30. Juli 2011
Liebe Metro,
eigentlich wollte ich in diesem Beitrag ausdauernd über die Gründe darüber philosophieren, warum stationäre Handelskonzepte – vom Nahrungs- und Frischemarkt aus meiner Sicht einmal abgesehen – schon längst im Sterben begriffen sind. Schwamm drüber, ich habe es mir eben anders überlegt und sage stattdessen:
DANKE!
Denn während ich an einer der fünf am heutigen Sonnabend geöffneten (von insgesamt zwölf) Kassen wartete, bis eine Kassiererin ihrer Kollegin beim Bezahlen an deinem theoretisch schlauen, praktisch dank (ich weiß das aus Innenseiterkreisen verbindlich) Schlipsträgerbedenken jedoch völlig unbrauchbaren “neuen” Bezahlterminalsystem geholfen und den 9000 Kunden in der Schlange vor mir beim Entfernen von Diebstahlsicherungen und sonstwas bemühterweise behilflich war, hatte ich genug Zeit, von meinem Schlautelefon aus mit Hilfe des Internetzes alle Nicht-Lebensmittel-Waren, die sich in meinem Wagen befanden, für insgesamt weniger als die Hälfte deines Preises versandkostenfrei aus diesem schäbigen Internetz zu ordern. Die kommen dann am Montag zu mir nach Hause, ganz ohne Schlepperei.
Und die Lebensmittel, die habe ich in meinem kleinen, rümpeligen aber insgesamt flotten und gut organisierten Dorfrewe gekauft. Also, Daumen hoch und Gruß an Herrn Cordes. Ach ja, unter uns: Daß man externe Leiharbeiter erst zum großen Sommerfest ein- und anschließend explizit per mehrfacher Email wieder auslädt, das ist wirklich unfein. Das hast du, liebe Metro-Gruppe, ja sicher nicht gemacht, oder? Alles nur üble Nachrede, hoffe ich doch sehr…
14. Juli 2011
Schon vor längerer Zeit war ich von der immer unangenehmeren Schlipsträgerei und versicherungsvertretrigen Werbebelästigung genervt, welche bei der Dresdner Bank – deren Kunde ich wurde, als sie in Berlin noch “Bank für Handel und Industrie” hieß – seit deren Aufkauf durch den Allianz-Konzern, spätestens aber nach ihrer Einverleibung durch die und die Transformation zur Commerzbank leider und zu Lasten ehemals wirklich kundenorientierter Bedienung durch das Personal in unerträglichem Maß zunahmen. Also entschloß ich mich, es nun auch mal mit einer dieser Internet-Direktbanken zu versuchen. Ganzen Artikel lesen
4. Juli 2011
Denn Inhalt ist bekantlich nichts. Image ist alles! Und 6,49 Euro für 2,5 Kilogramm solch cooler(!) Preßkohle ist nun wirklich geschenkt!

Ihr seht: Selbst ordinäre Fußvolk-Freuden wie “grillen” sind nun endlich in der stylishen Oberklasse angekommen!
Zusatznutzen: Kann man hinterher noch als schicke Designer-Einkaufstasche nehmen. Oder als Schlipsersatz. Oder als cooles Wandbild; der Haken zum aufhängen ist bereits im Preis enthalten!
23. Juni 2011
Meine Damen und Herren, liebe Schlipsträger!
