DavidBLN.de

Qualitätsjournalismus

Indizien für die Unverzichtbarkeit von totem Holz, Meinungsführern und Intellekteliten.


16. Juli 2011

Heinz live

Eigentlich wollte ich das hier ewig lang begründen und mit Beispielen belegen. Aber warum sollte ich? Wer es wissen will, weiß es eh und wer Alternativlosigkeit immer noch für eine politische Herausforderung hält, will es sowieso nicht hören. Also mache ich es kurz: Ganzen Artikel lesen


20. Januar 2011

Kalibrieren bitte!

In den letzten Tagen kreiste die sogenannte Netzgemeinde um einen Blogger, dem infolge eines Rechtsstreits mit einer Firma seine Domain genommen wurde. Auf ihn möchte ich nicht eingehen, und zwar deshalb, weil ich hier weder in der Position für ein wertendes, noch in der Lage für ein juristisches Urteil bin und außerdem aus eigener Erfahrung weiß, daß einen öffentliches Wirken schnell mit einem möglicherweise unangenehmen Teil der Öffentlichkeit konfrontieren kann und das wünscht man, wenn man es selbst erlebt hat, niemandem. Außerdem haben andere über diesen Teil dieser Geschichte bereits öffentlich nachgedacht.

Sehr wohl eingehen möchte ich aber auf die besagte Firma. Oder besser gesagt auf das Getöse, das ihretwegen bzw. wegen Dingen, die ihr zur Last gelegt werden, rund um sie herum immer noch aufgeführt wird. Ganzen Artikel lesen


20. November 2010

Weg mit dem Qualitätsjournalismus!

Alle drei Minuten liest man – besonders momentan, anläßlich der “Zeitschriftentage” des VDZ – irgendein, bisweilen in zwanghaft bis trotzigen selbstreferentiellen Optimismus gehülltes, Wehklagen irgendeines Verlagslenkers, das praktisch immer darauf abhebt, daß wahlweise dieses fiese Internetz oder böse Monopolisten wie Google, Apple und ihresgleichen die schönen (”für Qualitätsjournalismus so bitter nötigen”) Gewinne kaputtmachten, indem sie, ja, halt was-auch-immer täten, sei es Suchergebnisse zu zeigen (oder nicht), sei es auf Beiträge zu verlinken (oder nicht) oder sei es, einfach selbst zu existieren und womöglich erfolgreiche Geschäftsmodelle zu entwickeln. Vor allem letzteres ist ja etwas, das insbesondere das jahrzehntelang als Torhüter von Meinung und Wissen unentbehrlich gemachte und damit systemimmanent erfolgsverwöhnte Wortdruckgewerbe fast nur noch aus sagenhaften Erzählungen der Altvorderen kennt und kaum jemals noch selbst zustande bringt. Ganzen Artikel lesen


19. Oktober 2010

Die Welt, ein Scheißhaus

In dem kulturell äußerst hochwertigen Dokumentationsfilm Zwei bärenstarke Typen stellt einer der mitwirkenden Philosophen in der deutschen Synchronfassung fest:

Die ganze Welt ist ein Scheißhaus!

Nun, bis heute konnte man nur mutmaßen was der dunkelhäutige Angehörige des Reinigungscorps eines US-amerikanischen Flughafens (der 1970er, also ohne TSA, Nacktscanner und Fingerabdrücke) meinte. Dank dem Hamburger Abendblatt besteht jedoch mittlerweile Gewißheit:

Bildschirmfoto: Sanitärausstattungen, auch Toilettenbecken, im Überfluß. Bildunterschrift: Unsere Welt in Bildern


25. August 2010

Die große Unbekannte

Einer von ihnen bist Du sicher auch schon mal begegnet: Der Studie. Sie sind tagtäglich Gast in Talkshows, Nachrichten und sogar (oder besonders) im Dudelfunk. Sie wissen wahlweise, daß Onanieren das Rückenmark schädigt (oder auch nicht), “die meisten Deutschen” gerne den berühmten Gürtel enger schnallen oder den Bundesdoktor ganz toll finden und selbstverständlich auch, daß die gesetzlich vorgeschriebene (natürlich arbeitnehmereigenverantwortliche) kapitalgedeckte Ergänzung der alternativlosen Rente mit 77 ebenso alternativlos ist wie die Senkung der “Lohnnebenkosten” (damit Arbeitgeber nicht ins Ausland abwandern!!1!11).

