DavidBLN.de

SPD

Kurform für: “Sozen” (auch: “Sozis”); beliebter Alternativname für alle, die nicht verraten wollen, daß sie eigentlich Verräter sind. Nicht in erster Linie des Vaterlands, dafür aber gerne lästiger Dinge wie “Prinzipien”, “Rechtsstaatlichkeit” oder auch der selbst proklamierten Grundwerte.


1. Juli 2010

Naiv!

Vorweg: Ja, Herr Gauck hat im Gegensatz zum Welfenschwiegersohn Ecken, Kanten und eine klare Linie. Und ja, er wäre auch mir von beiden nennenswerten Kandidaten lieber gewesen – wenn auch nur als kleineres Übel.* Übrigens: noch während der Versammlung hätte jeder Teilnehmer der Bundesversammlung, und sei es nur um ein Zeichen zu setzen, selbst eine geeignete Person seines/ihres Vertrauens als Kandidat vorschlagen können, das nur am Rande.

Daß ausgerechnet die vermeintlich gut informierten twitternden und bloggenden “digital natives” sich jedoch instrumentalisieren lassen, völlig unreflektiert nicht nur Herrn Gauck als nachgerade messiasgleichen Landesführer mit ausschließlich positiven Eigenschaften öffentlich anzuhimmeln, sondern der Linkspartei und ihren Wahlleuten, die es wagten, sich nicht einfach für einen mit ihr nicht abgestimmten (wir erinnern uns: Herr Gabriel von der “S”PD hatte, gemeinsam mit Herrn Trittin, nicht etwa die Linken per SMS kontaktiert, sondern lieber den Bundesdoktor) “überparteilichen” Kandidaten einspannen zu lassen, enttarnt in einem kaum beschreibbaren Maße die Naivittät und womöglich Selbstüberschätzung jener, die von sich behaupten, nicht Teil einer gar nicht existierenden “Internet-Gemeinde” zu sein sondern längst die breiten Massen zu repräsentieren. Wobei: In letzterem Punkt haben “sie”, die sie da munter neben dem Drei-plus-ein-Gänge-Menü der Marathonversammlung hertwitterten, damit sogar Recht, hat doch zuletzt das gefühlte ganze Land “yes we gauck” gekreischt – scheint irgendwie ein Volksbedürfnis mit langer Tradition zu sein. Ganzen Artikel lesen


11. Juni 2010

Irgendwann

muß doch dieses dämliche Wahlvieholk mal kapieren, wie klare Mehrheitsverhältnisse auszusehen haben – so, wie in NRW jedenfalls nicht, findet Bild am Montag.

Solange sich der Pöbel also weiterhein trotzig wie ein Kindergartenkind der reinen (und alternativlosen!) Lehre Hayek’scher Markteffizienz verweigert und doch allen Ernstes auf Utopien wie einen solidarischen Staat setzt, muß man ihn eben entweder ignorieren oder so lange zur Urne schicken, bis er keine Lust mehr hat und endlich aufhört, das tatsächliche Mehrheitsverhältnis der Leistungsträger weiter durch seine querulativen Fehlfarben-Kreuze zu stören. Ganz im Sinne von “50 Liegestützen für den Langhaarigen”, das hat sich bei unserer Friedenstruppe und sonstigen Heldenvereinen schließlich auch als probat erwiesen.


21. Mai 2010

Wer hat uns verraten?

Sozialdemokraten sowieso, klar. Aber wenn man sich die vorgeschobenen Gründe für die “Regierungsunwilligkeit” der Linkspartei in NRW so ansieht, kann man auch zu anderen Schlüssen kommen.

Nicht, daß nicht von vornherein klar war, daß die CSPDU die Kraft hat. Nicht, daß auch nur für den Bruchteil einer Sekunde die Annahme berechtigt war, die Mülheimer Kandidatin würde als Clement-Zögling einen Konflikt mit der Kohle-Montan-Energie-Lobby in den eigenen Reihen suchen. Aber heute noch anzunehmen, ein Wahlergebnis würde denn auch den Wählerwillen zeitigen, ist, mit Verlaub, mit “naiv” nicht hinreichend beschrieben,


8. August 2009

Wer nicht wirbt, stirbt.

