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	<title>DavidBLN.de &#187; Politik</title>
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	<description>Mein Dingsbums und ich.</description>
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		<title>Schlimmer geht immer</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Aug 2011 13:22:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich dachte ich immer, daß die seit Jahrzehnten üblichen Plakate, auf denen irgendein sorgsam retuschierter Politikerkopf (un)gezwungen bis grenzdebil grinsend und meist von etwas weiter oben auf sein Stimmvieh herabschaut, bereits das gruseligste wären, das die regelmäßigen Inszenierungen des modernen Klassikers &#8220;Wahlkampf&#8221; ausmacht. Ja, eine Zeit lang war ich überzeugt, daß Inhalte viel wichtiger wären, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich dachte ich immer, daß die seit Jahrzehnten üblichen Plakate, auf denen irgendein sorgsam retuschierter Politikerkopf (un)gezwungen bis grenzdebil grinsend und meist von etwas weiter oben auf sein Stimmvieh herabschaut, bereits das gruseligste wären, das die regelmäßigen Inszenierungen des modernen Klassikers &#8220;Wahlkampf&#8221; ausmacht. Ja, eine Zeit lang war ich überzeugt, daß Inhalte viel wichtiger wären, als beliebig austauschbare Köpfe.</p>
<p>Daß auch Phrasen beliebig austauschbar sind, habe ich dabei stets geflissentlich ignoriert. Daß die Simulation von Inhalten mich das ganze Bauerntheater noch mehr verachten lassen würde, als es die oben genannten Hackfressen je könnten, hätte ich auch nicht gedacht. Doch merke: Das Grundwesen der Peinlichkeit besteht zweifelsfrei darin, daß sie sich immer doch noch weiter unterbieten läßt.<span id="more-2121"></span></p>
<p>Sofern es hierfür und für die These, daß sich die Parteienrepublik nicht mal mehr die Mühe des Anstrichs gibt, ihr Volk auch nur entfernt des Denkens für fähig zu halten, noch irgendeines Beweises bedarf, so erbringt ihn der derzeitige Zirkus um den äußerlichen Neuanstrich des Berliner Landesparlaments in eindrucksvoller Weise. Da gibt ein Herr Wowereit vor, <em>Berlin</em> zu <em>verstehen</em>, indem er eine offenbar aufgeregte Omi an der Hand hält, während er zwar nicht sie, dafür aber die Kamera auf der anderen Seite angrinst. Da muß sich eine Frau Künast für den von der Bildregie augenscheinlich gewollten angestrengt-genervten Blick des vorgeblich für den Bürger arbeitenden Volkszertreters genau so wenig Mühe geben, wie sie behaupten würde, daß Berlin die einzige, letzte oder wenigstens wichtigste Machtoptionen ihrer persönlichen Karriere wäre. Für wie intelligent die politische Klasse ihr Volk hält, beweisen allerdings, wie gesagt, besonders Plakate, die mehr als &#8220;Slogans&#8221; enthalten. </p>
<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/DSC_0304.JPG"><img src="/_ressourcen/uploads/DSC_0304-600x398.jpg" alt="Ein Plakat der FDP erklärt dem naiven Wahlbürger, daß den ebenso naiven &quot;Traum einer autofreien Stadt&quot; nicht teile, weil andernfalls werdende Mütter &quot;mit dem Fahrrad in den Kreißsaal&quot; müßten." title="" width="600" height="398" class="blackborder size-medium wp-image-2122" /></a></p>
<p>Dieses Beispiel der Mövenpickpartei ist dabei keineswegs einzigartig, sondern, ganz entgegen deren voraussichtlichen Stimmergebnissen, erschreckend repräsentativ. Natürlich nicht nur für die Berliner Politik.</p>
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		<title>Frag den Frosch</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Aug 2011 12:08:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bekanntlich soll man genau dieses nicht tun, wenn es darum geht, Sümpfe trockenzulegen. Gut, nun ist im allgemeinen politischen Sinne gegen solche Vorhaben selten etwas einzuwenden, aber das zugrundeliegende Prinzip ist leider von universeller Gültigkeit.
Gegen den Wiederaufbau einer Vorort-S-Bahn-Strecke, was sollte da sprechen? Nun, auch ein umweltfreundliches Verkehrsmittel ist eben immer eine Frage der Perspektive. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bekanntlich soll man genau dieses nicht tun, wenn es darum geht, Sümpfe trockenzulegen. Gut, nun ist im allgemeinen politischen Sinne gegen solche Vorhaben selten etwas einzuwenden, aber das zugrundeliegende Prinzip ist leider von universeller Gültigkeit.</p>
<p>Gegen den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Potsdam-Magdeburger_Eisenbahn#Der_geplante_Wiederaufbau_der_Stammbahn">Wiederaufbau einer Vorort-S-Bahn-Strecke</a>, was sollte da sprechen? Nun, auch ein umweltfreundliches Verkehrsmittel ist eben immer eine Frage der Perspektive. Im Falle der mittlerweile wohl durchweg besservedienenden Bewohner des angenehm hauptstadtnahen Örtchens Kleinmachnow bei Berlin-Zehlendorf ist diese Perspektive eindeutig die des Weltuntergangs, der ruhig überall stattfinden kann, Hauptsache nicht im eigenen Vorgarten.<span id="more-2110"></span></p>
<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/DSC_0067.JPG"><img src="/_ressourcen/uploads/DSC_0067-600x398.jpg" alt="Anwohner protestieren gegen die seit jeher vor ihrer Haustür verlaufende S-Bahntrasse der &quot;Stammbahn&quot; im Südwesten Berlins" title="" width="600" height="398" class="blackborder size-medium wp-image-2111" /></a></p>
<p>Der Vorgarten ist in diesem Fall eine etwa 15 Meter breite ehemalige Eisenbahntrasse, die, wie das ungenutzte Eisenbahntrassen so an sich haben, in den letzten 30 Jahren vom ringsum ansonsten reichlich vorhanden Baum- und Buschbewuchs zurückerobert wurde. In manchen Fällen waren es auch nur 20 Jahre, denn dort bestand die unberührte Natur bis 1990 vor allem aus Selbstschußanlagen und Minenstreifen, für die man nach der Gleisdemontage den praktischen Damm genutzt hatte.</p>
<p>Und mal ehrlich: Wozu soll so eine Bahn auch gut sein? Man selbst muß nicht ins Grüne fahren (man ist ja schon dort), und daß mit solchen Zügen weniger betuchte Großstädter anreisen, die einem das &#8220;eigene&#8221; gründe Rundherum wegzunehmen trachten: Wer will das schon? Man selbst fährt, wenn man denn zum Einkaufen schon mal in die stickige Stadt hinein muß, natürlich mit dem Auto. Stilvoll, leise und umweltfreundlich. Zumal sich Straßen außerdem auch viel harmonischer und natürlicher in jedes Landschaftsbild einfügen.</p>
<p>Aber immerhin, der Berliner Zonenrandbewohner steht mit seiner Haltung nicht allein da. Wie man am inzwischen historischen Beispiel der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesautobahn_84">nie realisierten</a> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesautobahn_86">Schwarzwaldquerautobahnen</a> im Allgemeinen und der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/A81#Verlauf">A81 zwischen Leonberg und Gärtringen mit ihrer notorisch überlasteten Ersatzführung</a> im Besonderen erkennen kann. Ein paar hundert Hausbesitzer, die ihren Baugrund dank der seit Jahrzehnten bekannten geplanten Trassenführung &#8220;günschtig&#8221; erwarben, steigerten den Wert ihres Baugrunds mit Hilfe einiger Lurche und Molche und haben den Verkehrslärm, der eigentlich ihnen zugedacht war, erfolgreich an die Bewohner Böblingens und Sindelfingens abgeschoben. Heute jammern sie, weil sie selbst nicht mehr so recht vom idyllischen Fleck wegkommen &#8211; doch nun gibt es kein Geld mehr (und das ist auch das einzig richtige an der ganzen Sache). Dieses Beispiel war zugleich wegweisend für weitere umstrittene Projekte, wie etwa den ebenfalls seit fast 50 Jahren geplanten Berliner Stadtring Südost, der zu Lasten einiger tausend Kiezromantiker zehnmal so vielen Innenstadtbewohnern einiges an Abgasen abnehmen könnte, aber trotz inzwischen positiv beschlossenem Planungsverfahren mit Rücksicht auf politisches Kalkül im Hinblick auf Abgeordnetenhauswahlen abermals in Frage gestellt ist.</p>
<p>Und während sich über die Sinnhaftigkeit von Autobahnen und Straßen allgemein zugegeben leidenschaftlich diskutieren läßt, ist es schon ein echtes mentales Armutszeugnis, wenn man, wie im Fall der sogenannten Cheruskerkurve (ein kriegsbedingt eingeschlafenes, aber durch die Planungen zur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nord-Süd-Tunnel#Planungen_und_Erweiterungen_.28S21.29">S21</a> wieder in die Diskussion geratenes Stück Innenstadt-S-Bahn) die &#8220;Natur&#8221; vorschiebt, die dort in Gestalt eines aus dem ursprünglichen Wildbewuchs herausgearbeiteten künstlich angelegten Stadtparks existiert, nur, um damit die eigenen Interessen (hier: möglichst naher Ort zum Ausführen des in der Stadtwohnung naturgerecht gehaltenen Hundes) totschlagargumentativ über allgemeine Interessen zu stellen. </p>
<p>Je mehr ich mich mit Verkehrs(planungs)geschichte auseinandersetze, umso mehr drängt sich mir der ungemütliche Eindruck auf, daß sich hier eine (weitere) echte Fehlkonstruktion unserer politischen Entscheidungsvorgänge zeigt. Ich weiß nicht, welcher Weg (landesweite Volksabstimmung oder &#8220;basta!&#8221;) hier zielführender wäre. Ich bilde mir nur ein, zu verstehen, daß die aktuelle Methode &#8211; vor allem jenen Gehör zu schenken, die auf den Erhalt individueller, oft nur aus Provisorien zufällig und von vornherein befristet erwachsener Privilegien pochen und so der Allgemeinheit nützliche Entwicklungsplanungen oft erfolgreich verhindern &#8211; niemals zu einer insgesamt vorteilhaften und weitsichtigen Entwicklung einer Stadt oder eines Landes beitragen kann. </p>
<p>Und wenn ich dann noch sehe, wie etwa im Falle des Rheinischen Braunkohlentagebaus aufgrund eines behaupteten öffentlichen Interesses an gesicherter Energieversorgung, das für mich eher nach gesicherter Renditeversorgung von Unternehmenseignern und &#8220;verdienstvollen politischen Entscheidungsträgern&#8221; aussieht, im Handstreich und mit eiserner Hand ganze Ortschaften gegen den vehementesten Protest der Bewohner abgebaggert werden können, während Infrastrukturprojekte mit oft allgemeinem Langzeitnutzen zwischen den Protestmühlen zerrieben werden, bleibe ich wirklich ratlos zurück.</p>
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		<title>&#8220;Karrierefrauen im Hosenanzug&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Jun 2011 10:07:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieses Phänomen (das es, das sei der Ordnung halber erwähnt und nicht etwa aus &#8220;Gleichstellungsgründen&#8221;, selbstredend auch in männlich gibt) wird in diesem großartigen Artikel über den beispielhaften Werdegang eines populistischen Schwachsinnsgesetzes ebenso hervorragend beschrieben, wie auch die ganze Farce, die sich hinter der (auch nur noch selten und dann meist kurz vor Wahlkrämpfen) tatkräftigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieses Phänomen (das es, das sei der Ordnung halber erwähnt und nicht etwa aus &#8220;Gleichstellungsgründen&#8221;, selbstredend auch in männlich gibt) wird in diesem großartigen Artikel über den beispielhaften <a href="http://www.danisch.de/blog/2011/06/21/wie-die-deutsche-internet-kinderpornosperre-zustande-kam-und-zugrunde-ging/">Werdegang eines populistischen Schwachsinnsgesetzes</a> ebenso hervorragend beschrieben, wie auch die ganze Farce, die sich hinter der (auch nur noch selten und dann meist kurz vor Wahlkrämpfen) tatkräftigen Fassade unserer neuzeitlichen Realpolitik verbirgt.</p>
