, ist eine blasphemische Verleumdung.
Unglaublich indes finde ich, daß es nicht nur Ketzer gibt, die behaupten, es gäbe da läßlichste Sünden, die der heiligen Stuhl und seine AusscheiderVertreter höchstselbst zu verantworten hätten: Es gibt doch tatsächlich Pharisäer, die derlei satanische Verse aufgreifen und weitertragen!
Nicht erst, aber ganz besonders in diesem Zusammenhang ist es nur zu billig, einmal dem Unmut über die schändlichen Schriften, die da seit Mai 1949 noch dem letzten gottlosen Teufel zugestehen, er möge doch nach Belieben kundtun, was er da denkt und fühlt, freien (und anwaltlichen) Lauf zu lassen. Denn wie heil und geordnet war doch zuvor die Welt, wenn zuletzt auch nur noch in den opferreichen Schranken des heiligen Reichskonkordats, das von der einzig richtigen Lehre – derer Petri – nicht viel übrig ließ.
Nun indes, da schwarze Schafe den monatlichen Ablaß, ja gar die unüberwindliche Schuld (und damit die Obhut ihrer Schäfer) in Frage stellen und mancher dreist behauptet, der direkt an Bedürftige gegebene Taler sei sinnvoller vertan denn jener an die römisch-katholische Fiskalkollekte, da muß man doch sogar als ordentlicher Christenmensch endlich mal: Dran glauben.
9. Februar 2010
Das wußten schon unsere Altvorderen: Nur, wer mitbei der Fahne gedient hat, weiß im Leben Bescheid. Zum Beispiel, daß Wasser nicht nur zum Waschen und (er)trinken da ist, sondern auch, um dem lernunwilligen Nachwuchs die Flausen wegzuspülen.
8. Februar 2010
…malochen lernen: Binnen 12 Jahren wuchs der Anteil der Geringverdiener in Germanien von lausigen 16 auf weltmarktfähige 23 Prozent. Wenn das keine Leistung ist: Endlich haben wir auch hier das Niveau des großen Bruders, äh, Onkels erreicht.
Im Hamburger Luxushotel macht das Zimmermädchen die Betten für drei oder vier Euro die Stunde. In Dresden bewacht der Familienvater für fünf Euro die Stunde jede Nacht die Lagerhalle. Überall in der Republik füllen Menschen Anträge auf Stütze aus, obwohl sie den ganzen Tag arbeiten gehen.
Endlich also haben wir es geschafft: Wir haben den Wettbewerb mit Kasachstan und Bangladesh erfolgreich aufgenommen – basta sei Dank – und die ehemaligen Billiglohngastarbeiter ringsherum gelehrt, was Zurückhaltung heißt. Bleibt zu hoffen, daß diese realitätsfernen Sozialromantiker in Karlsruhe morgen nicht wieder mit Banalitäten wie Grundrechten oder Menschenwürde angeschissen kommen und die schöne neue Wirtschaftswelt einfach einreißen.
7. Februar 2010
Daß der Gottvater deutscher demokratischer Republikverhältnisse darunter damals etwas anderes verstanden haben soll als beispielsweise ich es heute tue, halte ich für ein absolutes Gerücht.
Na und das Land, in dem Menschen nach Gutdünken weggesperrt und, ggf. lebenslang, ruhig- und auf Drogen eingestellt werden können, das ist selbstverständlich China (oder so). Hier bei uns gelten ja schließlich die Menschenrechte. Nicht wahr. Na und wenn dem nicht so wäre, dann hätten unsere Qualitätsmedien als funktionierendes Kontrollorgan (”vierte Gewalt”) ja längst über dies und anderes berichtet. Nicht wahr.
(Via)
6. August 2009
Unser Erich des Tages heißt mit Haupterfassungskriterium Zypries und hat vorbildlich umfassende Kenntnisse in Staatsbürgerkunde wie folgt bewiesen:
das Recht auf informationelle Selbstbestimmung heißt ja nur, dass Bürger darüber informiert werden müssen, wer was von ihnen speichert
Außerdem ist “E-Zee” in Medienkompetenz ganz vorne:
Browser? Was sind denn jetzt nochmal Browser?
