DavidBLN.de

Politik

Nicht beliebtes, aber überdurchschnittlich subventioniertes Staatstheater mit deutlich zu vielen Zweigniederlassungen weltweit und tendenziell grundsätzlich doppelminussympathischen und doppelplusbedingt glaubwürdigen Darstellern.


30. August 2011

Schlimmer geht immer

Eigentlich dachte ich immer, daß die seit Jahrzehnten üblichen Plakate, auf denen irgendein sorgsam retuschierter Politikerkopf (un)gezwungen bis grenzdebil grinsend und meist von etwas weiter oben auf sein Stimmvieh herabschaut, bereits das gruseligste wären, das die regelmäßigen Inszenierungen des modernen Klassikers “Wahlkampf” ausmacht. Ja, eine Zeit lang war ich überzeugt, daß Inhalte viel wichtiger wären, als beliebig austauschbare Köpfe.

Daß auch Phrasen beliebig austauschbar sind, habe ich dabei stets geflissentlich ignoriert. Daß die Simulation von Inhalten mich das ganze Bauerntheater noch mehr verachten lassen würde, als es die oben genannten Hackfressen je könnten, hätte ich auch nicht gedacht. Doch merke: Das Grundwesen der Peinlichkeit besteht zweifelsfrei darin, daß sie sich immer doch noch weiter unterbieten läßt. Ganzen Artikel lesen


Frag den Frosch

Bekanntlich soll man genau dieses nicht tun, wenn es darum geht, Sümpfe trockenzulegen. Gut, nun ist im allgemeinen politischen Sinne gegen solche Vorhaben selten etwas einzuwenden, aber das zugrundeliegende Prinzip ist leider von universeller Gültigkeit.

Gegen den Wiederaufbau einer Vorort-S-Bahn-Strecke, was sollte da sprechen? Nun, auch ein umweltfreundliches Verkehrsmittel ist eben immer eine Frage der Perspektive. Im Falle der mittlerweile wohl durchweg besservedienenden Bewohner des angenehm hauptstadtnahen Örtchens Kleinmachnow bei Berlin-Zehlendorf ist diese Perspektive eindeutig die des Weltuntergangs, der ruhig überall stattfinden kann, Hauptsache nicht im eigenen Vorgarten. Ganzen Artikel lesen


23. Juni 2011

“Karrierefrauen im Hosenanzug”

Dieses Phänomen (das es, das sei der Ordnung halber erwähnt und nicht etwa aus “Gleichstellungsgründen”, selbstredend auch in männlich gibt) wird in diesem großartigen Artikel über den beispielhaften Werdegang eines populistischen Schwachsinnsgesetzes ebenso hervorragend beschrieben, wie auch die ganze Farce, die sich hinter der (auch nur noch selten und dann meist kurz vor Wahlkrämpfen) tatkräftigen Fassade unserer neuzeitlichen Realpolitik verbirgt.

Ich will nicht viele Worte machen, der Beitrag ist schon lang genug. Lest ihn auf jeden Fall bis zum Ende. Diejenigen unter uns, die selbst bei Providern arbeiten, werden schnell und mit Schrecken feststellen, daß Szenerien wie die geschilderten keine Ausnahme sind. Ich habe jedenfalls mehr als ein “Déja-vu” beim Lesen erlebt.


“Lieber wenig ändern als gar nichts”

Ich gehöre zu den Menschen, die nichts von “Kompromissen” halten. Wann immer ich aus dem Munde eines (Partei-)Politikers Wörter wie “Kompromißformel”, “Konsensbeschluß” oder auch “Handlungsfähigbleiben” höre (ein nerviger sauerländischer “Sozialdemokrat” hatte das Synonym von der Opposition, die Mist sei und der inzwischen “erfolgreiche” “realpolitische Flügel” einer angeblichen Umwelt- und Anti-Atompartei betet seit 20 Jahren vor, daß man sich lächerlich mache, wenn man “unrealistische” Forderungen stelle und so niemals regieren können würde).

Ich möchte aber hier das wahre Gesicht politischer “Kompromißbereitschaft” gar nicht näher beleuchten. Ich glaube, ich muß das auch gar nicht. Ich kann euch nämlich einfach ein Video einbetten, das in wunderbarer Weise zeigt, wo man endet, wenn man sich erst einmal brav auf den Weg des Kompromistes begeben hat.

Die Aufmerksamen unter Euch haben schnell gemerkt: Hier geht es nicht um den “WWF”. Hier geht es auch nicht um ein bißchen Regenwaldretten. In diesem seltenen Moment entwaffnender politischer Ehrlichkeit zeigt eine (wie ich finde: bedauernswerte und aufgrund dieses fundamentalen “Kommunikations-Desasters” sicher auch bald “untragbare” und deshalb arbeitslose) Person schlicht und einfach, wie unsere moderne, westliche, globalisierte, vorbildliche, fortschrittliche, überlegene (usw.) Welt politisch funktioniert. Wer im “Diskurs” zwischen “Wirtschaftsinteressen” und “sonstigem” die Hosen an hat. Wer in dieser zum Selbstbedienungsrestaurant verkommenen Welt Koch und wer Kellner ist.