Von einer so schlauen Sippe wüßte man (oder wenigstens ich) zu gerne mal, wie sie eigentlich aussieht. Wie sie mit Vor- (oder Nach-)namen heißt. Wo sie wohnt, was sie gelernt hat und vor allem: Wer ihr das tägliche Brot (im wahrsten Wortsinn) schmiert. Aber nein – da nehmen es jene, die sie zitieren, mit dem Persönlichkeitsrecht und dem Datenschutz gerne sehr genau. “Gemäß einer Studie”, heißt es stets in bedeutungsvoller Mystik, “eine Studie hat jetzt herausgefunden”, “das ist die Erkenntnis einer brandneuen Studie”. Bisweilen treten immerhin kleine zusätzliche Hinweise ans Licht: “Eine wissenschaftliche Studie” manchmal, oder auch “eine britische Studie”.

Auch kommen diese Studien nicht immer allein, sondern lassen sich von “Experten” begleiten: “Wirtschaftsexperten” mahnen beispielsweise gerne angesichts “dramatischer Studien” zu “radikalen Reformen” und “Sachverständige” attestieren Studien zu gerne ihre Substanz. Natürlich sind diese Begleiter – die übrigens auch gern allein auftreten und dann selbst die Rolle der Studien übernehmen – ebenfalls sehr auf ihre Privatsphäre bedacht: Entweder heißen sie “die Wirtschaftswaisen” (die armen kleinen!), “ein Wirtschaftsexperte” oder “das Sachverständigengremium”, oder aber sie halten sich wenigstens vornehm zurück und verzichten darauf, damit zu protzen, worauf sich ihr Titel denn gründet (oder wem sie ihn – und beispielsweise die letzte Urlaubsreise – verdanken).

Diese Experten und ihre Studien sind in unseren Volksempfängern inzwischen fast präsenter als die obligatorischen “Promi-News”. Ich bin gespannt, wann Dieter Bohlen und Bertelsmann-TV stellvertretend für Deutschland gemeinsam “die Superstudie” suchen. Vielleicht bewerbe ich mich dann sogar mal, da muß man schließlich nicht tanzen oder singen können und nicht mal aussehen. Sondern… ja, was eigentlich?


18. August 2010

Gerechtigkeit, Sack & Asche

Ich habe eigentlich im Moment gar keine Lust, mich generell politisch oder konkret zu dieser Sache zu äußern. Aber ich kann nicht umhin, weil es nervt. Seit Jahren. Da wird also, wie einst Oskar Lafontaine der “teure Rotwein”, nun Klaus Ernst der “teure Porsche” (und einiges mehr) vorgeworfen. Global, von der gesamten gleichgeschalteten “alternativlosen Realo”-Journaille. Völlig objektiv, versteht sich, und ohne Kampagnengedanken oder sowas. Dabei wird implizit unterstellt, daß jemand, der “links” ist, jemand also, der nach derzeitiger allgemeiner Sachlage für mehr soziale Gerechtigkeit, für mehr gesellschaftliche, kulturelle und selbstverständlich auch materielle Teilhabe eintritt, ja: Jemand, der seine Wählerschaft besonders in den drangsalierten und vom Arbeitsmarkt zu Leihsklaven dritter Klasse abgestempelten sucht, die gefälligst im Zweifel auch Hundescheiße einsammeln müssen, so einer habe sich also gefälligst seiner vermeintlichen Kundschaft und deren insbesondere materiellen status quo anzupassen.

Und wenn diese (immer seltener) unausgesprochene Gleichsetzung wirklich irgendetwas beweist, dann höchstens eins: Daß die armseligen, vermutlich nicht selten an privaten PR-(”Elite-”)Schulen ausgebildeten Zeilengeldempfänger den Kern “linken” Gedankenguts noch nicht einmal ansatzweise verstanden haben. Der besteht nämlich genau darin, daß ein guter Rotwein nicht dem Lehensherren vorbehalten bleibt. Daß es nicht das Privileg einer überschaubaren Kapitalelite sein soll, sich des Lebens beispielsweise im Jugendtraum eines Sportwagens zu erfreuen. Sondern daß, genau im Gegenteil!, die Segnungen einer immer produktiveren und effizienteren Arbeits- und Produktionswelt eben gerade jedem gleichermaßen zuteil werden sollen. Auch, wenn er kein “cooler Baron” oder “Leistungsträger” ist.