<p>Ich will nicht viele Worte machen, der Beitrag ist schon lang genug. Lest ihn auf jeden Fall bis zum Ende. Diejenigen unter uns, die selbst bei Providern arbeiten, werden schnell und mit Schrecken feststellen, daß Szenerien wie die geschilderten keine Ausnahme sind. Ich habe jedenfalls mehr als ein &#8220;Déja-vu&#8221; beim Lesen erlebt.</p>
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		<title>&#8220;Lieber wenig ändern als gar nichts&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Jun 2011 09:56:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich gehöre zu den Menschen, die nichts von &#8220;Kompromissen&#8221; halten. Wann immer ich aus dem Munde eines (Partei-)Politikers Wörter wie &#8220;Kompromißformel&#8221;, &#8220;Konsensbeschluß&#8221; oder auch &#8220;Handlungsfähigbleiben&#8221; höre (ein nerviger sauerländischer &#8220;Sozialdemokrat&#8221; hatte das Synonym von der Opposition, die Mist sei und der inzwischen &#8220;erfolgreiche&#8221; &#8220;realpolitische Flügel&#8221; einer angeblichen Umwelt- und Anti-Atompartei betet seit 20 Jahren vor, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gehöre zu den Menschen, die nichts von &#8220;Kompromissen&#8221; halten. Wann immer ich aus dem Munde eines (Partei-)Politikers Wörter wie &#8220;Kompromißformel&#8221;, &#8220;Konsensbeschluß&#8221; oder auch &#8220;Handlungsfähigbleiben&#8221; höre (ein nerviger sauerländischer &#8220;Sozialdemokrat&#8221; hatte das Synonym von der Opposition, die Mist sei und der inzwischen &#8220;erfolgreiche&#8221; &#8220;realpolitische Flügel&#8221; einer angeblichen Umwelt- und Anti-Atompartei betet seit 20 Jahren vor, daß man sich lächerlich mache, wenn man &#8220;unrealistische&#8221; Forderungen stelle und so niemals regieren können würde). </p>
<p>Ich möchte aber hier das wahre Gesicht politischer &#8220;Kompromißbereitschaft&#8221; gar nicht näher beleuchten. Ich glaube, ich muß das auch gar nicht. Ich kann euch nämlich einfach ein Video einbetten, das in wunderbarer Weise zeigt, wo man endet, wenn man sich erst einmal brav auf den Weg des Kompromistes begeben hat. </p>
<p><iframe width="425" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/VC9ZUqA0WsI" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Die Aufmerksamen unter Euch haben schnell gemerkt: Hier geht es nicht um den &#8220;WWF&#8221;. Hier geht es auch nicht um ein bißchen Regenwaldretten. In diesem seltenen Moment entwaffnender politischer Ehrlichkeit zeigt eine (wie ich finde: bedauernswerte und aufgrund dieses fundamentalen &#8220;Kommunikations-Desasters&#8221; sicher auch bald &#8220;untragbare&#8221; und deshalb arbeitslose) Person schlicht und einfach, wie unsere moderne, westliche, globalisierte, vorbildliche, fortschrittliche, überlegene (usw.) Welt politisch funktioniert. Wer im &#8220;Diskurs&#8221; zwischen &#8220;Wirtschaftsinteressen&#8221; und &#8220;sonstigem&#8221; die Hosen an hat. Wer in dieser zum Selbstbedienungsrestaurant verkommenen Welt Koch und wer Kellner ist.</p>
<p>Und ja, die Frau hat auch Recht: Wären Leute wie sie nicht als Feigenblatt dort, wäre &#8220;alles noch schlimmer&#8221;. Falls das denn geht. Und das liegt daran, daß wir immer noch nicht kapiert haben, daß die Welt nicht wie ein Zeitschriftenabonnement funktioniert, das man einmal bestellt und das einen dann für eine Laufzeit von vier Jahren mit den gewünschten und bestellten Inhalten beliefert, bis man wieder mal ein anderes bestellt. Diese unsere Demokratie, von der ich uns allen unterstelle, daß wir sie vor allem deshalb loben, weil sie so bequem ist wie eben ein Zeitschriftenabo oder ein Handyvertrag, funktioniert genau so, wie die Frau in dem Video das beispielhaft aufzeigt.</p>
<p>Ich möchte nur, daß ihr darüber mal gründlich nachdenkt.</p>
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		<title>Scharfherde</title>
		<link>http://www.davidbln.de/2011/06/05/scharfherde/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Jun 2011 18:21:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Farblich haben sie erstaunliche Ähnlichkeit mit den Vollidioten, die die (noch) wählenden Schafherden regelmäßig &#8220;legitimieren&#8221;.

Während jene allerdings alle gleichermaßen käuflich und ferngesteuert sind, habe diese hier alle gleichermaßen, was jenen schon lange fehlt. Feuer.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Farblich haben sie erstaunliche Ähnlichkeit mit den Vollidioten, die die (noch) wählenden Schafherden regelmäßig &#8220;legitimieren&#8221;.</p>
<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/Pfeffer_800.jpg"><img src="/_ressourcen/uploads/Pfeffer_800-600x450.jpg" alt="Pfeffer_800" title="Pfeffer_800" width="600" height="450" class="borderless alignnone size-medium wp-image-1896" /></a></p>
<p>Während jene allerdings alle gleichermaßen käuflich und ferngesteuert sind, habe diese hier alle gleichermaßen, was jenen schon lange fehlt. Feuer.</p>
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		<title>Vom Neinsagen</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Apr 2011 12:47:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin ja ein großer Anhänger Wilhelm Buschs und seiner Werke, womit ich nicht nur seine &#8220;Comics&#8221; meine. Nur wenige Dichter der jüngeren deutschen Geschichte verstanden es meiner Meinung nach, derart trocken und oft erst auf den zweiten Blick das Wesen &#8220;des Deutschen an sich&#8221; am Beispiel seiner selbst vorzuführen. Zu gerne läse ich zeitgenössische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin ja ein großer Anhänger Wilhelm Buschs und seiner Werke, womit ich nicht nur seine &#8220;Comics&#8221; meine. Nur wenige Dichter der jüngeren deutschen Geschichte verstanden es meiner Meinung nach, derart trocken und oft erst auf den zweiten Blick das Wesen &#8220;des Deutschen an sich&#8221; am Beispiel seiner selbst vorzuführen. Zu gerne läse ich zeitgenössische Texte des Künstlers, die er unserer Gegenwart aus eigener Beobachtung gewidmet hätte, den der gefühlte Zyklus aus Aktion und vermeintlich obligatorischer Reaktion wird ja doch immer kürzer, oder umgangssprachlich: Inzwischen treibt man ja mehrmals täglich ganze Sauenkolonnen durch Dörfer (und Hauptstädte).</p>
<p>Aktuell wird &#8220;in der Netzgemeinde&#8221; wieder einmal innbrünstig um, naja: Nicht unbedingt eine Herde Borstentiere, aber gewiß einen Sack Reis getanzt<span id="more-1866"></span>, den irgendjemand ungefragt und ohne Bestellung irgendwoher geholt und, anläßlich einer (seiner) kommerziellen Veranstaltung, jener &#8220;Gemeinde&#8221; hingeworfen hat. Vielleicht aus eigennützigem unternehmerischem Antrieb, vielleicht aus ehrlich guter Absicht gegenüber einer unstrittig zu verbessernden Welt, vielleicht auch, um das angenehme Eine mit dem nützlichen Anderen zu verbinden. Nichts genaues reis man nicht. </p>
<p>Anlässe wie der hier als Aufhänger genannte digitale Getreidebeutel und insbesondere der nachfolgende Tanz um denselben zeigen jedoch ein grundsätzliches Problem &#8220;moderner, westlicher Konsensdemokratien&#8221; auf. Von den insgesamt drei grundlegenden Möglichkeiten nämlich, auf den Reissack und dessen Hinwerfer zu reagieren, sind mittlerweile nur mehr zwei allgemein akzeptiert. Zum einen die demütige Variante, nach der man für das Geschenk dankbar zu sein hat, und zwar &#8211; so wird es ja schon im nicht mal immer kirchlichen Kindergarten gelehrt &#8211; obwohl man überhaupt keinen Reis mag. Und zum anderen die &#8220;konstruktive&#8221;: Man will den Reissack zwar nicht, da der &#8220;aber nunmal&#8221; da ist und folglich irgendwo hin &#8220;muß&#8221;, hat man sich Gedanken darüber zu machen, wie man im weiteren mit dem Gebinde verfährt. </p>
<p>Die dritte Möglichkeit ist indes nicht Ignoranz, denn die wird zur &#8220;konkludenten Zustimmung&#8221;, hier: zur demütigen Annahme umgedeutet. Nein, die (allgemein geächtete!) dritte Möglichkeit besteht in dem eigentlich natürlichsten Reflex eines jeden, der mit ungeliebtem konfrontiert wird und lautet: Den Sack umgehend zu packen und seinem Werfer zurück vor die eigenen Füße zu schleudern um jenem somit zu verdeutlichen, daß er seine Körner bitte bei sich zuhause abstellen und/oder mit jemand anderem fressen möge. Wer dies dann noch zu tun wagt, ohne sich womöglich auch nur ansatzweise zu erklären oder gar zu entschuldigen, ist selbstverständlich reif für den soziologischen Scheiterhaufen. Gilt als nicht diskussionsfähig. Als Fundamentaloppositioneller, Nörgler, Querulant. &#8220;Was der Bauer nicht kennt, das frißt er nicht&#8221; gilt demenstsprechend längst nicht mehr als Ausdruck überlebenssichernder Vorsicht, sondern als Stigma von &#8220;Innovationsverweigerern&#8221; und &#8220;Fortschrittsfeinden&#8221;.</p>
<p>In Fällen, da der aktuelle Reissack vom Werfer selbst als alternativlose alttestamentarische (&#8221;Auge um Auge, Sack um Sack&#8221;) Gleichgewichtskomponente deklariert wird, wird dies gerne noch mit dem Hinweis auf &#8220;die Anderen&#8221;, die man schließlich nicht unerwidert Säcke werfen lassen könne, gewürzt, ganz so, als könne man sich vor Säcken vor allem mit Säcken schützen. Ja, die Ächtung des dritten, des schlicht ablehnenden Weges wird fast immer damit begründet, daß es schließlich besser sei, &#8220;irgendwas&#8221; zu tun als &#8220;gar nichts&#8221;.</p>
<p>Nur: Ist das wirklich so? Begegnet man Atomraketen am besten mit Atomraketen? Schlägen mit Schlägen? Sollte man einen fremden Scheißehaufen im Vorgarten am besten mit dem nicht so fremden eigenen überdecken? Sollten wir, bevor die USA und China aus wirtschaftlichen Interessen die Atmosphäre mit Treibhausgasen vergiften, beiden besser zuvorkommen und es selbst tun und die Früchte des Aufschwungs genießen, bis uns die Luft wegbleibt? Sollten wir, um zum oben genannten Aufhänger zurückzukommen, der von professionellen Lobbyisten verseuchten und mit Strukturen aus vorkaiserlichen Zeiten verkrusteten politischen Realität am besten durch Anpassung an ihre seit jeher geübten Gepflogenheiten begegnen und unsererseits lobbyistische Reissäcke werfen? Muß man wirklich auf jeden Furz des Gegenübers mit einer eigenen Blähung reagieren?</p>
<p>Womit ich, um den Aufsatz abzukürzen, auf den eingangs erwähnten Meister der deutschen Verslyrik zurückkomme: </p>
<blockquote><p>Das Gute &#8211; dieser Satz steht fest &#8211; ist stets das Böse, was man läßt.</p></blockquote>
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		<title>Die Münchhausen-Compilation</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Feb 2011 14:38:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Macht sie weg!]]></category>
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		<description><![CDATA[Soeben kam @themell und mir die grandiose Idee, eine Abschieds-Compilation für unseren noch-Doktor im Kriegsministerium zusammenzustellen.