Und ja, die Frau hat auch Recht: Wären Leute wie sie nicht als Feigenblatt dort, wäre “alles noch schlimmer”. Falls das denn geht. Und das liegt daran, daß wir immer noch nicht kapiert haben, daß die Welt nicht wie ein Zeitschriftenabonnement funktioniert, das man einmal bestellt und das einen dann für eine Laufzeit von vier Jahren mit den gewünschten und bestellten Inhalten beliefert, bis man wieder mal ein anderes bestellt. Diese unsere Demokratie, von der ich uns allen unterstelle, daß wir sie vor allem deshalb loben, weil sie so bequem ist wie eben ein Zeitschriftenabo oder ein Handyvertrag, funktioniert genau so, wie die Frau in dem Video das beispielhaft aufzeigt.

Ich möchte nur, daß ihr darüber mal gründlich nachdenkt.


5. Juni 2011

Scharfherde

Farblich haben sie erstaunliche Ähnlichkeit mit den Vollidioten, die die (noch) wählenden Schafherden regelmäßig “legitimieren”.

Pfeffer_800

Während jene allerdings alle gleichermaßen käuflich und ferngesteuert sind, habe diese hier alle gleichermaßen, was jenen schon lange fehlt. Feuer.


17. April 2011

Vom Neinsagen

Ich bin ja ein großer Anhänger Wilhelm Buschs und seiner Werke, womit ich nicht nur seine “Comics” meine. Nur wenige Dichter der jüngeren deutschen Geschichte verstanden es meiner Meinung nach, derart trocken und oft erst auf den zweiten Blick das Wesen “des Deutschen an sich” am Beispiel seiner selbst vorzuführen. Zu gerne läse ich zeitgenössische Texte des Künstlers, die er unserer Gegenwart aus eigener Beobachtung gewidmet hätte, den der gefühlte Zyklus aus Aktion und vermeintlich obligatorischer Reaktion wird ja doch immer kürzer, oder umgangssprachlich: Inzwischen treibt man ja mehrmals täglich ganze Sauenkolonnen durch Dörfer (und Hauptstädte).

Aktuell wird “in der Netzgemeinde” wieder einmal innbrünstig um, naja: Nicht unbedingt eine Herde Borstentiere, aber gewiß einen Sack Reis getanzt Ganzen Artikel lesen


18. Februar 2011

Die Münchhausen-Compilation

Soeben kam @themell und mir die grandiose Idee, eine Abschieds-Compilation für unseren noch-Doktor im Kriegsministerium zusammenzustellen.

Bisher sind folgende Titel dabei:

  • Theo, wir fahr’n nach Lodz (Vicky Leandros)
  • Gutti, gestehe (Pornobarbie feat. Vicky Leandros)
  • Ich hab die Haare schön (Graf Karl von der Gelanstalt)
  • Ein bißchen Frieden (Gorch Fock Dummies feat. Kunduz)

Weitere Ideen: Unten rein!


16. Januar 2011

Grün vor Mitleid

Gib’s zu. In Wirklichkeit hältst du die Grünen immer noch für die Partei der guten Sache, nicht nur für Pflanzen und Tiere sondern auch und ganz im Geiste ihrer dezent progressiv angehauchten Anfangsjahre, also für irgendwie “sozial”, empathisch und eben halt: Menschlich. Ganzen Artikel lesen


2. Januar 2011

Diagnose: Verstümmelt

Mit der Vermutung, daß hinter der seinerzeit viel zu plötzlichen und unerwarteten “Entlassung” eines der unbequemsten und letzten echten politischen Kabarettisten aus der “Anstalt” – einer Sendung, über deren für den Adenauersender in Mainz viel zu systemkritische Existenz man sich in den wenigen Jahren ihrer Blüte ohnehin nur jedes Mal verwundert die Augen reiben konnte – mehr stecken dürfte als der offiziell geäußerte Wunsch Georg Schramms, wieder “mehr auf der Bühne” stehen zu können, stehe ich vermutlich nicht ganz alleine da. Das Führungsgeschacher im CDU-TV ist dabei nur ein schon rein zeitlich viel zu nahe liegender Umstand, den man einfach nicht ausblenden kann.

Doch will ich mich gar nicht weiter in Vermutungen ergehen, die auch angesichts des beharrlichen Festhaltens aller Beteiligten bzw. Betroffenen an der offiziellen Begründung wenig weiterführten. Ganzen Artikel lesen