DavidBLN.de

Rücktritt

Beim Fahrrad: Zuverlässige Methode, einen bisweilen zu schnellen oder fehlerhaften Weg zu beenden. Und anschließend auf einem warmen Platz in der Wirtschaft Anwesenheitsprämie zu zahlen.

Beim Politiker: Zuverlässige Methode, einen bisweilen zu schnellen oder fehlerhaften Weg zu beenden. Und anschließend auf einem warmen Platz in der Wirtschaft Anwesenheitsprämie zu erhalten.


23. August 2011

Vor 14 Tagen ist Regierungsdirektor Gröbe gestorben.

Doktor Krakebusch ist letzte Woche gestorben. Und Herr Winkelmann gestern. Wenn man schon, dann soll man ja auch nicht.


13. Juni 2011

RWE begräbt Lena

Ein Absetzer im Braunkohlentagebau Garzweiler versinnbildlicht, was Insider schon seit 2010 denken: Die Trulla ist weg vom Fenster und wird nun begraben. Bald wächst Gras über Lena.


18. Februar 2011

Die Münchhausen-Compilation

Soeben kam @themell und mir die grandiose Idee, eine Abschieds-Compilation für unseren noch-Doktor im Kriegsministerium zusammenzustellen.

Bisher sind folgende Titel dabei:

  • Theo, wir fahr’n nach Lodz (Vicky Leandros)
  • Gutti, gestehe (Pornobarbie feat. Vicky Leandros)
  • Ich hab die Haare schön (Graf Karl von der Gelanstalt)
  • Ein bißchen Frieden (Gorch Fock Dummies feat. Kunduz)

Weitere Ideen: Unten rein!


16. Januar 2011

Grün vor Mitleid

Gib’s zu. In Wirklichkeit hältst du die Grünen immer noch für die Partei der guten Sache, nicht nur für Pflanzen und Tiere sondern auch und ganz im Geiste ihrer dezent progressiv angehauchten Anfangsjahre, also für irgendwie “sozial”, empathisch und eben halt: Menschlich. Ganzen Artikel lesen


2. Januar 2011

Diagnose: Verstümmelt

Mit der Vermutung, daß hinter der seinerzeit viel zu plötzlichen und unerwarteten “Entlassung” eines der unbequemsten und letzten echten politischen Kabarettisten aus der “Anstalt” – einer Sendung, über deren für den Adenauersender in Mainz viel zu systemkritische Existenz man sich in den wenigen Jahren ihrer Blüte ohnehin nur jedes Mal verwundert die Augen reiben konnte – mehr stecken dürfte als der offiziell geäußerte Wunsch Georg Schramms, wieder “mehr auf der Bühne” stehen zu können, stehe ich vermutlich nicht ganz alleine da. Das Führungsgeschacher im CDU-TV ist dabei nur ein schon rein zeitlich viel zu nahe liegender Umstand, den man einfach nicht ausblenden kann.

Doch will ich mich gar nicht weiter in Vermutungen ergehen, die auch angesichts des beharrlichen Festhaltens aller Beteiligten bzw. Betroffenen an der offiziellen Begründung wenig weiterführten. Ganzen Artikel lesen


1. Juni 2010

Respekt

vor seiner Eminenz, Bundespräsident a.D. H. Köhler.

Für den Umstand, daß er just heute den einzigen in seiner Amtszeit wegweisenden und für die Geschichtsschreibung bedeutsamen Schritt tat: Den zurück.

Ergänzung: Abgesehen davon, daß sich Köhler mit dem Geschmolle im Rahmen seiner Demission spätestens im Moment derselben völlig disqualifiziert hat, hat er tatsächlich mindestens zwei weitere wichtige Dinge getan:

  1. Er hat Dr. Frau Merkel und Pickelguido unter Zugzwang gesetzt, denn die sollten sich schleunigst ein Beispiel an ihm nehmen.
  2. Vor allem aber hat er, da bin ich sicher, reichlich viele Leute erst mal dazu gebracht, sich mit dem Thema “Ressourcenkriege” und dem Stand der Dinge mal näher zu befassen.

Zu Letzterem gibt es einen, immerhin: Bereits vier Jahre alten, sehr lesenswerten zusammenfassenden Beitrag bei TP, der deutlich macht, daß der tapsige Sparkassenhorst eigentlich, ja man darf gar annehmen: naiv, nachgeplappert hat, was seit bald zwanzig Jahren hinter den mehr oder weniger offenen Türen von “Wehrforen”, “Strategietagungen” und dergleichen, immer unverhohlener und mit stetem Tropfen in den ethischen Stein des westeuropäischen Abendlandes gehöhlt wird: Die Rehabilitierung des Kolonialgedankens.

Zur Lektüre dringend empfohlen, faßt der Artikel die geflissentlich ignorierte zivil(isiert)e Variante einer neuen Weltordnung treffend zusammen:

Die weltweit als Entwicklungshilfe deklarierten Ausgaben machen bedeutend weniger als ein Zehntel des globalen Rüstungshaushaltes aus. [...] Obwohl die Liste der unterlassenen zivilen Hilfeleistungen Tag für Tag länger wird, sollen wir ausgerechnet bei militärischen Aktivitäten glauben, wir hätten es mit moralisch inspirierten Akteuren zu tun.

Je weiter man die Lektüre des Beitrags fortsetzt, umso mehr muß man sich fragen, in wessen Terminkalender eigentlich sinngemäß gestanden haben muß “Revision des zweiten WK anstoßen und Interessen wieder auf die Agenda setzen”. Mich jedenfalls veranlassen so auffällige Neusprechinszenierungen wie verfassungsrechtliche Klarstellung (im Sinne von: “Beseitigung von einst als Lehre aus der Geschichte festgelegten Grundsätzen, um genau die Dinge durchzusetzen, deren Wiederholung man einst verhindern wollte”) und Anpassen der Verfassung an die veränderte Realität (wobei die maßgeblichste Veränderung offenkundig das Sichverabschieden von den dort genannten Wertvorstellungen bedeuten muß) unweigerlich dazu, hier ausschließlich unhehre Motive von Einflußnehmern zu wähnen, denen man einst aus gutem Grund nie wieder Einfluß gewähren wollte.


28. April 2010

Herr Westerwelle, gehen Sie!

Ich habe erst auf die Pointe gewartet. Um dann zu merken: Es gibt keine. Zu recht.


21. September 2009

So nicht, Herr Zimmermann!

Was haben Sie sich dabei eigentlich gedacht? Einfach so heimlich und weitgehend leise davongehen? Ein Mann Ihres Kalibers hätte nun wirklich einen etwas spektakuläreren Abgang von der letzten Bühne hinlegen können. Verschwunden, entführt, Sarg geraubt oder halt irgendwas, das eines Aktenzeichens XY würdig wäre – stattdessen: Einfach weg. Gute Reise!


8. September 2008

Eingepackt und hingeschmissen?

Ich hab’ den Laden einfach hingeschmissen! – was sonst wird Kurt Beck wohl seinen Genossen in Mainz, Frau und Kind, Hund und Katze über den Ablauf seiner (un)freiwilligen Demission erzählt haben? Ein Schelm, der dabei nicht sofort an eine Kennern wohlgeläufige Filmszene denken muß.

Und tatsächlich – geheime Wortprotokolle aus dem Landgasthaus nahe dem Schwülowsee (oder wie der gleich hieß) belegen es: Alles schon mal gehört… Ganzen Artikel lesen