Bisher sind folgende Titel dabei:

Theo, wir fahr&#8217;n nach Lodz (Vicky Leandros)
Gutti, gestehe (Pornobarbie feat. Vicky Leandros)
Ich hab die Haare schön (Graf Karl von der Gelanstalt)
Ein bißchen Frieden (Gorch Fock Dummies feat. Kunduz)

Weitere Ideen: Unten rein!
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Soeben kam <a href="https://twitter.com/themell">@themell</a> und mir die grandiose Idee, eine Abschieds-Compilation für unseren noch-Doktor im Kriegsministerium zusammenzustellen.</p>
<p>Bisher sind folgende Titel dabei:</p>
<ul>
<li>Theo, wir fahr&#8217;n nach Lodz (Vicky Leandros)</li>
<li>Gutti, gestehe (Pornobarbie feat. Vicky Leandros)</li>
<li>Ich hab die Haare schön (Graf Karl von der Gelanstalt)</li>
<li>Ein bißchen Frieden (Gorch Fock Dummies feat. Kunduz)</li>
</ul>
<p>Weitere Ideen: Unten rein!</p>
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		<title>Grün vor Mitleid</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Jan 2011 17:48:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Peinlich]]></category>
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		<description><![CDATA[Gib&#8217;s zu. In Wirklichkeit hältst du die Grünen immer noch für die Partei der guten Sache, nicht nur für Pflanzen und Tiere sondern auch und ganz im Geiste ihrer dezent progressiv angehauchten Anfangsjahre, also für irgendwie &#8220;sozial&#8221;, empathisch und eben halt: Menschlich. 
Klar: Diese Sache mit Özdemir und seinen Flugmeilen oder des &#8220;schwäbischen Integrationsvorzeigetürken&#8221; individueller [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gib&#8217;s zu. In Wirklichkeit hältst du die Grünen immer noch für die Partei der guten Sache, nicht nur für Pflanzen und Tiere sondern auch und ganz im Geiste ihrer dezent progressiv angehauchten Anfangsjahre, also für irgendwie &#8220;sozial&#8221;, empathisch und eben halt: Menschlich. <span id="more-1800"></span></p>
<p>Klar: Diese Sache mit <a href="http://www.google.com/search?q=%C3%B6zdemir+bonusmeilen">Özdemir und seinen Flugmeilen</a> oder <a href="http://www.google.com/search?hl=de&#038;q=%C3%B6zdemir+hunzinger">des &#8220;schwäbischen Integrationsvorzeigetürken&#8221; individueller Kreditsituation</a>, der leider dem harten Berufspolitikeralltag einschließlich seiner schillernden Welt in <a href="http://www.welt.de/multimedia/archive/01260/oezdemir_02_werbun_1260527s.jpg">Samt und Seide</a> nicht nur auf den Leim ging, sondern sich dabei vor allem viel zu dämlich anstellte (&#8221;ich war naiv&#8221;). Ein Einzelfall. </p>
<p>Genau wie die fragwürdige <a href="http://www.google.com/search?hl=de&#038;q=rezzo+schlauch+enbw">Karriere eines Rezzo Schlauch</a>, der erst in der selbsternannten Anti-Atom-Partei den realistischen Vordenker gab und nun seinen Lebensunterhalt bei einem Vorzeigebetrieb umweltfreundlicher Kernenergie bestreitet, die er freilich weiterhin ablehnt. Sachzwang sozusagen &#8211; wer will dem Mann da gram sein.</p>
<p>Oder wie der Einzelfall Berninger. &#8220;Bernie&#8221;, wie ihn unter anderen seine Ziehmutter, die Berliner Spitzenkandidatin (und, wie man munkelt, private Kanzlerinnenfreundin) Renate Künast liebevoll nannte, war einst im von ihr geleiteten &#8220;Verbraucherschutzministerium&#8221; als Staatssekretär tätig, wo er sich sicher schon damals mit Nachdruck für das <a href="http://www.gruene-bundestag.de/cms/ernaehrung/dok/344/344463.lobby_verhindert_ampelkennzeichnung_fuer.html">grüne Vorzeigethema &#8220;Ampelkennzeichnung&#8221;</a> einsetzen durfte. Ein Thema, mit dem er als <a href="http://www.google.com/search?q=matthias+berninger+mars">&#8220;Head of public policy&#8221; bei Mars</a> (das sind die mit den gesunden Schokoriegeln) sicher auch zu tun hat und bei dem er beweisen kann, daß man als moderner und realistischer Mensch stets für verschiedene Sichtweisen offen sein kann (oder muß, wenn&#8217;s um den Taler geht).</p>
<p>Oder wie Margareta Wolf. Die den wasserdichten und knallharten &#8220;Atomausstieg&#8221; miterfand und deren heroischer Kampf den Gegner so sehr beeindruckte, daß er sie vor lauter Ehrfurcht mit einem gut dotierten PR-Job ehrte (stand in der Onlineausgabe einer Zeitung aus Frankfurt, die nicht verlinkt werden möchte und sollte). Natürlich ein Einzelfall &#8211; Herr Trittin empört sich zurecht, auch, wenn er zwischendurch selbst mal kurz der Meinung war, daß man <a href="http://www.rainersche-post.de/wirtschaft/trittin-castor-transporte-sind-notwendig.php">gegen Castortransporte nicht demonstrieren</a> sollte.</p>
<p>Oder wie Gunda Röstel. Die ist als ehemalige Anti-Atompartei-Sprecherin <a href="http://www.google.com/search?q=gunda+r%C3%B6stel+eon">bei ihrem neuen Arbeitgeber Eon</a> zwar nicht so direkt für dessen Haupteinnahmequelle zuständig, kümmert sich dafür aber darum, daß das von den Grünen gerne zitierte Grundrecht auf sauberes Trinkwasser künftig auch wirklich jeder in Anspruch nehmen kann (wenn auch vielleicht nicht unbedingt gratis, aber das wird &#8220;der Markt&#8221; schon zum Wohle aller regeln).</p>
<p>&#8220;Klar&#8221;, denkst Du jetzt. &#8220;Er könnte jetzt noch ein paar dutzend Beispiele bringen. Aber so ist das nunmal in der Politik. Je höher man steigt, desto dünner wird die Luft und woanders isses ja noch viel schlimmer.&#8221; Das stimmt. Und viel wichtiger ist doch auch, was Politik vor Ort tut. Direkt am Menschen. Ganz nah dran am kleinen Mann, richtig? Richtig:</p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/brpjnbx9_dQ?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/brpjnbx9_dQ?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
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		<title>Diagnose: Verstümmelt</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Jan 2011 21:18:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mainz!]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Ex-Kunde]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
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		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit der Vermutung, daß hinter der seinerzeit viel zu plötzlichen und unerwarteten &#8220;Entlassung&#8221; eines der unbequemsten und letzten echten politischen Kabarettisten aus der &#8220;Anstalt&#8221; &#8211; einer Sendung, über deren für den Adenauersender in Mainz viel zu systemkritische Existenz man sich in den wenigen Jahren ihrer Blüte ohnehin nur jedes Mal verwundert die Augen reiben konnte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Vermutung, daß hinter der seinerzeit viel zu plötzlichen und unerwarteten &#8220;Entlassung&#8221; eines der unbequemsten und letzten echten politischen Kabarettisten aus der &#8220;Anstalt&#8221; &#8211; einer Sendung, über deren für den Adenauersender in Mainz viel zu systemkritische Existenz man sich in den wenigen Jahren ihrer Blüte ohnehin nur jedes Mal verwundert die Augen reiben konnte &#8211; mehr stecken dürfte als der offiziell geäußerte Wunsch Georg Schramms, wieder &#8220;mehr auf der Bühne&#8221; stehen zu können, stehe ich vermutlich nicht ganz alleine da. Das Führungsgeschacher im CDU-TV ist dabei nur ein schon rein zeitlich viel zu nahe liegender Umstand, den man einfach nicht ausblenden kann.</p>
<p>Doch will ich mich gar nicht weiter in Vermutungen ergehen, die auch angesichts des beharrlichen Festhaltens aller Beteiligten bzw. Betroffenen an der offiziellen Begründung wenig weiterführten.<span id="more-1770"></span> Es genügt ja, jetzt, nach einem Vierteljahr und drei Sendungen in der neuen &#8220;Stammbesetzung&#8221;, die Entwicklung der Sendung &#8220;neues aus der Anstalt&#8221; nüchtern zu betrachten.</p>
<ol>
<li>Es fehlen die klaren Worte, die jeden Schurken so derart unzweideutig beim Namen nennen, wie es vor allem &#8220;Lothar Dombrowski&#8221;, aber auch ein &#8220;Oberst Sanftleben&#8221; früher taten.</li>
<li>Zu füllen versucht die Lücke ein erkennbar zumindest zeitweise bemühter Markus Barwasser (&#8221;Pelzig&#8221;), der hierbei jedoch von seinen Stichwortgebern (in der Regel Urban Priol) viel zu vorrangig auf lauwarme Dialekt-Kalauereien reduziert wird.</li>
<li>Gefühlt hat sich die Quote bunter Paradiesvögel, seichter Komödie, oller Kamellen und geschlechts- bzw. sexualorientierungsbezogener Zoten zu ungunsten politischen Kabaretts seit Beginn der laufenden Staffel dramatisch erhöht. Äußerungen etwa über die Vaginalsekretion feministischer Politikerinnen (wie sie gestern in epischer Breite von Monika Gruber vorgetragen wurden, die ansonsten vor allem durch Kostümierung vorgab, immerhin noch ein wenig tagespolitischen Bezug zu verfolgen) hat man in früheren Staffeln zurecht und zum Glück mit der Lupe gesucht.</li>
<li>Die einzige bislang noch konstante Größe ist Urban Priol, der gelegentlich sogar zu Hochformen aufläuft. Als (ein) Vater des Konzepts läßt das vor allem den Schluß zu, daß er verzweifelt und &#8220;von innen heraus&#8221; zu retten versucht, was zu retten ist. Ich kriege den Begriff &#8220;Appeasement&#8221; dabei irgendwie nicht aus dem Kopf.</li>
</ol>
<p>Ich kann mich nach diesen drei großteils schwachen Sendungen des Eindrucks nicht erwehren, daß hier gerade ein &#8220;Scheibenwischer reloaded&#8221; im Gang ist &#8211; an dessen Ende bekanntlich der Entzug der Namensrechte durch dessen Erfinder Dieter Hildebrandt stand. So schade ich das finde: Es überrascht mich, siehe oben, natürlich überhaupt nicht.</p>
<p>Wie dem aber auch sei: Sowohl Georg Schramm als auch Urban Priol ist für ihr Wirken höchster Respekt zu zollen. Systemkritik mitten im Verkündungsorgan eines Systems überhaupt erfolgreich zu plazieren ist etwas, das kaum jemals gelingt, schon gar nicht so erfolgreich. Und sollte ich die Gelegenheit haben, den einen, den anderen oder &#8211; etwas, das man sich kaum hoffen traut &#8211; beide zusammen jemals live zu sehen, werde ich das unbedingt tun.</p>
<p>Mir für eine weitere Anstaltsfolge den Abend freihalten werde ich indes nicht mehr. Die gestiegene Klaumaukquote läßt einen sich nämlich schnell an die Vorteile von Aufzeichnungen erinnern. Da wäre vor allem: Das Vorspulen.</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Spätestens, nachdem man den folgenden Beitrag gesehen, gehört und verstanden hat, muß man schon ziemlich erkenntnisresistent sein, um nach wie vor an die offizielle Abschiedsversion zu glauben. Ich tu&#8217;s nicht mehr.</p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/RkNddCXSLvM?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/RkNddCXSLvM?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