Aber wer unverlangt und unerwünscht wirbt, ist wohl längst hirntot. Ob Notschlachten eine Option oder, wegen Selbstaufgabe, überflüssig ist? Der Reihe nach:

Als bekennender Werbeverweigerer leite ich unverlangte Werbeeinwurfsendungen mittlerweile eigentlich direkt an meinen Anwalt weiter. Heute aber mache ich mal eine Ausnahme Ganzen Artikel lesen


6. August 2009

Jeder kann Erich (Teil 5)

Unser Erich des Tages heißt mit Haupterfassungskriterium Zypries und hat vorbildlich umfassende Kenntnisse in Staatsbürgerkunde wie folgt bewiesen:

das Recht auf informationelle Selbstbestimmung heißt ja nur, dass Bürger darüber informiert werden müssen, wer was von ihnen speichert

Außerdem ist “E-Zee” in Medienkompetenz ganz vorne:

Browser? Was sind denn jetzt nochmal Browser?

Und auch in Fragen des gesunden Volksempfindens wird in der ersten Liga gespielt:

Es nützt mir doch mein bestes Grundrecht nichts, wenn ich konkret fürchten muss, dass abends in der U-Bahn eine Bombe hochgehen kann.

Darauf einen dreifachen Erich!

(Unter Verwendung von Bildmaterial von spdfraktion.de)


5. August 2009

Jeder kann Erich (Teil 4)

Erich Schily

Erich “der eiserne” Schily, nach dem auch der “Erich-Katalog” benannt wurde, glänzte abgesehen von seinem unerschrockenen Einsatz für die Wiedereinführung der 1949 von reichsfeindlichen subversiven Verfassungstheoretikern verbotenen Nutzung biometrischer Kennzeichen in Paßdokumenten (an deren Herstellung er später dann heldenhaft mitwirkte) durch populistischerhetorische Glanzstücke wie dieses:

Wenn ihr den Tod so liebt, dann könnt ihr ihn haben.

(gerichtet an “die Terroristen”), aber immerhin auch durch erschreckend offenes Beschreiben der eigenen politischen Ziele wie hier:

Eine umfassend verstaatlichte Gesellschaft endet in der Schreckensherrschaft des totalitären Staates.

(Was er zweifellos anders gemeint haben wird, als man es letztlich und zurecht beunruhigt verstanden hat.)

(Unter Verwendung von Bildmaterial von spdfraktion.de)


9. Juni 2009

Erst, wenn Tränen fließen…

tut es richtig weh. Oder so ähnlich. Jedenfalls war das bei einer gewissen, inzwischen älteren, Dame Namens Schreinemakers aus Krefeld so. Diese Dame, bekannt für die insbesondere im Prekariat beliebte Nahwasserbauweise und seinerzeit mit einer dementsprechenden Sendung im Unterschichtenfernsehen erfolgreich tätig, fand es gar nicht gut, den Erlös ihrer hochbezahlten Tränen mit der Staatskasse teilen zu müssen. Ihre diesbezüglichen Maßnahmen waren seinerzeit dementsprechend allgemein bekannt.

Bei einer anderen, sowohl dem Geburtsdatum als auch Selbstverständnis und Habitus nach zweifelsfrei alten Dame, ist das anders. Diese Dame namens SPD denkt gar nicht daran, sich einem befreienden (und nicht selten kathartischen) Weinkrampf hinzugeben. Ganzen Artikel lesen


7. Juni 2009

Verdient verlieren

Von einem tollen Europawahlkampf sprach Franz Müntefering, seines Zeichens und (wenn auch unausgesprochenen) Selbstverständnisses vermutlich der letzte echte Sozialdemokrat. Ich hingegen kann mich vor lauter tollem Wahlkampf gar nicht entscheiden, was genau er von jenen strategischen Meisterleistungen, die seine Partei nicht mal zweistellig vor den Grünen liegen lassen, meinte: Ganzen Artikel lesen


8. September 2008

Eingepackt und hingeschmissen?

Ich hab’ den Laden einfach hingeschmissen! – was sonst wird Kurt Beck wohl seinen Genossen in Mainz, Frau und Kind, Hund und Katze über den Ablauf seiner (un)freiwilligen Demission erzählt haben? Ein Schelm, der dabei nicht sofort an eine Kennern wohlgeläufige Filmszene denken muß.

Und tatsächlich – geheime Wortprotokolle aus dem Landgasthaus nahe dem Schwülowsee (oder wie der gleich hieß) belegen es: Alles schon mal gehört… Ganzen Artikel lesen


1. August 2008

“Armer Wolfgang Müntefering!

Erst wird er aus der SPD geschmissen und dann stirbt er auch noch.”

Heute irgendwo aufgeschnappt. Ich laß’ es mal so stehen.