Aber immerhin. Schön, wie sich die gesamte gleichgeschaltete deutsch-demokratische Massenpresse hier einmal mehr als längst zum Verkündungsorgang der Bertelsmänner dieser Welt abgehalfterte Masse selbst enttarnt.


11. Juni 2010

Irgendwann

muß doch dieses dämliche Wahlvieholk mal kapieren, wie klare Mehrheitsverhältnisse auszusehen haben – so, wie in NRW jedenfalls nicht, findet Bild am Montag.

Solange sich der Pöbel also weiterhein trotzig wie ein Kindergartenkind der reinen (und alternativlosen!) Lehre Hayek’scher Markteffizienz verweigert und doch allen Ernstes auf Utopien wie einen solidarischen Staat setzt, muß man ihn eben entweder ignorieren oder so lange zur Urne schicken, bis er keine Lust mehr hat und endlich aufhört, das tatsächliche Mehrheitsverhältnis der Leistungsträger weiter durch seine querulativen Fehlfarben-Kreuze zu stören. Ganz im Sinne von “50 Liegestützen für den Langhaarigen”, das hat sich bei unserer Friedenstruppe und sonstigen Heldenvereinen schließlich auch als probat erwiesen.


6. Mai 2010

Nicht mal aus der Ferne

gesehen läßt einen dieser ganze Mainstreammedienmüll in Frieden. Ich dachte ernsthaft, um mich darüber nicht mehr entsetzen zu müssen, genüge es, den Konsum auf praktisch null zu reduzieren – aber Fehlanzeige.

Schleichwerbung, PR, Kampagnen, Hardcore-Lobbyismus und Stimmungsmache je nach Proporz in Rundfunkräten und Vorständen: Kennt man alles, kannte ich alles. Auch daß im Hörfunk gerne mal “aus Zeitmangel” verkappte Werbeinterviews frei Haus geliefert und dankbar abgenommen werden, ist mir nicht neu. Aber wenn ich dann lese, daß mittlerweile komplette Fernsehdokumentationen als Instantware aus dem PR-Kochstudio* kommen, dann kann ich mich tatsächlich schon wieder/noch einmal mehr drüber freuen, daß ich diesem zur vielfältigen Medienlandschaft hochstilisierten Hugenberg reloaded-Zirkus schon abgeschworen hatte, als andere sich gerade erst über “Prekariatsfernsehen” aus dem Urwald aufzuregen begannen.

Natürlich erscheinen mir jetzt sogar die berüchtigten “Spiegel TV”-”Dokumentationen” (“Auf Frische wird bei der Firma Müller-Fleisch größter Wert gelegt!”) noch mal in einem ganz anderen Licht: Bisher dachte ich, daß die sich dafür bezahlen lassen, daß sie solche hochinvestigativen Reportagen wie “Inside McBurger” durchs Kabel schleudern – aber wahrscheinlich kommt auch das alles bereits fix & fertig im Warmhaltekarton ins Haus. Gratis.

Top Programm, unendliche Weiten, rund um die Uhr, genau nach Geschmack – für sowas lobe ich mir daher meine (nicht mehr so) neuen Lieblingssender: DVD, USB und WWW.

Nachtrag: Das gibt’s auch in der ausgelagerten ARD-Mediathek.


5. Mai 2010

“Deine Großeltern sind Geschwister!”

Das behaupte nicht ich und nicht über Dich, das behauptet die WAZ-Gruppe in einem investigativen Doppelschlag a) über irgendsoeinen für oder bei oder mit Dieter Bohlen arbeitenden Ex-Knastologen und b) über Paul-Hartmut W., einen Vertreter der “Yo men”-Konfession.

Also da “Glauben” heute eh mein Thema ist, glaub ich das jetzt einfach mal sofort.

PS: Wie üblich habe ich das sicherheitshalber fürs Archiv aufbewahrt. Nur für alle Fälle.