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		<title>Verpixelungswahn</title>
		<link>http://www.davidbln.de/2010/11/18/verpixelungswahn/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 17:33:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Übel]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Internetz]]></category>
		<category><![CDATA[Jammerlappen]]></category>
		<category><![CDATA[Lalalalaß dich nicht verarschen!]]></category>
		<category><![CDATA[Paranoia]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[rechtsfreier Raum[tm]]]></category>
		<category><![CDATA[Streetview]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich twott jüngst:
Wenn die Polizei Eure Städte videoüberwacht kriegt Ihr keinen Verpixelungsdünschiß. Aber wehe wenn ne CSU-Tante polemisiert&#8230;
Das ist natürlich sehr verkürzt (man darf das im Fall von Twitter als Systemimmanenz bezeichnen). Es trifft aber im Grunde dennoch genau die Geisteshaltung, die ich der Mehrheit der &#8220;Verpixler&#8221; attestiere. Wenn auch weder primär noch vorrangig, habe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich twott <a href="https://twitter.com/davidblnde/status/5264296846041088">jüngst</a>:</p>
<blockquote><p>Wenn die Polizei Eure Städte videoüberwacht kriegt Ihr keinen Verpixelungsdünschiß. Aber wehe wenn ne CSU-Tante polemisiert&#8230;</p></blockquote>
<p>Das ist natürlich sehr verkürzt (man darf das im Fall von Twitter als Systemimmanenz bezeichnen). Es trifft aber im Grunde dennoch genau die Geisteshaltung, die ich der Mehrheit der &#8220;Verpixler&#8221; attestiere. Wenn auch weder primär noch vorrangig, habe ich damit dennoch nicht ganz ohne Absicht auch den von mir bis auf gelegentliche kleine Perspektivdifferenzen sehr geschätzten Block-Kollegen <a href="http://rz.koepke.net/">Köpke</a>, der wenig vorher einen durchaus durchdachten <a href="http://rz.koepke.net/2010/11/18/wer-etwas-verbirgt-ist-gefahrlich-streetview/">Text zur Verpixlungsdebatte</a> beitrug, zu folgendem <a href="https://twitter.com/Reizzentrum/status/5266848350208000">Einwurf</a> provoziert:</p>
<blockquote><p>Belege die perfide Lüge, dass MIR Polizeiüberwachung keine Kopfschmerzen bereitet!</p></blockquote>
<p>Wenngleich ich genau ihm genau das niemals unterstellen würde (dafür lese ich seine Texte schon viel zu lange und gerne), will ich dann also doch auch mal versuchen, zusätzlich zu meinen bildgestalterischen Äußerungen auch verbal darzulegen, warum ich einen viel entspannteren Umgang mit einem dieser vielen Themen wünsche, deretwegen „uns“ „die restliche Welt“ wohl wieder einmal etwas „verwundert“ „bestaunen“ dürfte.</p>
<p>Plump gesagt ist die ganze Debatte für mich vor allem eine eher absurde und völlig diffuse Gemengelage. Hier werden viel &#8220;German Angst&#8221;, eine gute Scheibe Polemik, eine Prise Kampagne (&#8221;Lex Google&#8221; &#8211; nicht zum ersten und sicher nicht zum letzten Mal übrigens, da wette ich drauf), einige (wie ich finde) grundlegende Mißverständnisse juristischer Natur, eine gute handvoll Gerechtigkeit und, das sei eingeräumt, berechtigte Sorgen um die Geschäftspraktiken eines für manchen beängstigend schnell wachsenden Weltkonzerns zu einem typisch deutschen Eintopfgericht verkocht.</p>
<p>Worum geht es eigentlich genau? <span id="more-1717"></span>Die häufigste Antwort der &#8220;Verpixler&#8221; dürfte hier pistolengeschoßartig lauten: &#8220;Um meine Privatsphäre&#8221; oder auch „um den Datenschutz“. So berechtigt beides ist und so vehement ich selbst jederzeit dafür eintreten werde: Die Straßenansicht eines Hauses ist in einer offenen Gesellschaft niemals Privatsache. Und zwar aus mehreren Gründen.</p>
<ol>
<li>Ein Gebäude ist eine Sache. Eine Sache kann niemals eine Privatsphäre besitzen, sofern sie sich nicht im (jedenfalls: bisher noch halbwegs) besonders geschützten Bereich der persönlichen Lebensgestaltung befindet.</li>
<li>Mit diesem Bereich ist in aller Regel die &#8220;Wohnung&#8221; gemeint. Zur Wohnung gehören jedoch weder die Außenmauern derselben, noch der diese eventuell umgebende Garten. Wäre das nämlich so, hätte es jahrzehntelang erbitterte Kriege um die Rechtmäßigkeit von Baugenehmigungsverfahren, Bebauungsplänen, Vorschriften für Mindestabstände, Bepflanzungsgrenzen, Heckenhöhen oder gar &#8220;ortsübliche Fassadengestaltung&#8221; gegeben.</li>
<li>Die Außenansicht der Wohnung, wie man sie von öffentlichem Straßenland aus wahrnehmen kann, kann auch deswegen nicht zur Privatsphäre gehören, weil man andernfalls jeden Passanten, der von seinem Recht der Benutzung dieser Straße Gebrauch macht, zu einem rechtswidrigen Verletzen der Privatsphäre durch versehentliches Betrachten derselben nötigte.</li>
</ol>
<p>Privatsphäre beginnt also nach hiesigem Usus hinter der Wohnungstür, aber niemals bereits auf der Straße (wenn man mal vom dort privat gesprochenen oder gar gedachten Wort absieht). Und selbst, wenn man das anders sieht, wird man &#8211; unermeßlichen Reichtum und mit diesem verbundene privilegierte Abschottungsmaßnahmen außen vor gelassen &#8211; sich den Blicken Fremder auf das Äußere Gehäuse der eigenen Privatsphäre schlichtweg niemals entziehen können. In einem – zumindest nach unserem Verständnis – freien Land kann jeder jederzeit jede Straße heimsuchen und Häuser und Vorgärten betrachten. Als dergestalt indirekt Betrachtbarer kann man das fürchten und nicht gut heißen, man wird aber dennoch damit leben müssen.</p>
<p>&#8220;Ja, aber durch Streetview kann ja nun jeder überall hin, ohne daß dies mit Aufwand verbunden wäre,&#8221; ist das meist auf diesen Einwand folgende Argument. Richtig. Auf einmal ist die Möglichkeit, sich über irgendeinen Ort (oder eben auch dessen Anwohner) ein exaktes Bild zu machen, keine Frage mehr von Privilegien. Weder benötigt man viel Freizeit, noch übermäßig viel Geld, um ganz nach Belieben überall hin zu reisen. Man muß nicht einmal mehr  einer Organisation anzugehören, die auch vor Streetview schon Bild- oder zumindest Informationsmaterial über alle nur erdenklichen Orte besessen hat, wie es beispielsweise Kredit-Scoring-Unternehmen oder Behörden tun. Das schlichte Bereitstellen einer vom eigenen Schreibtisch aus bereisbaren Welt in Bildern ist also erst mal nichts weiter als ein Schritt zur Demokratisierung (oder vielleicht: Sozialisierung?) der Weltreise. Die Vorstufe eines „Star Trek-Beamers“ für jeden womöglich.</p>
<p>&#8220;Aber so können plötzlich Einbrecher mein Haus ausforschen oder potentielle Terroristen bessere Plätze für Bomben auskundschaften.&#8221; &#8211; Ja, das stimmt. Übrigens: Sogar ohne Streetview, ja, sogar ohne Google Earth und Maps, lassen sich beinahe alle Verbrechen auch mit Hilfe des Internets und dadurch nicht selten bequemer vorbereiten. Seien es Telefonverzeichnisse oder auch nur die gesetzlich vorgeschriebenen, detaillierten Kontaktangaben, die inzwischen quasi jedem aktiven deutschen Netzbürger vorgeschrieben sind: Nie war Recherche so einfach wie heute, wie im guten, so leider auch im schlechten. Nach der Verpixelungslogik sollten wir da eigentlich verhindern, daß der kleine selbständige Versandhändler durch die (aus Verbrauchersicht sehr hilfreiche) Impressumspflicht potentielles Opfer eines Einbruchdiebstahls seiner Waren wird. Zugegeben, der Vergleich hinkt. Etwas. Aber ist es nicht schlichtweg so, daß mehr Möglichkeiten zwangsläufig und ausnahmslos zu mehr theoretischen Gefahren führen? Genau wie es mehr „Sicherheit“ niemals im Einklang mit mehr Freiheit geben kann? Das gute alte &#8220;no risk no fun&#8221;-Thema, immer wieder in neuer Gestalt? Und: Wo bleibt die Gerechtigkeit für jene, die das Pech haben, an exponierten Orten zu leben, von denen es auch ganz ohne Streetview zahllose Detailfotos oftmals unter sehr großzügigen Verbreitungslizenzen gibt? Haben die &#8220;Pech, weil sie ja auch woanders hinziehen könnten&#8221;? Oder haben die, die sich ein Haus im Grunewald oder in Blankenese, fernab jeder Sehenswürdigkeit, leisten können, &#8220;einfach rechtzeitig den richtigen Riecher&#8221; gehabt?</p>
<p>Ich persönlich glaube gar nicht, daß für die meisten &#8220;Verpixler&#8221; der Aspekt &#8220;plötzlichen sehen mein Haus nicht mehr nur die 20 Nachbarn und deren Besucher&#8221; ausschlaggebend war. Über Unternehmen, die mit ihren Kameras &#8211; ob nun gedruckt, auf DVD oder gegen Entgelt im Internet zu betrachtende &#8211; Bildserien ganzer Stadtviertel angefertigt haben, hat lange Zeit niemand auch nur ein Wort verloren. Das begann erst, als eine ansonsten intellektuell eher unauffällige bayerische Landwirtschaftsministerin eine regelrechte Hexenjagd gegen ein Unternehmen eröffnete, das nicht einmal vornehmlich aus Datenschutzgründen vielen Interessengruppen in der eigenen Klientel ein Dorn im Auge ist. Dieses Unternehmen, für manchen in einer geradezu gespenstisch kurzen Zeit zum marktbeherrschenden Giganten gereift, kommt nun daher und macht ebenfalls und ganz „ungeniert“ Bildaufnahmen. Diese wird es, soviel ist sicher, gewerblich nutzen. So, wie es auch vorher schon kein Geheimnis daraus machte, die oft genug bereitwillig von Benutzern seiner etlichen kostenlosen Dienste preisgegebenen Daten gewerblich zu nutzen. „Google“, das ist jenes suspekte Unternehmen, das der weniger im digitalen beheimatete Deutsche vor allem von den beliebten „so luxuriös arbeitet es sich im Google-Hauptqartier“-Slideshows aus dem eigenen tristen Büro-Email-Alltag kennt und mit dem er zuallererst den Begriff „Datenkrake“ assoziiert.</p>
<p>Ausschlaggebend für die plötzlich entdeckten Sorgen vor allem – aber keineswegs nur – jener, die bislang meinten, sich der neuen digitalen Welt durch schlichte Ignoranz entziehen zu können, ist also, glaube ich, weniger das „was“ als vor allem das „wer“. Und das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht einmal zu unrecht. Nur: Genügt die unbestimmte Gewißheit, daß da „jemand suspektes etwas unheimliches zu tun scheint“, um in letzter Konsequent nach Einschränkungen der sogenannten „Panoramafreiheit“ zu schreien, die seit jeher architektur- oder milieuvernarrte Fotoamateure vor absurden rechtlichen Konsequenzen schützt? Rechtfertigt die Eventualität, daß da „irgendwann irgendwer irgendwas“ mit dem so entstehenden &#8220;Bildwissen&#8221; &#8220;anstellen&#8221; könnte, die Verstümmelung einer zunächst einmal als (siehe oben) positive, gar soziale Innovation zu bewertenden Idee? Bewegt man sich mit derart präventivtheoretischen Gedankenkonstrukten nicht auf einer Ebene mit einem Innenminister, der im Wochentakt Terrorwarnungen über „irgendwann irgendwo in diesem Land von irgendwem geplante konkrete Gefahren“ schwadroniert und damit insgeheim ganz andere Ziele <del>bevorraten</del>befördern will?</p>
