DavidBLN.de

Paranoia

…wir werden alle sterben!


4. Juli 2011

Vorsicht: Wasser ist naß!

Hinweis an einem Flaschenpfandautomaten: Giftige oder brennbare Stoffe können zu Personenschäden oder Feuer führen.


6. Dezember 2010

Der verhexte Diebstahl

Es war einmal ein Hotel, das umbenannte sich, nachdem sein bisheriger Name nach eigenem Bekunden nichts mehr recht hergab, ganz bescheiden in “Märchenhotel”. Um dem neuen Namen gerecht zu werden, wurden die Zimmer allesamt von Nummern befreit und ersatzweise mit jeweils märchenhaften Namen versehen. Auch wurde das eine oder andere passende Dekorationsobjekt an Wände und auf Regale drappiert, sogar ein Audiogerät mit Märchen zum Anhören bereitgestellt und, wie es sich gehört, das eine oder andere Märchenbuch ausgelegt. Selbstverständlich nur zum vor-Ort-Lesen. Obwohl das eigentlich klar sein sollte, fürchtete man sich gar sehr um die – mit der Zeit nicht ansehnlicher gewordenen – Schmöker, respektive um deren Verbleib am vorgesehenen Ort. Und so rief man kurzerhand eine gute Fee herbei, gab ihr ein paar Schoppen in der hauseigenen Weinstube aus und bewegte sie dergestalt dazu, alle künftigen Diebstähle mit einem Zauber zu belegen:

Ein Aufkleber besagt: "Jeder Diebstahl wird sofort zur Anzeige" (sic!)

Und wenn sie nicht zur Anzeige wurden, dann sind die Diebstähle – der Fee sei Dank – wohl auch weiterhin ausgeblieben.


2. Dezember 2010

Schwein gehabt

…hat, wer es im vergangenen Winter geschafft hatte, möglichst viele Zusatzverkäufe mit der umgangssprachlich ähnlichnamigen Grippe-”Pandemie”-Paranoia zu generieren.

Wer nicht so viel Glück hatte, blieb indes auf so viel Zeug sitzen, daß er es nun im Doppelpack verramschen muß:

Im Supermarktregal: Desinfektionsmittel werden "2 für 1" verramscht mit dem Hinweis, daß sie gegen den H1N1-Schweinegrippe-Erreger hälfen.

Vielleicht wird aber auch schon bald, beflügelt durch die bereits eingeleitete “wir werden alle erfrieren”-Panik, die nächste Grippesau durchs globale Dorf getrieben. Und dann reibt sich zumindest der Herr Dr. Becher die Klauen.


18. November 2010

Weltreisen für alle

Ich habe mich vorhin zu der These hinreißen lassen, daß Google Streetview eine Art denmokratisierter/sozialisierter Weltreise sei oder, präziser, daß der Gedanke, der dahinter steht, das ist. Das will ich hier nicht widerrufen, sondern noch um ein ganz konkretes Argument erweitern. Wie es mein Neckname ahnen läßt, bin ich Berliner. Gebürtiger, wenn auch derzeit nicht wohnhafter. Seit heute kann ich nun also, ohne dafür jedes Mal wahlweise zwei Stunden im Flugzeug, neun im Auto oder elf im Zug sitzen zu müssen, ganz nostalgisch und heimwehbeflissen “mal eben” durch die Straßen meiner Heimat wandeln als wäre ich vor Ort. Daß dabei nichts live ist und vieles schon bald nicht mehr aktuell sein wird schmerzt dabei selbstverständlich deutlich weniger (oder gar nicht) verglichen mit der Zerstörung dieses Heimatgefühls, das manch besorgter (womöglich anders als ich nicht mal “echter”) Berliner durch seine, Entschuldigung, selbst- oder fremdverschuldete Paranoia verursacht.


Verpixelungswahn

Ich twott jüngst:

Wenn die Polizei Eure Städte videoüberwacht kriegt Ihr keinen Verpixelungsdünschiß. Aber wehe wenn ne CSU-Tante polemisiert…

Das ist natürlich sehr verkürzt (man darf das im Fall von Twitter als Systemimmanenz bezeichnen). Es trifft aber im Grunde dennoch genau die Geisteshaltung, die ich der Mehrheit der “Verpixler” attestiere. Wenn auch weder primär noch vorrangig, habe ich damit dennoch nicht ganz ohne Absicht auch den von mir bis auf gelegentliche kleine Perspektivdifferenzen sehr geschätzten Block-Kollegen Köpke, der wenig vorher einen durchaus durchdachten Text zur Verpixlungsdebatte beitrug, zu folgendem Einwurf provoziert:

Belege die perfide Lüge, dass MIR Polizeiüberwachung keine Kopfschmerzen bereitet!

Wenngleich ich genau ihm genau das niemals unterstellen würde (dafür lese ich seine Texte schon viel zu lange und gerne), will ich dann also doch auch mal versuchen, zusätzlich zu meinen bildgestalterischen Äußerungen auch verbal darzulegen, warum ich einen viel entspannteren Umgang mit einem dieser vielen Themen wünsche, deretwegen „uns“ „die restliche Welt“ wohl wieder einmal etwas „verwundert“ „bestaunen“ dürfte.

Plump gesagt ist die ganze Debatte für mich vor allem eine eher absurde und völlig diffuse Gemengelage. Hier werden viel “German Angst”, eine gute Scheibe Polemik, eine Prise Kampagne (”Lex Google” – nicht zum ersten und sicher nicht zum letzten Mal übrigens, da wette ich drauf), einige (wie ich finde) grundlegende Mißverständnisse juristischer Natur, eine gute handvoll Gerechtigkeit und, das sei eingeräumt, berechtigte Sorgen um die Geschäftspraktiken eines für manchen beängstigend schnell wachsenden Weltkonzerns zu einem typisch deutschen Eintopfgericht verkocht.

Worum geht es eigentlich genau? Ganzen Artikel lesen


Picture postcards from Munich, Germany

Ansichtskarte mit verpixeltem Münchner Hofbräuhaus. Aufschrift: In München steht ein *******haus, oans, zwoa, g'pix'lt!

Originalbild: Andrew Bossi, Lizenz: CC-BY-SA


Picture Postcards from Cologne, Germany

Eine Postkarte mit verpixeltem Kölner Dom. Aufschrift: Mr lasse de Dumme en Kölle

Originalbild: ger1axg, Lizenz: CC-BY-SA


Picture Postcards from Hamburg, Germany

Eine Postkarte der Landungsbrücken in Hamburg. Aufschrift: Google Google, Mors Mors

Originalbild: Wikipedia, Lizenz: CC-BY-SA


Picture postcards from Berlin, Germany

Postkarte mit verpixeltem Brandenburger Tor. Aufschrift: Berlin - immer eine Meise wert

Originalbild: Thomas Wolf, Lizenz: CC-BY-SA 3.0