Es ist eigentlich egal, ob ihr für Wasa, für Senseo oder für Mars arbeitet. Oder sonst irgendwo, wo der allgegenwärtige Götzengott des alternativlos-kapitalistischen Marktes – auch als “kontiniuierliches Wachstum” und “Profitmaximierung” bekannt – euch täglich Druck macht, sei es negativen (”wenn das nicht, dann müssen wir Sie leider”) oder anreizenden (”wenn Sie, dann kriegen Sie”). Es ist auch ganz egal, ob ihr euch selbst als “Produktmanager”, “Controller” oder “Consultants” bezeichnet. Ich verstehe euch. Wirklich. Nicht, daß ich mit euch tauschen möchte. Dieses tägliche Strampeln und Ellenbogengerangel habe ich noch nie gemocht, zumindest, seit ich das Spermienstadium erfolgreich hinter mir gelassen habe. Aber ich verstehe euch. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie das ist, wenn der gesamte Tages- und womöglich Nachtablauf einzig davon dominiert ist, immer noch mehr rausholen zu müssen (oder, wie man sich dann selbst gerne einredet: “zu wollen”). Und selbst, wenn das “wollen” nicht eingeredet ist und ihr ernsthaft davon überzeugt seid, daß das der Weg ist, wie die Welt ein besserer Platz werden kann (oder zumindest euer Vorgarten und die Garage): Sei es drum. Jeder wie er mag.
Ob nun also freiwillig oder aus “Sachzwängen”: Tut, was ihr tun zu müssen meint. Holt immer noch mehr raus. Nur eine Bitte habe ich dabei. Eine ganz kleine, dringende Ganzen Artikel lesen
Bislang schätze ich die Drogeriemarktkette “dm”. Das liegt sicher ein wenig an der eloquenten Art ihres Gründers, auch an der (zumindest veröffentlichten) Philosophie der Firma (und wiederum ihres Gründers), aber vor allem daran, daß man sich dort als Kunde auch und besonders im Reklamationsfall ganz gut aufgehoben fühlen kann. Nur dieser verdienten Wertschätzung ist das Fragezeichen hinter der Überschrift geschuldet. Und die Annahme, daß hier ein für Verpackungen zuständiger Mensch einer heutzutage scheinbar verbreiteten Krankheit, nämlich dem “es muß vor allem schick und öfter mal anders aussehen”-Syndrom erlegen ist. Ganzen Artikel lesen
16. Januar 2011
Gib’s zu. In Wirklichkeit hältst du die Grünen immer noch für die Partei der guten Sache, nicht nur für Pflanzen und Tiere sondern auch und ganz im Geiste ihrer dezent progressiv angehauchten Anfangsjahre, also für irgendwie “sozial”, empathisch und eben halt: Menschlich. Ganzen Artikel lesen
19. Dezember 2010
dann schafft Deutschland sich tatsächlich ab. Szenen einer Bahnhofsbuchhandlung.

Den Tages-”Zeitungs”-Ständer habe ich aus Gründen weggelassen.
23. September 2010
Hast Du auch schon mal was bei “DocMorris” bestellt? Ja? Na hoffentlich ist das nicht zu lange her. Sonst wirst Du nämlich, egal ob Du Dir das vorher verbeten hast oder nicht, per Werbe-Spam-Email schriftlich ermahntvom Kundenservice freundlich erinnert, daß es mal langsam wieder Zeit dafür ist.
Empfehlung des Tages: Wenn unvermeidbar, dann am besten nur mittels E-Müll-Account dort einkaufen. Ich lasse es allerdings schon aus Prinzip in Zukunft ganz und gebe mich einmal mehr der Frage hin, was Firmen dazu treibt, dermaßen dämliche Leute einzustellen, denen in ihrer puren Zahlen- und Erfolgsbonusnot nichts besseres einfällt, als harmlose Menschen und vor allem: an sich zahlungswillige Kunden zu belästigen.
Lustiger Nachtrag dazu: Die oben genannte Spam-Email hatte den wunderschönen Betreff “Sagen Sie uns Ihre Meinung!”. Lieber Doc Morris, das ist hiermit – hoffentlich angemessen – geschehen.
29. August 2010
Was kommt dabei heraus, wenn sich berufsschwedische Marketingschlipsträger zuviele geriebene Kötbullar in die Nase ziehen?
Genau, ein munteres Potpourri aus geheimsten sexuellen Fantasien, auszuleben idealerweise in der Möbelausstelllung (und mit zustandsbedingten Rechtschreibfehlern, versteht sich).