<p>Wo blieb und bleibt eigentlich der Aufschrei jener selbsternannten Fassadenschützer, die sich vor der „Datenkrake Google“ fürchten, sich aber wohlig beschützt fühlen, wenn sie beispielsweise beim wochenendabendlichen Düsseldorfer Altstadtbummel auf Schritt und Tritt und von einer Kneipe bis zur nächsten durch „Videokameras für Ihre Sicherheit“ überwacht werden oder für eine Eintrittskarte zum nächsten Fußballspiel schon im Vorfeld eine Personalausweiskopie nebst handgeschriebener Bewerbung und demnächst noch einer Speichelprobe einreichen müssen? Warum protestieren binnen wenigen Wochen hunderttausende gegen ein Foto der Behausung, in der die meisten von ihnen nicht mal ein Hundertstel der darin lebenden Menschen stellen? Warum gehen aber selten mehr als 20.000 gleichzeitig gegen Vorratsdatenspeicherung, „elektronische Entgeltnachweise“ inklusive Streikteilnahmeerfassung, gegen RFID-Ausweise und elektronische Krankenkarten, gegen immer dreistere Freiheitseinschränkungen und immer unverschämteren Sozialraub und Vermögensumverteilung auf die Straße – alles Dinge, die Privatsphäre, Grundrechte und den Schutz der persönlichen Daten weit mehr gefährden als jedes Streetview dieser Welt?</p>
<p>Die Antworten sind, fürchte ich, ernüchternd: Der Deutsche Kleinbürger hatte hier einmal die schöne Gelegenheit, „es“ irgendeinem „Großen“ zu „zeigen“ und die eigene Angst vor dem Unbekannten zu kultivieren. Die Politik hatte ein weiteres Sommerthema und eine Projektionsfläche, um von eigenen Schurkereien abzulenken. Und Google kann es herzlich egal sein, wer sich über wen aufregt, da man selbst wenig verliert, aber im Idealfall Sympathien gewinnen kann – zumal im Eifer des medialen Gefechts kaum jemand auf den vorauseilenden Gehorsam aufmerksam machte, mit dem die Verpixelung genau so widerspruchslos in eigener Initiative angeboten wurde, wie man seit Jahren in einvernehmlicher und unauffälliger Zusammenarbeit mit den Zensursystemen aller „Rechtsstaaten“ der Welt Suchergebnisse so „filtert“, wie es dem jeweiligen Regime gerade gefällt. Ob dessen Führer nun einen Hosenanzug oder einen Mao-Kragen trägt.</p>
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		<item>
		<title>Wie die gelbe Pest an die Saar kam?</title>
		<link>http://www.davidbln.de/2010/11/15/wie-die-gelbe-pest-an-die-saar-kam/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Nov 2010 16:15:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
				<category><![CDATA[> 1000 Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Angst!]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdscham]]></category>
		<category><![CDATA[Manchesterliberalisten]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist doch klar &#8211; natürlich mit authentischem &#8220;Jamaika&#8221;-Fuhrpark.

Gesehen und erschrocken unweit des Saarbrückener Regierungsviertels.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist doch klar &#8211; natürlich mit authentischem &#8220;Jamaika&#8221;-Fuhrpark.</p>
<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/Guidomobil.jpg"><img src="/_ressourcen/uploads/Guidomobil-300x200.jpg" alt="Ein Fahrrad mit einem Aufkleber, Text: Guidomobil" title="" width="300" height="200" class="blackborder alignleft size-medium wp-image-1676" /></a></p>
<p>Gesehen und erschrocken unweit des Saarbrückener Regierungsviertels.</p>
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		<title>Schwäbische Bananen</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Nov 2010 15:35:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230;sind im Grunde wie alle Bananen. Erst sehen sie grün aus:

Und dann werden sie gelb:

Die dritte und endgültige Reifestufe ist bekanntlich&#8230; ach, genug Farbenzauber für heute. Aber mal ehrlich &#8211; welches Bild sieht authentischer aus?
(Inspiriert durch eigene Erfahrungen mit der und vor allem durch etliche Artikel von Uwe Ness über die &#8220;Grüne Partei&#8221; wie zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;sind im Grunde wie alle Bananen. Erst sehen sie grün aus:</p>
<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/Cem_Özdemir1.jpg"><img src="/_ressourcen/uploads/Cem_Özdemir1-300x225.jpg" alt="Cem Özdemir steht vor einer grünen Deko und hält eine Rede zu einem Parteitag der &quot;Grünen&quot;" title="" width="300" height="225" class="alignleft size-medium wp-image-1669 blackborder" /></a></p>
<p>Und dann werden sie gelb:</p>
<p><a class="nohover" href="/_ressourcen/uploads/ödp.jpg"><img src="/_ressourcen/uploads/dp-300x225.jpg" alt="Cem Özdemir steht vor einer blaugelben Deko. Im Hintergrund ein Schriftzug &quot;ÖDP - Öz Demir Partei&quot; sowie im Vordergrund: &quot;Politik muss realistisch werden&quot;" title="" width="300" height="225" class="alignleft size-medium wp-image-1670 blackborder" /></a></p>
<p>Die dritte und endgültige Reifestufe ist bekanntlich&#8230; ach, genug Farbenzauber für heute. Aber mal ehrlich &#8211; welches Bild sieht authentischer aus?</p>
<p>(Inspiriert durch eigene Erfahrungen mit der und vor allem durch etliche Artikel von <a href="http://www.uweness.eu">Uwe Ness</a> über die &#8220;Grüne Partei&#8221; <a href="http://www.uweness.eu/pageID_9556928.html">wie zum Beispiel diesen</a>, sowie eine schon aufgrund ihrer Perspektive höchst <a href="http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&#038;task=view&#038;id=9661&#038;Itemid=1">interessanten Serie</a> von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jutta_Ditfurth">Jutta Ditfurth</a>, die schon vor Jahren und wohl mangels Interesses politischerer Blätter in der &#8220;Neuen Revue&#8221; erschien.)</p>
<p><small>Bildmaterial: <a href="http://www.flickr.com/photos/gruene_bawue/">Grüne Baden-Württemberg</a> (<a href="http://www.flickr.com/photos/32587190@N04/4122907186">Quelle</a>), lizenziert unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC-BY-SA 2.0</a>.</small></p>
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		<title>Hen Sie e Schäuble locker?</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 06:41:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nüchtern betrachtet Auf den ersten Blick scheint das Bild klar: Der amtierende Bundesfinanzminister übt sich in bester deutscher Leitkultur, wenn er nach oben buckelt&#8230;

&#8230; und nach unten tritt:

Aber ist es wirklich so einfach? Tun wir doch mal für einen Absatz so, als sei Schäuble tatsächlich zu einer Diskursebene fähig, die seinem akademischen Grad gerecht wird. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><del datetime="2010-11-05T06:13:58+00:00">Nüchtern betrachtet</del> Auf den ersten Blick scheint das Bild klar: Der amtierende Bundesfinanzminister übt sich in bester deutscher Leitkultur, wenn er nach oben buckelt&#8230;</p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/NLhPPs_rHYc?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/NLhPPs_rHYc?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
<p>&#8230; und nach unten tritt:</p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/7bcUzwYeXUk?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/7bcUzwYeXUk?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
<p>Aber ist es wirklich so einfach? Tun wir doch mal für einen Absatz so, als sei Schäuble tatsächlich zu einer Diskursebene fähig, die seinem akademischen Grad gerecht wird. Unterstellen wir ihm, nicht nur &#8211; was auch ohne allzugroßen IQ der Fall sein dürfte &#8211; zu wissen, daß er schon angesichts seiner moralisch stramm marktliberal gefestigten und alle bisherigen Lagerwechsel unbeschadet überstanden habenden Entourage im Finanzministerium sowie im Hinblick auf den Kurs der Bundesnichtskannzlerin, die ihre Richtlinienkompetenz längst an fröhliche Mietgäste des kanzlerämtischen Festsaals überschrieben hat, überhaupt keine eigene Gestaltungsmacht besitzt.<br />
Nehmen wir stattdessen getrost an, daß Herr Schäuble auch spürt, daß weder die deutsche Qualitätsjournaille noch jene, die deren gefilmte Abendbotschaften später fraglos aufnehmen sollen, noch ernsthaft an ein Verantwortungsbewußtsein oder auch nur die Barmherzigkeit eines Josef Ackermann glauben würden. Unter diesen Annahmen bleibt nur ein Schluß: Der Mann hat einen ganz eigenen Humor, geriert sich im Fall Ackermann als sensibler Satiriker und hofft, daß jeder ringsum ob der zu offensichtlichen Unterwürfigkeit, die da aus ihm herausnuschelt, merkt, daß er damit eigentlich das Gegenteil, nämlich etwa &#8220;wenn ich Sie schon nicht an die Kandarre nehmen kann, mach ich sie wenigstens hintenrum lächerlich&#8221;, meint. Und unter dem Eindruck dieses ganz speziellen Humors mag man dann auch die intimen Szenen einer Ehe zwischen einem Minister und seinem Pressesprecher neu bewerten, vielleicht so: &#8220;Was sich neckt, das liebt sich und wir hatten hier just die einmalige Chance, dem robusten aber insgeheim herzlichen Verhältnis von Koch und Kellner beiwohnen zu dürfen.&#8221;</p>
<p>Soweit dieser eine Absatz. Der Ausflug in die alternative Sichtweise. Ich mache kein Geheimnis daraus, daß ich trotzdem eher zu der Annahme neige, daß wir hier ungeplant Zeuge postintoxikativer Rekonvaleszenz und fehlender Kopfschmerztabletten wurden. Und des fehlenden Rückgrats selbst in hohen Ebenen staatlicher Repräsentanten. Womit ich neben dem aufrechten Wolfgang auch seinen Schergen meine, denn jeder Mensch mit Arsch und Eiern hätte seinem Chef nach so einer öffentlichen Ansage ebenso öffentlich die Brocken hingeschmissen und sich mit einem &#8220;spiel doch selbst Mappentaxi, Arschloch&#8221; verabschiedet. Aber: Deutsche Leitkultur hat eben viel mit Aushalten und schlucken zu tun.</p>
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		<title>Kanzleramtsgegenstand</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Nov 2010 21:34:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Laut Bild am Montag wurde heute vor dem Kanzleramt &#8220;ein verdächtiger Gegenstand entdeckt&#8221;. Da unsere Qualitätsmedien hierzu keine wirklich stichhaltigen Bilder liefern wollten, hole ich das mal nach:

Bildquellen: Public domain und Tischbeinahe (cc-by)
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Laut Bild am Montag wurde heute vor dem Kanzleramt &#8220;ein verdächtiger Gegenstand entdeckt&#8221;. Da unsere Qualitätsmedien hierzu keine wirklich stichhaltigen Bilder liefern wollten, hole ich das mal nach:</p>
<p><img src="/_ressourcen/uploads/kanzleramt_gegenstand.jpg" alt="Vor dem Berliner Bundeskanzleramt ist deutlich erkennbar ein in einen häßlichen, rosa-schwarzen Hosenanzug gehülltes Objekt erkennbar" title="" width="640" height="480" class="blackborder alignleft size-full wp-image-1657" /></p>
<p><small>Bildquellen: Public domain und <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Tischbeinahe">Tischbeinahe (cc-by)</a></small></p>
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		<title>Nachtgedanken</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 17:42:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich möchte gerne, daß diesen Film möglichst vielen Leute sehen. Alle, die denken, jeder außer ihnen selbst sei faul. Jeder, der meint, es wäre richtig, daß man nur dann essen dürfe, wenn man bereit sei, unter Zwang auch noch die widerwärtigste Aufgabe zu erledigen. Jeder, der meint, es wäre gottgegeben, selbst zur privilegierten Elite zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich möchte gerne, daß diesen Film möglichst vielen Leute sehen. Alle, die denken, jeder außer ihnen selbst sei faul. Jeder, der meint, es wäre richtig, daß man nur dann essen dürfe, wenn man bereit sei, unter Zwang auch noch die widerwärtigste Aufgabe zu erledigen. Jeder, der meint, es wäre gottgegeben, selbst zur privilegierten Elite zu gehören, während andere einfach selbst schuld seien, das nicht zu tun. Deshalb verlinke ich ihn hier:</p>
<p><a href="http://www.nuoviso.tv/wirtschaft/das-grundeinkommen.html">http://www.nuoviso.tv/wirtschaft/das-grundeinkommen.html</a></p>
<p>Indes: Ich bin mir &#8211; leider! und: noch weniger gerne!! &#8211; ziemlich sicher, daß eine visionäre, ja: revolutionäre Idee wie das bedingungslose Grundeinkommen entweder nicht zu meinen Lebzeiten oder aber nicht ohne den Preis einer mindestens anstrengenden, befürchtenswerterweise gar blutbehafteten gesellschaftlichen Veränderung zur Realität werden wird. Viel zu gefährlich ist sie all jenen, die genau von ihrer bisherigen Nichtexistenz, vom Unterdrücken, vom Arbeitszwang, vom Lohndruck, vom Aufhetzen derer am unteren Rand gegen die ganz unten profitieren. Denen, die sich teilweise seit Generationen von jedwedem Bezug zur menschlichen Basis, zur gesellschaftlichen Realität losgelöst haben. Jenen, die mit viel Geld Politikern klarmachen, daß <em>ihr</em> Weg der wahre ist und nicht jener einer solidarischen, gerechteren Gesellschaft, in der der Einzelne nicht nach der Dicke seiner Brieftasche oder der Leichtigkeit seiner wollenen Oberbekleidung bemessen wird. </p>
<p>Ich glaube nicht daran, daß ein Staatenkonstrukt wie das unsere (oder jenes auf Drängen &#8220;der Märkte&#8221; dem unseren übergeordnete der EU) in der Lage ist, kehrt zu machen. Einzulenken und nicht mehr dem Wohlstand der wenigen, sondern dem Wohl der Gemeinschaft, dem Gemeinwohl, zu dienen. Viel zu verlockend ist für jene, die da ändern könnten, der persönliche &#8211; von Stiftungen wie jener der Familie Mohn oder aus Kassen derer zu Ackermann finanzierte &#8211; Salär, der hinfällig würde, setzte man den Auftrag desjenigen, der mittels vierjährlichem Kreuz die symbolische Gestaltungsmacht verlieh, konsequent um.</p>
<p>Doch sei es drum. Mache der Weg zu einer wirklich solidarischen, sozialen, ja: menschlichen! Gesellschaft abermals jenen scheinbar unvermeidbaren Weg des Schmerzes durch: Ich mag mich von dem Glauben, von dem Ideal, daß es eines fernen und von mir vermutlich nicht mehr erlebten Tages besser werden könnte, einfach nicht verabschieden. Selbst, wenn zu Zeiten, da ich mir noch ein Bier eingießen kann, eben jenes in erbärmlichster populistischer Manier zur Stigmatisierung der Schwächsten aller Schwachen genügen muß, während sich ehemals ostzonale Pfarrerstöchter von Atomkonzernen kaufen lassen.</p>
<p><a href="http://de.wikiquote.org/wiki/Heinrich_Heine#Nachtgedanken">In Memoriam Heinrich Heine.</a></p>
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		<title>Lebenslänglich</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Sep 2010 13:45:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit ich gestern diesen wirren Gedanken anderen, darüber verwunderten in ihre Twitter-Zeitleiste gestopft habe, beschäftigt er mich. Es ist mit Sicherheit nicht mal eine besonders geistreiche oder neue Feststellung, aber mich erschreckt sie aus verschiedenen Gründen doch: Die Erkenntnis, daß es offenbar ziemlich genau der Zeitspanne bedarf, die ein Mensch in etwa lebt, ehe die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit ich gestern diesen wirren Gedanken anderen, darüber verwunderten in ihre Twitter-Zeitleiste gestopft habe, beschäftigt er mich. Es ist mit Sicherheit nicht mal eine besonders geistreiche oder neue Feststellung, aber mich erschreckt sie aus verschiedenen Gründen doch: Die Erkenntnis, daß es offenbar ziemlich genau der Zeitspanne bedarf, die ein Mensch in etwa lebt, ehe die Lehren selbst aus den schlimmsten Katastrophen zwar nicht vergessen, aber in beispielhafter kognitiver Dissonanz verdrängt, relativiert oder schöngeredet werden, um der antiproportional zum schmerzlichen Andenken an geschehenes Unheil wachsenden Gier nach irgendetwas &#8220;endlich&#8221; und, ungestört von lästigen Bedenkenträgern, Rechnung tragen zu können.<span id="more-1577"></span></p>
<p>Es muß ja so sein. Denn egal, wie gut les-, sicht- und hörbare Dokumente vergangenen Geschehens rein technisch noch werden mögen: Das Gefühl des Selbsterlebten, den autorisierten Vergleich zweier Entwicklungen, die am bzw. vom selben Subjekt erlebt werden, kann die beste Aufzeichnung, der steilste mahnende Zeigefinger der Vergangenheit nicht ersetzen. Wie auch? Woher soll ein heute gerade so erwachsener Mensch beispielsweise wissen, wie es sich anfühlt, in einem einem werdenden Präventiv- oder Polizeistaat zu leben? Wie könnte ein gerade das erste &#8220;richtige&#8221;, &#8220;große&#8221; Geld witternder Jungbankster ahnen, daß das, was er seinen aktuell vermeintlich erfolgreichen Vorbildern begeistert nachtut (schon, &#8220;weil es sonst jemand anders&#8221; täte), haargenau das gleiche Spiel ist, mit dem 80 Jahre vor ihm andere in der gleichen Euphorie Kontinente zuerst in den Bankrott und anschließend zumindest indirekt in einen Weltkrieg trieben? An welchem Maßstab sollte ein gerade eben noch der sogenannten Mittelschicht, dem mit noch halbwegs gut dotierter Berufstätigkeit versehenen Bürgertum angehörender Mittvierziger bemessen, ob die zunehmende Abschaffung des mühsam und aufgrund grausamer Erfahrungen mit viel echtem und ideellem Herzblut erstrittenen Rechtes auf angemessenes Entgelt und menschenwürdige Arbeitsbedingungen &#8220;alternativlos&#8221; und &#8220;der wirtschaftlichen Lage&#8221; geschuldet oder nur Teil des jahrhundertealten, immer gleichen Spiels der Eliten ist, mit dem der nötige Druck auf seinesgleichen und die darunter aufrechterhalten werden soll?</p>
<p>Der hiesige Durchschnittsmensch wird, ohne jetzt nachzuschlagen, im Schnitt 80 Jahre alt. Zieht man diese 80 Jahre nun beispielsweise von jenem Jahr ab, in dem die Finanzwirtschaft ihren ersten, wenn auch offenkundig längst noch nicht ausreichend vernichtenden Schlag erlitt, ab, so landet man ziemlich genau in jener Zeit, die auch und besonders in Deutschland den Acker für prekäre Arbeitsverhältnisse, Hungerlöhne und öffentliche Suppenküchen bestellte. Addiert man zu den Blütezeiten des letzten groß inszenierten Sündenbocktheaters &#8211; in dem es die Anhänger des jüdischen Glaubens waren, die alsbald weniger an diesen, sondern generell dran glauben mußten &#8211; jene Zeitspanne hinzu, landet man wie zufällig in einer Zeit, da Anhänger eines anderen Glaubens plötzlich immer unverhohlener der Verantwortung für die allgemeinen Zustände geziehen werden. Auf die Idee, daß man hier gerade eine Neuauflage dessen abliefert, auf was man nach wie vor und voller ernst gemeinter Innbrunst den schuldweisenden Zeigefinger richtet, kommt dabei niemand. Die Filme sind schwarzweiß und wenn in Farbe, dann dennoch &#8220;etwas ganz anderes&#8221;. Und jemand, der einem an dieser Stelle den Kopf zurechtrückt und der das &#8211; ob seines Alters und der eigenen Erfahrung auch dürfe &#8211; gibt es ja nicht mehr.</p>
<p>Und so erntet, wer heute vor den Gefahren einer zentralisierten Geheimpolizei, zentralen Personendatenbanken, elektronischen &#8220;Gesundheitskarten&#8221; oder Entgeltnachweisen, Fluggast- und &#8220;Vorrats&#8221;datenspeicherung warnt und auf Parallelen zu vergangenen Unrechtsregimen im eigenen Land hinweist, regelmäßig den Vorwurf der Verharmlosung, oder im besten Falle ein mitleidiges Lächeln, das unausgesprochen Vokabeln wie &#8220;paranoid&#8221; oder &#8220;Spinner&#8221; in sich birgt. </p>
<p>Übrigens funktioniert das nicht nur vom heutigen Standpunkt aus. Man könnte ebensogut das Jahr 1849 nehmen, in dem auch in Deutschland lauter als vorher und lange hernach die Systemfrage gestellt und zumindest für eine Zeit mit erheblicher Unzufriedenheit beantwortet wurde. Es dauerte ein ganzes Menschenleben, bis man sich demokratische Errungenschaften wie die erste ihren Namen verdienende Republik auf deutschem Boden als drückende Last und unnötigen Popanz verkaufen lassen konnte, da niemand mehr &#8220;déja vu&#8221; rufen konnte.</p>