Und auch in Fragen des gesunden Volksempfindens wird in der ersten Liga gespielt:
Es nützt mir doch mein bestes Grundrecht nichts, wenn ich konkret fürchten muss, dass abends in der U-Bahn eine Bombe hochgehen kann.
Darauf einen dreifachen Erich!
(Unter Verwendung von Bildmaterial von spdfraktion.de)
5. August 2009
ist das nicht Bill Clinton?
Meine Fresse, ist der alt geworden. Aber immerhin, noch nicht zu alt, um den McGyver zu geben und unschuldige Jungfrauen wie Mei-Ling aus den Fängen des Bösen zu retten.
3. August 2009
Ja. Wenn man mal angefangen hat, dann geht’s gut von der Hand. Drum hier: Teil 2. Erich Mie…Schäuble.
Er, der natürlich auch alle Menschen liebt und sie am liebsten rund um die Uhr vor dem tödlichen Leben beschützen möchte, hat sich mit folgendem denkwürdigen Ausspruch für die Erich-Galerie qualifiziert:
Die Unschuldsvermutung heißt im Kern, dass wir lieber zehn Schuldige nicht bestrafen als einen Unschuldigen zu bestrafen. Der Grundsatz kann nicht für die Gefahrenabwehr gelten.
Noch früherer hieß sowas übrigens Schutzhaft, folgte ebenfalls dem Prinzip lieber einen zu viel in den Bau als einen zu wenig bestraft und diente natürlich, klar!, der Abwehr von Gefahren und dem Schutz des gesunden Volkskörpers.
Um Mißverständnisse auszuräumen: Natürlich hätte Erich S. auch gut in das Jackett von Erich M. gepaßt, denn . Aber die Reihe heißt nun mal: Jeder kann Erich und meint Erich H., der ja quasi über und vor all den anderen stand.
29. Juli 2009

und erst dann. Brecht. Also nein, die Moral, laut Brecht. Okay, was man beim hiesigen Durchschnittschinamann kriegt ist vor allem stark im Geschmack, was nicht heißt, daß man dem bertoltschen Imperativ nicht problemlos folgen könnte. Aber natürlich will ich nicht über sieben Kostbarkeiten (mit 5 ohne 27) lästern, sondern einmal mehr über “unseren” inzwischen-nicht-mehr-ganz-so-Messias. Der findet China nämlich auf einmal ganz prima – was ja auch kein Wunder ist. Irgendwas muß ja schließlich rollen auf dieser Welt, und wenn schon nicht der RubelDollar, dann halt oppositionelle gelbe Köpfe. Von letzteren gibt’s ja mehr als genug, während man von ersterem bekanntlich nie zu viel horten kann.
Übrigens, das mit dem Fressen und Kotzen war nicht Brecht, sondern von Liebermann. Ich weiß. Das mit dem Imperativ klang nur so schön.
25. August 2008
*plumps*
Hast Du das auch gehört? Kam aus Richtung Osten. Und klang nach Reissack. Kann natürlich auch eine achtzigjährige Demonstrantin gewesen sein, die gegen chinesische Gesetze verstoßen und dafür eins mit dem Knüppel auf den Bauch bekommen hat. So genau weiß man das trotz des “deutlich spürbaren Öffnungsprozesses seit Vergabe der Spiele” ja nie und wenn es schon während der gerade beendeten Weltmenschenrechtsfeiern der großen, an “friedlichem Sport interessierten” Masse kaum einen Blick wert war, so zählen ab heute, Mao sei Dank, endlich wieder ausschließlich kalkulatorische Aspekte. Ganzen Artikel lesen
10. August 2008
Erinnerst Du Dich noch? Olympia! Jene magische Veranstaltung, die aus menschenfressenden Systemen Oasen der Freiheit und Tempel der Menschenrechte macht! Was schon 1936 ganz vorzüglich klappte, wiederholt sich also – mal wieder – in diesem Jahr. Niemand kann es mehr leugnen: Der Zauber der Spiele, ihm widersteht keine böse Macht der Welt. Ganzen Artikel lesen