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		<title>Rauchen. Macht. Dumm.</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 14:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rauchen ist, folgt man jenen, die davon nicht lassen können, wahlweise Ausdruck von Lebensfreude, Genuß, Kultur oder gar „Freiheit“. Nüchtern betrachtet ist es, wie trinken, fixen, kiffen und dergleichen primär eine Sucht. Das erkennt man an kognitiven Dissonanzen wie „ich kann es jederzeit lassen, will aber nicht“ oder „es geht nichts über eine schöne Frühstückszigarette [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Rauchen</em></strong> ist, folgt man jenen, die davon nicht lassen können, wahlweise Ausdruck von Lebensfreude, Genuß, Kultur oder gar „Freiheit“. Nüchtern betrachtet ist es, wie trinken, fixen, kiffen und dergleichen primär eine Sucht. Das erkennt man an kognitiven Dissonanzen wie „ich kann es jederzeit lassen, will aber nicht“ oder „es geht nichts über eine schöne Frühstückszigarette gegen den Husten“. Nicht, daß ich mißverstanden werde: Das ist keine Wertung, kein Urteil. Es ist eine Beschreibung, die ich als erst im zweiten Versuch unabhängig gewordener, ehedem starker und langjähriger Raucher auch aus eigenem Erleben abgebe. In solchen psychischen Gemengelagen ist rationales Argumentieren üblicherweise schwer. Wenn es dann noch an eigene Territorien und Gewohnheiten geht, wird darauf mit größtmöglichem Widerstand oder -willen reagiert. Das ist genau so menschlich, wie die Verquickung von Tatsachen und Einschätzungen mit selektiver Wahrnehmung und Wunschdenken.<span id="more-1419"></span></p>
<p>Ein Beispiel: Die Kneipe sei „seit jeher“ der Ort, an dem sich insbesondere Raucher träfen. „Rauch und Kneipe“ (bzw. Nikotin und Alkohol) seien quasi „untrennbar miteinander verbunden“, ein Bier ohne Zigarette dazu: „Undenkbar.“ Wirklich? Realitätsabgleich: Bierähnliche Getränke gab es schon vor über 5000 Jahren, der Weinbau war bereits deutlich vor Christus bekannt und man darf annehmen, daß es Gaststätten mindestens solange gibt wie den dort ausgeschenkten Alkohol. Gerade mal 500 Jahre ist es her, daß Christoph Columbus einen Kontinent entdecken mußte, bevor auch diesseits des Ozeans blauer Dunst Kaffe- und Gaststuben vernebeln konnte.</p>
<p>Neben den weitgehend identischen Konsequenzen, die jedes Suchtmittel dem Süchtigen früher oder später beschert, birgt das Rauchen ein weiteres Problem: Es emittiert. Der Konsum der Droge ist gesundheitsschädlich nicht nur für den Konsumenten selbst, sondern auch für Lebewesen in seiner Umgebung. Dies ist, auch wenn es bis heute immer wieder mit gefälligen (und neben den Herstellern der Droge auch von den Abhängigen wie Strohhalme umklammerten) Gegengutachten in seiner Eindeutigkeit zu erschüttern versucht wird, wissenschaftlich längst bewiesen. In Verbindung mit der oben genannten, vermeintlich untrennbaren Symbiose aus Gastgewerbe und Tabakkonsum, führt dies zur nächsten Selbsttäuschung: Der Legende von der Freiwilligkeit dieses „Passivrauchens“ (der gelegentlich verwendete Begriff „Vergasung“ ist schon naturwissenschaftlich nicht korrekt, da Tabakrauch ein Aerosol und nicht etwa ein Gas ist). Es werde ja „niemand gezwungen“, eine „raucherfreundliche“ Gaststätte aufzusuchen.</p>
<p>Das ist natürlich wahlweise frommes Wunschdenken oder schlichter Unsinn. Denn besonders junge oder schüchterne Menschen werden in den seltensten Fällen einen einsamen Abend im Nichtraucherklub oder daheim dem Besuch der Raucherbar in Begleitung ihrer schmauchenden Clicque vorziehen (ein Phänomen, das man gemeinhin als &#8220;Gruppenzwang&#8221; bezeichnet). Doch was auf Gastseite in seiner Willensfreiheit immerhin relativierbar ist, gilt jenseits der Theke ungleich noch weniger:</p>
<ul>
<li>Weder für den Studenten, der nebenbei mangels Alternativen (außer eventuell der, ohne den Umweg über die Universität direkt einen Billigjob in einem Textil- oder Drogeriediskonter anzutreten oder Schnee zu schippen) jeden zweiten Abend in der Szenebar kellnert,</li>
<li>noch für die Nichtstudentin, die sich mangels geeigneter Eltern den Luxus der höheren Schule gar nicht erst leisten konnte und direkt und zeitlebens hinter den Tresen ging, weil sie für die Schlicker-Kasse oder das Ledl-Regal nicht ausreichend qualifiziert ist.</li>
<li>Und erst recht nicht für den Wirt, der möglicherweise selbst raucht und damit eigentlich aufhören sollte, das aber nicht schafft, weil er sich aus Angst um abwandernde Gäste weiterhin täglich mit dem Suchtmittel konfrontiert.</li>
</ul>
<p><strong><em>Macht</em></strong> geht in der Bundesrepublik Deutschland, jedenfalls nominal, vom Volk aus. Überwiegend freilich indirekt und nicht imperativ, sodaß echter Mehrheitswille sich, realistisch betrachtet, bei praktisch keiner einzigen bedeutenden politischen Entscheidung der jüngeren deutschen Geschichte unmittelbar widerspiegelte. Dies wird insbesondere von sich selbst als „liberal“ und/oder „links“ begreifenden politisch interessierten Mitbürgern – wie ich finde: zu Recht – regelmäßig kritisiert. Bisweilen gibt es Ausnahmen, sogenannte Volksentscheide.</p>
<p>Ein solcher Volksentscheid fand am vergangenen Sonntag ausgerechnet in Bayern statt. Also in einem Bundesland, das man selbst mit viel gutem Willen nicht als Mekka der Basisdemokratie bezeichnen würde (wenn man mal die Basis an den Stammtischen, die bisweilen und insbesondere bezüglich des Bierpreises auch ohne Volksentscheid kleine Etappensiege erringt, außen vor läßt). Es ging bei dieser Abstimmung um den Ersatz des bis dahin von den bundesweit üblichen, teils absurden Ausnahmeregelungen bis hin zur Untauglichkeit verstümmelten Rauchverbots durch ein generelles und ausnahmsloses. Also genaugenommen um Chancengleichheit gerade für die Betreiber kleinster Gaststätten, denn die oben genannte Gefahr der Gästeabwanderung zur „raucherfreundlichen“ Konkurrenz für den entzugswilligen (oder einfach Nichtraucher schützen wollenden) Gastwirt besteht ja gerade nur, weil es bislang eben keine ausnahmslose Gleichstellung gab.</p>
<p>Zu der Abstimmung, deren Ergebnis nicht nur ganz Bayern, sondern gefühlt das Gemüt der gesamten Republik erhitzt, war jeder wahlberechtigte Bürger des Freistaats aufgerufen. Sei es wegen des Rauchverbots in den Abstimmungslokalen, des guten Wetters, des Katers vom Fußballrausch oder aus Überzeugung („das schaffen die eh’ nicht“, „bringt ja alles nichts“): Zwei Drittel jener, die hier zu einer eindeutigen Äußerung gebeten, ja: gefordert waren, verzichteten auf Ihr Stimmrecht. Die eindeutige absolute Mehrheit des verbleibenden Drittels entschied sich für ein Ende der Ausnahmen und für einen Systemwechsel. In durch und durch demokratischer Abstimmung entschied hier also statistisch je ein Bayer über die Regeln für drei weitere seiner Landsleute.</p>
<p><strong><em>Dumm</em></strong> ist es, anzunehmen, daß „die Anderen“ es schon im eigenen Sinne richten werden. Genaugenommen ist eine solche Weltsicht bereits ein Fall für einen Entzug des Demokratieführerscheins, ähm, der Demokratienutzungserlaubnis – aber diesen Entzug haben ja besagte zwei Drittel hier schon selbst verfügt. An selbstdisqualifizierender Dämlichkeit nicht mehr zu überbieten ist es aber, sich hinterher ernsthaft und sch(m)erzfrei nicht zu entblöden, das Abstimmungsergebnis als „Diktatur von Öko- und Fitneßfaschisten“ zu bezeichnen, als „Unterdrückung durch eine Minderheit“, ja, wie mancher sonst hochtalentierte Kommentator gar den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Niemöller#Zitat">Widerstandspfarrer Martin Niemöller</a> für einen Abgesang auf „bürgerliche Freiheiten“ zu <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/3496/wider-den-moraltotalitarismus">bemühen</a>.</p>
<p>Kaum weniger merkbefreit scheinen auch die Gastwirte selbst. Aufgrund des Rauchverbots denkt man laut und schlagzeilentauglich über eine Preiserhöhung nach. Begründung: Kein Rauch gleich weniger Gäste, also muß man die wenigen, die bleiben, stärker abkassieren. Ein Meisterstück an Logik: Wir bestrafen die, die uns die Treue halten, weil sie die anderen vergrault haben &#8211; dagegen wäre Gehirndurchfall lecker Schokopudding. Oder aber ein Meisterstück an Kalkül, denn bekanntlich führen generelle Rauchverbote keineswegs zu weniger Gästen, sondern nicht nur zu anderen (solchen, denen es bislang zu stickig war, denen mit Kindern oder jenen, die als Raucher Anstand genug haben, vor die Tür zu gehen, was übrigens nicht mal in Italien als mangelnder Machismo geschmäht wird), nein, auch zu mehr &#8211; <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Mehr-Beizen-als-vor-dem-Rauchverbot/story/17488964">wie beispielsweise die Entwicklung in der Schweiz zeigt</a>. Man hätte also nicht nur mehr Umsatz in der Kasse, sondern noch mehr.</p>
<p>Und in, ich behaupte: entweder vorsätzlicher oder eben selbsttäuschender Verkennung nicht nur der ansonsten stets zitierten und meiner Meinung nach in diesem Fall sogar zwei Drittel betragenden Mitverantwortung von Nichtwählern für jedes Wahlergebnis, sondern auch und besonders der bereits genannten Arbeitnehmerschutzproblematik und des Rechtes auf körperliche Unversehrtheit, ziehen ausgerechnet sonst grundrechtsehrfürchtigste Anhänger der „Piratenpartei“ und andere, sich „libertär“ wähnende Geister Vergleiche zum unsinnigen Alkoholverkaufsverbot ab 22 Uhr oder gleich zur Prohibition. Und mancher fordert gar: Kein Verbot von gar nichts mehr.</p>
<p>Aber, Freunde, wenn das wirklich kommt – dann kaufe ich mir unverzüglich eine Dummen-Wumme.</p>
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		<title>Naiv!</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 13:40:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Vorweg: Ja, Herr Gauck hat im Gegensatz zum Welfenschwiegersohn Ecken, Kanten und eine klare Linie. Und ja, er wäre auch mir von beiden nennenswerten Kandidaten lieber gewesen &#8211; wenn auch nur als kleineres Übel.* Übrigens: noch während der Versammlung hätte jeder Teilnehmer der Bundesversammlung, und sei es nur um ein Zeichen zu setzen, selbst eine geeignete Person seines/ihres Vertrauens als Kandidat vorschlagen können, das nur am Rande.</p>
<p>Daß ausgerechnet die vermeintlich gut informierten twitternden und bloggenden &#8220;digital natives&#8221; sich jedoch instrumentalisieren lassen, völlig unreflektiert nicht nur Herrn Gauck als nachgerade messiasgleichen Landesführer mit ausschließlich positiven Eigenschaften öffentlich anzuhimmeln, sondern der Linkspartei und ihren Wahlleuten, die es wagten, sich nicht einfach für einen mit ihr nicht abgestimmten (wir erinnern uns: Herr Gabriel von der &#8220;S&#8221;PD hatte, gemeinsam mit Herrn Trittin, nicht etwa die Linken per SMS kontaktiert, sondern lieber den Bundesdoktor) &#8220;überparteilichen&#8221; Kandidaten einspannen zu lassen, enttarnt in einem kaum beschreibbaren Maße die Naivittät und womöglich Selbstüberschätzung jener, die von sich behaupten, nicht Teil einer gar nicht existierenden &#8220;Internet-Gemeinde&#8221; zu sein sondern längst die breiten Massen zu repräsentieren. Wobei: In letzterem Punkt haben &#8220;sie&#8221;, die sie da munter neben dem Drei-plus-ein-Gänge-Menü der Marathonversammlung hertwitterten, damit sogar Recht, hat doch zuletzt das gefühlte ganze Land &#8220;yes we gauck&#8221; gekreischt &#8211; <a href="/2008/07/25/hallo-welt/">scheint irgendwie ein Volksbedürfnis mit langer Tradition zu sein.</a><span id="more-1408"></span></p>
<p>Schauen wir uns die Sache mal chronologisch an:</p>
<ul>
<li>Merkel läßt &#8220;Zensursula&#8221; ins Spiel bringen &#8211; die &#8220;Netzgemeinde&#8221; kocht und schäumt, ich nehme mich da nicht raus.</li>
<li>Kurz darauf &#8220;Entwarnung&#8221; &#8211; nun soll es der biedere Evangelikale aus Hannover werden. Das wird postwendend als &#8220;erster Sieg&#8221; &#8211; nun gut, nicht gefeiert, aber immerhin hier und da angenommen.</li>
<li>Einen &#8220;Überraschungscoup&#8221; landet anschließend die Basta-Agenda-Koalition (die mit den ehemaligen Spitzengasmännern; die, von denen einige noch unlängst mit der nun angeblich ins Mark getroffenen Bundesdoktorin gerne vom gemeinsamen Vorratsdaten- und Netzsperrentischchen aßen und andere nicht einmal grünbraunen Arsch in der Hose hatten, geschlossen gegen diese Zensurinitiative zu stimmen): Sie nominieren den &#8220;Atlantiker&#8221; (=kompromisßlosen USA-Freund), den &#8220;für die Freiheit&#8221; (=gegen jede Form eines &#8220;fürsorglichen&#8221; Staates) kämpfenden &#8220;Bürgerrechtler&#8221; (=insbesondere das Recht auf &#8220;Eigenverantwortung&#8221; in jeder Lebenslage hochhaltenden) und &#8220;Antikommunisten&#8221; Gauck, mit dessen Positionen sich auch nach eigenem Verständnis freiheitsliebende Bürgerrechtsbewegte besser mal ausführlich auseinandersetzen sollten.</li>
<li>Wie durch ein Wunder folgt eine mediale Kampagne, die, und spätestens hier sollte man stutzen: Vorrangig von Springer-Medien massiv geführt wird und den Gegenkandidaten als &#8220;den wahren Mann des Volkes&#8221;, &#8220;Präsidenten der Herzen&#8221; und dergleichen mehr nachgerade anbetet.</li>
<li>Zeitgleich und vermutlich aus Erleichterung, daß es eine vermeintlich &#8220;linksbürgerliche&#8221; Opposition geschafft hat, einen Mann mit Chancen zum indirekten &#8220;Kanzlersturz&#8221; aufzustellen und natürlich, daß es weder ein in zweifelhaften Kirchenkreisen Verkehrender noch eine rabulistische Mutter der Nation werden könnte, entstehen Twitter-, Facebook- und sonstige Kampagnen, denen man, wäre der Mann bereits im Amt, unverzüglich einen klaren Führerkult attestieren würde und denen, ich räume es ein, ich mich auch selbst für kurze Zeit und aus den vermutlich gleichen Beweggründen, angeschlossen habe (siehe oben: er wäre in der Tat das vermutlich kleinere Übel gewesen).</li>
</ul>
<p>Im weiteren Verlauf entblödet sich dann mancher &#8211; in beschämender Fehlinterpretation von Ursache und Wirkung und in der Annahme, man habe nun auch selbst (&#8221;mal wieder&#8221;) eine kleine Revolution angezettelt &#8211; nicht, Tweets wie #Zensursula haben wir geschafft, <em>#Wulff schaffen wir auch noch! #mygauck</em> abzusondern. Ja, mancher versteigt sich ernsthaft zu der Annahme, man selbst habe den erwähnten Pressezirkus überhaupt erst &#8220;angetwittert&#8221;.</p>
<p>Unglaublich &#8211; aber noch maßloser als diese sommermärchensüchtige Selbstvergaucklerei dann die verbitterte verbalisierte Enttäuschung im Nachgang:</p>
<blockquote><p><a href="http://twitter.com/Scytale/status/17437033869">Scytale</a> Habs ja immer für Diskreditierung durch die Etablierten gehalten, aber bin jetzt überzeugt: Die Linke gehört nicht in die Politik.</p></blockquote>
<blockquote><p><a href="http://twitter.com/Carisma_tisch/status/17438133551">Carisma_tisch</a> Ohne die Linken gabe es schwarz-gelbe Politik nicht. Auch wenn es nicht deren erklärter Wille ist, so ist es doch deren Wirkung.</p></blockquote>
<blockquote><p><a href="http://twitter.com/DennyRamone/status/17429468536">DennyRamone</a> Die kleinen Linken wollen aus dem Schmollparadies abgeholt werden.</p></blockquote>
<p>Fragt sich nur, wer da schmollt &#8211; denn da wird, zusammengefaßt, nichts anderes als die Wut darüber, daß ein von vornherein aussichtsloses Unterfangen (denn daß Gauck für die Linke unwählbar ist, war dem Seeheimer Gabriel und seinen neoliberalen Partei- und Oppositionsfreunden selbstverständlich klar) erwartungsgemäß in die Hose ging, daß es kein Messias-Wunder gab, daß es nun keine neue Koalition und keine Neuwahlen gibt, ja, die Ernüchterung, daß 38.000 Facebook-Gruppen-irgendwas-Dings-Teilnehmer kein politisches Erdbeben bewirkt haben: Das alles wird nun ausgerechnet auf die projiziert, die für die Wahl eines Herrn Wulff zum Nachwuchsköhler am allerwenigsten können &#8211; auf die Linksfraktion.</p>
<p>Sie, die &#8220;Unwählbaren&#8221;, die &#8220;Utopisten&#8221;, die sich der &#8220;Alternativlosigkeit&#8221; des &#8220;Basta&#8221; krankhaft verweigernden, die &#8220;Parlamentsparias&#8221;, ja: Die bestimmt-immer-noch-Stasi-Tollfinder mit ihren ganzen Zwangskollektivierungsvorstellungen: SIE sind nun Schuld. Schuld, daß sie (vermutlich:) ihre 121 Stimmen nicht hergaben, um die 494 Gauck-Stimmen auf 615 aufzustocken und damit grandios Wulff rauszuwerfen, der lediglich 625 Stimmen hatte. Sie, die von einer grandiosen Mehrheit (insbesondere vermutlich im Lager der Nichtwähler) in Bund und Ländern gewählt wurden &#8211; sie sind Schuld, daß die Vertreter der schwarzgelben Minderheitsregierung unglaublicherweise ihren eigenen Kalkülkandidaten durchgebracht haben und, ja, sie sind sage und schreibe Schuld, daß &#8220;Schwarz-Geld&#8221; seine Politik machen kann. Herr, wirf Hirn, denn: Die spinnen, die Germanen.</p>
<p>Ganz Germanien? Nein. Wenigstens einer hat es dann mal doch noch begriffen:</p>
<blockquote><p><a href="http://twitter.com/nicetry1974/status/17436404451">nicetry1974 </a>Was wollt ihr eigentlich alle? Die Mehrheit hat ihren Kandidaten gewählt. Wie angekündigt. Und wer hat die gewählt? Ihr! #bpw #bv10 #bp10</p></blockquote>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Es täte so manchem Gauck-Jünger übrigens gut, den wie ich finde sehr sachlich und wertungsfrei gehaltenen <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/3397/stolpersteinwahl-im-sommerloch">Beitrag des Spiegelfechters</a> zu diesem Thema auf sich wirken zu lassen. Weniger wertungsfrei, aber nicht minder erkenntnisreich (vor allem bezüglich der vermeintlichen Vergangenheitsverbohrtheit der Linkspartei) ist <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=5927">dieser Beitrag hier</a>. Man muß die Position nicht teilen, aber verstehen, daß hinter der Ablehnung des &#8220;Freiheitskämpfers&#8221; nicht nur mehr, sondern etwas ganz anderes steckt, als dümmliche Ostalgie, nämlich ein diametraler Gegensatz in der politischen Grundüberzeugung, dieses bißchen Antizipation sollte dann doch drin sein.</p>
<p><strong>*Nachtrag 2:</strong> Je mehr ich zu dem Thema lese und je mehr ich darüber nachdenke, komme ich zu dem Schluß: Ich habe mich geirrt. Ich habe Gauck für das kleinere Übel gehalten, das aber nur, ohne nachzudenken und wohl vornehmlich aus dem gleichen Grund, aus dem viele so sehr auf ihn gehofft haben: Damit Schwarz-Geld gekniffen ist. Irgendwie. Nur: Das wären sie in Wirklichkeit nicht gewesen. Im Gegenteil. Und Gauck hätte vor allem für eins gestanden: Für die Manifestation eines knallhart neoliberalen schwarzgeldrotgrünen Parteienblocks. So wie die &#8220;Nationale Front&#8221; in der von ihm so verhaßten DDR, nur einem anderen -ismus bedingungslos die Treue schwörend. So wie es nun &#8211; plangemäß &#8211; kam, hat Deutschland nun einfach den Präsidenten, den es zum einen und wie schon gesagt in letzter Konsequenz auch gewählt hat, und der zum anderen vielleicht tatsächlich viel deutscher ist, als es die meisten gerne wahr hätten&#8230;</p>
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		<title>Irgendwann</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 06:14:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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		<description><![CDATA[muß doch dieses dämliche Wahlvieholk mal kapieren, wie klare Mehrheitsverhältnisse auszusehen haben &#8211; so, wie in NRW jedenfalls nicht, findet Bild am Montag. 
Solange sich der Pöbel also weiterhein trotzig wie ein Kindergartenkind der reinen (und alternativlosen!) Lehre Hayek&#8217;scher Markteffizienz verweigert und doch allen Ernstes auf Utopien wie einen solidarischen Staat setzt, muß man ihn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>muß doch dieses dämliche Wahlv<del datetime="2010-06-11T06:07:22+00:00">ieh</del><ins datetime="2010-06-11T06:07:22+00:00">olk</ins> mal kapieren, wie <em>klare Mehrheitsverhältnisse</em> auszusehen haben &#8211; so, wie in NRW jedenfalls nicht, <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,700043,00.html">findet Bild am Montag</a>. </p>
<p>Solange sich der Pöbel also weiterhein trotzig wie ein Kindergartenkind der reinen (und <a href="http://neusprech.org/alternativlos/">alternativlosen</a>!) Lehre Hayek&#8217;scher Markteffizienz verweigert und doch allen Ernstes auf Utopien wie einen solidarischen Staat setzt, muß man ihn eben entweder ignorieren oder so lange zur Urne schicken, bis er keine Lust mehr hat und endlich aufhört, das tatsächliche Mehrheitsverhältnis der Leistungsträger weiter durch seine querulativen Fehlfarben-Kreuze zu stören. Ganz im Sinne von &#8220;50 Liegestützen für den Langhaarigen&#8221;, das hat sich bei unserer Friedenstruppe und sonstigen Heldenvereinen schließlich auch als probat erwiesen.</p>
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		<title>Krieg ist Frieden</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 11:08:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DavidBLN</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="nohover" href="http://de.wikipedia.org/wiki/1984_(Roman)#Krieg_ist_Frieden"><img src="/_ressourcen/uploads/frieden.jpg" alt="Werbeplakat der Bundeswehr an der Berliner Filiale des für die Armee zuständigen Ministeriums" title="" width="480" height="640" class="blackborder" /></a><br />
Und der muß eben, usw., usf., <a href="/2010/06/01/respekt/">gesichert</a> werden.</p>
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